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  • Der „Adler“- Klettersteig an der Paganella und alte Sentiro Brentari in den Brenta Dolomiten

    Der Adler-Klettersteig (Via Ferrata delle Aquile an der Paganella) und der alte Sentiro Brentari in den Brenta Dolomiten sind zwei Klettersteige in Norditalien, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Hier erfährst du warum. Weisst Du, was die drei häufigsten Lügen von Bergführern sind?“ fragt Christina, eine lustige Mittzwanzigerin aus Österreich, ihre Freundin Jeannine. „1. Du machst das super. 2. Wir sind gleich da. Und 3. Ich habe keine Freundin.“ Es dauert etwa zwei Stunden, bis Jeannine tatsächlich den ersten Spruch von Roberto, Bergführer des DAV Summit Clubs, hört. In diesem Fall aber ist es gar keine Lüge: als plötzlich die Wolkendecke aufreisst und zum ersten Mal den Blick bis tief ins Tal freigibt, schluckt sie zwar etwas befangen, hangelt sich danach aber tapfer weiter am Stahlseil entlang. Bis jetzt war der Gruppe gar nicht klar gewesen, wie viel Luft sie tatsächlich unter den Sohlen haben. Jeannine begeht heute ihren ersten Klettersteig und bei der Ausgesetztheit des „Adler“-steigs und atemberaubenden Ausblicken kann einem durchaus mal die Spucke wegbleiben. Luca d'Angelo vom Trentino Marketing möchte, dass sich die Klettersteig-Ggeher hier wie Adler hoch oben in den Dolomiten fühlen. Gut nachzuvollziehen, wie die Via Ferrata den Namen bekam: Sie schmiegt sich an die 1000 Meter hohe, senkrechte Felswand.Den gleichen Blick wie die majestätischen Vögel hat man also – allerdings ist es nicht ganz so einsam, wie es ein Adler vermutlich gerne hätte. Der 2016 eröffnete Klettersteig Via Ferrata delle Aquile wurde in der letzten Saison bereits von 8.000 Menschen begangen. An schönen Wochenenden drängeln sich hier schon mal 500 Klettersteig-Begeisterte auf der 3,5 km langen Stahlseilstrecke. Verständlich - hier wird all das geboten, was einen modernen Klettersteig ausmacht. Gute Absicherung, atemberaubende Ausblicke und ein sehr bequemer Zustieg. Von Andalo aus bringt ein Sessellift die Besucher direkt zur Bergstation Rifugio La Roda (2108 m). Wo im Winter Skifahrer abfahren, brettern im Sommer Mountainbiker steil den Berg hinab. Der Paganella Sessellift soll auch ausserhalb der Skisaison genutzt werden, und so hat sich das ganze Gebiet zu einem riesigen Abenteuerspielplatz für Mountainbiker, Wanderer, Kletterer und eben auch Klettersteig-Geher entwickelt. Roberto rüstet am Einstieg seine Gruppe mit Helm, Gurt und Klettersteigset aus. Am Anfang gleicht der „Adlersteig“ einem schmalen Wanderweg mit Drahtseil. Eingebettet in die Wolken erstreckt sich die Sicht maximal über 100 Meter. Nach einer grossen Höhle werden die Tritte aber schmaler und Jeannines Griff am Seil wirkt deutlich verkrampfter. Just in diesem Moment reissen die Wolken auf und eröffnen einen spektakulären Blick hinunter ins Tal, auf die Trentiner Seen bis hin zum Gardasee und zu den Türmen der Brenta … und auf die senkrechte Wand direkt unter ihren Füssen. Bei den steilen Auf-und Abstiegen nimmt Roberto Jeannine zusätzlich zur Sicherung am Stahlseil noch an ein kurzes Seil, so dass sie auch hier nicht bis zur nächsten Sicherung stürzen kann. „Du machst das super“ redet er ihr gut zu. Christina grinst. Der Klettersteig bietet unzählige spektakuläre Fotomotive. Höhepunkt sind die zwei Seilbrücken, die über tiefe Einschnitte führen. Die Tritte haben die Form eines Fussabdrucks und darunter – tiefer Abgrund. Wer fotografiert wird, darf natürlich keine Angst zeigen und so bewältigt Jeannine auch diese Aufgabe anstandslos. Am Ausstieg ist sie erleichtert und überglücklich, ihren ersten Klettersteig gemeistert zu haben. Allerdings gibt sie zu bedenken, dass sie es ohne einen Bergführer nicht geschafft hätte. Auch Roberto meint, dass man als Klettersteig-Anfänger erst mal mit einer leichteren Tour starten sollte. „DieVia Ferrata delle Aquile wird mit dem Schwierigkeitsgrad mit C/D, also „schwierig“, bewertet. Vor allem die Ausgesetztheit sollte man nicht unterschätzten – hier muss man komplett schwindelfrei sein.“ Hat man den Klettersteig geschafft, lockt an der Bergstation Rifugio La Roda auf der grossen Aussichtsterasse Wein aus dem hütteneigenen Weinkeller und Essen a la Carte. Ganz anders als die so perfekt erschlossene Paganella, präsentieren sich die Brenta Dolomiten. Auf der Pedrotti Hütte gibt es keinen gut gekühlten Wein, sondern einen selbstgebrannten Latschenkieferschnaps, der vom Hüttenwirt Franco Nicolini persönlich ausgeschenkt wird. Der Mann ist eine Legende: In nur 60 Tagen hat er alle 4.000er der Alpen bestiegen, immerhin 82 an der Zahl. Der Ruhm ist ihm nicht zu Kopf gestiegen - abends sitzt er mit seinen Gästen zusammen, plaudert und gibt Tips zu seinem Heimrevier. Einer seiner Lieblingsklettersteige ist der bereits 1932 eröffnete Sentiero Brentari - er ist einer der ältesten Via Ferratas in diesem Gebiet. Schon die Anfahrt mit dem Ruf-Jeep aus Molveno durch das Ambiez Tal ist ein Abenteuer. Eine schmale Schotterpiste führt durch einen engen Felsklamm hinauf zur Caciatore Hütte. Ab hier gibt es keine Gondel, sondern nur die eigenen Füsse, die einen 800 Höhenmeter weiter oben – an der Agostini Hütte vorbei – zum Einstieg bringen. Das hochalpine Ambiente ist beeindruckend. Steile Felswände bilden eine Arena um das immer enger werdende Tal. Wie Ameisen fühlt sich der Mensch in dieser Kulisse. Neben der Agostini Hütte liegt ein riesiger Fels, der eines Nachts den Berg herunter krachte; wie durch ein Wunder kam er kurz vor der vollbesetzten Hütte zum Halt. Hier präsentiert sich die Natur eben noch unbezwungen. Jeaninne sucht die Felswände nach dem Klettersteig ab. Alles sieht sehr senkrecht und unmachbar aus. Roberto versucht, sie mit dem Bergführerspruch Nummer 2 „Wir sind gleich da“, bei der Stange zu halten. Die technisch schwierigste Herausforderung ist das Queren des Ambiez Gletscher bis hin zur ersten Leiter. Zwar gibt es ein Fixseil, das sichert aber nur den letzten Teil ab. Die Felsleitern bringen den Bergsteiger in eine andere Welt. Bizarre Felsformationen und der Tiefblick hinab auf den Gletscher und die tieferliegende Agostini Hütte vermitteln das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu sein. Nur noch ganz weit entfernt kann man das Grün des Tals erahnen, ansonsten dominieren die Farben Grau und Blau. Ein schmales Felsband führt entlang der Bergflanke des Cima Tosa - mit 3173 der höchste Berg der Brenta Gruppe – bevor sich der Höhepunkt dieses Klettersteigs zeigt: Die Rundumsicht von der Sella della Tosa, die selbst erfahrenen Alpinisten den Atem raubt. Eine gigantische Steinkulisse aus schroffem Fels. Am markantesten erhebt sich der alleinstehende Turm Campanile Basso (2.883 m) aus dem majestätischen Ensemble. Für den Hüttenwirt Franco Nicolini, der bergmässig ja eigentlich schon Alles gesehen hat, gehört das immer noch zu den schönsten Stellen in den Alpen. Jeannine nippt überglücklich an Ihrem Latschenkieferschnaps und kann sich dann aber doch eine Frage an Roberto nicht verkneifen „Sag mal, hast Du eine Freundin?“ Roberto schaut sie etwas verwirrt an und antwortet, dass er seit fünf Jahren verheiratet ist. So kann die heile Bergwelt dann doch nicht alle Klischees erfüllen …Meistens kommt es doch ganz anders, als man plant/denkt … Mehr Fotos und den Link, wo du diese beiden Touren buchen kannst findest du auf meinem 2. Blog zu diesem Thema: https://www.wibkestravels.net/klettersteige_trentino

  • Aktiv-Wochenende im Elsass und der Pfalz

    Ein Wochenende und noch nichts vor? Ab ins Elsass - dort warten alte Burgen, Kletterfelsen, gemütliche Biergärten und Wanderwege. Was kannst Du alles an einem Wochenende im Elsaß machen? Hier meine Tips: Baden im See Burg Berwartstein, 4 Burgen-Wanderung, Klettern am Windstein und ein Besuch vom Gimbelhof und Wissembourg darf natürlich auch nicht fehlen. Hier alle Info! Zum Wahrscheinlich letzten schönen, heissen Wochenende gibt es einen coolen Tip für das Elssass und die Pfalz. Freitag 13:00 Uhr Erlenbach bei Dahn Der See bei Erlenbach direkt unter der Burg Berwartstein ist nicht hellblau und glasklar, sondern braun, nicht überfüllt und wunderbar kühl. Ein optimaler Startpunkt in das Wochenende … Der Eintritt ist umsonst und am Kiosk gibt es leckeren Kaffe, hausgemachte Kuchen, Pommes und Bier - was will man mehr. Bei der Hitze bleiben Sie am besten erst Mal ein bisschen im Schatten liegen bis es etwas abgekühlt hat … Freitag 16:00 Burg Berwartstein Eine Ritterburg, wie aus dem Bilderbuch. Hier kann man auch in der Kurfürstensuite, oder im Barbarossa Turm übernachten. Wer will kann auch einem richtigen Rittermahl teilnehmen. Mit Giftbecher, Fackeln und Gauklern … Adresse: Berwartstein, 76891 Erlenbach, Telefon 06398 210, www.burgberwartstein.de Freitag 19:00 Uhr Gimbelhof Nur 11km weiter - aber schon in Frankreich - befindet sich Mitten im tiefsten Wald eine idyllische Anhöhe mit grünen Wiesen, Kühen, Burgen und einem wunderschönen Biergarten bei dem man auch übernachten kann. Gimbelhof: 67510 Lembach (F), Telefon +33 (03 88) 94 4358, www.gimbelhof.com Samstag 9:00 Uhr Heute starten wir relativ früh - bevor es zu heiss wird zu der 9,2 km langen "4 Burgen-Wanderung" Vom Gimbelhof bietet sich eine schöne Aussicht auf die Burgruine Fleckenstein. Man läuft nun durch einen Buchenwald und folgt dabei der rot-weiss-roten Markierung. Beim Forsthaus Fleckenstein tritt man wieder aus dem Wald heraus, hier sollte man einen kurzen Abstecher zur gleichnamigen Burgruine machen und sich auch das Museum anschauen. Am Forsthaus wendet sich der Weg nach rechts in den Wald und nach wenigen Metern wird der mächtige Felsenrücken des Langenfels erreicht. Von nun an ist die Tour nun mit dem Symbol „Felsenland Sagenweg“ markiert und steigt zunächst steil entlang der Felskante bergan. Oben angekommen eröffnen sich an verschiedenen Stellen schöne Ausblicke zum Gimbelhof und in das französische Grenzland. Nach einiger Zeit erreicht man eine Wegespinne am Schlossberg. Dort hält man sich halb rechts, zunächst flach, dann weiter ansteigend in Richtung der im 12. Jahrhundert erstmals erwähnten Burgruine Loewenstein. Über eine Treppe lässt sich die Ruine erklimmen, von der nur noch wenige Reste erhalten sind. Oben angekommen lässt sich eine phantastische Aussicht genießen. Weiter geht es nun zur benachbarten Hohenbourg, die nach nur 5 Minuten erreicht wird. Die noch besser erhaltene Anlage glänzt mit einematemberaubenden 360-Grad-Panorama. Nach einem kurzen Abstieg überschreitet man schon bald die Staatsgrenze und steigt nun zum letzten Mal noch einmal kurz bergan. Auf 570 Metern Höhe trifft man auf die Ende des 12. Jahrhunderts als Reichsburg errichtete Wegelnburg, die als höchstgelegene Burganlage in der Pfalz gilt. Oben angekommen hat man einen herrlichen Ausblick auf Nothweiler und den südlichen Pfälzerwald. Von nun an geht es durch den Wald (Symbol Felsenland Sagenweg) hinunter nach Nothweiler. Im Ort angekommen biegt man nach rechts ab und läuft auf der Fahrstraße zum Wanderparkplatz. Vom Wanderparkplatz aus übertritt man wieder unmittelbar die Staatsgrenze nach Frankreich und läuft auf der asphaltierten Fahrstraße bergan entlang der Talaue. Bald schon erkennt man auf der rechten Seite das Forsthaus Litschhof und die Ruine Loewenstein auf dem Schlossberg. Beim erreichen der geteerten Fahrstraße folgt man dieser ein kurzes Stück nach rechts. Kurz nach der Abzweigung zum Litschhof verlässt die Tour die Fahrstraße nach rechts und man steigt auf einem Schotterweg, parallel zur Fahrstraße, bergan in Richtung Gimbelhof (blauer Kreis). Schon bald tritt man aus dem Wald heraus und hat nach wenigen Metern den Ausgangsort der Wanderung „Gimbelhof“ erreicht. Wem wandern zu langweilig ist, der kann sich hier übrigens auch anspruchsvolle Mountainbike-Trails runterstürzen, oder macht - nicht ganz so wild - eine "normale" Radtour … Samstag 15:00 Uhr Fleckensteines Weiher Nur ein paar Kilometer weiter lädt der Fleckensteines Weiher zu Abkühlung ein. Besonders nett finde ich hier die kleine Insel im See, die man über einen Steg erreichen kann. Hier kann man direkt campieren, oder du fährst ein paar Kilometer weiter nach Dambach. Dort gibt es einen sehr hübschen kleinen Natur Campingplatz In Dambach gibt es im Restaurant "Hohenfels" (an der Hauptstrasse) auch sehr leckere Flammkuchen. Sonntag 9:30 Wanderung nach Obersteinbach Rund um den Windstein gibt es unendlich viele unterschiedlich lange Wanderungen. Schon alleine der Felsen mit seinen Ruinenresten und in den Stein gehauenen Kammern ist ein Besuch wert. Hier kann man auch klettern - nur mit eigener Ausrüstung. Eine schöne Wanderung führt vom Windstein nach Obersteinbach und zurück. Der Weg ist gut ausgezeichnet und in Obersteinbach gibt es auch mehrere Einkehrmöglichkeiten. Hinter dem Dorf erheben sich hohe Felswände und ein grosser Bogen aus Sandstein. Mehrere Burgen, wie zum Beispiel die Burg Wasigenstein bilden ein sehr pompöses Panorama. ​​​​​​Sonntag 14:00 Wissembourg/Weißenburg​​​​ Auf Heimweg lohnt sich ein Abstecher in die 31km entfernte typisch elsässische Stadt Weißenburg, oder Wissembourg. Geranien, Fachwerkhäuser und Kanäle prägen das Stadtbild. Besonders sehenswert ist die Die Abteikirche Saints-Pierre-et-Paul (St. Peter und Paul)​​ - eine der größten Kirchen des Bas-Rhin außerhalb von Straßburg. Das vorwiegend gotische Gebäude weist noch einen romanischen Glockenturm vom Vorgängerbau (11. Jahrhundert) auf. Im Innern finden sich bemerkenswerte Glasfenster und Wandmalereien aus dem 14./15. Jahrhundert, unter anderem eine elf Meter hohe Darstellung des heiligen Christophorus, sowie eine original erhaltene Orgel von 1766 in einem der prachtvollsten Gehäuse des Elsass.

