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- Whales on the rocks in Chile
Ich stehe an Deck der M/N Forest. Um mich herum ist es stockdunkel, nur vereinzelt blitzen Sterne durch die tiefhängenden Wolken. Foto Expedicion Fitzroy - Ich musste ja nach dem Wal schauen :;)! Vage kann ich die Berge und das Meer ausmachen, ich lausche angespannt in die Nacht. Das Wasser schwappt in dem geschützten Fjord leise an den metallenen Bootsrumpf – ansonsten absolute Stille. Hier an der Südwestküste Chiles, weitab jeglicher Zivilisation in den Fjorden Patagoniens, gibt es nichts als Natur. Nichts, was die Ruhe stören könnte. Plötzlich höre ich es ganz nah bei mir: ein Geräusch, als würde mit viel Druck eine Wasserfontäne in die Luft geschossen werden. Das Plätschern am Boot wird durch die Bewegung im Meer lauter. Noch mehr Atemfontänen werden in die Luft geblasen - auch in der Nacht schwimmen die Wale ganz nah am Boot vorbei. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Ich weiss auch nicht ganz genau, was für mich den Zauber der Wale ausmacht. Vielleicht der StarTrek Kinofilm, in dem Raumschiffkapitän Kirk und sein erster Offizier Spock in die Vergangenheit reisen müssen um Buckelwale zu finden, die mit ihrem Walgesang als einzige Lebewesen die Welt in der Zukunft retten können … oder lag es am Biolehrer während der Schulzeit, der uns einen Blauwal in Originalgröße auf den Schulhof malen ließ? Unsere gesamte Klasse - damals immerhin 30 15-jährige Schüler - konnte sich bequem auf das riesige Walgemälde legen, ohne dass es auch nur eng wurde. Und so habe ich schon überall auf der Welt nach Walen gesucht – in Afrika, Neuseeland, Hawaii, oder Sri Lanka, um nur einige Orte zu nennen. Natürlich habe ich auch schon welche gesehen, auf den berühmt-berüchtigten ‚Whale-Watching‘ Bootsexkursionen; ganz kurz in der Ferne aus dem Wasser auftauchend, es brauchte gute Augen und schnelle Reaktionen, um sie zu erkennen. Sobald es den Walen mit all den Touristen und Schiffen zu bunt wurde, sind die cleveren Meeresriesen einfach abgetaucht. So war die Euphorie immer nur flüchtig und mein Wunsch, diese Giganten näher zu sehen, ziemlich unbefriedigt. Vor einigen Jahren haben chilenische Meeresforscher eine Gruppe von Walen in den Fjorden nahe der Magellanstraße entdeckt. Eigentlich reisen alle Wale gemeinsam vom Äquator in die Antarktis, aber aus irgendeinem Grund gibt es einige, die hier bleiben, während die anderen ihre Reise in den Süden fortsetzen. Es ist ein ungeklärtes Phänomen, an dem die Wissenschaftler noch forschen. Fakt ist, dass dies der einzige Ort in der südlichen Hemisphäre ist, an den Buckelwale außerhalb der Antarktis zum Krill fressen kommen – ein geheimer, fast unbekannter Zufluchtsort. 2003 wurde hier das erste chilenische Marineschutzgebiet gegründet. Nicht nur Buckelwale, sondern auch Orcas, Minkwale, Seelöwen, See-Elefanten, Pinguine, Petrele und Kormorane wissen die abgelegene Inselwelt zwischen Patagonien und Feuerland zu schätzen. Der Park ist so unbekannt, dass noch nicht mal das allwissende Wikipedia einen Treffer dazu auswirft. Kein Wunder also, dass es momentan nur zwei Veranstalter gibt, die Touristen für zwei oder drei Tage in die Fjorde rund um die Insel Carlos IV bringen, wo die meisten Tiere gesichtet werden können. Unser Boot war um 18:00 Uhr in der Nähe von Punta Arenas zu der achtstündigen Fahrt aufgebrochen. Am Kap Froward haben wir die südlichste Spitze des chilenischen Festlandes umrundet und kreuzten dann weiter durch die labyrinthartige Fjordlandschaft Patagoniens – kein Wunder, dass hier über die Jahrhunderte mehrere Boote verschwanden … ohne GPS-Navigation wäre das auch heute noch ein Heldenstück! Unsere Kajüte auf dem Boot war mit ‚Expedicionarios‘ (Expeditionsteilnehmer) und dann mit unseren Namen versehen. Nur 13 Mann (und Frau) tummeln sich auf dem Boot, zuzüglich der Besatzung natürlich. Die meisten gehören zu einer Incentive Reise einer chilenischen Firma. Nach reichlich Zuspruch an der Schiffsbar – Getränke sind im Preis inbegriffen – und ein bisschen Karaoke war relativ schnell Ruhe an Bord eingekehrt. Nur die Motoren, die uns noch näher an unser Ziel schippern, stampfen konstant vor sich hin. Wahrscheinlich bin ich davon aufgewacht, als diese mitten in der Nacht ausgestellt wurden, und so bin ich leise an Deck geschlichen, um schon mal nach Walen zu lauschen. Zwar ist im Dezember in Südchile Hochsommer, aber so weitab des Äquators bedeutet das nicht allzu viel – am nächsten Morgen fegt ein Schneesturm um das Boot und wir können kaum die Hand vor den Augen sehen. Unseren englischsprachigen Guide Francesco scheint das nicht gross zu stören. Er hebt einen Windmesser in die Luft und gibt der Besatzung ein Zeichen, die Zodiacs für unseren Landausflug klar zu machen: Inzwischen haben wir immerhin sommerliche 8 Grad und Windgeschwindigkeiten von ca. 80 km/h. Die Crew verteilt Ölzeug und Gummistiefel. Mit all meinen Kleiderschichten sehe ich aus wie ein orangefarbener Mini-Wal, aber wenigstens pfeift der Wind nicht mehr durch die Kleider. Endlich reissen die Wolken auf, und so sehen wir zum ersten Mal den Santa Ines Gletscher, der sich unaufhaltsam über und an den Felsen vorbei in zwei mächtigen Zungen zum Meer geschoben hat. Von unseren Zodiacs aus sieht die hohe, hellblaue Wand beeindruckend aus. Prompt löst sich ein riesiger Eisbrocken und poltert mit viel Getöse, vom erbosten Geschrei der Vögel begleitet, in das Wasser. Um uns herum schwimmen Eiswürfel in verschiedensten Grössen und Farbschattierungen. Glücklicherweise sind unsere kleinen Beiboote wendiger als die Titanic, und so erreichen wir ohne Zwischenfälle den Kieselstrand vor dem Gletscher. Francesco zaubert eine Flasche Whiskey und Becher aus seiner Tasche und wir trotzen morgens Wind und Wetter mit unserem Whiskey auf Gletschereiswürfel! Die auf den Felsen nistenden Kormorane schauen uns interessiert bei unserem Gelage zu. Als unsere kleinen Boote weiterziehen, schaut ein Seelöwe verschlafen aus einer Felsspalte und Pinguine watscheln vom Ufer ins Meer, um dann ihren unbeholfenen Landgang durch ihre eleganten Schwimmkünste wettzumachen. Die Landschaft ist völlig unberührt – kein Haus, kein Weg, kein Geräusch. Nur Tiere, die uns interessiert anlinsen. Die Berge schimmern je nach Licht in Smaragdgrün oder olivbraun, einige sind schneebedeckt. Über ihnen kreist majestätisch der König der südamerikanischen Lüfte – der Kondor. Zurück an Bord, mit lebensrettendem Glühwein ausgestattet, verlassen wir die vielen engen Buchten, um endlich auch bei Tageslicht Wale zu sehen. Bei jedem Seehund stürmen alle Passagiere an Deck, um ihn mit einem lauten Ah und Oh zu feiern. Die Armen – sie wissen wohl, dass ihre Show nur von kurzer Dauer ist. Sobald der erste Wal in der Ferne an seiner Wasserfontäne erkannt wird, hat keiner mehr Augen für etwas anderes. Im Gegensatz zu meinen anderen Walfahrten jagt der Kapitän aber nicht der Fontäne hinterher, sondern drosselt stattdessen das Schiff, so dass es ruhig im Wasser liegt. Francesco grinst nur, als wir ihn empört anschauen: „Die Wale kommen hier von alleine – ihr müsst nur warten“. Kaum hat er ausgesprochen, hören wir einen Wal atmen … schon viel näher. Alle Passagiere starren mit gespannter Vorfreude auf das Wasser, wie sonst nur kleine Kinder auf den Weihnachtsbaum. Auf der anderen Seite erscheint ein zweiter Wal. Mit einer seelenruhigen Eleganz lässt er seine Rückenfinne durch die Wasseroberfläche gleiten. Steuerbord ertönt eine neue Wasserfontäne – dieses Mal nur 10 Meter vom Boot entfernt. