• Wibke

Eine Rad-/Boot-/Zug-Tour im Douro-Tal von Peso da Régua nach Pinhão


Miguel - netter Mann für Alles - auf unserer Bootsfahrt auf dem Douro fragt uns nach ungefähr 10 Minuten, ob wir nicht zufällig ein Glas Portwein vom Weinberg seines Opas haben wollen. Wollen wir! Ehrlich gesagt waren wir fast erstaunt, dass es so lange gedauert hat bis wir das erste Gläschen angeboten bekommen haben. Wenn man sich bei einer Sache im Douro Tal sicher sein kann, dann ist es dass man Portwein angeboten bekommt - bei Check in im Hotel, auf dem Boot, beim Plausch am Strassenrand. Ablehnen ist so etwas wie ein Sakrileg und so habe bin durch unsere Rad-Tour in einem sanften Rausch geschwebt …

Hier wird seit über 2000 Jahren Wein angebaut - kein Wunder also dass die Locals hier ziemlich stolz auf ihre Tropfen sind …

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Angeblich sind die steilen Weinberge neben der chinesischen Mauer, die einzigen "Bauwerke", die man aus dem All sieht. Völlig losgelöst ist man hier - vom Stress der Aussenwelt für eine kurze Zeit abgeschnitten. Hier gibt es nur hochklassige Weingüter, gutes Essen einen gemächlichen Fluss und uns zwei hyperaktive Touristen, die das Ganze mit dem Fahrrad erkunden wollen. Die Einheimischen haben Mitleid mit uns "Sollen wir Euch mit dem Auto mitnehmen … ihr müsst nicht Radfahren." Ein älterer Herr schleicht um mein - zugegebenermassen nicht besonders flottes - Fahrrad herum, als wäre es das erste Exemplar, das er in seinen bestimmt +80 Jahren gesehen hat. Dabei verstehen wir es gar nicht.

Ok es gibt keine Fahrradwege, aber - zumindest im Frühling - auch nicht übermässig viel Verkehr; die Blumen blühen am Wegesrand, die Luft ist lau und die Strasse schlängelt sich immer eng am Fluss entlang durch die steilen Weinberge.

Unser Ziel ist das Städtchen Pinhão - sozusagen das Herz des Douros. Die knapp 30 km von unserem Hotel in Peso da Régua wären mit normalen Fahrrädern und guter Orientierung ja eigentlich ein Klacks, aber da wir beides nicht haben, fahren wir erst mal 10km steil bergauf in die falsche Richtung … Aber dank Google Maps finden wir dann doch unseren Weg und belohnen uns mit einer Bootsfahrt - bei der wir die einzigen Gäste sind. Von Pinhão verläuft der Douro einsam Richtung Westen: Keine Strasse, kein Dorf - nur Wasser, steile Berge und wir mittendrin mit einem Glas Portwein in der Hand!

Wir haben in der Quinta da Pacheca in Regua gewohnt. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben, aber dann wurden wir in dem Weingut mit schicken Zimmern - direkt in den Weinbergen - so verwöhnt, dass wir einfach noch eine Nacht geblieben sind. Die Räder haben wir kostenlos geliehen bekommen - eigentlich nicht für die Langstrecke gemacht, aber gut machbar. Zurück sind wir mit dem Zug gefahren. Die Strecke führt direkt am Fluss entlang und ist traumhaft schön. Vom Bahnhof sind es mit dem Rad nur 3km zurück zum Weingut.

Doppelzimmer mit Frühstück so um die 120€.

Quinta da Pacheca, Cambres - 5110-424 Lamego, Tel: +351 254 331 229, E-mail: reservas@quintadapacheca.com

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