  • Jordanien – Besuch in einem Land aus 1001 Nacht

    Das Königreich Jordanien – Jahrtausende alte Kultur und faszinierende Landschaft zwischen der Felsenstadt Petra und den Felswänden von Wadi Rum, Kreuzritterburgen (Kerak), römische Ruinen (Jerash) und ein Bad im toten Meer. Hier alles was du wissen musst. Hört/Sieht man die aktuellen Nachrichten wird einem der Eindruck vermittelt der Nahe Osten wäre ein Pulverfass, das kurz vor (oder sogar schon nach) der grossen Explosion steht – bewohnt von fanatischen Terroristen. Besucht man Jordanien bekommt man (glücklicherweise) ein ganz anderes Bild, denn nicht nur ist das Land seit Jahren ein sicheres Reiseziel, sondern hat zudem eine lange Tradition der Gastfreundschaft. Früher zogen Kamelkarawanen entlang der legendären Königsstrasse um Weihrauch gegen Gewürze zu tauschen. Nabataeanische Händler, römische Legionäre , muslimischen Armeen und eifrige Kreuzfahrer – alle durchzogen das Land und hinterließen beeindruckende Denkmäler. Diese Denkmäler, darunter römischen Amphitheater , Kreuzritterburgen und christliche Mosaike, faszinierten auch heute noch Reisende auf der Suche nach der Antike und den Ursprüngen des Glaubens. Die Tradition der Gastfreundschaft hat sich glücklicherweise bis zum heutigen Tag erhalten. Wir haben diese Reise bei Intrepid gebucht: http://www.intrepidtravel.de/trip/explore-jordan/ Ballonfahrten kosten 120 Jordanische Dinar - das sind umgerechnet knapp 150€ - für Ballonfahrten ein relativ kostengünstiges Vergnügen … http://www.rascj.com Klicke auf die Bilder um mehr zu erfahren: ​​Ein kleiner Tip - ich habe es selbst ausprobiert - auf keinen Fall empfehlenswert: Im Toten Meer nicht die Augen beim schwimmen unter Wasser aufmachen :;) Der Schlamm fängt soll sehr gesund sein, fängt aber auch nach einer Zeit höllisch an zu brennen … Unbedingt eine Zeitung mitnehmen - das sind die coolsten Fotos …

  • Brügge (in 48h) sehen … und sterben?

    Der Film „Brügge sehen… und sterben?“ wurde natürlich in der gleichnamigen wundervoll erhaltenen, mittelalterlichen Stadt in Belgien gedreht- Zeit sich mal die malerischen Kanäle, mittelalterlichen Kirchen und die bunte Altstadt genauer anzuschauen. Alle Info in meinem Blog! Der Auftragskiller Ray kann sich für Brügge überhaupt nicht begeistern. Er interessiert sich weder für die malerischen Kanäle, noch für die mittelalterlichen Kirchen und wird von seinem Gangsterkollegen Ken zu Recht als „schlechtester Tourist auf der ganzen Welt“ bezeichnet. Im Film sind viele Sehenswürdigkeiten als Drehorte zu sehen, wie beispielsweise der Grote Markt (Marktplatz), der Rozenhoedkaai, oder der 83 Meter hohe Glockenturm des Belfrieds. Somit dient die skurrile Tragikomödie ausgezeichnet als Vorbereitung für einen Wochenendtrip, damit ich Ken nicht als „schlechtester Tourist“ übertreffe … Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: 1. Tag Freitag 13 Uhr: Wer originale Kulissen des Filmes bevorzugt, bucht ein Zimmer im Relais Bourgondisch Cruyce. Hinter der Fachwerkfassade versteckt sich ein sehr nobel ausgestattes Hotel mit Terrasse über die Grachten. Mit jahrhundertealten Glasmalereien, kostbaren Antiquitäten und einer modernen Kunstsammlung ist dies auch eine beliebte Residenz von Prominenten wie Prinz Philippe und Prinzessin Mathilde von Belgien, David Gilmour, oder Olivia Newton John. Natürlich gibt es auch für weniger betuchte Reisende tolle Unterkünfte. Freitag 14 Uhr: Auf dem Burgplatz befindet sich nicht nur die architektonisch beeindruckende Stadthalle, sondern auch die Heilig-Blut-Basilika, die eine der bedeutendsten Reliquien Europas beherbergen soll. Sie ist das älteste sakrale Bauwerk der Stadt. Ihre Geschichte beginnt im Jahre 1149 mit den Kreuzrittern: Ritter Graf Dietrich von Elsass befand sich im Heiligen Land und fand dort nach eigenen Angaben ein kleines Gefäß, in dem sich der Legende nach einige Tropfen des Bluts von Jesus Christus befanden. Er brachte die Reliquie mit nach Brügge und ließ dort die Heilig-Blut Kirche bauen, die später zur Basilika erhoben wurde. Die Reliquie kann in der oberen Kapelle jeden Freitag (14:00 – 16:00 Uhr) bewundert werden. Am Himmelfahrtstag wird sie an der berühmten Heiligblutprozession durch die Brügger Straßen getragen. Eintritt € 2. Freitag 15:30 Uhr: Der perfekte Weg, die Stadt von ihrer schönsten Seite zu erkunden, ist eine Bootstour auf den Kanälen, die das mittelalterliche Zentrum durchziehen. Gleich um die Ecke am Huidenvettersplein können Sie ein Boot besteigen, und während der halbstündigen Fahrt die schönsten Ecken der Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel bewundern. Von März bis Mitte November, täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr (letzte Abfahrt um 17.30 Uhr). Pro Person € 8, mit der Brugge City Card kostenlos. Freitag 16:30 Uhr: Der Marktplatz ist zwar das Herz der Stadt, aber da der Belfried nur bis um 17:00 Uhr erklommen werden kann, besuchen Sie diesen zuerst. Mit seiner Höhe von 83 m überragt der im 13. Jahrhundert erbaute, majestätische Turm den Platz. Neben der Demonstration wirtschaftlicher Macht besass der Turm auch praktische Aufgaben: Wegen seiner Höhe diente er dem Schutz der Stadt, indem von seiner Spitze aus Brände innerhalb der Stadt oder sich nähernde potenzielle Angreifer schnell entdeckt werden konnten. Wer die 366 Stufen der Wendeltreppe erklimmt, kann den herrlichen Ausblick geniessen. Eintritt € 8, kostenlos mit der Brugge City Card. Freitag 18:00 Uhr: Der Grote Markt ist der schönste Platz im Herzen von Brügge. Hier haben Sie einen wunderbaren Blick auf den Provinzialpalast, einem Bauwerk im neugotischen Stil; die alte Post; den Belfried und natürlich auch auf die liebevoll restaurierten und prachtvoll verzierten Giebelhäuser, die den Grote Markt einrahmen. Lassen Sie sich verzaubern und machen Sie einen abendlichen Spaziergang über diesen Platz – denn wenn die Giebelhäuser angestrahlt werden, entsteht eine einzigartige und sehr stimmungsvolle Atmosphäre, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Freitag 20:00 Uhr Reservieren Sie im Restaurant 't Huidevettershuis unbedingt, wenn Sie einen Platz über dem Wasser mit Blick auf den Dijver Kanal haben möchten. 2. Tag Samstag 9:00: Starten Sie ihren Morgen mit einem Spaziergang durch das ehemalige Hanseviertel, in dem schöne Häuser von Kaufleuten aus dem 14. und 15. Jahrhundert stehen. Ein besonderes Highlight ist der wunderschöne Hof Bladelin, der 1440 für Peter Bladin gebaut wurde, dem Schatzmeister vom Goldenen Vlies. Samstag 10:30: Brügge ist die Schokoladenstadt schlechthin. In der Innenstadt gibt es über 50 Geschäfte, die feinste Schokolade und fantasievolle Pralinen verkaufen. Ob als feine Nougatmuschel, oder Schokoladenschraubenzieher – hier finden Sie bestimmt ein passendes Souvenir. Samstag 11:00 Uhr: Das Groeningemuseum gehört zu den schönsten Kunstmuseen Belgiens. Kunstfreunde und solche, die es werden wollen, sind hier garantiert an der richtigen Adresse! Höhepunkt sind die weltberühmten „Flämischen Primitiven“. Eintritt € 8 (Kostenlos mit der Brugge City Card). Samstag 12:30 Uhr: In kaum einem anderen Land gibt es so viele verschiedene Biersorten wie in Belgien. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird in der Brauerei „De Halve Maan“ (Walplein 26) Bier gebraut. Wenn Sie also schon immer mal wissen wollten, wie das Brauen des Bieres eigentlich funktioniert, werden Sie bei der Führung durch die Brauerei viel Spaß haben. In der dazugehörigen Brasserie können Sie neben dem selbst gebrauten Bier auch regionale Gerichte bestellen. Führung € 8,50 (Kostenlos mit der Brugge City Card) Samstag 15:00 Uhr Der 115 m hohe Backsteinturm der Onze-Lieve-Vrouwekerk (Liebfrauenkirche) zeugt von der Kunstfertigkeit der Brügger Bauhandwerker. In der Kirche befindet sich eine reichhaltige Kunstsammlung, die unter anderem die weltberühmte „Madonna mit Kind“ von Michelangelo beinhaltet. Zur Zeit werden große Restaurationsarbeiten ausgeführt. Während dieser Arbeiten ist die Kirche nur teilweise zugänglich. Während der Restaurationsarbeiten gilt der Ermäßigungstarif von € 3 statt € 6. (Kostenlos mit der Brugge City Card) Samstag 17:00 Uhr Schlendern Sie gemütlich entlang des Kanals Dijver in Richtung Rozenhoedkaai. Einst waren es Druiden, die sich hier versammelten, denn der Platz gilt als heilig. Heute kommen hier Samstag und Sonntag nachmittags alle, die gerne über einen Flohmarkt bummeln, voll auf ihre Kosten. Das Gracht bietet herrliche Ansichten auf die Stadt, wie die auf die Statue des Heiligen Nepomuk auf der gleichnamigen Brücke, die Spitze der Liebfrauenkirche, die Fassade des Gruuthuse-Museums und das Portal des Groeninge-Museums. Samstag 18:30 Uhr Der ‘Rozenhoedkaai’ ist zweifellos der meist fotografierte Fleck in Brügge. Der Name ist abgeleitet von den vielen Ständen, die hier früher Rosenkränze verkauften. Ein Foto mit Blick über den Dijver auf die alten Gebäude und den Belfried ist für jeden Touristen ein Muss. An der Ecke, mit Blick über das Geschehen, bietet das Cafe ’t Klein Venetië (Huidenvettersplein 1), die perfekte Lage, um sich eine kleine Verschnaufpause zu gönnen. Samstag 20:30 Uhr Wenn die Sonne untergeht, gehen im gemütlichen Innenhof des Restaurants De Stoepa die Kerzen an. Vor allem junge Leute geniessen die ungezwungene Atmosphäre und die bunte Mischung aus günstigem Pubfood und asiatischer Küche. Sonntag 9:00 Uhr Nach all den Attraktionen der letzten 44 Stunden haben Sie sich ein bisschen Ruhe verdient. Mitten in Brügge steht der bekannteste Beginenhof von ganz Flandern. Der 1245 gegründete Hof entwickelte sich in der mittelalterlichen Gesellschaft zu Zufluchtsorten für unverheiratete Frauen und Witwen. Vor mehreren Jahrzehnten haben Benediktinerinnen den Beginenhof zu einem Kloster umgewandelt. Noch heute betritt der Besucher durch ein historisches Tor den Hof und hat dabei gleichzeitig das Gefühl, eine andere, ruhigere Welt zu betreten. Im Begijnhuisje Museum können Sie einen Einblick in die Geschichte des Hofes bekommen. Auch für weniger religiöse Menschen eine echte Entspannung. Eintritt € 2 (Kostenlos mit der Brugge City Card). 3. Tag Sonntag 12:00 Uhr Das Café De Proeverie in der Katelijnestraat 6 eignet sich bestens als Abschluss des erfolgreichen (immerhin sind Sie ja nicht gestorben …) Brügge-Besuches. Zu jeder Tasse Schokolade wird eine kleine Auswahl edler Pralinen serviert. Alle, die in Marzipan, Trüffelcreme und Nugat schwelgen wollen, sollten hier unbedingt vorbeischauen. Alle, die auf ihre Figur achten, sollten um dieses wunderbare Café und besser auch um Brügge allerdings einen großen Bogen machen. Weitere Auskünfte: www.bruegge-erleben.de bietet einen guten Überblick auf Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen. Unter http://foto.brugge.be/city_film_office/moviemap_de.pdf kann man sich direkt eine Karte mit allen wichtigen Drehorten zum Film „Brügge … sehen und sterben?“ herunterladen. Brugge City Card: Mit der Brugge City Card haben Sie in 27 Brügger Museen und Sehenswürdigkeiten freien Eintritt. Auch die Rundfahrten auf den Kanälen sind gratis. Darüber hinaus bietet sie eine Ermäßigung für zahlreiche Konzerte, Tanz- und Theateraufführungen, Mietfahrräder und einen Tiefgaragenstellplatz. 48 Stunden € 46,00/ 72 Stunden € 49,00 Anreise: Die Bahn fährt mehrmals täglich in ca. 5:30 Stunden von Heidelberg - mit Umsteigen - nach Brügge. Mit dem Europa-Spezial Ticket kostet eine Strecke (je nach Verfügbarkeit) € 39. Mit dem Auto dauert die Anreise bei guten Verkehrsverhältnissen 5:30 Stunden. Schlafen: Wer wie die beiden Filmgangster Ray und Ken im Relais Bourgondisch Cruyce unterkommen will, muss zwar etwas tiefer in die Tasche greifen, wird dafür aber mit stilvoll eingerichteten Zimmern und der besten Lage in ganz Brügge belohnt. Doppelzimmer gibt es ab € 195. Wollestraat 41-47, Tel: +32 (0)50 33 79 26, info@relaisbourgondischcruyce.be, http://www.relaisbourgondischcruyce.be Das Hotel Egmod ist ein liebevoll eingerichtetes Landhaus aus dem 18. Jahrhundert, das direkt am romantischen Minnewaterpark liegt. Doppelzimmer inklusive Frühstück kosten ab € 89. Minnewater 15, Tel: +32 (0)50 34 14 45, https://www.bruges-belgium-hotels.com/de/property/hotel-egmond.html Eine gute und günstige Alternative bietet der Campingplatz Memling etwas ausserhalb. Die Innenstadt ist auch nachts gut mir öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Neben den herkömmlichen Plätzen für eigenes Zelt oder Wohnwagen können auch festinstallierte Mobile Homes für vier Personen gemietet werden. Zelt ab € 20€/Stellplatz, Camper ab € 25, Mobile Home für vier Personen ab € 99. Veltemweg 109, Tel: +32 50 35 58 45, info@camping-memling.be, www.campingmemling.be Essen: Eine einzigartige Location mit Terrasse direkt über dem Kanal Dijver bietet das Restaurant 't Huidevettershuis. Das gehobene Restaurant bietet mehrere Menüs zur Auswahl. Reservierung (vor allem draussen) dringend empfohlen. ‪Huidenvettersplein 10-11, Brügge 8000, Belgien, Tel: +32 50 339506, http://www.huidevettershuis.be In der Nähe vom Bahnhof liegt in einer kleinen Seitenstrasse das Restaurant De Stoepa. Im Innenhof kann man abends gemütlich bei Kerzenscheine eine bunte Mischung aus Pubfood und asiatischem Essen geniessen. Oostmeers 124, Tel: +32 50 33 04 54, info@stoepa.be