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Vor Freude jubelnd rennen wir hinüber und verpassen dabei fast, wie der Wal auf der anderen Seite in einer wunderschönen Abrollbewegung seine Schwanzflosse aus dem Wasser hebt. Francesco macht wie wild Bilder. Die Musterung auf der Heckflosse, erklärt er uns später, ist für Wale ein Identifizierungsmerkmal wie für uns der Fingerabdruck. An Bord ist ein dickes Buch von über 120 verschiedenen Schwanzflossen-Fotos. Anhand dieser Bilder können die Wissenschaftler Informationen mit den Meeresbiologen in Kolumbien – dem Überwinterungsort dieser Buckelwale – austauschen: welcher Wal wandert wann wohin, hat er Junge bekommen; das sind nur einige der Punkte, die interessant sind. „Schaut mal, ein Junges, das ist neu“ ruft Francesco und deutet auf ein immerhin schon fünf Meter langes graues, rundes Etwas, das sich vor unseren Augen im Meer rollt. Wir können die weissen Flossen unter der Wasseroberfläche sehen, aber da legt es sich auch schon zur Seite und wedelt ein bisschen in der Luft. Unter wildem Getöse kreiselt es noch einmal um die eigene Achse, um dann abzutauchen. Enttäuscht ob dem Ende der Show starren wir auf das Wasser. Mit einer lauten Wasserfontäne taucht es just in diesem Moment auf der anderen Seite des Bootes wieder auf – gerade so, als hätte es eine Menge Spass an diesem Versteckspiel. Mehr als zehn Wale plantschen zwischenzeitlich um das Schiff – manche verspielt mit viel Wasserwirbel, andere sehr elegant schwimmend. Es regnet, es schneit, die Sonne scheint, Regenbogen verzaubern die Fjorde in einen magischen Ort, bevor es wieder aus Kübeln schüttet und eisiger Wind uns von Deck vertreiben will (erfolglos). Stundenlang schauen wir dem Spektakel zu, ohne eine Sekunde müde zu werden. Ich mache unzählige Fotos, da ich denke, dass die Wale bestimmt gleich abtauchen und weg sind. Aber sie bleiben … und fast scheint es, als würde ihnen unsere Gesellschaft genauso viel Spass machen, wie uns die ihrige. Weitere Auskünfte: www.chile.travel/de gibt allgemeine Auskünfte über das Reiseziel Chile. Anreise: LAN Chile fliegt täglich von Frankfurt über Santiago de Chile nach Punta Arenas. www.lan.com Ein Zwischenstopp in der Hauptstadt ist auf jeden Fall auch empfehlenswert. Tour: Im Francisco Coloane Marine Park besteht zwischen Dezember und April eine sehr gute Chance, Wale zu sichten. Da nur zwei Veranstalter diese Tour anbieten, empfiehlt es sich, weit im Voraus zu buchen. Bei der oben beschriebenen Bootstour des Anbieters Expedicion Fitzroy wird in Kajüten direkt an Bord geschlafen. Tel +56-96491773, info@expedicionfitzroy.com, https://www.facebook.com/ExpedicionFitzRoy WhaleSoundist ein weiterer Veranstalter, der die Walbeobachtung in diesem Nationalpark anbietet. Hier wird auch in einem Camp auf einer Insel übernachtet. www.whalesound.com, Tel +56-98879814 Schlafen Punta Arenas: In Punta Arenas empfiehlt sich Hospedaje Magallanes, Magallanes 570, Punta Arenas, Tel: +56-61-222 8616, reservas@hospedaje-magallanes.com, http://hospedaje-magallanes.com/ Das günstige Bed & Breakfast wird von einem sehr hilfsbereiten, deutsch-chilenischen Paar geführt, über die man auch diese Tour buchen kann. Essen Punta Arenas: La Mesita Grande hat uns so gut gefallen, dass wir gleich ein paar Mal zum Pizza essen kamen. Im Gegensatz zu den in Chile sonst üblichen sehr teigigen und käsigen Pizzen, schmeckt es hier wie in Bella Italia. O'Higgins 1001, Punta Arenas 6201099, Tel: +56 61 224 4312, http://www.mesitagrande.cl/alacarte/carta-en-pdf/
- Do you speak English? Sprachreisen in Südengland
„Hier kommt unsere Seufzerbrücke. Über die müssen die Studenten des St John College gehen, um ihre Prüfungen abzulegen, da ist natürlich der ein oder andere Seufzer zu hören“ … grinst Alex und stakst seine Besucher weiter am Trinity und King‘s College vorbei. Der Bootsführer sieht aus wie ein Hobbit und spricht nur in Reimform. Er kennt alle Sehenswürdigkeiten, die man vom Wasser aus betrachten kann. Im altehrwürdigen Cambridge ist ein schmaler Kahn das Transportmittel der Wahl. Studenten verdienen sich in den Sommerferien ihren Lebensunterhalt, indem sie Besucher auf dem Fluss Cam an den weltberühmten Colleges mit den Stechkahn vorbei staksen. Die Bögen der Brücken, die den Fluss überspannen, sind sehr niedrig und er biegt sich artistisch, um in dieser Lage trotz seines behäbigen Körperbaus elegant auszusehen. Wer sich wenigstens für eine kurze Zeit unter die lange Liste von berühmten Persönlichkeiten mischen will, die in Cambridge studiert haben, ist hier genau richtig – keine andere Universität hat mehr Nobelpreisträger hervorgebracht. Sprachreisen in Südengland sind nicht nur etwas für Jugendliche - Das ganze Jahr über können sich hier auch Erwachsene, die ihr Englisch auffrischen oder verbessern wollen, in diversen Sprachschulen einschreiben - Englisch wird heute in vielen Berufen vorausgesetzt. In speziellen Business-Kursen werden Themen wie Kommunikation am Arbeitsplatz, Meetings, Verhandlungstechniken, Schriftverkehr im Geschäftsleben oder Präsentationen angeboten. „Mein Englisch war ganz in Ordnung, aber ich hätte mich nicht getraut, mich mit internationalen Kunden an einen Verhandlungstisch zu setzen. Hier kann ich mein etwas angestaubtes Schulenglisch auffrischen und noch dazu die lebendige Atmosphäre der Stadt genießen“ erzählt Gerhard aus Stuttgart , der gerade in einem der gemütlichen Tea-Rooms der Stadt eine Tasse Tee mit „a drop of milk“ genießt … auch englischen Lebensstil nehmen Sprachschüler so „on the go“ mit. „Heute muss man einfach englisch sprechen können – ohne kommt man später im Beruf nicht weiter.“ In Brighton nimmt Emma aus Berlin an einem Abiturvorbereitungskurs teil. Mit acht anderen Schülern aus ganz Deutschland büffelt sie 30 Stunden in der Woche im trubeligen Seebad. „Mit dem Englischunterricht in der Schule hat das hier aber nicht so viel zu tun“ erzählt sie „hier kommunizieren wir viel mehr und verlieren so die Angst, englisch zu sprechen. Der ganze Unterricht ist viel interaktiver.“ Gerade spielt sie mit ihren Klassenkameraden ein Spiel, bei dem sich aus verschiedenen Würfelwürfen Frage-Kombinationen ergeben. Die Frage, die sie gestellt bekommt „Was würdest Du machen, wenn Du Präsident wärst?“. 1815 war George IV zwar nicht Präsident, aber dafür der Prinz von Wales. Er baute den berühmten „Royal Pavillion“ in Brighton. Außen gleicht er einem gigantischen indischen Palast, während die Innenräume auch dem chinesischen Kaiser dieser Zeit bestimmt gefallen hätten. Riesige Küchen, mit Gold und Drachen verzierte Speisesäle, dicke Teppiche und ein Geheimgang zum Pferdestall – angeblich war der inzwischen gekrönte George IV so dick, dass es ihm peinlich war, von seinen Bediensteten beim Laufen gesehen zu werden. Wie sein Pferd mit seiner Leibesfülle zurecht kam, ist nicht berichtet … „Eigentlich sollte ich mich bei Jeremy Clarkson bedanken … Kennt ihr Top Gear?“ Okan Isov schaut die Schüler erwartungsvoll an, als er ihnen das Gelände von Winchester zeigt. Offensichtlich ist er vom schrulligen Ex-Moderator der Kult-Autosendung und seinem direkten und mit humorvollen Spitzen durchtränkten Stil begeistert. „Als Jugendlicher liebte ich die Serie und schaute jede Folge die es - im Internet aber nur auf englisch - gab. Dadurch habe ich so gut englisch gelernt, dass ich in meinem Heimatland Bulgarien einen Wettbewerb gewann, dessen erster Preis ein Stipendium für eine Summer School in England war.