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Namibia: Wüste, Weite, wilde Tiere


Pelikane im Walvis Bay

​​Als ich in Namibia geboren wurde, sah die Gesellschaft in der ehemaligen deutschen Kolonie noch ganz anders aus: In dem von Südafrika verwalteten Land herrschte strikte Apartheid: Parkbänke, Schulen, Busse – alles getrennt nach schwarz und weiss. Glücklicherweise zogen wir nach Deutschland, bevor ich diese Situation überhaupt verstehen konnte.

Danach habe ich 1990 das Land wieder besucht, im ersten Jahr seiner Unabhängigkeit. In diesem Jahr wurde am 21. März der erste schwarze Präsident Sam Nujoma vereidigt. Der Machtwechsel verlief im Gegensatz zu vielen Nachbarstaaten unblutig ab.

Die brutale Geschichte der deutschen Kolonie ist allerdings auch heute noch nicht abgeschlossen: Anfang des Monats haben Nachkommen der von der deutschen Kolonialmacht im heutigen Namibia ermordeten Herero und Nama die Bundesregierung vor einem US-Gericht verklagt. Sie drängen auf finanzielle Entschädigung für die Verbrechen - Zehntausende Menschen wurden während der Kolonialzeit im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika, heute Namibia, ermordet.

Die meisten Touristen interessiert die Vergangenheit des Landes nicht wirklich. Sie kommen nicht wegen Politik, Geschichte und Kultur hierher, sondern für Wüsten, Weiten und wilde Tiere. Tatsächlich gibt es – bis vielleicht auf Swakopmund – keine wirklich interessante und schöne Stadt. Die Wildnis ist dafür umwerfend und die Natur atemberaubend. Namibia ist ein sicheres Reiseland – Man kann sich ohne Probleme einen Camper mieten und auf eigene Faust losfahren. Das grösste Problem dürfte hierbei am ehesten die dünne Tankstellendichte sein, aber auch diese ist zu bewältigen.

Bei meinem ersten Landeanflug sah ich aus dem Fenster knallrote Erde und tiefblauen Himmel. Farben so intensiv, als hätte man es mit Photoshop bei der Nachbearbeitung übertrieben. Das erste Mal neben der Autobahn eine Antilope zu sehen war auch ein ganz unbeschreibliches Gefühl. Egal, wie oft ich inzwischen schon wilde Tiere gesehen habe – ich freue mich immer noch so sehr wie beim ersten Mal.

Klicke auf das erste Bild, um die Fotostrecke zu starten:

Hinkommen:

Condor fliegt zwei Mal die Woche nonstop von Frankfurt ab ca 600€. Ähnlich viel kosten Flüge bei Air Namibia - diese Fluggesellschaft bietet auch Inlandsflüge an.

Die Beatles haben einen verloren …

Herumkommen:

Um nur in den Etosha-Nationalpark und nach Walvis Bay zu fahren, braucht man nicht unbedingt einen Jeep und auch keinen Camper. "Normale" Mietwagen kosten - beispielsweise bei www.billiger-mietwagen.de - für eine Woche ca 160€.

Größtmögliche Unabhängigkeit bietet natürlich ein Jeep mit Zeltdach. Einfach sein Zelt aufklappen, wo es einem am besten gefällt. Preise beginnen bei 735€ pro Woche - beispielsweise bei http://www.camper24.de

Zaungäste in der Etosha bei Sonnenuntergang - fragt sich nur, wer von beiden was ist.

Etosha-Nationalpark:

In der Etosha-Pfanne gibt es sechs verschiedene Camps mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wer keinen Camper hat, kann hier auch ein Zelt, Zimmer oder auch eine Suite mieten. Wer nur Zeit für ein Camp hat, sollte Okaukuejo buchen. Ich wollte die ganze Nacht schlafen gehen, aber ständig kamen neue Tiere an das Wasserloch und boten so viel Spannung, dass ich einfach aufblieb :;)!

Doppelzimmer bekommt man im im Okaukuejo Camp ab 60€ pro Person. Die Zimmer direkt am Wasserloch mit Beleuchtung sind teurer, kann man sich aber sparen, da man ja eh nur zum Duschen reinkommt …

Lesen:

Wer sich für die unrühmliche Kolonialgeschichte der Deutschen interessiert, dem kann ich das Buch "Herero" von Gerhard Seyfried empfehlen.

#Namibia #EtoshaPfanne #WalvisBay