  • Island - Wandern auf dem Laugavegur und Reiten

    Der Laugavegur auf Island führt über 54km von Landmannalaugar nach Þórsmörk und ist einer der beliebtesten und abwechslungsreichen Wanderwege. National Geographic hat ihn, als einen der schönsten Wanderwege der Welt bezeichnet. Natürlich darf auf Island auch ein Ausritt auf den Island Ponys nicht fehlen. Hier findest Du alle Info, die du brauchst. „Wo ist mein schwarzer Hengst?“ Unauffällig lasse ich die Matratze auf den Rost gleiten und setzte mich mit einem unschuldigen Augenaufschlag vorsichtig auf die Bettkante. Meine Schwester steht wutentbrannt in der Tür und starrt auf die Stelle, wo normalerweise ihr Lieblingsposter eines steigenden, schwarzen Hengsts die Wand ziert. Meine Pferdeposter hängen alle noch, sind allerdings durch aufgemalte Brillen stark verunstaltet. Das habe ich mich wiederum nicht getraut – dem heiligen Hengst eine Brille zu malen! Meine Schwester ist drei Jahre älter und mit ihren 15 Jahren deutlich stärker als ich … 30 Jahre später traben wir einträchtig über das isländische Hochland – vorbei an kleinen Wasserfällen, saftig grünen Wiesen und unzähligen kleinen, zotteligen Islandponys, die verwunderlicher Weise keine Brillen tragen, sondern unseren Pferdchen nur fröhlich hinterher wiehern. Heute finden wir die Kleinkriege, die wir in unserer Kindheit geführt haben eher witzig: Beispielsweise durfte ich wochenlang nicht meiner Schwester ihre Seite des Zimmers betreten, das wir uns teilten. Sehr unpraktisch, da die Zimmertür in ihrer Hälfte lag. So musste ich mich an der Heizung entlang hangeln um dann, ohne Bodenberührung, in den Flur zu hechten. Umso erstaunlicher war es, dass wir 1988 gemeinsam wie gebannt und sehr friedfertig die ZDF-Weihnachtsserie „Nonni und Manni“ am Fernseher verfolgten. Eine Geschichte von zwei isländischen Geschwistern, die auf einem Bauernhof wohnen und auf ihren isländischen Ponys – durch grandiose Landschaft reitend – versuchen, einen Mordfall aufzuklären. Die zwei Jungens stritten sich zwar auch hielten aber im Notfall doch zusammen. Die genauen Umstände sind mittlerweile recht verschwommen, aber damals haben wir uns geschworen, dass wir irgendwann, wenn wir groß genug sind, auch zusammen über Island reiten. Nun ist ja das Erwachsenwerden eine recht lange und dehnbare Angelegenheit – und so dauert es eben ein paar Jahr(zehnt)e, bis wir uns unseren Traum erfüllen. Wir haben eine Woche und wollen möglichst viel Zeit in der wilden Natur verbringen. Da wir nicht mehr regelmäßig reiten, beschließen wir, erst die 54-Kilometer-lange Laugavegur-Wanderung zu machen und danach noch einen Tag im Hochland zu reiten. Die Hütten zum Übernachten haben wir im Voraus gebucht, das Gepäck aufgeteilt (die Schwester trägt die Fertiggerichte für vier Tage, ich die Kamera) und los geht es. Aus dem Flugzeug betrachtet, kommt uns das Innere der Insel doch sehr schneebedeckt und schaurig-kalt vor. Wir schauen uns etwas schockiert an, aber jetzt gibt es kein Zurück mehr. Am nächsten Morgen wartet der Busbahnhof in Reykjavik mit der nächsten Überraschung auf: der Linienbus nach Landmannalaugar gleicht einem Geländewagen mit extrem viel Bodenfreiheit. Sobald der Bus die gut ausgebaute Ringroad (der Name sagt es schon: eine Straße, die sich wie ein Ring um die Insel schlängelt) verlässt, wird klar, weshalb ein normaler Linienbus fehl am Platz wäre. Es geht über Schotterstraßen und durch Wasserläufe ins bergige und extrem schroffe südliche Hochland. Je mehr wir uns dem Naturschutzgebiet von Landmanalaugar nähern, desto dramatischer wird die Landschaft. Die Berge leuchten in allen Farben des Regenbogens, nur unterbrochen durch Gletscher, Flüsse und malerische Seen. Die Übernachtungshütten des isländischen Wandervereins liegen idyllisch in einem breiteren Tal, das mit saftigem, grünen Gras bedeckt ist – ein krasser Gegensatz zu der sonst kargen Landschaft. Nachdem Leute im Badeanzug – bei ca. 10 Grad Außentemperatur deutlich optimistischer als wir – an uns vorbei über einen Holzsteg zu einem kleinen See rennen, verstehen wir allerdings, warum hier Gras wächst. Überall brodeln heiße Quellen, die den Boden erwärmen und zum Baden einladen. Wir lassen uns auch nicht lange bitten, und so sitzen wir auch schon kurz darauf im badewannenwarmen Wasser mit spektakulärem Blick auf Gletscher und bunte Berge. Ein verheißungsvoller Auftakt! Den Nachmittag verbringen wir mit der Besteigung des 855 Meter hohen Vulkans Brennisteinsalda, von dem aus wir eine grandiose Aussicht über die farbenfrohe Rhyolithlandschaft haben. Moose, Mineralien, Asche und Kalk lassen die Felsen durch die Kombination aus Sonne und Wolken in grün, rosa, weiss, schwarz, grau und blau schimmern. Zwischen Mai und August gibt es in Island keine Nacht, und so kann ich auch abends um 23 Uhr noch Fotos im schönsten Sonnenlicht machen. Am nächsten Morgen zeigt uns das Wetter, dass die Wanderung nicht nur eitel Sonnenschein sein wird, und so stapfen wir bei Sprühregen in Richtung unseres 12 Kilometer entfernten ersten Etappenziels Hrafntinnusker los. Zehn Kilometer geht es leicht bergauf auf schneebedeckten Pfaden, die aber auch mit normalen Wanderschuhen zu bewältigen sind. Der Weg ist gut ausgeschildert, und so können wir ganz entspannt die Landschaft genießen, bis wir nach ca. drei Stunden zu den heißen Quellen kommen, die leider zu warm sind, um darin zu baden. Aber wenigstens ist die Luft hier wärmer, um eine kleine Pause mit Tee aus der Thermoskanne zu machen. Nach dem einzigen kurzen steilen Anstieg verlassen wir allmählich die farbenfrohe Rhyolithlandschaft und erreichen den höchsten Punkt dieser Strecke – von hier haben wir eine atemberaubende Aussicht über die Vulkansandebene mit ihren grünen Bergen, Seen und Gletschern. Der Wind jagt Licht und Schatten über die Landschaft und zerrt an dem Regenschutz unserer Rucksäcke. Wir fühlen uns wild und abenteuerlich, als wir wie zwei kleine verlorene Hobbits den steilen Abstieg hinunter zum Álftavatn See nehmen. Der Hüttenwirt erwartet uns schon – für einen Isländer ist er äußerst gesprächig, er spricht mindestens fünf Sätze mit uns … Nach unserem ersten Wandertag schmecken die Fertignudeln, die wir in der lauschigen Hütte mit Blick auf den See in der Gemeinschaftsküche kochen, so gut wie das beste Drei-Sterne Menü. Abends um 23 Uhr mache ich es mir auf meinem Stockbett bequem, um bei Tageslicht noch ein paar Seiten zu lesen. Unser zweiter Wandertag führt uns in 15 Kilometern nach Emstrur. Eine der größten Herausforderungen des Laugavegur ist das Furten der reißenden Gletscherflüsse. Heute durchqueren wir so viele der eisig kalten Bäche, dass ich mir zwischendrin überlege, ob es sich überhaupt noch rentiert, die Wanderschuhe wieder anzuziehen. Bald haben wir die sicherste Variante zum Furten gefunden: Wir laufen schwesterlich untergehakt, jede rechts und links einen Stock und so macht uns auch stärkere Strömung nicht mehr allzu viel aus. Im Gegensatz zur Wassertemperatur: sobald wir das andere Ufer erreicht haben, hüpfen wir erst mal wie wild auf und ab, um wieder Gefühl in unsere Füße zu bekommen, aber Kneippen soll ja gesund sein … Der dritte Tag beginnt mit einem steilen, abenteuerlichen Abstieg zum Fluss Syðri-Emstruá, danach ändert sich die Landschaft merklich: nach der schroffen Vulkanlandschaft der letzten Tage wird es deutlich lieblicher, grüner, Wildblumen wachsen am Wegesrand und auf den letzten der 15 Kilometer nach Þórsmörk laufen wir sogar durch Birkenwäldchen. Meine Schwester hat jahrelang als Gärtnerin im botanischen Garten gearbeitet und so müssen wir vor jedem Pflänzchen stehenbleiben, um es genauer anzuschauen. Neben der invasiven Alaskalupinie ist bei mir botanisch nicht allzu viel hängengeblieben. Richtig interessiert mich nur, ob die Pflanze essbar ist – die Tütensuppen machen ausgesprochen Hunger auf Grünzeug … Wir sind am Ziel unserer Wanderung, aber von der wunderwollen Landschaft Islands haben wir noch lange nicht genug. Endlich ist die Zeit für unser Nonni und Manni-Revival: Wir steigen in Þórsmörk in den öffentlichen Bus, der uns auf dem Weg nach Reykjavik an einer kleinen Haltestelle mitten im Nirgendwo aussteigen lässt. Im wenig besiedelten Island haben Busstationen und Tankstellen eine ganz besondere Rolle: sie sind Café, Lebensmittelladen, Ersatzteillager und Hufschmied in einem. Eine deutsche Studentin, die ihre Semesterferien als Reitlehrerin auf dem Hof Hestheimar verbringt, holt uns freundlicherweise ab. Der Hof ist riesig und in typisch isländischer Wellblechoptik gebaut. Überall stehen die kleinen, robusten Islandponys. Meine Schwester und ich hüpfen aufgeregt wie zwei kleine Mädchen zwischen den Pferdchen umher. Von Kindesbeinen an sind wir es gewohnt zu reiten. Die meisten Jahre hatten wir Pflegepferde im gleichen Stall, mit denen wir die Wälder unsicher machten. Unsere Reitlehrerin, die uns auf unserem Ausritt begleitet, beäugt uns anfangs noch kritisch, aber nachdem sie einsieht, dass wir die Pferde unter Kontrolle haben, entspannt auch sie sich. ​​Selbst mit den Pferde müssen wir auf dem Ausritt sehr regelmäßig durch Flüsse furten – allerdings bekommen wenigstens wir dabei keine nassen Füße. ​​Die Ponys hingegen verschwinden bis zum Bauch in den träge vor sich hinfließenden Flüssen. Die saftiggrünen Wiesen sind von gelben Butterblumen übersät, im Hintergrund leuchten die schneebedeckten Berge gegen den blauen Himmel – nichts stört die unglaubliche Idylle, ausser dem Klappern der Hufe und dem Schnauben unserer Ponys. Meine Schwester, die gerade mal wieder einen Fluss durchquert, grinst mich an „Ich muss gerade an Nonni und Manni denken – zum Glück müssen wir uns nicht, wie die Beiden, ein Pony teilen … sonst würden jetzt nur noch unsere Köpfe aus dem Wasser gucken …“ Beleidigt mache ich ein Foto von ihr. Ich glaube, zu Hause werde ich es ausdrucken und ihm als Erinnerung eine Brille malen … Weitere Auskünfte: Auf der Internetseite des isländischen Wandervereines gibt es detaillierte Informationen zu der Wanderung und zu den Hütten: https://www.fi.is/en/hiking-trails/trails/laugavegur Für jene, die sich die Wanderung auf eigene Faust nicht zutrauen oder lieber nur mit Tagesgepäck unterwegs sein möchten, bietet Ferðafélag Íslands geführte Touren mit Gepäcktransport an. Weitere Informationen können auf Englisch beim FÍ beantragt werden: fi@fi.is Anreise: Icelandair fliegt täglich für ca. 450€ von Frankfurt nach Reykjavik. http://www.icelandair.de/ Reykjavik Excursions bietet nicht nur verschiedene organisierte Sightseeing-Touren auf der ganzen Insel an, sondern auch einen Shuttleservice vom Flughafen zum Hotel. Außerdem ist es der öffentliche Bus zu dem Startpunkt der Wanderung und vom Endpunkt zurück in die Hauptstadt. Reykjavik–Landmannalaugar 9000ISK ca. 61€ und von Þórsmörk zurück nach Reykjavik ca 51€ https://www.re.is; Tel: +354 580 5400; Email: main@re.is Übernachten: Der Laugavegur ist Islands beliebtester Wanderweg, daher sind die Hütten oft über Monate im Voraus ausgebucht. Wer sich seiner Übernachtung sicher sein will, sollte frühzeitig über den Ferðafélag Íslands (FÍ) buchen. Tel: +354-5682533, E-mail: fi@fi.is: Der Preis für ein Matratzenlager in den Hütten Landmannalaugar, Álftavatn, Emstrur, Þórsmörk liegt für 2015 pro Übernachtung bei 7000ISK (ca. 48€). Schlafsäcke müssen mitgebracht werden. Essen: Die Hütten sind mit einer Küche und Geschirr ausgestattet, allerdings kann auf dem gesamten Wanderweg kein Essen erstanden werden. Aber die wundervolle Landschaft macht vier Tage Tütensuppen alle Mal wett. Es empfiehlt sich, das Essen aus Deutschland mitzubringen, da es hier deutlich billiger ist. Reiten: Es gibt in Island unzählige Anbieter für geführte Reittouren. Wir haben unseren Tagesritt bei Hestheimar in der Nähe von Hella gebucht – dieser kostet inklusive Lunchpaket um die 130€. Auf dem Hof kann man auch gemütlich schlafen und essen. Je nach Saison und Unterkunftsart kostet das Zimmer/Hütte zwischen 85 und 190€ für zwei Personen. Das Frühstück kostet 14€ pro Person. Hesthaimar bietet außerdem mehrtägige Wanderausritte an, bei denen in Hütten übernachtet wird. Ásahreppur, 851 Hella, Ísland, Tel: +354 487 6666, Mob: +354 861 3738,hestheimar@hestheimar.is, www.hestheimar.is