“ Okans Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte: Er liebte das britische Leben von Anfang an so sehr, dass er mit Begeisterung nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur in sich aufsog. Seine Lehrer bei der Sprachreise waren ebenfalls von ihm beeindruckt. Im nächsten Sommer kam er wieder – dieses Mal als Mitarbeiter. Inzwischen studiert Okan, wenn er nicht gerade bei der Sprachschule einen Ferienjob hat, in Bulgarien Medizin und arbeitet hart an seinem Traum, nach dem Studium in England zu arbeiten. Natürlich wollen die Kinder und Jugendliche in ihren Sommerferien nicht nur trocken Englisch lernen, sondern vor allem auch Land und Leute kennen lernen und Spaß haben. Okans Kumpel Josuha Sewell ist „Activity Leader“ - er organisiert Sportaktivitäten und Ausflüge (das weltberühmte Stonehenge ist beispielsweise nur einen Steinwurf entfernt). Am College in Winchester gibt es eine Besonderheit: Hier kann man neben Englisch auch Tennis- oder Fußballunterricht erhalten. Joshua ist ausgebildeter Fußballtrainer, bei ihm stehen am Nachmittag neben Technik und Taktik das Spiel & der Spaß an erster Stelle. “Fußball ist ideal, um die verschiedenen Nationalitäten zusammen zu bekommen. Im Prinzip ist es ein einfaches Spiel, das jeder sofort versteht und für das man nicht viel braucht außer ein bisschen Platz, zwei Tore und einen Ball. Alleine kommst du nicht weit, und so müssen die Kinder miteinander kommunizieren, um zu gewinnen. Aus einzelnen Jugendlichen aus China, Ukraine, Italien, Frankreich und Deutschland wird so schnell ein Team, das sich -wie selbstverständlich – auf Englisch zuruft. Diese Entwicklung zu beobachten ist für mich immer wieder faszinierend.“ Gerda aus München ist ganz froh, dass sie mit ihren 60 Jahren nicht mehr Fußball spielen muss, um ihre englischen Sprachkenntnisse zu verbessern. Sie hat eine Busreise durch Südengland gebucht, bei der die Sprache sozusagen „on the road“ näher gebracht wird. „Man ist nie zu alt, um etwas zu lernen! Und hier im geschichtsträchtigen Ursprungsland dieser Sprache macht das doch 1000 mal mehr Spaß, als in einem stickigen Vorlesungszimmer“ erzählt sie fröhlich. Gerade steht sie vor der Tower Bridge und genießt mit ihren Mitschülern eine Unterrichtsstunde unter freiem Himmel. Bei den Grausamkeiten, die im weltberühmten Gefängnis schon begangen wurden, wäre es ihr vielleicht lieber, sie würde nicht jedes Wort verstehen! Anreise: Direktflüge von Frankfurt nach London Heathrow gibt es beispielsweise mit der Lufthansa für ca 100€ pro Person. In den Sommerferien steigen die Preise oft um ein vielfaches – frühes Buchen lohnt sich. www.lufthansa.de Pauschal: Sprachreisen nach England bietet beispielsweise LAL-Sprachreisen mit Sitz in München an, die zur FTI Gruppe gehört. Tel: 089 – 25252406, www.lal.de, 1 Woche Englisch Standardkurs mit 15 Lektionen pro Woche und Privatunterkunft mit Frühstück ab ca 500€. Oder bei dem in Cambridge ansässigen Anbieter Select English, Tel:+44-(0)1223-323718, www.selectenglish.co.uk. 2 Wochen Intensiv Kurs mit 15h pro Woche, Privatunterkunft mit Halbpension ab ca 900€. Übernachten: Das Boutique-Hotel Alexander Pope in Twickenham – nur 20 Minuten mit dem Zug vom Zentrum Londons entfernt - bietet individuell eingerichtete Zimmer und ein gemütliches, luftiges Restaurant mit riesigem Wintergarten gegenüber der Themse. Doppelzimmer mit Frühstück ab 100€. Cross Deep, Twickenham, Tel: +44 80)-20 8892 3050, www.alexanderpope.co.uk/ Das Brighton Harbour Hotel & Spa liegt direkt an der Promenade in Brighton. Die Zimmer zum Meer sind sicherlich nich die leisesten, aber dafür die schönsten in der ganzen Stadt. So wurde das Hotel 2017 von der Sunday Times als „Best place to stay“ gewählt. Doppelzimmer mit Frühstück und SPA Benutzung ab 100€. 64 King’s Rd, Brighton, Tel: +44 (0)1273 323221, www.harbourhotels.co.uk/hotels/brighton Essen: Das Restaurant „Chesil rectory“ ist in einem 600 Jahre alten Gebäude in Winchester untergebracht. In den stilvoll eingerichteten kleinen Räumen werden vom netten Personal moderne Klassiker der englischen Küche serviert. 1 Chesil St, Winchester, Tel: +44 (0)1962 851555, chesilrectory.co.uk Insider-Tip: Wer sich früh genug um die Tickets kümmert, kann kostenfrei Londons höchstgelegenen Garten besuchen. Die Glaskuppel des „Skygarden“ überspannt das 35., 36. und 37. Stockwerk des gleichnamigen Wolkenkratzers. Tickets unter: https://skygarden.london 1 Sky Garden Walk, London, Tel: +44 (0)207 337 2344 #England #Sprachreise #Cambridge #Brighton
- Jolly Girls Outing in Rio de Janeiro
Samstag morgen: Meine Freundin Christiane ruft mich an: "Gehst Du heute Abend mit weg?" Ich: "Nein, ich muss auf einen Dreh". Christiane: "Mhm … willst Du am Mittwoch mit nach Rio fliegen? Claudi kommt auch." Für eine kurze Zeit hatte ich mit meiner Stewardessen-Freundin Christiane in einer WG gewohnt, dann musste ich wegen Depressionen flüchten. Während sie immer braungebrannt zwischen Safari in Tansania, Braunbären beim Lachsfangen, oder Hängematte in Aruba wechselte, fuhr ich bei Nieselregen in die Firma. Inzwischen haben sich die Umstände zwar ein bisschen geändert, aber meine Freundinnen Christiane und Claudia fliegen immer noch und natürlich kann ich bei so einem Angebot nicht nein sagen … vor Allem, da ich auch noch bei der Landung im Cockpit sitzen darf!!! Netterweise sind wir auch noch in einem sehr schicken Hotel mit Pool auf dem Dach direkt an der Copacabana untergebracht von dem aus wir nur die nach draussen laufen müssen um mitten im brasilianischen Leben zu stehen! Gleich mal vorweg: Für mich ist Rio eine der schönsten Grossstädte in denen ich je war. Die Kombination aus Granitbergen, Wald, Meer und breiten Sandstränden ist einfach einzigartig! Ausserdem gilt hier das Motto "Life is at the beach" - Schon bei Sonnenaufgang ist der Strand und die Promenade voll mit Menschen, die Sport treiben. Egal ob Oma beim walken, schicke Frau beim Beach Volleyball spielen, Poser an den Geräten, oder Normalo beim Joggen - ich komme mir vor wie in einem Outdoor-Fitness-Studio Paradies! Eine Bucht weiter - und einen wunderschönen Spaziergang die Promenade entlang - liegt der berühmte Ipanema Beach. Gleich am Anfang des Strandes begrüsst uns die Statur von Antônio Carlos Jobim und sofort fangen wir an das "Girl from Ipanema" zu trällern. Herrlich amüsieren uns, die aufgepumpten, aber sehr freundlichen Boys from Ipanema, die ihre Muskeln an den Geräten weiter trainieren. Unser Amüsement wird scheinbar als Verehrung verstanden und so bietet einer der Herren - in seiner Gnädigkeit - sogar an ein Foto mit uns zu machen, da können wir natürlich nicht nein sagen - das wäre ja unfreundlich :;)! Wirklich interessiert sind wir allerdings eher an dem netten Herrn am Strand … mit dem Tablett voller Caipirinhas. Ein halber Liter Maracuja-Caipi am Mittag batscht auf wenig Essen und wenig Schlaf ganz schön, aber wir machen einfach munter mit dem nächsten weiter und dann geht es besser … Wir mieten uns ein Fahrrad und fahren einmal rund um die Rodrigo de Freitas Lagune … naja wären wir, wenn uns nicht das ein Café so verlockend angelächelt hätte … Zum Sonnenuntergang gehen wir auf die Felsen zwischen Copacabana und Ipanema. Von hier sieht man am besten, wie die Sonne zwischen den perfekt geformten Kegeln und dem Meer untergeht. Am nächsten Tag machen wir eine Stadtführung: Erst mal geht es natürlich zum Christus. Vom Corcovado hat man einen tollen Blick über die Stadt und die Buchten. Die Escadaria do Selarón ist eine mit 2.000 Fliesen aus 60 Ländern geschmückte Treppe im Stadtteil Santa Teresa, den wir mit seinen süssen Cafés und der gelben Strassenbahn so toll finden, dass wir Abends - vor unserem Besuch auf dem Zuckerhut zum Sonnenuntergang - gleich wieder hierherkommen. In der Favela Santa Marta hat Michael Jackson 1996 unter grössten Sicherheitsvorkehrungen sein Video "They don't really