• Wibke

Abenteuer-Rundtour in die Berge von Puerto Soller/Mallorca

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Übersichtskarte von Komoot

KURZINFO

Start: Puerto Soller/Mallorca

Länge: 14,5,km

Ungefähre Wanderzeit: 5h

Höhenmeter: 480 hoch und runter

Anforderung: Schwierig (Es gibt mehrere Kletterstellen und einige Tiefblicke, bei denen ihr schwindelfrei sein solltet. Die Orientierung ist nicht immer einfach)

Tip: Bevor ihr auf diese Wanderung geht, zieht lange Hosen an, oder nehmt zumindest welche mit. Sonst wird euch das Schneidgras die Beine zerschneiden – und spätestens beim wohlverdienten Bad im Meer am Strand von Puerto Soller werdet ihr dann weinen :;)!

Karte: Ich habe die Route in Komoot abgespeichert. Ihr könnt sie dort sehen, sobald ihr Euch registriert habt.

Tips für Unterkünfte findet ihr in meinem Blog Zur Mandelblüte in Mallorca und Tips zur Finca-Suche


Panoramablick vom Pi de Rei Moro
Ich liebe diese Tour! Sie hat alles was ich bei einer Wanderung mag: Kletterstellen, Tiefblicke, Einsamkeit, Meerblick, Bergblick, Abenteuer und eine Bademöglichkeit im Meer!

Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen, wilden Wandertouren und beim Studieren der Wanderkarte entdeckte ich vor 2 Jahren einen kleinen Pfad, der abseits der bekannten Wege zum Meer und zur wilden Küste zwischen der Cala Tuent und Puerto Soller führt.

Als ich den Weg das erste Mal gemacht habe, gab es noch keine Markierung. Inzwischen ist er – ab und zu – mit einem schwarzen Punkt markiert.


Der Weg aus dem Kessel

Start ist Puerto Soller an der Westküste von Mallorca. Seit letztem Jahr führen mehrere Wanderwege von Puerto Soller Richtung Sa Figuera. Was ziemlich super ist, da man vorher immer die lange Teerstraße hoch und runter traben musste. Das erste Mal ist sie pittoresk, aber irgendwann wird sie dann doch langweilig. Mein Lieblings- "Zugang" führt allerdings trotzdem kurz auf der Teerstraße bis zum kleinen Weiler Sa Figuera, dort geht es links durch die Häuser (mit Wanderschildern Cala Tuent ausgeschildert) auf einen kleineren Weg. Dieser schlängelt sich durch Obstgärten und Olivenhaine den Berg hinauf. Der Pfad ist mit einem Pfeil gut ausgezeichnet. Ihr werdet einige Gatter passieren, bitte alle wieder richtig schließen, sonst entsteht ein Schafchaos, was die Einheimischen nicht so toll finden …

Der Weg kommt dann wieder auf die Teerstraße, bevor es am Sattel links (ausgezeichnet Cala Tuent) einen steilen, steinigen Weg hochgeht.



Bis zum Balitx d'Amunt ist die Orientierung problemlos

– ihr müsst nur den Schildern Richtung Cala Tuent folgen. Das alte Anwesen Balitx d'Amunt liegt auf einer Anhöhe. Von hier führt die Schotterstraße runter in einen Kessel. Dieser Straße müsst ihr bis zur ersten Möglichkeit einer Linksabbiegung folgen. Das heißt, es geht kurz runter, um dann wieder anzusteigen – so kann man das Privatgelände der Finca umrunden. Wieder auf dem Berg angekommen, kommt ihr an eine Kreuzung. Der erste Weg rechts vor dem Tor ist der Weg, den ihr nehmen solltet. Dieser führt unter einem Felsriegel entlang, zwischen ziemlich coolen Gesteinsformationen bis zu Tanca de Bous, einem kleinen Steinhaus auf einer Lichtung. Kurz nach dem Steinhaus zweigt ein kleiner Pfad, der durch Steinmännchen markiert ist, nach links oben ab. Diesem folgt ihr.

Ab hier wird die Orientierung schwierig und das Gelände anspruchsvoll.