  • Myanmar/Burma – Das Glück liegt auf der Straße

    Leider ist ein Besuch Myanmar/Burma momentan nicht empfehlenswert, da das Geld in die Taschen der Militärregierung fließen würde - Dieser Blog ist von 2012! Das südostasiatische Land besticht normalerweise durch uralte Tempelanlagen, der Wanderung zum golden Rock, die Mönche von Mandalay Traumstrände, dichten Dschungel und extrem freundlichen Menschen. Der Schweiß läuft mir in Strömen, schon vor einigen Stunden haben meine Augenbrauen und Wimpern Ihre Arbeit versagt um die salzige Flut von meinen Augen fernzuhalten. Es ist brütend heiß, obwohl der steile Pilgerweg die meiste Zeit im Schatten der Bäume verläuft. Nach jeder steilen Treppe denke ich: "Jetzt könnten wir doch umdrehen"; aber dann kommen uns wieder Pilger entgegen, die uns anstrahlen, als wären wir die Träger des gelben Trikots bei der Tour de France und uns mit einem "Minkalabar" anspornen - was auf burmesisch so viel heißt wie "Hallo", oder auch "Willkommen". Eine Gruppe von jungen Frauen im traditionellen Wickelrock, dem Longyi, will unbedingt ein Foto mit meinem Freund; eine Familie drückt sich stolz an mich, um für ein Foto zu posieren, obwohl mein T- Shirt völlig verschwitzt ist. Ein paar Meter weiter kommt uns eine ältere Dame entgegen, die sich unter wildem Geplapper in unsere Arme wirft, als wären wir langvermisste Verwandte. Also laufe ich weiter, denn Aufgeben gilt bei so viel Ansporn nicht. Mein Gesicht hat inzwischen die Farbe einer überreifen Tomate, und so bin ich wohl ein noch beliebteres Fotomotiv. Vier Stunden geht es bergauf - immer wieder fragen mich Pilger und die Verkäufer der vielen kleinen Lädchen, die Getränke und Essen anbieten: "Bist du ein Mensch?" Wahrscheinlich liegt es nicht nur an der roten Gesichtsfarbe, dass ich für die Burmesen so merkwürdig aussehe, sondern eher daran, dass Myanmar die letzten 50 Jahre in nahezu völliger Isolation gelebt hat. Erst seit kurzem kommen vermehrt europäische Touristen in das von einer Armeediktatur ausgebeuteten Land, aber noch sind es mit 65.000 pro Jahr vergleichsweise wenige. Fast keiner von ihnen läuft den steilen Weg zum goldenen Fels hinauf, der angeblich nur durch zwei Haare Buddhas im Gleichgewicht gehalten wird, und somit eine der wichtigsten Pilgerstätten in diesem vornehmlich buddhistischen Land ist. Stattdessen steigen die meisten auf die umgebaute Ladefläche eines Lasters, der eine Stunde lang die holprigen Schotterwege steil bergauf fährt, um Besucher dann nur noch die letzten 45 Minuten laufen zu lassen. Wem selbst das zuviel ist, der kann sich von vier starken Männern in einer Sänfte bis zum Eingang tragen lassen. Wir haben den steinigen Weg gewählt, denn in Myanmar liegt das Glück für uns auf der Straße - die Menschen, die eine unglaubliche Freude, Neugierde und Offenheit an den Tag legen, so dass man sich schon nach kurzer Zeit nicht wie ein Tourist, sondern wie unter Freunden fühlt. Bis 2011 war jede Berichterstattung über das Weltgeschehen so stark reglementiert, dass zuverlässige Informationen für das Gros der Bevölkerung nicht verfügbar waren. Umso größer ist nun die Begierde, alles aufzusaugen, was Touristen erzählen. Obwohl das Regime die englische Sprache erst ganz verboten und nun im Schulunterricht das Lesen und Schreiben von englischen Texten - nicht aber das Sprechen - gestattet hat, können doch die meisten Burmesen erstaunlich gut in dieser Sprache kommunizieren. Erstaunlich ist auch die Offenheit der Menschen, die politische Situation im Land anzusprechen. Bei unserer Ankunft waren wir nach entsprechender Recherche noch sehr vorsichtig, das Thema anzuschneiden, geschweige denn den Namen der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi auszusprechen. Um so erstaunter waren wir, als schon der Taxifahrer vom Flughafen uns munter erzählte, dass es ja den Burmesen so viel Hoffnung gibt, dass momentan alle Staatsoberhäupter der "Lady" (so wird Suu Kyi ehrfürchtig genannt) die Aufwartung machen. Nach Hillary Clinton im Dezember waren England und Frankreich an der Reihe, und im Februar hat auch Dirk Niebel das Land bereist. Was vor einigen Monaten noch undenkbar war, ist jetzt spürbar: Veränderung liegt in der Luft. Fast in jedem Restaurant und Teehaus hängt inzwischen ein Porträt der 15 Jahre unter Hausarrest gestellten Freiheitskämpferin - noch vor wenigen Monaten hätte das für's Gefängnis gereicht. Nun hat sich die Hoffungsträgerin offiziell als Kandidatin für die regionalen Nachwahlen im April registrieren lassen, bei denen 48 Parlamentssitze nachbesetzt werden. Noch herrscht Angst, dass die Regierung ihre Versprechen wieder nicht einlöst und stattdessen, wie in der Vergangenheit, die Opposition ins Gefängnis wirft oder unter Hausarrest stellt. Daher sind das ausländische Interesse und auch die Touristen für die Menschen so wichtig. Sie bieten zumindest teilweise einen Schutz gegen Menschenrechtsverletzungen und Willkür, bringen Informationen in und aus dem Land. Jahrelang war es eine Gewissensfrage, nach Myanmar zu reisen und damit noch mehr Geld in die Taschen des Regimes zu stecken. Selbst Aung San Suu Kyi rief zu einem Reiseboykott auf. Aber die Zeiten ändern sich. Stolz erzählt uns unser Fahrer, dass der Fernsehsender CNN Myanmar gerade zu einem der drei Topreiseziele für 2012 gekürt hat; auf der Internetseite der Reisebibel Lonely Planet wird das Land als absolutes "Must visit" angepriesen. Gründe dafür gibt es reichlich: geografisch hat das Land von Traumstränden bis zu den höchsten Bergen alles zu bieten. Die angeblich 4 Millionen Pagoden und Tempel von Bagan können es durchaus mit der Faszination von Angkor Wat aufnehmen. Das Land hat eine lange ruhmreiche Geschichte, war einst nicht nur eines der am weitest entwickelten Ländern Asiens, sondern auch noch der "Reiskorb" Südost- Asiens. Durch die lange Isolation haben sich viele Traditionen erhalten, die in anderen Ländern wie Thailand, Vietnam oder Kambodscha schon vor längerer Zeit der Modernisierung zum Opfer gefallen sind. Und jetzt ändert sich hoffentlich auch die Politik. Noch sind die Wege steinig - oder vielmehr löchrig. Die meisten schmalen Teerstraßen werden nach dem Zufallsprinzip ausgebessert. An einigen Abschnitten gibt es Löcher, in die ein Elefant fallen könnte, bemerkt unser Fahrer lakonisch. Vor uns tuckert ein völlig überladener LKW, dessen Dach vollbesetzt ist mit Menschen, Bananenstauden und Körben. Aber selbst dieses anstrengende Geholper wird in Myanmar zu einem grandiosen Erlebnis: Kinder schenken uns Blümchen, Erwachsene grinsen uns freundlich an und geben uns ein Gefühl von Freundlichkeit, das wir so vorher noch nie im Ausland erlebt haben. Zwei Holländer, die Myanmar mit dem Rad durchqueren, erzählen von vorbeifahrenden LKW-Fahrern, die Wasserflaschen aus dem Fenster reichen und dass vor jedem Dorf Kinder und Erwachsene Spalier stehen. Auch sie finden, dass Aufgeben nicht gilt, wenn man so angefeuert wird. "Manchmal bin ich fast vom Rad gefallen, weil ich völlig erschöpft oben am Berg ankam und mir die Leute beim Fahren die Hand abklatschen wollten" erzählt uns die Holländerin. Die meisten Touristen fliegen von Hauptattraktion zu Hauptattraktion und lassen das eigentliche Wunder des Landes - die Bewohner - links liegen. Fast alle Besucher kommen als Pauschalreisende mit einem in der Heimat vorgeschnürten und verplanten Paket ins Land. Das ist bequem, führt aber vor allem dazu, dass man mit vielen anderen Touristen lediglich die Hauptsehenswürdigkeiten abklappert und die spärlichen Devisen bei regierungsnahen Organisationen landen anstelle die breite Bevölkerung zu bereichern. Während am Inle Lake und im Tempelgebiet von Bagan schon eine gewisse Routine im Umgang mit den Touristen herrscht, hat sich das Leben abseits der Hauptwege in den letzten 50 Jahren kaum verändert: Felder werden mit Ochsen bestellt, Waren zum Markt gefahren, Bettelmönche ziehen im Morgengrauen von Haus zu Haus und Fremde werden mit der Herzlichkeit von Freunden begrüßt. Zu hoffen bleibt, dass damit nicht der Ausverkauf des Landes an ausländische Investoren beginnt, die schon jetzt mit den Füßen scharren. Wahrscheinlich ist momentan tatsächlich der beste Zeitpunkt, dieses traumhafte Land zu besuchen - jeder Tag birgt so viel Hoffnung für eine bessere Zukunft für die Menschen, die sich auch durch 50 Jahre Diktatur nicht haben brechen lassen, sondern voller Optimismus in die Zukunft schauen. Auch für sie gilt: Aufgeben gilt nicht! Information - von 2012: Internationale Vorwahl: +95 Zeitdifferenz: 6,5 Stunden Geld: Wichtig: In Myanmar gibt es keine Geldautomaten und es werden auch in Hotels keine Kreditkarten akzeptiert (es gibt einige wenige 5-Sterne-Hotels, die für einen horrenden Aufschlag Ausnahmen machen). Grundsätzlich gilt: Nur Bares ist Wahres. Deshalb das benötigte Geld in US-Dollar (Euro geht nicht immer und die meisten Prise werden in US-Dollar genannt) mitnehmen. Alte oder verschmutzte Scheine werden ebenfalls abgelehnt. Die lokale Währung ist der Kyat, den man in Hotels oder auf dem Schwarzmarkt umtauschen kann. Kyats braucht man eigentlich nur für kleinere Restaurants und Souvenirs. Anreise: Eine Einreise nach Myanmar ist nur über den internationalen Flughafen in Yangon möglich. Von Deutschland aus kann man Myanmar nicht mit einem Direktflug erreichen. Die beliebtesten Umsteigeflughäfen sind Bangkok und Singapur. Bei der Ausreise aus Myanmar ist auf dem Yangoner Flughafen eine Flughafengebühr von 10.00 US-Dollar zu zahlen. Visum: Für die Einreise nach Myanmar ist ein Visum erforderlich, das bei der Botschaft der Union Myanmar (Thielallee 19, 14195 Berlin, Tel. 030-206 15 710, Fax: 030-206 49 757, Bürozeiten: Mo - Fr 09.30-16.30 Uhr) in Berlin beantragt werden muss und gegen Zahlung einer Gebühr (derzeit 25 Euro) normalerweise in angemessener Zeit auch ausgestellt wird. Deutsche Reisepässe müssen am Tag der Einreise nach Myanmar noch mindestens 6 Monate gültig sein. Aktuelles bei der Botschaft: www.botschaft- myanmar.de Gesundheit: Landesweit gibt es unter 1000 Meter Höhe, einschl. der Touristenorte Pindaya Caves und Inle Lake ein mittleres Malaria-Risiko. Auskunft: Einen recht guten Überblick verschafft die deutschsprachige Seite www.myanmar-guide.de . Der Reiseführer von Lonely Planet ist im Dezember 2011 erschienen. Die Autoren haben nach bestem Wissen und Gewissen versucht, Reisetipps zu geben, die nicht Geld in die Taschen der Regierung bringen www.lonelyplanet.com Ansehen: Die Shwedagon-Pagode in der früheren Hauptstadt Rangun (heute: Yangon) ist die größte und vermutlich wertvollste Stupa der Welt. Angeblich wurde an ihr mehr Gold verbaut, als es im gesamten Vereinigten Königreich von England gibt. Besonders am Abend, wenn die untergehende Sonne das Gold glitzern lässt und sich Betende und Touristen im Staunen vereinen, ist die Stimmung an der Pagode unbeschreiblich. Die grösste Attraktionen des Landes sind wahrscheinlich die weitläufigen Anlagen der alten Hauptstadt Bagan mit über 2000 Sakralbauten aus vier Jahrhunderten, sowie der im Artikel beschriebene Goldene Fels bei Kyaikto. Der Inle-See ist für seine Einbeinruderer, schwimmenden Dörfer und Gärten bekannt. Wahrscheinlich ist Nyaung Shwe am Inle Lake die einzige Stadt in Myanmar, die ein bisschen Backpacker-Feeling aufkommen lässt. Am schönsten lässt sich der See mit dem Boot erkunden. Indiana Jones lässt in Indein grüßen - einem Ort südlich des Sees mit 1054 Stupas in allen Bau- bzw. Verfallszuständen. Unerwartet ist der Traumstrand von Ngapali - Palmen wachsen am weissen Sandstrand, der langsam in das türkisblaue Meer abfällt. Die Preise für Unterkünfte sind hier gehoben. Übernachten: In allen grösseren, touristischen Ortschaften ist es normalerweise kein Problem, vor Ort eine Unterkunft zu bekommen. Hier ein paar Tipps: Yangon: Classique Inn No. 53 B. Geschmackvoll eingerichtetes Teakhaus mit wunderschönem Innenhof. Shwe Taung Kyar Street (Golden Valley Road), Bahan township, Yangon, Myanmar. Tel: (95-1) 525557, 505021, 524813, 503968 Email: classiqueinn@yangon.net.mm, www.classique-inn.com Wer es ein bisschen luxuriöser mag, geht ins Savoy Hotel Yangon 129, Dhammazedi Road Yangon, Tel: (+95) 1 526289, generalmanager@sa voyhotel-yangon.com , www.savoy-myanmar.com Bagan: Das Kaday Aung Hotel in New Bagan liegt wunderschön in einem tropischen Garten. Am Pool lässt es sich prima entspannen, wenn einem die Tempel zu viel werden: Kaday Aung Hotel, Bagan Hninn Pann St., Hteeminyin Block, Kyansittha Quarter, New Bagan, Tel : (+95) 61-65070 Das Thiripyitsaya-Resort liegt inmitten alter Stupas und Tempel in Alt-Bagan . Hier kann man auch die berühmten Heissluftballonflüge über Bagan buchen. Thiripyitsaya-Resort, Bagan Archeological Zone, Old Bagan Tel: (95 61) 60048 / 60049, E-mail: rsvn@thiripyitsaya-resort.com, www.thiripyitsaya-resort.com Ngapali: Während sich in Ngapali langsam die grossen Hotelresorts breitmachen, hat sich die Laguna Lodge mit ihren acht Zimmern direkt am Meer noch ihre Individualität erhalten - Frühzeitig reservieren! In Deutschland: esserrene@aol.com , oder direkt in Myanmar: Oliver E. Soe Thet, angel@myanmar.com.mm , Tel.: 00951 501 123, http://lodge.angel-ngapali.com

  • Klettern auf Malta und Gozo

    Malta, Gozo und Comino sind mit über 2.000 Routen (davon 700 Sportrouten und 1500 Routen zum Selbstabsichern) ein sonniges Winterklettergebiet im Mittelmeer. Das felsige Gelände und die steilen Klippen, die einen Großteil des maltesischen Archipels prägen, bieten ideales Klettergelände - vom traditionellen Klettern und Sportklettern bis hin zum Bouldern und Deep Water Soloing. Die Mittelmeer Inseln punkten nochdazu mit ganzjährig guten Wetter. Hier eine kurze Beschreibung der vier Sektoren in denen wir auf Malta und Gozo geklettert haben. Tolle Fotos gibt es nicht – wir waren nur zu zweit 😉 Twin Caves, Malta Am ersten Tag waren wir in den Twin Caves direkt über der Küste von Malta. Die Lage ist ziemlich spektakulär und die Sportrouten waren auch ok abgesichert. Allerdings sind die Routen bis auf ein paar Ausnahmen nicht besonders lang. Hier drei Touren, die ich empfehlen kann: Le Poseur 6C heisst wahrscheinlich so, weil man hier so dekorativ am Höhlenrand klettern kann🙃. Kerbside Warrior 6a auf der anderen Seite der Höhle und Scoop and Arête 6b fanden wir auch gut. Die Küste bietet sich auf jeden Fall auch für einen „After Climb“ Spaziergang an. Wied Babu, Malta (Foto rechts) Wied Babu ist ein ausgetrocknetes Bachbett und bietet auch an heissen Tagen etwas Schatten. Ich fand die Touren im Sector Diamond Buttres durch die hohe Luftfeuchtigkeit etwas schlonzig. Die Touren sind so um die 20 Meter lang. Mġarr ix-Xini, Gozo (Foto unten) Das Klettergebiet Mġarr ix-Xini liegt in einem riesigen Talkessel. Wir hatten anfangs etwas Probleme den Einstieg zu finden, da man oberhalb parkt und dann Absteigen muss. Wir waren an der Champagne Walls, nicht weil es hier was zu trinken gab, sondern einige 6bs, die noch dazu schön lang waren – perfektes Gelände für meine Schwester. Bei mir hat es im Vorstieg nur für Dirty Girls 5C+ gelangt 😉. San Blas, Gozo Am besten von der Lage hat uns der „Tower of Power“ auf Gozo gefallen Im Februar stand der einzeln exponierte Turm in einem Blumenmeer über dem richtigen Meer. Die Routen auf der rechten Seite sind auch nicht ganz so überhängend und waren damit auch für uns kletterbar 6a-6c. Auf der anderen Seite der Turms gibt es Alles was der/die ambitionierte Kletterer(in) sich ertäumt - Routen von 7a-8a. Info: Allgemeine Informationen gibt es (auf Englisch) unter www.visitmalta.com. Der Kletterführer „Sportclimbing in Malta & Gozo“ als Buch ist von 2013 Wir haben uns mit dem alten Kletterführer und „The Crag“ durchgeschlagen. Wobei ich zugeben muss, dass meine Schwester die Sektorenauswahl gemacht hat – ich war eher für die Wanderungen zuständig. Du kannst auch folgende Seiten nach Updates von Touren checken: Malta Rock Climbing Club Malta Climbing Club Gozo Climbing Association Beste Zeit: Die ideale Zeit für einen Besuch ist von Oktober bis Mai. Im Sommer kann es vor allem an den nach Süden ausgerichteten Felsen unangenehm heiß werden – dafür macht Deep Water Soloing richtig Spass. Lies doch auch meine anderen Blogbeiträge über Malta und Gozo. Hin- und Herumkommen: Direktflüge von Frankfurt nach Malta gibt es beispielsweise mit Lufthansa. Ryanair fliegt ab Ende März von Karlsruhe/Baden-Baden. Alternativ ist auch die Anreise mit der Fähre möglich. Zwei Mal täglich zwischen Marsa (bei Valletta) mit dem Ort Pozzallo im Süden Siziliens. www.virtuferries.com (Englisch). Die öffentlichen Express-Buslinien X1, X2, X3 und X4 verbinden den Flughafen mit den wichtigsten Zielen auf der Insel. www.publictransport.com.mt (Englisch). Neben dem Angebot an Taxen und Mietwagen gibt es bei Malta Transfers Sammel- und Einzel-Transfers zu vielen Hotels. www.maltatransfer.com (deutsch). Auf Malta herrscht Linksverkehr. Mietwagen-Preisvergleich z.B. unter: www.billiger-mietwagen.de. Malta und Gozo verbindet eine Auto- und Personen Fähre. Sie fährt ca. alle 45 Minuten, eine Reservierung ist nicht erforderlich. www.gozochannel.com (Englisch). Schlafen: Aus einem 400 Jahre alten Bauernhof auf Malta haben die Gastgeber vom Talbot & Bons ein kleines charmantes B&B mit zwölf individuellen Zimmern umgebaut. https://talbotbons.com/ Doppelzimmer ab 80€. Im Herzen von Gozo am Fuß der Zitadelle von Victoria liegt das Casa Gemelli Boutique Guesthouse. Die Zwillingsschwestern Anna und Sonia führen das Haus mit viel Liebe zum Detail und servieren hervorragendes Frühstück. Zu buchen über Tel: +356 2155 9067 oder booking.com, Doppelzimmer ab 100€. Auf Gozo hatten wir, über Airbnb ein Apartment mitten in der Altstadt gebucht. Man kann es nur zu Fuß zu erreichen und nicht vor dem Haus parken. Aber es ist wundervoll ruhig und liebevoll renoviert. Hier gibt es mehrere Wohnungen: - Kleines Studio mit Bett auf der Galerie - Apartment mit eigener Dachterrasse und Blick über die Altstadt von Victoria Essen: Bunte Stühle, wackelige Tische, skurrile Memorabilien - was gar nicht glamourös klingt, diente Angelina Jolie und Brad Pitt als Drehort für „By the Sea" - und Gästen heute als sehr gutes Fischrestaurant. Café Mgarr ix-Xini, Gozo in der gleichnamigen Bucht vor Xewkija. Tel: +356 7955 3691