care about us" gefilmt. Eine lebensgrosse Statue erinnert noch daran. Am nächsten Nachmittag haben Claudia Kollegen einen Segeltrip zu den Cagarras-Inseln geplant, da lassen wir uns natürlich nicht lumpen und fahren mit. Der Törn dauert 4 Stunden und kreuzt von der Stadt an der Copacabana vorbei am Zuckerhut in die Guanabara Bucht zu den Inseln bei denen man auch Baden kann. Im Sonnenuntergang gehts zurück. Und am nächsten Tag ist der Stopover auch leider schon vorbei. Schade man könnte hier noch so viel machen: Klettern, Wandern, Sightseeing und natürlich Caipis trinken. Kleiner Nachsatz zur Sicherheit: Rio wird als ganz schlimm unsicher beschrieben. Ich habe mich an der Promenade von der Copacabana und Ipanema nicht unsicher gefühlt. Allerdings würde ich auf keinen Fall alleine in einsamen Gassen rumlaufen, sondern immer schauen, dass ich auf gut ausgeleuchteten, einsichtigen Wegen bleibe auf denen möglichst viele Menschen unterwegs sind - Wenn das nicht geht ein Taxi nehmen. Ich hatte auch nur meine alte Kamera dabei und diese, sobald ich nicht gerade ein Foto gemacht habe, in einer alten Hippie-Stofftasche. Am besten im Hotel fragen, wie sie die Situation einschätzen. #RiodeJaneiro #Brasilien
- Raus aus Dublin - ab nach Howth
Wer, wie ich nicht so der Stadtmensch ist, der freut sich über jede Möglichkeit aufs Land zu gehen - selbst bei einem City Trip. Von Dublin Stadt - direkt an der Samuel Beckett Brücke, die aussieht, wie eine Harfe startet morgens um 11 Uhr eine Fähre, die uns erst in das Fischerstädtchen Dun Laoghaire und dann weiter zur Halbinsel Howth bringt. Auf dem Weg versorgt uns eine nette "Ringerin" mit allerhand Informationen zu Flora und Fauna aber auch zur Stadt und ihren Bauwerken. Besonders interessant fand ich, dass Trinity University ursprünglich mal am Meer war. Durch die Landgewinnung liegt jetzt weit im Trockenen. In Dun Laoghaire macht das Boot ca 30 Minuten Pause - genug um sich die Beine zu vertreten und einen Kaffee zu ziehen. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Howth ist ein supersüsses Fischerdorf von dem man einen spektakulären Blick auf Ireland's Eye hat. Beim Anlegen plantschen im Hafen um uns herum lustig einige Seehunde. Ein langer Pier lockt mit diversen Fischrestaurants zum Einkehren, wir lassen uns aber nicht ablenken und wandern erst man beherzt los. Die Wanderung ist mit lilanen Pfeilen gut ausgezeichnet. Von Anlegesteg kommend, laufen wir am Hafen links die Promenade entlang. Die Balscadden Road führt rechts den Berg hinauf vorbei an Balscadden House in dem angeblich mal der Dichter W.B. Yeats gewohnt hat. Von hier kann man den Cliff Walk nicht mehr verfehlen. Durch dichten Farn schlängelt sich der Weg die steile Küste entlang. Der beste Orientierungspunkt ist der exponierte Leuchtturm. Bevor wir auf die Halbinsel abbiegen auf der er steht, klettern wir die steilen Stufen zur einer kleinen Bucht hinunter in der man schwimmen kann - wenn man gut mit kaltem Wasser zu recht kommt … Der Weg verläuft noch einige Kilometer entlang der Küste bis er am Golfclub die Halbinsel durchwandert um wieder in Howth am Bahnhof anzukommen. Hier durchqueren wir auch das Moor, dass unserem Rundweg seinen Namen gegeben hat: Bog of Frog. An diesem heissen Sommertag kann ich aber weder ein Moor erkennen noch Frösche orten. Aber das Wetter ist für Irland auch eher ungewöhnlich … Nach 12km bergauf-bergab haben wir uns dann auch uns lecker Fisch redlich verdient. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass von der Sonnenausrichtung ein Lunch besser, als ein Dinner wäre - wenn man draussen sitzen will - da nachmittags die Sonne am Pier hinter den Häusern steht. Am einem sonnigen Wochenende sollte man auch nicht erwarten hier alleine zu sein. Halb Dublin hat dann nämlich die gleiche Idee :;)! Hinkommen: Das Boot kann man bei Dublin Cruises im voraus buchen: Kosten pro Nase 28 Euro. Den Rückweg macht man am besten mit dem DART Zug auf den es mit dem Bootticket eine Ermässigung gibt. Abfahrt in Dublin im Sir John Rogerson’s Quay gegenüber vom Dublin’s Convention Centre und direkt an der Samuel Beckett Brücke vor dem "The Ferryman" Pub. Essen: Wir fanden Octopussy's Seafood Tapas super lecker. Die Bedienung war nicht die Schnellste, aber mein Lachs in Teriyaki Sauce war spektakulär. Es liegt direkt am Pier. Tel: +353 1 839 0822 #Dublin #Howth #Wandern #Irland
- Geheimtip: Wanderung zum Brides Head
Die perfekte Bucht als Open-Air Kirche: Brides Head Der Mann im Pub in Wicklow wirkt vertrauenswürdig: Seine Arme sind tätowiert - Rechts die irische Harfe, links das irische Kleeblatt. Wir gehen also davon aus, dass sein Herz irisch schlägt und das er sich auskennt. Auch dass er der einzige Gast zu dieser späten Stunde im Pub "Nel Keenan's" ist und seine Aussprache nicht mehr ganz so flüssig ist, ignorieren wir … und das mit Recht: Er hat uns während unserer Reise zahlreiche Geheimtips gegeben. Der Tollste ist die Wanderung zum Brides Head. "Damals als die Engländer hier noch das Sagen hatten …" erklärt er uns …"da durften wir nicht im katholischen Glauben heiraten. Wir sind damals zu der Bucht "Brides Head" gegangen, die von oben nicht einsichtig ist und das war dann sozusagen die Open-Air Kirche." Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zu dem Küsten-Spaziergang nur ein paar Kilometer südlich von Wicklow. Man kann entweder direkt in Wicklow ab dem „Black Castle“ der Küste gegen Süden folgen, oder ihr fahrt ein Stück auf der R750 nach Süden – direkt nach dem Wicklow Golfclub gibt es ein Parkplatz auf der linken Seite. Hier beginnt die Wanderung. Zur Begrüssung sehen wir das nicht besonders einladende Schild, dass der Küstenweg wegen Erosion gesperrt ist. Da es heute ein sonniger Tag ist und nicht gerade so aussieht, als ob es uns im nächsten Moment mit viel Regen den Berg hinab spült, ignorieren wir das Schild und steigend die Treppe zum Meer hinab. An der ersten Bucht angekommen folgen wir dem - trotz Sperrung - häufig gegangenen Pfad nach rechts. Der Weg führt – an weiteren Verbotsschildern vorbei – immer an der Küsten entlang. Zwischen Farn und Heidekraut spazieren wir von Bucht zu Bucht. Ziemlich langsam, denn alle paar Meter steckt ein neugieriger Seehund seine Nase aus dem Wasser und schaut uns interessiert an – da wäre es ja unverschämt nicht interessiert zurück zu gucken, oder? Eine kleine Tafel markiert den „Brides Well“, hier ist der „Brides Head“ eine perfekt hufeisenförmige Bucht, die oben von dichten Farn bewachsen ist. Ein Stückchen weiter gibt es eine weitere, grössere Bucht mit einem grossen Felsen in der Mitte. Perfekt für ein kleines Nickerchen, oder mit den Seehunden zu spielen, die sich immer näher an uns heran trauen. Ein Kilometer weiter erreichen wir das Tor zum Wicklow Head Lighthouse. Ein weiteres Verbotsschild sagt, dass man hier nicht weiter laufen darf. Dieses mal drehen wir brav um und laufen zurück. Auf dem Rückweg treffen wir ein irisches Paar, die sich köstlich über uns amüsieren. Ihrer Meinung nach würden nur Deutsche sich an so eine Schild halten. Wahrscheinlich haben sie recht, denn eigentlich kann man das Wicklow Head Lighthouse auch als Unterkunft mieten, dann muss man ja auch irgendwie hinkommen :;)! Der Weg ist einfach nur ungefähr 3km. Wer will kann die Küste natürlich auch weiter gen Süden wandern. Es folgen malerische Buchten wir Magheramore Beach, oder Brittas Bay. Schlafen: Im Leuchtturm können 4 Leute schlafen. Das Ganze kostet für 2 Nächte 596 Euro https://www.irishlandmark.com/property/wicklow-head-lighthouse/ Essen und Trinken: Die besten Reisetips gibt von den freundlichen Locals im Pub Nel Keenan's in der Abbey Street in Wicklow. Zum Essen und von der Einrichtung her fanden wir „The Brass Fox“ ziemlich gut. Vor Allem die Toiletten, die direkt nach Narnia führen waren spektakulär! 14-15 Leitrim Pl, Corporation Land (1st Division), Wicklow, Tel: 353 404 64432 #Irland #Wandern #BridesHead #Wicklow
