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48 Verona mit Opernbesuch – Eine Stadt zum Verlieben


Weltberühmt wurde die italienische Stadt Verona durch den englischen Dichter William Shakespeare, der hier die Tragödie um das romantische Paar Romeo und Julia ansiedelte. Er selbst hat die Stadt nie besucht, sonst hätte er sich wohl ein versöhnlicheres Ende für sein Theaterstück einfallen lassen …

Neben dem Romeo und Julia Mythos, der wunderschönen Altstadt mit prachtvollen Palästen, lebhaften Plätzen, dem italienischen Essen und Dolce Vita locken im Sommer auch die berühmten Opernfestspiele – die in der römischen Arena alljährlich unter freiem Himmel stattfinden.

Freitag 13:00 Uhr

Verona ist kompakt, öffentliche Busse fahren regelmässig und auch die Taxen sind auf der Kurzstrecke erschwinglich. Die letzten Meter bis zum Hotel, dem „Relais de Charme Il Sogno di Giulietta“, müssen Sie zu Fuss zurücklegen, da es sich mitten in der Fussgängerzone der Stadt befindet. Haben Sie ein wenig Geduld mit den vielen Touristen, die sich im Vorhof Ihres Hotels herumdrücken: Sie befinden sich im berühmten Innenhof des Hauses von Julia. Hier soll sich der Beginn der tragischen Liebesgeschichte abgespielt haben. Die pompös gestalteten Suiten mit direktem Blick auf den berühmten Balkon sind zwar teuer, aber die Sicht gigantisch, das Zimmer komfortabel und das Bad wartet mit einem Jacuzzi auf. Die Verlockung, es sich hier erst einmal bequem zu machen, ist somit verständlich. Aber los geht’s! Direkt vor der Haustür warten die Versuchungen Italiens.

14:30

Nach der langen Anreise ist ein Rundgang durch die Stadt genau das Richtige, um sich die Beine zu vertreten. Gleich um die Ecke des Hotels befindet sich mit der lebhaften „Piazza dell'Erbe“ einer der malerischsten Plätze Italiens. Hier findet von Montag bis Samstag ein Tagesmarkt statt, auf dem man Gemüse, Pflanzen und Blumen, aber auch Souvenirs und Geschenkartikel erstehen kann. Schon zu Römerzeiten war hier auf diesem Platz der Stadtmittelpunkt. das Forum Romanum. Den langgestreckten Platz säumen viele schöne, reichverzierte Paläste aus verschiedenen Epochen. Besonders imposant ist der barocke Maffeipalast, vor dem sich die älteste Stadtuhr Veronas aus dem Jahre 1370 erhebt.

Durch den „Arco della Costa“ gelangt man auf die „Piazza dei Signori“, das frühere Machtzentrum der Stadt. Hier fand vor allem in der Skaliger-Zeit das politische und administrative Leben statt. Das Café Dante ist das älteste Café der Stadt – der perfekte Platz für einen Espresso und zum Beobachten des Treibens.

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17:00

Der 1172 errichtete „Torre dei Lamberti“ dominiert das Stadtbild Veronas.

Der spektakuläre Panoramablick aus luftigen 84 Metern über den Dächern macht den schweisstreibenden Anstieg schnell vergessen …

Von hier sind es nur ein paar Meter zur Kirche „S. Maria Antica“, neben der sich die monumentalen, gotischen Gräber der Skaliger befinden. Das Grabmal des „Cangrande“ (Can Grande, italienisch für Großer Hund) ist mit den von Hundeköpfen verzierten Rüstungen von Pferd und Reiter besonders auffällig.

18:30

Wen die Füsse noch nicht allzu sehr schmerzen, der kann sich auf den wunderschönen Abendspaziergang am Fluss Etsch entlang begeben, über die „Ponte Pietra“ zum „Castello San Pietro“. Fußgeplagte steigen ins Taxi. Das Castello an sich kann nicht besichtigt werden, aber vom Vorplatz aus hat man bei Sonnenuntergang einen wunderschönen Blick über die Stadt und das hügelige Umland. Der Garten und die Terrasse des Restaurants „Re Teodorico“ ist ein entspannter Ort, um sich einen Aperitif mit Blick über die Stadt zu gönnen.