In dem Tal, in das ihr gleich hinabsteigt, gibt es keinen Handyempfang, also bitte seid dementsprechend vorsichtig. Spätestens jetzt ist der Moment für die lange Hose gekommen, denn das Schneidgras wächst hier hüfthoch, was die Orientierung nicht ganz einfach macht. Also Augen auf und dem Pfad folgen.


Klicke auf die Fotostrecke um die Bildbeschreibung zu lesen:

Nach ein bisschen auf und ab wird der Weg immer felsiger, ihr müsst euch zwischen Steinen durchdrücken oder drüber klettern. Die erste große Belohnung kommt am Pi del Rei Moro: von hier hat man einen wundervollen Blick hinab ins Tal und bis hin zum Meer. Als ich die Tour zum ersten Mal machte, saß ich auf einem Stein und bewunderte die Aussicht und die Einsamkeit, als ich plötzlich Stimmen hörte – ich hatte bis dahin niemanden gesehen. Plötzlich kletterten vier ältere Männer aus einem Felskamin, und die waren genauso erstaunt mich zu sehen, wie ich sie „Oh … una sirena!“. Letztendlich gaben sie mir aber den Tipp, der für mich die Orientierung leichter gemacht hat:

„Schau da unten der Pass mit dem Baum, da muss Du rüber“.

Mit dieser Anweisung fühlte ich mich sicherer – mit dem Wissen, welche Richtung angepeilt werden muss, ist der Rest ja Pille-Palle … nur nicht bei dieser Tour … immer wieder gibt es Kletterstellen, und der Weg ist wirklich nicht leicht zu finden, da er sich im Zick Zack den Hang lang windet. Nach ca. 3h kommt man an die Schlüsselstelle: Die letzten paar Meter müssen über ein kleines Band über einem Felsabbruch nach unten geklettert werden. Nicht besonders schwierig, aber doch ausgesetzt. Ich war hier mal mit einer Freundin unterwegs, die gerade kneifen wollte, als eine Dame mit ihrem Hund an uns vorbeikam. Damit war klar: „Was der Hund kann, kann ich auch!“

Vom Kessel geht es hoch auf den Sattel mit dem besagten, orientierungsgebenden Baum. Von hier habt ihr dann endlich den Steilblick aufs Meer!

Auf der rechten Seite steht eine tolle Felswand mit Löchern und Ausbuchtungen, die bestimmt auch zum Klettern toll wäre …

Der Weg zurück geht nach links immer an der Steilküste weit über dem Meer entlang.

Ab und zu zweigen kleine Pfade ab, aber lasst Euch nicht nach oben locken, sondern steigt nach dem Sattel etwas ab, an der tollen Felswand vorbei und dann haltet Euch links immer (mehr oder weniger) auf einer Höhe. Auch hier solltet ihr immer schön auf Eure Füßchen achten, denn wer hier an der falschen Stelle stolpert, liegt schnell mal 150m tiefer im Meer.

Nach einiger Zeit seht ihr dann die vorgelagerte Insel Sa Illeta. Von dieser Stelle ist es nicht mehr weit bis ihr an ein Tor kommt, an dem ihr links über ein Gatter steigen könnt.


Von jetzt an ist die Wegfindung einfach und es gibt auch wieder Handyempfang: Das grösste Abenteuer ist (leider) vorbei! Die letzten 45 Minuten sind also Plaisir: Immer am Meer entlang durch eine schöne Siedlung an einem exponierten, alleinstehenden Felsen vorbei. Kurz vor Puerto Soller könnt ihr noch einen kleinen Abstecher zum alten Leuchtturm Torre Picada machen. Am Weg steht auf einer Mauer rechts „Torre“ hier könnt ihr über das Gatter steigen. Die 15 Minuten Umweg sind den Ausblick über die Steilküste auf jeden Fall wert.

Von dort sind es dann noch ca. 20 Minuten runter zum Hafen und zum langersehnten Strand.


Viel Spass beim Wandern!


Hier findet ihr weitere Wanderungen auf Mallorca:

Klettertour auf den 2. höchsten Gipfel der Insel - den Penyal de Migdia

https://www.wibkestravels.net/post/penyal-de-migdia

Meine Lieblingswanderung zur Cala Tuent

https://www.wibkestravels.net/post/2016/10/05/meine-lieblingswanderung-in-mallorca-von-puerto-soller-zur-cala-tuent