- Meine Lieblingskanalinsel: Sark
Sark ist klein. Sark ist fein. Darf niemand drauf fahren, als Traktor und Kutsche allein! Schon bei der Ankunft am Hafen fühle ich mich in der Zeit versetzt: Hier warten keine Autos, sondern nur ein Traktor der die lauffaulen Touristen vom Hafen die 120 Höhenmeter hinauf zum Dorf bringt. Autos und Strassenbeleuchtung sind verboten. La Coupée verbindet Great- und Little Sark - früher ein lebensgefährliches Unterfangen Bis vor 10 Jahren war Sark der letzte Feudalstaats Europas. Genauere historische Zusammenhänge sind (mir zu) kompliziert. Fest steht, dass die rund 500 Einwohner Traditionen hochleben lassen. So gibt jedes Jahr im Juli beispielsweise ein Schafrennen, Pferdekutschen, Cream Tea und hübschen Häuschen. Bei der Wanderung ein Mal rund um die Insel kann man den Leuchtturm, die Elfengrotte, ein Fenster zu Meer, Sarkhenge und den Garten des Lehnsherren (la Seigneurie Gardens) bewundern. Neben diesen Touristenattraktionen ist allerdings die Natur hier der Star: Grüne Klippen fallen in das tosende Meer und geschützte Buchten locken mit glitzernden Wasser. Höhepunkt für mich ist la Coupée: Sark besteht aus zwei hohen Felseninseln, Great und Little Sark, die nur durch den kurzen, bis zu 100 m hohen Grat, La Coupée, miteinander verbunden sind. La Coupée besitzt erst seit 1900 ein Geländer und wurde 1945 von deutschen Kriegsgefangenen zu einer betonierten Straße ausgebaut. Davor war der Weg nach Little Sark ein Abenteuer, das nicht wenigen Menschen das Leben gekostet hat. der Weg war teilweise nur 1m breit und bei starken Wind hat es mehrere Menschen von der Klippe geweht. Viele konnten den Weg - aus Furcht - nur auf allen Vieren passieren. Dazu kamen Geschichten, dass es dort spukt. Zugegebenermassen hätte ich ohne Geländer, im Sturm und noch dazu im Dunkeln auch wenig Interesse den schmalen Grat zu beschreiten … Auch heute noch müssen die Passagiere der Pferdekutschen hier - aus Sicherheitsgründen - absteigen. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Informationen: Allgemeine Informationen zur Insel und vor Allem aktuellen Events gibt es auf: http://www.sark.co.uk Hinkommen: Die einfachste Art nach Sark zu kommen ist mit dem Boot von Guernsey aus. Im Sommer fährt es mehrere Male vom Inter Island Quay im Hafen von St Peter Port bis nach Sark hin und zurück. Tickets kann man vor Ort kaufen, oder auch online im voraus buchen. www.sarkshippingcompany.com +44 (0)1481-724059 Einkehren: Caragh Chocolates ist eine süsse Chocolaterie kurz vor La Cupée. Im Garten kann man die selbst gemachten Pralinen, Kuchen essen. Sark, Channel Islands, GY10 1SD Tel: +44- (0)1481-832703 Machen: Um die ganzen kleinen Buchten aus der Nähe zu betrachten, bietet sich eine Kayaktour an. Allerdings ist das Meer hier relativ wild. Adventure Sark bietet geführte Kajaktouren an. Telefon +44- (0)1481-832107. #England #sark #Kanalinseln #Wandern
- Zu Besuch in Downton Abbey - alias Highclere Castle
Normalerweise schaue ich nicht viel Fernsehen und nicht ohne Grund hat mich eine Freundin deshalb schon mal die „Schande der Filmindustrie“ genannt, da ich mich auch selten für Kinofilme begeistern kann. Eine grosse Ausnahme waren die Folgen von Downton Abbey. Eine englische TV Serie, dievom Schicksal einer Adelsfamilie und ihrem Personal am Anfang des 20. Jahrhunderts handelt – in Mitten von Ereignissen und Umbrüchendieser Zeit - wie etwa dem Untergang der Titanic, der Einführung des Frauenwahlrechts, dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der spanischen Grippe, dem irischen Unabhängigkeitskrieg). Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Der Hauptdrehort heisst im realen Leben nicht Downton Abbey, sondern Highclere Castle und liegt auch nicht in Yorkshire, sondern in Südengland – fast auf unserem Weg von Eastbourne nach Portsmouth. Der Besuch ist auf jeden Fall den kleinen Abstecher wert. Vor Allem da wir auch noch Stonehenge, die Kathedrale von Salisbury und Mottisfont Abbey auf unserer Weiterreise besuchen. Die Besitzer von Highclere Castle machen das Beste daraus den Erfolg der Serie optimal für sich zu vermarkten. Vor allem Amerikaner pilgern zu dem pittoresken Herrenhaus im Neo-Renaissance-Stil des 19. Jahrhunderts. Gebaut wurde es nach den Plänen des Architekten Sir Charles Barry,der auch die Houses of Parliament in Westminster in London geplant hatte. Momentan kostet der Eintritt für das Haus und den Garten 16 Pfund nicht gerade billig, wenn man bedenkt, dass von Juni bis September (Ansonsten hat das Schloss nicht geöffnet) sich bis zu 1200 Besucher am Tag durch das Haus drücken. Eigentlich steht auf der Webseite auch, dass man nur mit Vorbuchung das Haus besuchen kann. Als wir Nachmittags ankommen, konnten wir aber ohne jegliche Probleme rein. Allerdings hatte ich kurz vorher im Verwaltungsbüro angerufen: +44 -(0)1635 253210. Freitags und Samstag ist das Schloss geschlossen. Trotz Aller Vermarktung finde ich, dass sich ein Besuch lohnt. Es ist ein tolles Haus mit wirklich interssanter Architektur und Einrichtung. Wenn man die Serie mochte, freut man sich natürlich um so mehr die Bücherei, den Saloon, den Dining Room mit dem van Dyck Gemälde von Charls I und einige der Schlafzimmer anzuschauen. Sehr schön ist auch der grosse Park mit der grossen Zeder (ich glaube es ist eine …) unter der Matthew Mary den ersten Heiratsantrag gemacht hat … Seufz … Info: Auf der Homepage von Highclere Castle gibt es Tickets, einen Shop, allerhand Informationen und die Besitzerin Lady Carnarvon schreibt sogar einen Blog … Von Juni bis September kann man in der Grotto Lodge, oder in der London Lodge direkt in historischen Gebäuden schlafen. Hierfür muss man sich allerdings erst auf der Webseite registrieren, oder man schreibt eine email an: lodges@highclerecastle.co.uk. Für 2018 ist die Lodge bereits komplett ausgebucht. Getty Tours bieten eine Tagestour von London aus an bei der auch die Yew Tree Farm (Zu Beginn der fünften Staffel wurde die Farm zur Heimat des geheimen Kindes von Lady Edith. In der sechsten Staffel zog Mr Mason mit der Hilfe von Daisy ein) und das Dorf Downton, das eigentlich Bampton ist, besucht. 184€ ab London
- Rye, Eastbourne und eine Wanderung um den Beachy Head