20:00

Von hier führen einige Stufen den Hügel hinab am römischen Theater vorbei zurück in die Stadt. Natürlich haben Sie einen Tisch in der „Antica Bottega del Vino“ reserviert, und so können Sie Ihren Abend ganz entspannt bei vorzüglichem Essen und Wein ausklingen lassen … die einzige Herausforderung dürfte darin bestehen, in der buchdicken Weinkarte den für Sie passenden Wein zu finden.

Samstag 8:30 Uhr

In ihrem Hotel wird das Frühstück auf dem Zimmer serviert. Sie nutzen ganz entspannt den Heimvorteil des Hotels und sind die Ersten, die das aus dem 13. Jahrhundert stammende Haus von Julias Familie besuchen. Frühstücken lässt sich auch noch danach. Im Innenhof soll Romeo der auf dem Balkon stehenden Julia seine Liebe gestanden haben. Heute schmachten sich unzählige Touristen und Liebespaare an gleicher Stelle an, oder greifen (als Glücksbringer) an Julias Bronzestatuen-Brust.

10:00 Uhr

Wenn Sie die Via Capello nach Osten schlendern, geht diese in die Via Leoni über. Hier stehen die Überreste des römischen Stadttors „Porta Leoni“, das einst Teil der Stadtmauer war. Am Ufer des Flusses Etsch errichtete das Veroneser Volk im 5. Jahrhundert die Kirche „San Fermo“ zu Ehren der beiden Heiligen Fermo und Rustico. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde ein gotischer Aufbau über dem romanischen Grundgebäude errichtet, so dass „San Fermo“ eigentlich aus zwei Kirchen besteht. Beide sind mit herrlichen, sehenswerten Fresken geschmückt. Nach dem Besuch lassen Sie sich gemütlich durch die kleinen Gassen in Richtung des „Piazza Bra“ treiben. Hier thront die Arena, das berühmteste Wahrzeichen der Stadt.

13:00

Die drittgrösste römische Arena, die im 1. Jahrhundert nach Christus erbaut wurde, war einst Schauplatz blutiger Gladiatorenkämpfe. Anlässlich des 100. Geburtstages von Giuseppe Verdi wurde am 10. August 1913 mit der Aida erstmals eine Oper im inzwischen berühmtesten „Opernhaus“ unter freiem Himmel aufgeführt – die Opernfestspiele waren geboren. Da Sie die Arena heute Nacht bei der Aufführung in voller Beleuchtung, live und in Farbe sehen, machen Sie es sich nach einem Rundgang über den Platz in einem der vielen Cafés und Restaurants gemütlich: sehen und gesehen werden ist hier das Motto!

14:30

Auf der anderen Seite der Stadthalbinsel befindet sich das im Jahre 1357 erbaute Castelvecchio. Von den Wehrgängen haben Sie nicht nur einen schönen Blick über die Stadt und den Fluss Etsch, auch das Civico Museo d'Arte mit seinen wertvollen Gemälden Veroneser Künstler des 12-18 Jahrhunderts ist einen Besuch wert. Nehmen sie den Rückweg zum Hotel über die Via Giuseppe Mazzini, der Flaniermeile Veronas. In der knallbunten „Gelateria Patagonia“ können sie unter anderem zwischen den Eissorten „Baci (Kuss) di Romeo“ und „Baci di Giulietta“ wählen. Um gut ausgeruht und schick für den grossen Abend zu sein, entspannen Sie sich in Ihrem Hotel, bevor sie den Abend mit einem frühen Essen einläuten.

19.00

In der ganz in grün-weiß gehaltenen "Trattoria al Pompiere" gibt es großartige lokale Küche und hervorragende Weine. Wer es eiliger hat, dem schneidet und serviert der Maestro höchstpersönlich die verschiedenen Schinken- und Käsesorten mit selbstgebackenem Brot – ein Gedicht!

​​20:00 Uhr

Das grosse Spektakel kann beginnen: Die Tore zur Arena öffnen sich, und über einige Stufen erreichen sie das mächtige Innere – die 44 Stufenreihen bieten Platz für 22.000 Zuschauer. Die meisten Opernbesucher nehmen nach wie vor auf den Steinstufen Platz. Hier, auf den günstigeren Plätzen der "Seconda Gradinata", ist die Stimmung am besten. Sobald es dunkel wird, werden die vorher verteilten Kerzen entzündet – tausende Lichter glitzern in der Nacht. In Kombination mit den prachtvollen Kostümen, der gigantischen Kulisse, dem Chor, der Sänger und dem Orchester– ein grandioser Anblick!

