• Wibke

Ruanda 5 Wanderung zum Kratersee des Vulkan Bisoke

Aktualisiert: 11. März

KURZINFO

♡-Faktor: ♡♡♡♡♡♡

Blick auf den Kratersee des Vulkan Bisoke

Start & Ende: Parkplatz für die Wanderung zur Grabstätte von Dian Fossey

Länge: 6 km

Ungefähre Gehzeit: 4h

Höhenmeter: 750 hoch und runter

Anforderung: Hart

Tipp: In der Regenzeit gleicht die Wanderung einer Schlammschlacht. Mein Guide hate Gummistiefel an.

Wer Angst vor Ausrutschen und Hinfallen hat, sollte diese Wanderung nicht machen.

Beste Wanderzeit: In der Trockenzeit: Dezember-Februar und Juni bis September

Karte:

Ich habe die Route in Komoot gespeichert. Du kannst sie sehen, sobald Du dich eingeloggt haben.

Einkehr:

Am Startpunkt der Wanderung gibt es ein kleines Café.

Wanderführer:

Auf visitrwanda.com gibt es eine Auswahl von Wanderungen. In Nationalparks sind diese nur mit Führer möglich.

https://www.visitrwanda.com/wp-content/uploads/2020/08/Rwanda_Hiking_Guide.pdf

Felicien ist "Head-Guide" im Vulkan NP

Diese Wanderung ist innerhalb des Volcanoes National Park und deshalb nur mit Guide möglich. Momentan braucht man einen aktuellen PCR-Test-

Die Tour kann man eigentlich über jede Lodge organisieren. Zum Beispiel auch über Red Rocks


Jeder der nach Ruanda reist, möchte Gorillas sehen. Leider kein günstiges Vergnügen den ein einstündiger Verwandtschaftsbesuch kostet schlappe 1.500€. Was im Prinzip ok ist da es der Erhaltung und im Fall des Vulkan National Park sogar der Erweiterung zu gute kommt. Allerdings hat nicht jeder so ein prall gefüllten Reisegeldbeutel. Eine Option mit Glücksspiel ist eine Wanderung im Park. Hierfür braucht man zwar ein Permit (und momentan einen aktuellen PCR-Test) was mit 75€ aber erschwinglich ist und in der Trockenzeit kann man, mit etwas Glück, einen kurzen Blick auf die stark bedrohten Primaten erhaschen. Fotos und Verweilen sind dann nicht erlaubt.

Im Vulkan National Park – also auf der ruandischen Seite liegen fünf der acht Virunga-Vulkane: Bisoke 3.711, Gahinga 3.474 , Karisimbi 4.507, Muhabura und Sabinyo 3.645.. In coronafreien Zeiten kann man von hier auch die Berge in Uganda und in friedlichen Zeiten die der Demokratischen Republik Kongo besteigen.


Das Ziel meiner Wanderung ist der Vulkan Bisoke 3.711m.

Die 6 km sind in der Regenzeit im Schlamm, am steilen Berghang ein wahres Abenteuer. Der Profi trägt Gummistiefel … ich sah danach aus wie ein paniertes Schnitzel …

Der nette Herr in Uniform Felicien war übrigens mein Führer, der nicht weniger als der "Head-Guide" im Vulkan NP ist. Er stand - per Walkie-Talkie - im ständigen Kontakt mit allen Gruppen, die im Park unterwegs waren - wenigstens einer der weiss wo all die Gorillas gerade sind :;)!


Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten:

Der Start meiner Wanderung ist ein Parkplatz, der sich gegenüber von einem kleinen Café auf 2.800 m befindet.

Dieser kann nur über eine Holperstrecke mit einem Jeep erreicht werden. Schon bei der Anfahrt sehe ich pittoreske Chrysanthemen-Felder, die weiß vor den Silhouetten der Vulkane blühen. Die Blumen werden später als Insektenspray verarbeitet. Auf dem ersten Kilometer geht es mäßig bergauf Richtung der steiler Vulkanflanke des Bisoke. Der gleiche Weg führt auch zum Karisoke-Forschungszentrum und dem Grab von Dian Fossey.


An einer Weggabelung warten sechs bis an die Zähne bewaffnete Soldaten auf uns.

„Vor was sollen sie uns beschützen?“

frage ich Felicien etwas erstaunt. Er antwortet mir, wenig überzeugend, dass sie uns vor Wasserbüffel verteidigen sollen. Eher wahrscheinlich scheint mir der Schutz vor Rebellen vom grenznahen Kongo, aber da ich mich nicht unsicher fühle, ist es mir im Prinzip auch egal. Allerdings finde ich es etwas seltsam als einzige Touristin mit so einer grossen Entourage loszuziehen, denn noch ein weiterer Mann, ebenfalls in Armee Uniform, läuft sehr dicht hinter mir. Seine Aufgabe ist es offensichtlich mich bei jedem Schritt zu unterstützen. Schon nach kurzer Zeit muss ich ihn bitten mir ein bisschen mehr Platz zu geben. Denn sobald ich nur ein bisschen ausrutsche, was bei dem schlammigen Boden andauernd passiert, versucht er mich zu stützen. … was mich eher aus dem Tritt bringt als mich als mir hilft. In einem Blog von einem anderen Reisenden lese ich allerdings dass er den Aufstieg ohne diesen Helfer nicht geschafft hätte …