Auf dem Weg nach Eastbourne kommen wir durch Rye - angeblich eines der schönsten Dörfer Englands. Das fanden die Franzosen auch und so wurde es zwischen 1339 und 1448 viermal von Ihnen überfallen. Ok damals war Rye keine Dorf, sondern eine der 5 wichtigsten Militärstützpunkte an Englands Südküste und somit dem Nachbarn über dem Kanal - wahrscheinlich mit Recht - ein Dorn im Auge. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Im 16 Jahrhundert versandete der Hafen und brachte so ungewollten Frieden - die einstige Hafenstadt fiel in eine Dornröschenschlaf und wurde erst vor eine paar Jahrzehnten von Touristen als pittoreskes Dorf wieder wachgeküsst. Mit Recht: Die Kopfstein gepflasterten Wege werden von efeubewachsenen Fachwerkhäusern gesäumt und die kleinen verwinkelten Gassen laden zu einem Spaziergang ein. Die Sonne brennt so unerwartet vom Himmel, dass ich mir in einem der süssen, kleinen Lädchen einen typischen Strohhut kaufe … dabei hätte ich eigentlich lieber as lustige Geschirr gehabt, aber ich weiss nicht, ob es die Heimreise überleben würde … Nur 50 km weiter südwestlich schwappen die Wellen des Ärmelkanals an der Pier von Englands elegantesten Seebad in Eastbourne. Viktorianische Häuserzeilen zieren die fast 5 Kilometer lange Flaniermeile entlang des Kieselstrandes. Allerdings sind die Möwen hier mehr als bösartig. Meine frisch gekauften Fish & Chips werden mir in Sekundenschnelle auf dem Prier aus den Händen gehakt … Plötzlich verstehe ich warum bei dem sonnigen Wetter draussen keiner etwas auf den - doch so einladenden - Bänken isst. Direkt südlich liegt mein landschaftliches Highlight an der Südküste: die bis zu 170 Meter hohen weissen Klippen rund um den Beachy Head. Der zwar auch 50 Meter hohe Leuchtturm im Meer sieht dagegen fast wie ein Spielzeug aus. Wir starten unsere Wanderung vom Parkplatz vom Seven Sisters Country Park indem wir erst Mal einen Bus zur Bullig Down Farm, der nächsten Haltestelle zum Beachy Head, nehmen. Die Fahrt dauert ungefähr 40 Minuten und Buse fahren alle halbe Stunde. Von hier führt der Wanderweg in 13 Kilometern immer entlang der spektakulären Küstenlinie. Die Ausblicke sind wundervoll: Grüne Wiesen, weisse Klippen und blaues Meer. Eine Kleine Warnung: Die Felsen sind Kreidefelsen, also nicht besonders fest. Als wir die Wanderung gemacht haben, machten einige Asiaten mit ihren Selfiesticks Sprünge direkt am Abgrund. Abends treffen wie die Coast Guard die nach einer abgestürzten Person suchte - leider eher Alltag, als eine Seltenheit … Kurz vor Cuckmere Haven führt der Wanderweg wieder Inland zurück zu unserem Ausgangspunkt Seven Sisters Country Park. Übernachten: Seaford sieht nach der Idylle von Beachy Head nicht ganz so einladend aus, aber der Campingplatz am westlichen Stadtrand liegt am Meer und ist sauber und ruhig. Buckle Caravan Park, Marine Parade, Seaford BN25 2QR, Vereinigtes Königreich buckleholidaypark.co.uk, Tel: +44 1323 897801 #England #Eastbourne #BeachyHead #Rye #Wandern
- Willkommen in England - Die weissen Klippen von Dover
Mit stolz geschwellter Brust, sehnsüchtig staunend stehen die Engländer an Deck der Fähre, die sich langsam den weissen Klippen von Dover nähert. In zahlreichen Gedichten, Theaterstücken und Liedern wird dieses Nachhausekommen, der erste Anblick Englands beschrieben. Der Kanal trennt England vom Rest von Europa und diese Trennung hat die Briten schon immer ein bisschen "anders" gemacht. Ist der "Channel" eigentlich der Schuld für den Brexit? Frag' ich mich und ziehe los um Südengland und die Kanalinseln mit unserem VW-Bus zu erkunden. Unser erster Stop Dover. Zwar bin ich hier schon oft mit der Fähre angekommen, habe mir aber noch nie die Zeit genommen die Klippen aus der Nähe anzuschauen. Zeit das sich das mal ändert … Von St Margaret's Bay, führt ein schmaler Fussweg immer entlang der Klippen bis nach Dover. Unterweg eröffnen sich spektakuläre Ausblicke über die teilweise 100 Meter Kreidefelsen bis hinunter zum Meer. Kinder und Hunde besser an der Leine halten :;)! Auf dem Weg liegt das South Foreland Lighthouse. Das sich für eine Pause geradezu malerisch in den Weg gestellt hat - Siehe Essen & Übernachten. Dover Castle haben wir nicht angeschaut - uns waren die 20 Pfund Eintritt irgendwie zu viel. Wer zurück nicht laufen will, kann ab Pencester Road (Stop A) den Bus 80 zurück nach St Magarets Bay nehmen - dieser braucht 17 Minuten und fährt einmal stündlich. Übernachten: der National Trust hat einige alte Gebäude renoviert und vermietet diese jetzt an Gäste. Eine der tollsten Locations hat das South Foreland Lighthouse direkt an den weissen Klippen von dover mit Blick über denn Kanal bis hin zur französischen Küste. Hier wurde das Cottage vom Leuchtturmwächter in eine 2 Zimmer Ferienwohnung umgebaut. Mehr Informationen und Buchung unter: https://www.nationaltrust.org.uk/holidays/east-cottage-kent South Foreland Lighthouse, St Margaret's Bay, St Margaret's at Cliffe, Dover CT15 6HP Essen: Im gleichen Gebäude befindet sich der Mrs Knotts Tearoom. Innen ist er super süss typisch englisch mit Blümchentapete und Kristallleuchtern gestylt. Aber richtig, richtig toll ist es bei schönem Wetter, wenn man in einem der rot/weiss gestreiften Deckchairs auf dem Rasen hoch über den weissen Klippen von Dover seinen Tee aus Blümchentassen nippt und dabei Scones mit clotted cream und Marmelade mümmelt - Was will man mehr in England? South Foreland Lighthouse, St Margaret's Bay, St Margaret's at Cliffe, Dover CT15 6HP, Tel: +44 1304 853821 #England #weissenKlippenDover #Wandern #Meer
- Berg- und Wüstenabenteuer statt Pool-Party in Palm Springs
Nach ein paar Tagen in Palm Springs war ich genervt von den Schönen und Reichen, die sich adrett am Pool drapierten und in In-Lokalen hippe Getränke zu sich nahmen. Ich musste raus in die Natur! Zum Glück bietet die Stadt eine coole (der Mount-San-Jacinto Nationalpark) und eine heisse (die Indian Canyons) Alternative! Fangen wir mit cool an: Die sich drehende Gondel der Palm Springs Tramway trägt die Besucher in 15 Minuten von fast Meeresniveau auf 2597 Meter Höhe. Oben auf dem Mount-San-Jacinto ist es 20 Grad kühler als unten in der Wüste. Im Winter finden Schneeschuh-Wanderungen statt, und während im Sommer in Palm Springs Outdoor-Aktivitäten bei 50 Grad nicht wirklich möglich sind, locken auf dem Berg fast 90 Kilometer an Wanderwegen bei frühlingshaften Temperaturen. Die Palmen sind verschwunden und riesengrosse Jeffrey-Kiefern ragen stattdessen in den strahlendblauen Himmel. Ab und zu geben sie einen Blick in das 2000 Meter tiefer gelegene Coachella-Tal und die schachbrettartig angelegte Oase frei. Eine neue App bietet Informationen zum Park, Wanderungen, Karten und Special Events. Wer nicht viel Zeit hat macht am besten die 7 Kilometer lange Wanderung zu den verschiedenen Aussichtspunkten rund um die Bergsatation der Gondel. Der Weg ist gut markiert und ein Traum! Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Und hier hot: Auch Bob Gross bietet dazu mit seinen Desert Tours ein schönes Kontrastprogramm zu den Pool-Partys: Raus aus der Stadt rein in die Wüste ist seine Devise. Mit seinem knallroten, umgebauten Jeep bringt er seine Gäste zum Indian Canyon. Hier gibt es keine Cocktails, sondern Wissenswertes zu den Bräuchen der Indianer, die hier früher lebten. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Allgemeine Information: Palm Springs liegt im Coachella-Tal in der Wüste Kaliforniens, etwa zwei Autostunden von Los Angeles entfernt. Allgemeine Informationen zu Palm Springs in deutscher Sprache liefert die Website www.palm-springs.de sowie der Facebook-Auftritt facebook.com/VisitPalmSprings. Anreise: Wer nicht auf einer Rundreise an der Westküste der USA mit einem Mietwagen unterwegs ist, kann auch bei der Lufthansa einen Flug um die 1000€ über San Francisco nach Palm Springs buchen. Alternativ fliegt man direkt von Frankfurt nach Los Angeles und fährt dann noch ca 2 Stunden mit dem Mietwagen zur Stadt in der Wüste. Erleben: Wer die Stadt einmal hinter sich lassen will, ist bei Bob Gross an der richtigen Adresse. Er arbeitet für die „Desert-Adventures“. Mit seinem roten Jeep bringt er die Gäste wahlweise zu den Indian Canyons, oder auch zum Joshua Tree National Park (www.red-jeep.com) Schlafen: Architekturfreunde finden in Palm Springs eine breite Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten im Desert Modernism-Stil. Hotels wie das 1952 von William Cody erbaute L‘Horizon Hotel (www.lhorizonpalmsprings.com) oder das Movie Colony Hotel (www.moviecolonyhotel.com) sind nur einige Beispiele. Der Ace Hotel & Swim Club gilt momentan als eine der heissesten Adressen in der Wüste. Obwohl das Hotel 176 Zimmer hat, ist der Service sehr persönlich. Die Zimmer sind im angesagten Boho-Style designed (https://de.acehotel.com/palmsprings). Außerdem bietet Palm Springs die Möglichkeit, die Villen einstiger Hollywoodstars als Ferienhäuser zu mieten. