• Wibke

Die Besteigung des Penyal des Migdia in Mallorca


​​Der Penyal des Migdia thront wie eine uneinnehmbare Festung über dem Tal von Soller. Vom Westen her sieht man nur eine ca. 500m hohe, glatte Wand. Mit 1398m ist er, nach dem Puig Mayor, der im militärischen Sperrgebiet liegt, der höchste besteigbare Gipfel auf Mallorca. Ein mallorquinischer Bekannter hat mir schon vor einiger Zeit erzählt, dass man von der Bergspitze eine grandiose Aussicht hat. Migdia heißt so viel wie Mittag, da der Grat des Gipfels genau von Ost nach West verläuft und der Berg somit vom Tal aus wie eine riesige Sonnenuhr gesehen werden kann. Ich glaube, die Besteigung unseres Bekannten liegt auch schon ein paar Jahre zurück, denn er sagte uns, dass man über die Straße zum Gipfel des Puig Mayor schon fast bis zur Spitze hochfahren kann und dann nur noch eine halbe Stunde über Schotter zum Gipfel hochkraxeln muss. Die Straße ist heute – außer für das Militär – gesperrt und auch so steht die Wanderung in keinem geläufigen Wanderführer. Als ich dann endlich eine Beschreibung bei outdooractive.com gefunden habe, steht dabei, dass die Wanderung schwierig und bei Nebel absolut nicht zu empfehlen sei und auch nur so von März bis Oktober …

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Angeblich ist die Strecke nur 5,4km – mein Schrittzähler liegt allerdings eher bei 10km - 650 Höhenmeter hoch und runter und wird mit 4:30 Stunden angegeben – das kommt hin. Immerhin haben schon zwei Nutzer die Wanderung gemacht – Zeit, dass wir sie auch mal ausprobieren :;)!

Man parkt kurz vor dem 38km Stein von der MA10 zwischen Soller und Pollenca. Von dort führt ein breiter Fahrweg durch ein Tor links den Berg hinauf. Diesem folgen wir auch durch das zweite Tor hindurch, das links umgangen werden kann. Weiter geht es auf der Schotterstrasse an einer Quelle vorbei, bis wir einen Bergsattel (Coll des Cards Colers – 903m) überqueren. Auf der linken Seite steht ein Metallkreuz. Wir folgen der Schotterstraße noch ca. 400m bis rechts das Gelände neben dem Weg kurz flach wird, bevor es abfällt.

Hier fängt die Wanderung an einiges an Fantasie zu benötigen, denn rechts - im hohen Gras - führt der Weg nun an Steinmännchen vorbei, die Bergflanke hinauf. Grobe Orientierung: Die Radarkuppel des Puig Mayor. Unser Problem? Aufziehender Nebel! Letztendlich konnten wir uns von Steinmännchen zu Steinmännchen hangeln. Es geht immer weiter hoch und nach einer breiten Schotterhalde quert

der Weg kurz nach rechts und geht dann in ein bisschen Kletterei über, bevor man das Gipfelplateau erreicht. Unsere Sicht war gleich null und so blieb einer am Steinmännchen stehen, während der andere das nächste suchte. Die Kante zur westlichen Steilwand kam dann auch ein bisschen als eine Überraschung … der Wind war kalt, wir sahen nichts und den Weg zurück wollten wir auch lieber nicht noch einmal suchen. Glücklicherweise war ein Pärchen aus Berlin gleichzeitig mit uns losgelaufen und wir waren – wegen der schwierigen Verhältnisse – immer in Sichtweise geblieben. Hier oben wurden wir allerdings doch ziemlich anhänglich, da der Mann ein GPS Gerät hatte und wir – wie natürlich wie immer: nichts! Zusammen folgten wir der Steilkante nach links

(Richtung Puig Mayor, wenn man ihn sieht …), bald steigt der Grat noch einmal an und so gelangt man erst zu einem Mini Gipfelkreuz und ein bisschen weiter zu Steinwällen. der Grat ist ziemlich ausgesetzt was wir das erste Mal bei schlechten Wetter gar nicht so gesehen haben … Die Wolken rissen ab und zu auf und von hier hat man wirklich eine spektakuläre Sicht auf den Cuber bis hin zum Puig Roig, aber auch bis runter nach Soller. Riesige Vögel (wir hoffen mal, es waren keine Geier :;)!) sind auf gleicher Höhe zu uns durch die Wolken gesegelt. Rechts unten sieht man die Straße, von der unser Bekannter erzählt hat. Eine steile Schotterrinne führt zu ihr hinab – für mich bei weitem der unangenehmste Abschnitt. Kaum hatte ich einen Fuß auf die Straße gesetzt, kreuzte auch schon ein Militärwagen auf, der wissen wollte, wohin wir gehen. Da sich der

Wanderweg an der nächsten Linkskurve schon wieder weiter steil den Abhang rechts herunter windet, waren die Soldaten zufrieden und wir durften weitergehen. Ein letztes freundliches Winken in die Überwachungskameras und dann folgten wir dem Schotterweg am Zaun entlang, bis man unter ihm hindurch schlupfen kann um weiter runter ins Tal zu laufen. Ab hier ist der Weg gut zu sehen. Allerdings sollte man auch hier unbedingt aufmerksam bleiben, denn der Weg ist steil und sehr schotterig. Der Taleinschnitt führt hinab zur MA10 und zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Auf dem Weg kommt man noch an einigen Schneehäusern vorbei und es gab noch eine Kletterstelle, bevor der Weg durch den Wald zu unserem Auto führte.

Fazit: Toller Weg, den ich inzwischen auch bei schönem Wetter gemacht habe. Nur empfehlenswert für absolut trittsichere, schwindelfreie Wanderer bei schönem Wetter– ansonsten kann die Sache wirklich haarig werden.

Die genaue Beschreibung findest Du auf Komoot:

Quelle Komoot

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