Sonntag 9:00 Uhr

Ein etwa 10-minütiger Spaziergang entlang der Etsch führt sie zur Basilika San Zeno. Auf dem Vorplatz findet am ersten Sonntag im Monat von 9 bis 18 Uhr der Antiquitätenmarkt „ArtAntique” statt. Über 250 Aussteller verkaufen Kunst und Antiquitäten, Nippes und Möbel. Sobald der Gottesdienst beendet ist, können Sie die Basilika aus dem 12. Jahrhundert besichtigen – eine der schönsten romanischen Kirchen Norditaliens.

12:00

Die Osteria Abazia an der Ecke des Platzes bietet vor dem Abreise ein letztes Mal italienisches Dolce Vita – bei leckerem Essen unter dem Sonnenschirm mit perfektem Blick über das Geschehen … Und? Haben Sie sich auch in Verona verliebt?

Weitere Auskünfte:

www.tourism.verona.it/de (englisch und deutsch)

www.arena.it/arena/de/ Webseite für Opernkarten in der weltberühmten Arena von Verona

VeronaCard:

Die VeronaCard gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen in den meisten Sehenswürdigkeiten und einigen Hotels zu kaufen: entweder für 18 Euro, gültig für 24 Stunden, oder aber für 22 Euro, mit Gültigkeit für 48 Stunden, ab erster Verwendung.

www.turismoverona.eu

Anreise:

Lufthansa fliegt ab 200 Euro mehrmals täglich direkt von Frankfurt nach Verona.

Die Bahn fährt zwei Mal täglich in knapp 10 Stunden von Heidelberg, mit nur einmal umsteigen in München, nach Verona. Mit dem Europa-Spezial Ticket kostet eine Strecke (je nach Verfügbarkeit) 39 Euro.

Schlafen:

Der Traum jedes Romantikers wird im Relais de Charme Il Sogno di Giulietta erfüllt. Hier können Sie in den Suiten (Il Mondo, Il Pensiero, Il Sentiero, Il Cuore, Il Germoglio) direkt mit Blick auf Julias Balkon schlafen. Tagsüber wimmelt es hier natürlich von Touristen, aber ab 19:30 ist der Hof den Hotelgästen vorbehalten. www.sognodigiulietta.de, Via Cappello 23 - Cortile di Giulietta, Tel. +39 045 8009932, e-mail: booking@sognodigiulietta.it

Zimmer ohne Blick auf den Hof gibt es ab 140€, die Suiten zum Innenhof ausgerichtet kosten ab 350€ aufwärts.

Wem Hotels in der Innenstadt zu trubelig und laut sind, für den ist das B&B Borgo Re Teodorico eine wundervolle Alternative. Es liegt an der Nordseite der Stadt über dem Fluss an einem Hügel. Das einzige Zimmer ist wunderbar ruhig in einem Garten gelegen. Doppelzimmer incl. Frühstück ab 70€, Via Cigno 7; Telefon:+39 349 249 1187 oder über booking.com

Essen:

Die Antica Bottega del Vino gehört zu den besten Restaurants und Weinkellern in Italien. Sie wurde 1890 gegründet und war seit jeher Künstlertreffpunkt. Heute besticht sie durch gehobene italienische Küche und eine exzellente Weinauswahl. Unbedingt reservieren! www.bottegavini.it; Via Scudo di Francia, 3, +39 045 8004535; info@anticabottegadelvino.net

Von der Terrasse des Re Teodorico direkt neben dem Castel San Pietro, hat man zum Sonnenuntergang eine wunderschöne Sicht über die Stadt. Die Fisch- und Fleischgerichte werden mit viel Raffinesse zubereitet. ​​www.teodoricore.com; Tel. +39 045 8349903; P.le Castel S. Pietro 1, info@teodoricore.com

Einkaufen:

Mein Lieblingsladen in Verona ist der Archè Store. hier gibt es allerhand an Kunst und Kuriosen liebevoll zusammen gestellt. Via Sant' Anastasia 45, Tel: +39 045 9231416. Geöffnet von 9:30-12:30 und von 15:00-19:00 Uhr.

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