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.acmehouseco.com. Camping Campingplätze gibt es im Mount San Jacinto State Park auf Idyllwild und Stone Creek Campgrounds. Reservierungen werden empfohlen – www.parks.ca.gov, Tel: (800) 444-7275 bam besten schon weit im Vorraus, da vor Allem am Wochenden die Campingplätze ausgebucht sind. Essen: „Johannes“ gehört dem gleichnamigen, aus Österreich stammenden Besitzer und Koch Johannes Bacher. Obwohl er Schnitzel gerne mag, bietet sein preisgekröntes Restaurant viel mehr. Johannes nennt den Stil „moderne europäische Küche“ zu der er sich auf vielen Reisen hat inspirieren lassen. 196 S Indian Canyon Drive, Palm Springs, CA 92262-6604, Tel: (760) 778-0017, www.johannesrestaurants.com Auch Vegetarier werden in diesem Burgerladen fündig. „The Draughtman“ bietet neben leckerem Pubfood auch eine breite Palette an frisch gezapften Bieren. 1501 North Palm Canyon Drive, Palm Springs, CA 92262, Tel: 760-507-1644, www.draughtsmanpalmsprings.com #PalmSprings #USA #Wandern #Outdoor #MountSanJacinto
- Armenien – ein Land wacht auf
Anfang Mai hat die „samtene Revolution“ in Armenien zu einem erfolgreichen Ende geführt. Tausende Menschen sind wochenlang in friedlichen Protestaktionen auf die Strasse gegangen, um erst den amtierenden Premierminister zum Abdanken zu zwingen und dann die Wahl des Oppositionsführers Nikol Paschinjan als neuen Regierungschef zu forcieren. Aber Moment mal … wo liegt eigentlich Armenien? Und wie sieht es dort aus? Die meisten Menschen haben von dem kleinen Land im Kaukasus keine Vorstellung. Daher ist die Berichterstattung zu diesem eigentlich großartigen Ereignis, das sich seit einigen Wochen in der Republik abspielt, auch eher spärlich gesät. Zeit, sich dieses Land einmal genauer anzusehen. Suzanna ist Germanistikstudentin, arbeitet aber parallel auch als deutschsprachige Führerin im „History Museum of Armenia“. Mit knapp 200€ monatlich muss sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Im akzentfreien Deutsch führt Suzanna Touristen durch die unzähligen Räume des Museums und erzählt – trotz des mageren Gehaltes - mit Begeisterung von der langen und reichen Geschichte ihres Landes. Bis vor kurzem war ihre Zukunftsvision, nach ihrem Studium in Deutschland eine Arbeit zu finden. Jetzt, da ein neuer Wind im Land weht, hat sie neue Hoffnung geschöpft, dass die seit der sowjetischen Besatzung dominanten oligarchischen Strukturen aufgelöst werden können. Denn selbst wenn das Land dem Namen nach eine Demokratie ist, so ruhen Macht und Geld doch in der Hand weniger in diesem bitterarmen Land. Für gut ausgebildete Armenier, die sich einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit erhoffen, hilft da nur die Flucht ins Ausland. Seit Jahren zieht die junge Intelligenzia aus, das Land blutet aus und zurück bleiben meist nur die Alten und schlecht Ausgebildeten. Ilona ist ein typisches Beispiel für die Diaspora. In Armenien geboren, studiert sie in Chicago und macht vor den Kaskaden mit einem Stativ Selfies. Unermüdlich macht sie Luftsprung über Luftsprung, um das perfekte Bild von sich mit Blick über Jerewan festzuhalten: „Ich liebe Armenien – jedes Mal, wenn ich hier bin, weiß ich, das ich hierhin gehöre. Jetzt habe ich die Hoffnung, dass ich nach dem Studium hier auch eine Arbeit finde, von der ich leben kann“. Unser Reiseführer Ara war aktiver Teil der Revolution, jeden Tag ist er mit seiner Familie und Freunden für eine bessere Zukunft auf die Straße gegangen. Über die sozialen Medien hielt Oppositionsführer Nikol Paschinjan seine „samtene“ Revolution am Leben - so wussten seine Anhänger immer, wann und wo die Demonstrationen stattfinden werden. Jetzt hat Ara glücklicherweise wieder Zeit, uns Land und Leute zu zeigen. Ein melancholischer Flötenhauch schwebt über die Klippe an der Flussschleife des Azat. Hier – leicht zu verteidigen – thront exponiert der Tempel von Garni, eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Armeniens. Die laut schwatzenden Touristen und Einheimischen verstummen und versuchen den Ursprung des Klanges zu orten. In dem kleinen Innenraum des römischen Tempels, der von 24 ionischen Säulen getragen wird, spielt ein grauhaariger Herr auf einem Duduk. Diese aus Aprikosenholz gefertigte Flöte ist das Nationalinstrument Armeniens und wurde beispielsweise auch für die Oscar-prämierte Filmmusik von Gladiator verwendet. Die sehnsuchtsvolle Melodie macht es leichter, sich den Glanz des Landes in vergangenen Tagen vorstellen zu können. In Armenien gibt es unzählige alte Schätze – in Form von Gebäuden, Geschichten, Religion und Kultur. Es ist ein Land der Kontraste: Jerewan ist eine moderne Hauptstadt mit prunkvollen Boulevards, einer ausgeprägten Kaffeehaus-Kultur und viel Leben. Kein Wunder, hier wohnt mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Auf dem Land hingegen sind die Dörfer oft traurig und verlassen - hier regiert noch der klassische "Ost-Schick", fast 70 Jahre sowjetische Herrschaft haben Spuren hinterlassen. Stillgelegte Industrieanlagen in karger Landschaft erinnern den Reisenden an Mordor. Doch nur ein paar Meter weiter wartet an jeder Ecke eine großartige Überraschung: Jahrtausendealte Klöster liegen in versteckten Tälern an und in den Fels geschmiegt. Priester packen bei Bauarbeiten mit an, segnen Tieropfer und halten spirituelle Messen ab. Das Essen bietet orientalischen Hochgenuss: Lammfleisch, Kebab, frisches Gemüse, knackiger Salat, Nüsse und Früchte dürfen bei keiner Mahlzeit fehlen. Hohe Berge, Wanderwege und ein großer See - eigentlich kann das kleine Land alle Reisebedürfnisse befriedigen. Fragt man Ara, eigentlich ein ausgebildeter Archäologe, dann sind die Armenier so etwas wie die Schweizer aus der Werbung für das bekannte Hustenbonbon. Denn grundsätzlich ist seine Antwort auf „Wer hat es erfunden?“ (War erster? Hat die älteste Kultur? etc.) - „Die Armenier.“ Allerdings fügt er auch gleich im zweiten Satz hinzu, dass die Armenier schon immer allen im Weg waren. Erst den Persern, dann dem osmanischen Reich (in dessen Zeit auch der traumatische Völkermord stattfand), den Russen, den Aserbaidschanis … Jeder versuchte, die Kultur des kleinen christlichen Landes – eingepfercht zwischen mächtigen Nachbarn – einzunehmen. Und das mit Erfolg - im Mittelalter umfasste das armenische Staatsgebiet fast 400.000 Quadratkilometer, erstreckte sich vom Mittel- bis zum Kaspischen Meer, inklusive Ost-Anatolien mit Erzurum und Van. Davon sind im Laufe der Geschichte und vieler kriegerischer Auseinandersetzungen nur knapp 30.000 Quadratkilometer übriggeblieben. Heute grenzt Armenien im Norden an Georgien, im Osten an Aserbaidschan, im Südosten an den Iran, im Süden an die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan und vom Südwesten bis Westen an die Türkei. Das Kloster „Noravank“ aus dem 13. Jahrhundert ist ein Beispiel für das Versteckspiel, das die Armenier jahrtausendelang mit ihren Nachbarn spielen mussten. Tief in der Amaghu-Schlucht gelegen, ist es nur über eine schmale Straße zu erreichen, die durch die ziegelroten Felsklippen führt. Nach einigen Kilometern weitet sich das Tal und eröffnet den Blick auf den Klosterkomplex, der hier auf einer leichten Anhöhe die Jahrhunderte überdauerte. Heute schlängeln sich glücklicherweise anstelle der Invasoren eher vereinzelte Touristenbusse den Berg hinauf und bewundern die aus Stein gefertigte, trutzige Anlage in ihrer spektakulären Lage. Nur knapp 1 Million Besucher