Nachdem die Verhältnisse und unser Schutz geklärt sind 😉, halten wir uns rechts und steigen den immer steiler werdenden Vulkan hinauf. Die Ackerfläche weicht einem dichten tiefen Dschungel mit uralten, hohen und farnbewachsenen Bäumen. Leider wird der Weg auch immer schlammiger. Während Felicien locker mit seinen Gummistiefeln durch den Prabbel stapft, kann

ich kann meine ehemals weißen Jogging Schuhe unter all den Matsch nicht mehr erkennen.
Wanderung zum Vulkan Bisoke

Der Aufstieg zum 3711 m hohen Kraterrand ist - durch die Weg Verhältnisse - nicht unanstrengend.

Oft mache ich einen Schritt und rutsche einen halben wieder zurück. Obwohl der Aufstieg nur knapp 3 km lang ist, überwindet er doch 750 Höhenmeter und ist dementsprechend anspruchsvoll.

Nach kurzer Zeit hat mein Gesicht die Farbe meines Hemds angenommen: Pink!

Den letzten Kilometer ändert sich die Vegetation noch einmal: die hohen Bäume verschwinden dafür strecken sich mannshohe Riesen-Lobelien in den Himmel. Wir haben Glück: obwohl das Wetter eigentlich regnerisch aussieht, reißt der Himmel auf als wir am Vulkankrater ankommen und gibt den Blick auf den tieferliegenden See frei. Der höchste Punkt des Gipfels liegt genau auf der gegenüberliegenden Seite und damit schon im Nachbarland Kongo. Als ich Felicien frage, ob ich rüber laufen kann, sagt er ein eindeutiges „Nein“. Mit einem Blick auf die Soldaten verstehe ich, dass das hier wohl so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz ist.

Der Abstieg führt auf dem gleichen Weg zurück und ist nur deutlich anspruchsvoller – ich rutsche mehr auf dem Hosenboden Runterrutsche als dass ich auf meinen Füßen laufe.


AUTORENTIP

Mach diese Wanderung nur wenn du keine Angst vom hinfallen hast. Selbst in der Trockenzeit können die Wege matschig sein.

Gorillas im Vulkan Nationalpark Ruanda

GORILLAS & WANDER PERMITS

Da die meisten Besucher unbedingt Gorillas sehen wollen, empfiehlt es sich das Permit weit im Voraus zu besuchen. Wer keine Pauschal Reise gebucht hat kann das über die Seite IREMBO machen, die ehrlich gesagt, aber etwas unübersichtlich ist.

Hier kann mann auch verschiedene Wanderungen zu den Vulkanen, dem Grab von Dian Fossey und ein Besuch bei den Goldmeerkatzen buchen - mit 100$ sozusagen ein Schnäppchen …

Auch heute noch gelten strenge Regeln beim Besuch: Jeder Besucher braucht einen aktuellen PCR Test, es gilt ein strikter Mindestabstand von 2 Metern und die Masken dürfen keine Sekunde – auch nicht für das noch so schnelle Selfie – abgesetzt werden.


INFO

Einen sehr guten Überblick über das Land, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten gibt es (in englischer Sprache) – auf www.visitrwanda.com

Ruanda ist eines der sichersten Länder Afrikas. Auch Frauen können hier problemlos alleine reisen.

Die Straßen zu den touristischen Zielen sind gut ausgebaut, so dass man das Land auch als Selbstfahrer erkunden kann. Mietwagen gibt es ab ca. 500 Euro die Woche beispielsweise bei www.economycarrentals.com

Auch das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut.


ANREISE

Die beste Verbindung ab Frankfurt bietet momentan Brussels Airlines mit Zwischenstopp in Brüssel. Preise je nach Saison ab 420 Euro.

www.brusselsairlines.com

Jeep vor der Kulisse des Vulkan Nationalparks

EINREISE

Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das Visum kann man direkt bei der Einreise am Flughafen von Kigali für 50$ erwerben.

Alle geimpften Reisenden, die in Ruanda ankommen, müssen trotzdem ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen, das bei Abflug nicht älter als 72 Stunden ist. Ein zweiter PCR-Test wird bei der Ankunft durchgeführt, die Ergebnisse werden spätestens nach 24 Stunden geliefert. In dieser Zeit müssen die Reisenden im gebuchten Hotel in Selbst-Isolation.

Da die meisten Flüge Abends ankommen, sind die Testergebnisse in der Regel bereits am nächsten Morgen verfügbar. PAUSCHAL Colibri Travel bietet eine 11-tägige Pauschalreise. Mehr Infos unter www.colibri-travel.de. Auf der Webseite von Enchanting Travel kann man sich seine Traumreise aus verschiedenen Blöcken zusammenstellen. www.enchantingtravels.com/de. Unterkunft:

Direkt in Musanze, dem Ausgangsort für den Gorilla-Besuch gibt es für Abenteurer eine günstige Option: Die Safari Zelte von Red Rocks kosten Pro Person 25€ inklusive Frühstück. Hier kann man auch andere Touren in den nahe gelegenen Vulcanos National Park buchen. www.redrocksrwanda.com