  • Norwegen: Wanderung zur Trolltunga

    Als ich das erste Mal ein Bild der "Trollzunge" sah, wusste ich sofort: da will ich hin, das Foto möchte ich auch haben. Ausgesetzte Höhenlage, eine grandiose Weitsicht über den See, Wasserfälle, Gletscher und Berge … und der Adrenalinschub beim Stand auf der schmalen Felszunge ist auch nicht zu verachten. Dieses perfekte Bild muss man sich hart verdienen: wer die 27,5km lange Wanderung angeht, muss gleichzeitig auch 1000 Höhenmeter überwinden. Trotzdem ist der mit „schwarz" bewertete Weg mit ungefähr 100.000 Besuchern im Jahr gut besucht. Oft ist ein Motiv, das man schon 1000 Mal auf Fotos gesehen hat, in der Realität etwas enttäuschend. Die Trolltunga gehört definitiv nicht dazu. Die 10 Meter lange Felszunge, die sich von einer Breite von 5 Metern auf wenige Zentimeter verjüngt, ragt waagrecht aus der Wand über den See. Die umliegenden Berge und der See schimmern im Nachmittagslicht bläulich, in der Ferne strahlt der Folgefonna - mit 214 Quadratkilometern drittgrösster Festlandsgletscher Norwegens. Wir haben Glück und können direkt auf der Trollzunge posieren, ohne in einer Warteschlange zu stehen. In der Hochsaison kann die Wartezeit durchaus bis zu unglaublichen 4 Stunden lang sein … ♡-Factor: ♡♡♡♡♡ Schwierigkeit: Wanderung, schwer Gehzeit: 8-10h Höhenmeter: 1100Hm Länge: 27,5 km Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln: ja Hütte am Weg: nein Beste Zeit: ohne Bergführer von Mitte Juni bis Mitte September Ausgangspunkt: Wanderparkplatz zur Trolltunga (420 hm): Skjeggedal 20, 5770 Tyssedal. Gebührenpflichtiger Parkplatz. Mit öffentlichem Transport zwischen Odda und Skjeggedal (Startpunkt der Wanderung): Trolltunga Shuttle: (15. Juni – 15. Sept.) Abholservice von den meisten Übernachtungsplätzen in Odda, www.oddataxi.no. ​Info: Der Weg zur Trolltunga wird auf www.visitnorway.de beschrieben Ausrüstung: Wanderschuhe, wind- und wetterfeste Jacke und Hose, Wechselkleidung, Kappe, Schal und Handschuhe, genügend Proviant und Getränke für die gesamte Wanderung, Stirnlampe, Wanderkarte, Kompass, Erste-Hilfe-Ausrüstung, ein aufgeladenes Handy. Bergführer: Trolltunga-Active bietet geführte Wanderungen zur Trolltunga auch mit Übernachtung in der Nähe der Felszunge. Zwei-Tageswanderung incl. Wanderführer, Übernachtung in einer eigens gebauten Plastikkuppel, Abendessen und Frühstück ab 400 Euro. Skjeggedal 20, 5770 Tyssedal, Tel: +47 99 11 2121, trolltunga-active.com Anreise: Mit dem eigenen Fahrzeug mit der Fähre von Hirtshals/Dänemark nach Kristiansand/Norwegen. 2h15 Fahrtzeit, directferries.de. Per Flugzeug mit einem Umstieg entweder nach Stavanger oder Bergen. Von dort weiter mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Mietwagen. Vom 1. Juli bis zum 31.8 gibt es einen Expressbus zwischen den Startpunkten für die Wanderungen zum Preikastolen und zur Trolltunga, gofjords.com. Schlafen: Das Trolltunga Hotel in Odda bietet Übernachtungsmöglichkeiten im 4er Schlafsaal oder im Doppelzimmer. Von hier fährt auch der Shuttle Bus zum Ausgangspunkt der Wanderung. Doppelzimmer mit Frühstück ab 124€. Trolltunga Hotel, Vasstun 1, 5750 Odda, Tel: +47 400 04 486, www.trolltungahotel.no/en Lofthus Camping bietet neben normalen Stellplätzen für Zelte und Camper auch Bungalows für 2-8 Personen. Die Lage direkt über dem Hardanger Fjord ist spektakulär. Zeltplatz ab 15 Euro, 2 Personen Bungalow ab 40 Euro. Lofthus Camping, Hellelandsvegen 120, 5781 Lofthus, Te: +47 53 66 13 64, www.lofthuscamping.com #Norwegen #Trolltunga #Wandern

  • Gozo: Wanderung zum Fungus Rock

    Auf Gozo scheint die Zeit noch still zu stehen. Die Bewohner sind deutlich entspannter und auch der Straßenverkehr ist weniger stressig. Die beeindruckende Zitadelle der Hauptstadt Victoria thront in der Mitte der Insel. Auch hier gibt es viele Wanderungen, die abgelegenen Strände und historische Sehenswürdigkeiten verbinden. Tolle Aussichten immer inklusive. Unsere Lieblingswanderung auf Gozo war die zum zerbrochenen Felsfenster am Dwejra Point. Hier findest alle Informationen inklusive GPS Daten. ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Start- und Endpunkt: Parkplatz am Dwejra Point Dauer: 4:15 Entfernung: 16,7 km Höhenunterschied: 330 m hoch und 370 m runter Einkehrmöglichkeiten: In San Lawrenz gibt es auf dem kleinen Platz vor der Kirche einige Cafés. Schwierigkeitsgrad: rot GPS-Daten auf Komoot - Du musst Dich einloggen, um sie zu sehen: Auf nach Gozo! Mit der Fähre geht es unkompliziert und in regelmäßigen Abständen in 25 Minuten von einer Insel zur anderen. Auf Gozo scheint die Zeit noch still zu stehen. Die Bewohner halten entspannt mit ihren Autos mitten auf der Gasse, um einen Plausch zu halten und nehmen sich auch netterweise Zeit für die Besucher. Auf der Suche nach dem besten Blick auf die Zitadelle von Victoria steigt ein älterer Herr hilfsbereit in seinen alten Fiat und zeigt uns an, ihm zu folgen. Am Friedhof Xaghra signalisiert er uns, zu parken und kurbelt das Fenster runter. „Passt das?“ fragt er uns. Passt ganz vorzüglich. Von dem Hügel haben wir einen atemberaubenden Ausblick auf die untergehende Sonne und die trutzige Zitadelle des heutigen Victoria (früher Ir Rabatt). Apropos Victoria - überall kann man noch die fast 150-jährige Regentschaft Englands erkennen. Sei es an den typisch roten Telefonzellen, oder daran, dass alle perfekt Englisch sprechen. Queen Victoria ist allgegenwärtig. Ihre Büste oder sogar eine lebensgroße Statue (sie war ja nicht so groß) entdecken wir auf einigen Plätzen. Doch das große Empire ist zerfallen, ein König regiert und Malta ist seit 1924 unabhängig. Wanderung zum zerbrochenen Felsfenster am Dwejra Point und Fungus Rock Ein Zeichen für die konstante Veränderung ist auch das zerbrochene Felsfenster am Dwejra Point, dem wohl meist besuchten Naturwunder des maltesischen Archipels. Hauptattraktion war das Azure Window, ein von den Elementen geformter, über 20 Meter hoher Felsbogen im Meer. Ein beliebtes Fotomotiv, das zum Wahrzeichen der Insel wurde - doch am 8. März 2017 zerbrach dieses Kunstwerk der Natur während eines heftigen Sturms. Die beiden heutigen Sehenswürdigkeiten der Wanderung rund um die Dwejra Bucht, der Inland See und der Fungus Rock, sind dagegen erst durch den Einsturz großer Karsthöhlen entstanden und somit ebenfalls Zeugnisse der Vergänglichkeit. Am Strand gibt es direkt am Meer eine Höhle, zu der man bei Ebbe waten kann. Von dort hat man freien Blick auf das Meer und die untergehende Sonne. Nächstes festes Land: die Küste Tunesiens. Während ich meine Zeit hier mit dem Philosophieren über die strategische Lage der Inseln vertrödele, nutzt meine Schwester Frauke ihre sinnvoller: Überall am Wanderweg wächst wilder Fenchel, dessen Blüten sie sammelt und abends als Gemüse mit lokalem Olivenöl anbrät. Grüne Küche neu interpretiert. Für was botanische Kenntnisse doch alles sinnvoll sind … Info: Allgemeine Informationen gibt es (auf Englisch) unter www.visitmalta.com. 35 Wanderungen werden im Rother Wanderführer „Malta-Gozo“ beschrieben. Beste Reisezeit: Der Frühling beginnt bereits Mitte Februar und ist die schönste Zeit zum Wandern - die Temperaturen steigen und die Wildblumen verwandeln die Inseln in ein Blütenmeer. Hin- und Herumkommen: Direktflüge von Frankfurt nach Malta gibt es beispielsweise mit Lufthansa. Ryanair fliegt ab Ende März von Karlsruhe/Baden-Baden. Alternativ ist auch die Anreise mit der Fähre möglich. Zwei Mal täglich zwischen Marsa (bei Valletta) mit dem Ort Pozzallo im Süden Siziliens. www.virtuferries.com (Englisch). Die öffentlichen Express-Buslinien X1, X2, X3 und X4 verbinden den Flughafen mit den wichtigsten Zielen auf der Insel. www.publictransport.com.mt (Englisch). Neben dem Angebot an Taxen und Mietwagen gibt es bei Malta Transfers Sammel- und Einzel-Transfers zu vielen Hotels. www.maltatransfer.com (deutsch). Auf Malta herrscht Linksverkehr. Mietwagen-Preisvergleich z.B. unter: www.billiger-mietwagen.de. Malta und Gozo verbindet eine Auto- und Personen Fähre. Sie fährt ca. alle 45 Minuten, eine Reservierung ist nicht erforderlich. www.gozochannel.com (Englisch). Schlafen: Aus einem 400 Jahre alten Bauernhof auf Malta haben die Gastgeber vom Talbot & Bons ein kleines charmantes B&B mit zwölf individuellen Zimmern umgebaut. https://talbotbons.com/ Doppelzimmer ab 80€. Im Herzen von Gozo am Fuß der Zitadelle von Victoria liegt das Casa Gemelli Boutique Guesthouse. Die Zwillingsschwestern Anna und Sonia führen das Haus mit viel Liebe zum Detail und servieren hervorragendes Frühstück. Zu buchen über Tel: +356 2155 9067 oder booking.com, Doppelzimmer ab 100€. Auf Gozo hatten wir, über Airbnb ein Apartment mitten in der Altstadt gebucht. Man kann es nur zu Fuß zu erreichen und nicht vor dem Haus parken. Aber es ist wundervoll ruhig und liebevoll renoviert. Hier gibt es mehrere Wohnungen: - Kleines Studio mit Bett auf der Galerie - Apartment mit eigener Dachterrasse und Blick über die Altstadt von Victoria Essen: Bunte Stühle, wackelige Tische, skurrile Memorabilien - was gar nicht glamourös klingt, diente Angelina Jolie und Brad Pitt als Drehort für „By the Sea" - und Gästen heute als sehr gutes Fischrestaurant. Café Mgarr ix-Xini, Gozo in der gleichnamigen Bucht vor Xewkija. Tel: +356 7955 3691

  • Klettern und Wandern rund um die Ebenalp

    Was interessiert ein kleines Kind saftig grüne Wiesen, wunderschöne braune Kühe mit schmucken Glocken, urige Kneipen an den ausgesetztesten Locations überhaupt, kristallklare See und Wanderwege über Stock und Stein, wenn die Beinchen zu kurz und alle Anderen älter und grösser sind (und vor allem längere Beine haben)? Die Antwort, zumindest in meinem Fall: überhaupt nicht! Ich war zu sehr mit Jammern, Schreien und Motzen beschäftigt. So hat es ungefähr 35 Jahre gedauert, mein Kindheitstrauma von der Wanderung am Säntis zu bewältigen und mal wieder in die Schweiz zu fahren. Meine Schwester - inzwischen sind unsere Beine ungefähr gleich lang - versprach mir gut abgesicherte Ein-bis Dreiseillängentouren in schönster Landschaft. Dass man bis zum Klettergebiet 700 Höhenmeter steil bergauf kraxeln muss und schon alleine der An-und Abstieg eigentlich ein tagesfüllendes Programm bietet, hat sie mir wohlweislich verschwiegen, bis wir im Auto unterwegs waren. Klicke auf das erste Foto um die Fotostrecke zu starten: Mit dem vollgepackten Kletterrucksack ist der Anstieg auf jeden Fall schweisstreibend, aber inzwischen weiss ich die Kühe, Wiesen, Gasthäuser etc. tatsächlich zu schätzen. Sobald wir aus dem Wald kommen, entfaltet sich ein Bergpanorama wie aus dem Heidi-Bilderbuch. Wer kann da (in meinem Alter) noch maulen? Mehr zu meckern gibt es bei der Bewertung der Schwierigkeitsangaben an der Südwand gleich hinter dem Gasthaus Äscher: Selbst in einer 5c muss ich die Zähne zusammenbeissen - sie fühlt sich eher wie eine 7 an. Auch die anderen meinen, dass es recht kräftig bewertet sei. Vorsichtig klettern ist angesagt, da direkt unter dem langen Felsband der Wanderweg verläuft. Ich hatte ständig Angst, dass ich einen Stein fallen lasse. Witzig sind natürlich die Kommentare der Wanderer: von "Seid ihr lebensmüde?" über "Das würde ich nie machen" zu "Sieht langweilig aus, die bewegen sich ja gar nicht" ist Alles zu hören. Positiv sind die relativ gute Absicherung (naja, ich bin nachgestiegen, und meine Schwester hat schon ab und zu einen Friend gesetzt) und die wirklich sehr guten Standplätze. Die Wand direkt am Äscher ist nach Süden ausgerichtet – wem das zu heiss ist, der kann auch an der Nordseite der Ebenalp klettern. Dieses Klettergebiet heisst Gartenalp und umfasst acht Sektoren mit 1-3 Seillängen-Touren, die meisten zwischen 6a und 7b. Wer auch dazu keine Lust hat, der findet bestimmt einen Wanderweg nach seinem Geschmack. Von einer Runde um den See bis zur 20km Rundtour um den Säntis wird Alles geboten. Ich glaube, ich komme nochmal zum Wandern und Staunen, ohne schweren Kletterrucksack wird das der totale Genuss!!! Hinkommen: Wer das Auto lieber stehen lassen möchte, kann ab Heidelberg in ca 6 Stunden, mit 3 Mal umsteigen, mit der Bahn direkt bis nach Wasserauen fahren. In Wasserauen gibt es einen grossen Parkplatz, von dem auch die Gondel bis hoch zur Ebenalb fährt. Zu Fuss geht es vom Tal kommend rechts vor der Seilbahn den steilen Wanderweg hoch Richtung Äscher-Wildkirchli. Schwitzen ist garantiert! Wer das zu anstrengend findet, nimmt die Seilbahn. Einfache Fahrt für 20, Hin- und Rückfahrt für 31 Franken. Luftseilbahn Wasserauen-Ebenalp AG Schwendetalstrasse 82 9057 Wasserauen Tel: +41 71 799 12 12 Fax: +41 71 799 12 13 info@ebenalp.ch Schlafen: Die nächste Unterkunft zum Klettergebiet ist das Berggasthaus Ebenalp auf 1644 Meter. Pro Person im Doppelzimmer incl. Frühstück Fr. 68.00, Matratzenlager incl. Frühstück Fr. 45.00 Tel. +41 71 799 11 94 infos@gasthaus-ebenalp.ch ​​Essen: Bereits um 1800 begannen die Eremiten und Sennen auf der Alp Äscher einfache Getränke und Speisen zu verkaufen. ​​Aus der Alphütte entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach und nach das Berggasthaus Äscher, welches zu den ältesten der Schweiz gehört. Es liegt hoch über dem Seealpsee an die hohe Felswand gekuschelt. Geöffnet: Mai–Oktober Tel. +41 71 799 11 42 swiss@aescher-ai.ch Klettern: SÜDWÄNDE Höhe 1590 m.ü.M., Richtung Südost, Sonneneinstrahlung morgens bis spät nachmittags. Die Wandflucht ist ca. 1.5 km lang, bis zu 80 m hoch und bietet mehr als 160 Kletterrouten von 1–3 Seillängen. Die Kletterei ist häufig technisch, an kleinen Kanten, Löchern und Griffen. Die Felsqualität wechselt von kompakt auf splittrig. Die angegebenen Kletterschwierigkeiten sind eher streng bewertet. Beste Kletterzeit: Frühling, Herbst, Winter an Föhntagen. Die Wände sind in Sektoren eingeteilt. Die Routen sind zum Teil am Einstieg mit kleinen schwarzen Tafeln markiert, auf welchen die Routen-Nr. und der Schwierigkeitsgrad angegeben sind. NORDWAND GARTENALP Die beste Kletterzeit ist im Sommer. Nach Regen bleiben die Wände lange nass. Zur besseren Orientierung wurden die Routen am Einstieg neu mit kleinen schwarzen Tafeln markiert, auf welchen die Routen-Nr. und der Schwierigkeitsgrad angegeben sind. Die Wand wurde in Sektoren eingeteilt. Es finden sich nur wenige Routen im 5. Schwierigkeitsgrad, keine darunter. Auf der Seite der Ebenalb Seilbahn gibt es den Kletterführer für die Nordwand, auch als Download: http://www.ebenalp.ch/sommer/klettern http://www.ebenalp.ch/tl_files/ebenalp/files/downloads/Kletter_Flyer.pdf Hier sind einige der Touren an der Sündwand: https://www.thecrag.com/climbing/switzerland/alpen/appenzeller-alpen/area/298298454 In Buchform für den ganzen Alpstein: https://www.amazon.de/Kletterführer-Alpstein-Kreuzberger-Hundstein-Altmann/dp/3859023292 Wanderfüher : Wer nicht nur klettern will, findet im Appenzellerland viele lohnenswerte Wandertouren. Auf der Seite der Ebenalpbahn gibt sein Karte und einige Wandervorschläge: http://www.ebenalp.ch/sommer/wanderkarte Der Rother Verlag hat einen Wanderführer mit den schönsten Wandertouren im Appenzellerland veröffentlicht: https://www.amazon.de/Appenzellerland-schönsten-Höhenwanderungen-Touren-Wanderführer/dp/3763340866/ref=pd_bxgy_14_img_2?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=V62P1V1GJK4ZE74GY6GG #Klettern #Schweiz #Ebenalb #Wandern #Äscher

  • Bhutan: Was ist wichtiger? Glück oder Geld?

    Bhutan, versteckt in den hohen Bergen des Himalayas, öffnet sich nur sehr behutsam für Touristen. Prachtvolle Klöster, Gebetsfahnen, tiefgläubige Buddhisten, unberührte Natur und die atemberaubende Landschaft bieten genug Gründe, das Land zu besuchen. Hier wird Glück höher bewertet als Wohlstand. Die berühmten Klosterfeste, auch als Tshechu bekannt, sind ein farbenfrohes Spektakel, das die Kultur und Traditionen Bhutans zeigt - das will ich natürlich nicht verpassen … Das Tigernestkloster „klebt“ an einer mächtigen Granitwand Ich schaue gespannt aus dem Fenster. Wie wird es wohl aussehen, das Land, von dem wir im Westen fast nichts wissen? Als unsere Boing den einzigen Flughafen des Landes ansteuert, muss der Pilot durch ein schmales Tal steuern. Es scheint, als ob die Flügel die grünen Hänge fast berühren. Landeanflug in Paro. Wie durch ein Wunder setzen wir sanft zwischen den Bergen auf. Der Flughafen und die bhutanesischen Gebäude, die wir von hier schon erhaschen können, sehen nach einer gelungenen Mischung aus schweizer Chalet und buddhistischem Tempel aus. Wir sind im Land unserer Träume gelandet. Wir sind in Bhutan! Hier der - wie immer verwackelte - Film: Der Legende nach hörte der tibetsche Heilige Tsangpa Gyare Yeshe Dorji im 11. Jahrhundert einen gewaltigen Donner, den er für die Stimme eines Drachens (auf bhutanesisch Druk) hielt. Diese Stimme proklamierte laut die Lehren Buddhas. „Der Heilige“ gründete daraufhin die Sekte Drukpa Kargyupa. Als diese dann im 17. Jahrhundert die bhutanesische Staatsreligion wurde, war auch der Name des Landes gefunden: Druk Yul: das Land des Donnerdrachens. Viele Legenden spinnen sich auch heute noch um das kleine Land, das eingekesselt zwischen den zwei Riesen Indien und China liegt. Alte Mythen sind hier noch lebendig, (Aber-)Glaube ist normaler Alltag, Berge und Sträucher haben eine Seele. Die traditionelle Tracht ist gesetzlich vorgeschrieben: Männer tragen den klassischen Gho, ähnlich einem schottischen Kilt, mit schwarzen Kniestrümpfen und Lackschuhen. Frauen benutzen den fein gewebten Stoff als eine Art Wickelkleid (Kira), das an den Schultern mit Silberspangen zusammengehalten wird. Jahre war das Land von der Außenwelt abgeschirmt. Der König wollte die Kultur im Land erhalten. 1960 wurde die erste Strasse gebaut, in den 80ern wurde Bhutan vorsichtig dem Tourismus geöffnet, seit 1999 gibt es Fernsehen und inzwischen kann jeder Bürger auch im Internet surfen. Das Königreich erlaubt keinen Individualtourismus. Reisende müssen eine Tagespauschale von 200 US$ pro Tag bezahlen. Wahrscheinlich hat dieser hohe Betrag zu der Legende geführt, dass nur eine begrenzte Zahl Touristen in das Land dürfen. Tatsache ist, dass nur eine limitierte Anzahl ausländischer Besucher pro Tag beispielsweise ein Kloster besuchen kann. Schon am ersten Tag, bei unserem Besuch in das Trongsa Dzong (bhutanesisch für Fort,) verstehen wir diese Begrenzung. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Eine Stunde laufen wir durch ein duftendes Kiefernwäldchen einen Berg hinauf. Plötzlich lichtet sich der Wald und wir sehen eine weiße Stupa (buddhistischer Reliquienschrein) im Sonnenlicht strahlen. Die Aussicht war die Anstrengung wert: Gebetsfahnen knattern im Wind und über uns schmiegt sich das Kloster an eine steile Granitwand. Die Mönchsbehausungen wimmeln von Männern in roten Kutten, die ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Kaum haben wir den Klosterhof betreten, sehen wir tausende von Butterlampen, die ihren Stiftern Glück bringen sollen. Durch eine mit Stoff verhangene Tür gelangen wir in das Innere (natürlich nur nachdem wir vorher unsere Schuhe ausgezogen haben). Spätestens jetzt wird jeder Besucher verstehen, warum es die Limitierung gibt: Wir sind die einzigen Touristen! Der blankpolierte Fußboden des Tempels schimmert in den warmen Farben, des Holzes, die Wände sind teilweise mit uralten Wandmalereien versehen, Mönche sitzen im Schneidersitz auf dem Boden und rezitieren Buddhas Lehren, Andere blasen in riesige Hörner. Der Tempel strahlt eine bewohnte Gemütlichkeit und gleichzeitig eine tiefe Ruhe aus. Am liebsten würden wir hier stundenlang sitzen und zuhören. Bhutan hat so viel zu bieten, dass man sich als Reisender ganz genau überlegen muss, was man machen, sehen, erleben möchte. Zur Auswahl stehen alte Klöster, Wanderungen durch unberührte Natur, Meditieren und farbenprächtige Klosterfeste und Relaxen. Unsere Gastgeberin wohnt etwas außerhalb von Thimpu (der Hauptstadt des Landes) auf einem Berg. Um uns nach der anstrengenden Reise richtig zu verwöhnen, verschreibt sie uns als erstes ein „Heißes Stein-Bad“. Nur flache Flusssteine dürfen dafür verwendet werden – sie werden in einem Holzfeuer so lange erhitzt bis sie rot glühen. Schnell erwärmen sie einen großen Behälter mit Quellwasser, der mit Kräutern angereichert ist. Sobald wir in den Holzzubern sitzen überfällt uns die entspannende Wirkung .... Willkommen in Bhutan! Thimpu ist die einzige Hauptstadt der Welt, die keine Ampeln besitzt. Der König musste der Volksstimmung klein beigeben, die diese zu unpersönlich fand. Jetzt steht wieder ein Polizist an der einzig größeren Kreuzung und winkt die wenigen Autofahrer durch. Bhutan hat ähnlich viele Einwohner wie Frankfurt am Main, allerdings auf einer Fläche so groß wie die Schweiz. Im Gegensatz zu seinen Nachbarstaaten strahlt Bhutan in allen Bereichen Ruhe aus. Internationale Aufmerksamkeit erregt das Land allenfalls durch unkonventionelle Initiativen wie die offizielle Einführung des Konzeptes von “Gross National Happiness” (übersetzbar mit “Bruttosozialglück”) als Leitlinie der Entwicklungspolitik, oder das landesweite Verbot von Zigarettenverkauf und Plastiktüten aus Gesundheits- und Umweltmotiven. 2005 wurde der König Jigme Singye Wangchuck mit dem Champions of Earth Award ausgezeichnet. Am 30.April 2006 wurde er vom Time Magazine, als einer der 100 Menschen gewählt, die die Welt verändern. Zu diesem Zeitpunkt war seine revolutionärste Entscheidung noch gar nicht publik. Erst am 14. Dezember letzten Jahres wurde bekannt, dass er sein Amt zugunsten seines Sohnes Jigme Khesar Namgyel Wangchuck niedergelegt hat. Mit 52 Jahren wäre alleine dieser Schritt ungewöhnlich genug, aber das eigentlich Ungewöhnliche ist, dass er nicht nur seine Macht, sondern die aller kommenden bhutanesischen Könige abgibt: Er eröffnet freiwillig den Weg in eine konstitutionelle Monarchie. Im Land des Donnerdrachens gibt es sie noch die Märchen, in denen der guten König sein Volk wichtiger ist, als er sich selbst. Nach Tagen der Ruhe, ausgedehnten Wanderungen, dem grossartigen Klosterfest in Paro mit seinen farbenprächtigen Maskentänzen und vielen, vielen Geschichten über Heilige, Steine, Berge und den König muss ich leider zurück in die Wirklichkeit, aber schon jetzt bin ich mir sicher, dass ich wiederkomme ... Auf Wiedersehen Bhutan! Informationen: Allgemeine Auskünfte zu Bhutan gibt in englischer Form, unter http://www.tourism.gov.bt Anreise: Lufthansa fliegt für ca 600€ nach Delhi. Von dort geht es nur mit Druk Air (ca. 488€) www.drukair.com.bt/ weiter. Planung: Bhutan hat eine Tagespauschale, die jeder Gast bezahlen muss. Diese beträgt von März-Mai, September-November 250 US$. Alle anderen Monate sind Nebensaison und werden mit 200 US$ berechnet. Was sich auf den ersten Blick als sehr hoch anschaut, relativiert sich wenn man betrachtet, dass diese Kosten Übernachtung, Essen, Reiseführer, Transport im Land und sogar Lasttiere für Trecks beinhaltet. Reisen kann man direkt im Internet über eine bhutanesische Agentur buchen (nur auf Englisch) http://www.tourism.gov.bt/directory/tour-operator, oder man bucht pauschal über einen deutschen Anbieter, wie beispielsweise dem DAV Summit Club. Übernachtung: Die Hotels haben alle „en suite“ Badezimmer und fliesend warmes Wasser und wurden von der Tourismusbehörde abgenommen. Essen und Trinken: Essen und alkoholfrei Getränke sind Teil der Tagespauschale. Meistens bieten Restaurants Buffets an, bei denen der Gast wählen kann was ihm am besten schmeckt. Die bhutanesische Küche dämpft die meisten Zutaten und ist unglaublich lecker. Das erste Mal Chilischoten mit Käse (traditionelles bhutanesisches Gericht) bleibt jedem Besucher in Erinnerung ... Erleben: Ein ganz besonderes Erlebnis ist ein Besuch eines der Klösterfeste (Tchechu). Besonders die farbenprächtigen Maskentänze und das Enthüllen der riesigen Thanka ist es wert seine Reise mit einem dieser Feste zu verbinden. Aktuelle Termine gibt es unter: http://www.bhutantravelbureau.com/tours-and-treks/festival-tours/paro-tsechu/ Die berühmteste Sehenswürdigkeit Bhutans ist das Tigernestkloster (Taktsang Lhakang) auf 2950 m. An einem steilen Abhang „klebt“ es an einer mächtigen Granitwand. Durch einen Nadelwald schlängelt sich ein Pfad ca. 1,5 Stunden steil bergauf. Weniger Sportliche können sich auch von einem Pony hinauf tragen lassen. Punakha Dzong liegt zwischen zwei Flüssen mächtig auf einer Insel. Früher war hier der Sitz des Königs. Die Versammlungshalle mit den 100 Säulen ist auch heute noch beeindruckend. Für ambitionierte Bergsteiger gibt es von Halbtages- bis 24-Tage-Wanderungen alles was das Herz begehrt. Der Snowman (auf deutsch Yeti!) Treck gehört zu einem der anspruchsvollsten Trecks weltweit. Touristisch kaum erschlossene Pfade führen zu entlegenen Yak-Almen und Wäldern mit seltener Bergflora, durch abgelegene Dörfer und über mehrere schneebedeckte Hochgebirgspässe von über 5.000 m. Im Hintergrund die prachtvollen Bergpanoramen des Himalajas. Vielleicht trifft man ja mit etwas Glück sogar den Yeti. Alle mehrtägigen Wanderungen sind inkl. Koch, Ponys/Yaks, Trägern und einem Bergführer. #Bhutan #Buddhismus #Klöster

  • Äthiopien - Warum jetzt gehen? 2. Grund: Die Danakil-Senke

    Die Danakil-Senke in Äthiopien ist einer der zehn heißesten Orte. Die Durchschnittstemperatur liegt hier bei heißen 49°. Die gelben Schwefelfelder von Dallol verleihen der Hitze einen ganz besonderen Geruch. Der Vulkan Erta Ale sieht aus wie der Mount Doom und fühlt sich auch so an - hier kann man auf einen riesigen roten Lavasee hinunterblicken. Willkommen auf einem anderen Planeten! Kein Witz: Die Danakil-Senke wird untersucht, um zu verstehen, wie sich Leben auf anderen Planeten und Monden entwickeln könnte. Sobald Du die Dallol-Schwefelquellen besuchst hast, wirst du verstehen, warum - aber fangen wir von vorne an. Von Mekele aus bieten mehrere Reiseveranstalter einen Ausflug zu den heißesten (in Bezug auf die ganzjährigen Durchschnittstemperaturen) und gleichzeitig zu einem der tiefsten Orte der Erde an (er liegt etwa 125 m unter dem Meeresspiegel). Dieses Gebiet ist sehr abgelegen, nur Sandpisten oder sehr holprige Straßen führen zu den Touristenattraktionen. Allerdings bauen chinesische Arbeitsteams derzeit Straßen in diesem Gebiet. Ob das eine gute oder schlechte Sache ist, müssen andere beurteilen. Wir hatten das große Glück, einen Mechaniker als Fahrer zu haben. Aved war nicht nur sehr nett und ein guter Fahrer, er hatte auch immer ein Auge auf die anderen Autos, um sicherzustellen, dass niemand stecken blieb. Im Sommer klettern die Temperaturen leicht über 50 Grad Celsius, aber selbst im Dezember haben wir noch über 30 Grad gemessen. Ein Auto blieb stecken, und es dauerte eine ganze Weile, bis wir es aus dem Sand befreit hatten. Für die 80 km lange Fahrt haben wir mehr oder weniger 6 Stunden gebraucht - nur um Ihnen einen Eindruck davon zu vermitteln, wie holprig die Straßen aus verfestigter Lava, Fels und Sand sind. Der Ort, an dem alle Jeeps anhalten und der Treck zum Berg beginnt, heißt Dodom. Wenn man sich den Vulkan Erta Ale als Tolkiens Schicksalsberg vorstellt, könnte man die Gegend um ihn herum genauso gut Mordor nennen. Dodom sieht zumindest aus wie ein Ort, an dem sich Orks wohlfühlen würden - es ist dreckig, mitten im Nirgendwo, stinkend und kochend heiß. Zum Glück schliefen wir nicht dort, sondern begannen unseren 3-stündigen Treck auf den Berg, sobald es dunkel war. Nun ... wir haben wunderschöne Bilder vom Lavasee gesehen, bevor wir losgefahren sind, aber - wie soll man es am besten ausdrücken - seit dem letzten Ausbruch im Januar 2017 hat der Vulkan eine Erkältung. Meistens ist der Lavastrom blockiert und man sieht nur noch viel Rauch - der mit seinem roten Glühen in der Nacht immer noch recht beeindruckend aussieht. Wir haben auf dem Kraterrand geschlafen, in der Hoffnung, eine bessere Aussicht zu haben und den Sonnenaufgang zu sehen. Das mit dem Sonnenaufgang hat geklappt ... Der morgendliche Spaziergang nach unten war ziemlich heiß und es machte mir nichts aus, in einer stinkenden Hütte zu frühstücken - solange sie Schatten bot und hier und da ein Kamel vorbeikam. Klicke auf das erste Bild, um die Galerie zu sehen: Als kleinen Bonus besuchten wir den Afera-See, der so etwas wie eine Miniaturausgabe des Toten Meeres ist. Wir waren sehr froh, ein wenig in dem salzigen Wasser zu schwimmen. Dieser Ort könnte das Paradies sein und wirklich schön zum Entspannen, aber im Moment ist er einfach zu schmutzig, um schön zu sein. Generell muss ich jetzt den geneigten Reisenden warnen: Danakil (Afar) war die am meisten verschmutzte Region, die wir in Äthiopien besucht haben. Es war ziemlich deprimierend, überall Plastikflaschen zu sehen. Aber das ist keine wirkliche Überraschung, sondern eine einfache Rechnung: An dem Tag, an dem wir auf den Vulkan fuhren (OK, das war Hochsaison), waren 60 Jeeps in Dodom. 60 Jeeps mit 4 Personen ergeben 240 Touristen, von denen jeder mindestens 4 Liter trinken wird. Das macht etwa 1.000 Plastikflaschen pro Tag - verrückt! Obwohl ich normalerweise versuche, Wasser abzukochen oder zu reinigen, gab es hier keine Alternative zu Wasser in Flaschen. Das war für mich wirklich das schockierendste und drängendste Problem auf unserer ganzen Reise. Nichts, was man nicht mit einem großen Trinkwassertruck und nachfüllbaren Flaschen lösen könnte ... Für die Übernachtung sind wir bis nach Abala gefahren. Wenn Sie die Tour machen wollen, würde ich Ihnen empfehlen, in Hamed Ela zu übernachten. Das ist vielleicht nicht der schönste Ort der Welt, aber es wird schön sein, den Sonnenaufgang über den Salzebenen zu erleben. Hier schneiden die Einheimischen rechteckige Stücke aus dem Salz und laden sie auf Kamele. Es sieht aus wie die großen Salzebenen in Bolivien - nur, dass man hier 4.000 Meter tiefer ist. Es ist wirklich spannend, den Einheimischen bei der Arbeit und den Kamelen zuzusehen ... auch wenn sie nicht beladen wurden, als wir dort waren. Ein weiteres Highlight: Aved hat für uns einen herzförmigen Salzsee zum Baden gefunden! Klicke auf das erste Bild, um die Galerie zu sehen: Der coolste (nicht von der Temperatur her ;-)!) Teil des dreitägigen Ausflugs war das Schwefelfeld von Dallol. Dieser Ort sieht wirklich wie ein anderer Planet aus. Die Erde ist leuchtend gelb, türkisfarbenes Wasser sprudelt in surreal anmutenden Seen, Schwefel dampft in die Luft, und hier und da findet man seltsame Felsformationen. Der Grund für all diese vulkanischen Aktivitäten ist, dass die Danakil-Senke am dreifachen Schnittpunkt dreier tektonischer Platten liegt und durch das Auseinanderdriften von Afrika und Asien entstanden ist. Klicke auf das erste Bild, um die Galerie zu sehen: Wenn Sie Gheralta nach dieser Reise besuchen möchten, würde ich Ihnen empfehlen, einen Transport von der Stelle aus zu organisieren, an der die Straße von Danakil auf die A2 trifft. So sparen Sie sich die 1-stündige Rückfahrt nach Mekele, um am nächsten Tag an der gleichen Stelle vorbeizufahren. Nach Gheralta ist es auch etwa eine Stunde von dieser Kreuzung. Ich habe nicht wirklich gefilmt - ich war zu sehr damit beschäftigt, all die schönen Dinge um mich herum zu fotografieren, aber da ich die Drohne dabei hatte und manchmal auch die Aufnahmetaste meiner Kamera drückte, hatte ich ein paar (sehr verwackelte, sorry) Clips, die ich zu einem kurzen Clip zusammengeschnitten habe. Ich hoffe, Sie haben Spaß beim Anschauen ... HINKOMMEN: Ethiopian Airlines fliegt täglich (zumindest von Frankfurt) direkt nach Addis Abeba. Wenn du bei ihnen buchst, bekommst du einen Rabatt auf die Inlandsflüge, den du wahrscheinlich auch brauchst, da die Straßen sehr holprig und staubig sind ... RUMKOMMEN: Wir haben alles über Lalibela Eco Trekking organisiert. Molla Kassaw - der Besitzer - hat unsere gesamte Reise organisiert und alles hat perfekt funktioniert. Wir hatten nicht einen einzigen Guide, sondern immer verschiedene lokale Guides, die uns ihre Stadt/Wanderung gezeigt haben. Auf diese Weise lernten wir viele verschiedene Leute kennen, die ihre lokalen Sehenswürdigkeiten am besten kannten. In den einzelnen Blogs werde ich die Orte und Restaurants empfehlen, die wir besucht oder gesehen haben, sowie alle anderen Kommentare, die wir zu den verschiedenen Orten und den Dingen, die man tun sollte, hatten. Hier alle meine Blogs zu Äthiopien: 10 Gründe, jetzt nach Äthiopien zu reisen Äthiopien - Warum jetzt gehen? 2. Grund: Die Danakil-Senke Äthiopien - Warum jetzt? 3. Grund: Die Fels-Kirchen von Tigray Äthiopien - Warum jetzt? 5. Grund: Wohne bei den Locals Äthiopien - Warum jetzt? 6. Grund: Weihnachten mit Engeln feiern Äthiopien - Warum jetzt? 7. Grund: Werf' Zitronen auf Deine zukünftige Liebe Äthiopien - Warum jetzt? 8. Grund: Simien Berge - Wo sich Affe und Steinbock gute Nacht sagen Äthiopien - Warum jetzt? 9. Grund: Graue Nilpferde im Blauen Nil Äthiopien - Warum jetzt? 10. Grund: Weil du die Menschen lieben wirst! Lalibela – Zwischen Himmel und Hölle

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