verzeichnet das Land pro Jahr. Neben den im Ausland lebenden Armeniern sind dies meist Russen, für die das Reisen hier einfach und günstig ist, da die meisten Armenier durch die lange sowjetische Besatzung noch russisch sprechen. Derzeit besuchen vor allem deutsche Pilgerreisende das christliche Land und seine unzähligen uralten Kirchen. Eigentlich schade, denn auch für Outdoor Enthusiasten gibt es hier viel Ursprüngliches zu entdecken: Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken, Reiten, Paragliden, Klettern … es bieten sich unzählige Möglichkeiten. Zugegeben, die meisten Wanderwege sind (noch) nicht gut ausgeschildert und vieles steckt noch in den Kinderschuhen, aber darin steckt ja auch der Zauber des Besuchs in diesem noch fast unentdeckten Reiseland. Doch es gibt gut ausgebildete Führer, die den Aufenthalt nicht nur leichter gestalten – außer in Jerewan wird kaum Englisch oder Deutsch gesprochen – sondern auch durch ihre Geschichten zu Land und Leuten viel spannender machen. Unser Führer Ara ist auch unser Wander-Guide. Er ist sehr stolz auf sein Land und dessen Kultur und versucht für dessen Erhalt zu kämpfen. Die Waffen seiner Wahl sind sein Handy und die sozialen Medien. Für uns als Mitreisende ist es ein wenig befremdlich, dass er wie ein pubertierender Jugendlicher das Telefon kaum aus der Hand legt. Aber die Dinge, die er dokumentiert und verschickt, sind wichtiger als unsere Befindlichkeiten: Müllberge in der Nähe eines neu aus der Erde gestampften Resorts für russische Abenteuer-Touristen werden genauso auf Facebook geteilt wie illegale Baumfällarbeiten, auf die wir bei einer Wanderung treffen. Akribisch verschickt er Koordinaten und Fotos. Ein kleines Sandkorn im Getriebe der hier momentan noch überall grassierenden Korruption. Aber die Hoffnung besteht, dass genügend Sandkörner zusammenkommen, um die Bestechung zu stoppen. Der erste Schritt dafür ist jetzt getan … Information: http://www.armenia.travel/enist die offizielle Seite des armenischen Tourismusbüros. Geld: 1€ entsprechen 586 Dram. Außerhalb Jerewans und Dilijans gibt es keine EC-Automaten. Kreditkarten werden in einigen größeren Hotels und besseren Geschäften angenommen. Sicherheit: Grundsätzlich ist Armenien eines der sichersten Länder der Welt. Allerdings ist aufgrund des schwelenden Konfliktes um die Region Berg-Karabach im Grenzgebiet zu Aserbaidschan erhöhte Vorsicht geboten. Insbesondere wird von Fahrten in der Nacht abgeraten. Anreise: Momentan gibt es keine Direktflüge nach Armenien. Die besten Verbindungen gibt es entweder mit Austrian Airlines (www.austrian.com) mit Stop-Over in Wien, oder mit Ukraine International Airlines (https://www.flyuia.com/) über Kiew. Übernachtung: Das liebevoll eingerichtete Toon Armeni Bed & Breakfast in Dilijan bietet den optimalen Ausgangspunkt für Wanderungen im Dilijan National Park. Kamarini 4, Dilijan 3901, Armenien, Telefon: +374 98 787899, https://www.facebook.com/ToonArmeni/oder über booking.com Übernachtung im Doppelzimmer mit tollen Frühstück ab 30€. Das Cascade Hotel (http://www.cascadehotel.am/eng/) liegt – wie der Name schon sagt – direkt an den Kaskaden. Von hier ist alles gut zu Fuß zu erreichen. Die Zimmer sind sauber und ruhig, das Personal spricht Englisch und ist sehr hilfsbereit. Doppelzimmer mit Frühstück ab 50€. 10/10 Zarobyan St, Yerevan 0009, Armenien Telefon: +374 10 589535 Anbieter: Arara Tours bietet eine Vielzahl von Touren an, vom klassischen Sightseeing über Klettern, Wandern, Reiten oder Paragliding. 43 Gyulbenkyan St., Yerevan 0033, Armenia, Telefon: +374 (10) 21 01 38 , +374 (98) 11 01 38, https://araratour.com/ #Armenien #Klöster #Wandern
- Israel mal Anders: Wandern im heiligen Land
„Ganz Israel ist eigentlich ein riesiges Freilichtmuseum, das unter einer dicken Staubschicht begraben liegt. Was können wir machen, um das Land wiederzubeleben?“ Die spektakuläre Sicht hinab zum Wadi Ze'elim Amir Moran ist einer der geistigen Väter des Gospel Trail – ein Wander/Pilgerweg, der auf den Spuren Jesus von Nazareth zum See Genezareth führt. Ich hatte mir Herrn Moran als einen kernigen Mann im karierten Hemd und Wandershorts vorgestellt – in der Realität ist er ein fast schon gebrechlich wirkender Herr im Anzug weit über 70. Aber wenn man Äußerlichkeiten beiseite lässt, sind es ja bekanntlich die inneren Werte, die zählen. Zum Wandern in Israel hat er sich auf jeden Fall seine Gedanken gemacht: „Wenn die Leute nicht nur im Bus von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten gekarrt werden, sondern mit ihren eigenen Füssen in die Fußstapfen der Geschichte treten, dann werden die vergangenen Zeiten viel leichter wieder lebendig.“ Er empfiehlt uns zwei Teilstrecken des Gospel Trails, der mit Steinmännchen und gelben Ankerpfeilen gut ausgezeichnet ist. Die Karte dazu gibt es bei jeder Touristen-Information, oder man kann sie vorher über das Internet bestellen. Wir beginnen unsere erste Wanderung am „Mount Precipice“ - hier wurde Jesus angeblich von den Menschen aus Nazareth vertrieben, die ihn nicht als Messias anerkennen wollten. Heute hat man von hier einen tollen Blick auf Nazareth mit seinen vielen Kirchen und Moscheen. Eigentlich wollen wir in Israel einfach nur wandern und uns weder in Politik noch Glauben zu sehr vertiefen … hier ist beides ein schier unmögliches Unterfangen, da man mit jedem Schritt alten Geschichten begegnet, die natürlich – um ehrlich zu sein – zum Zauber des Landes beitragen. Es ist Frühling im heiligen Land. Am Weg blühen Alpenveilchen und Klatschmohn, die Wiesen im Tal sind quietschgrün und die Landschaft erinnert wenig an das, was man sich gemeinläufig unter der kargen Vegetation des Nahen Ostens vorstellt. Die meisten Wanderer gehen die 60km des Gospel Trails in vier Tagen, wobei der 16km lange Abschnitt zwischen dem Kibbuz Lavi und Magdala der landschaftlich Reizvollste ist. Hier passiert man die „Hörner von Hattin“ - eine Bergkette, von der sich der Blick auf den See Genezareth erstreckt. 1187 erfuhren die Kreuzfahrer hier ihre größte militärische Niederlage, die zum Verlust großer Teile der Kreuzfahrerstaaten führte, einschließlich des Königreichs Jerusalem. Schon irgendwie Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, welch ein Unterfangen damals eine Reise ins heilige Land war … monatelang war man Straßen- und Seeräubern, Stürmen und tagelangen Fußmärschen ausgesetzt. Heute setzt man sich vier Stunden ins Flugzeug und ist mitten in der “Giftküche Gottes“, wie Georg Rößler das heilige Land gerne nennt. Er ist Autor des Buches „Auf dem Weg nach Jerusalem“, das vor allem die biblisch interessanten Stellen auf dem „Jerusalem Trail“ beschreibt. Wanderreisen in Israel boomen, meint er: „Vor 2-3 Jahren wollten nur 2-3% der Reisenden wandern. Jetzt liegen wir bei 30% und die Tendenz ist auf jeden Fall steigend“. Israel ist als Reiseland so beliebt wie nie zuvor – wahrscheinlich, da es momentan das vermeintlich sicherste Land im Nahen Osten ist. „Als Wanderer muss man sich keine Sorgen machen“ versichert er uns „Es gab noch nie Überfälle. Auch alleinreisende Frauen werden wahrscheinlich nicht mehr belästigt als bei einer Wanderung auf den Heidelberger Königstuhl.“ Bevor wir nach Jerusalem gehen, zieht es uns allerdings erst einmal in die judäische Wüste. Nur 200km südlich des grünen Nazareths sieht die Welt hier ganz anders aus – irgendwie biblischer. Genau so, wie wir uns das vorgestellt haben: Schroffe Felsformationen, tiefe Täler, strahlend blauer Himmel, Schafherden, die von Kindern mit Stöcken und Steinen zusammen gehalten werden … allein, dass die Wadis (vorübergehend wasserführende Schluchten) momentan mit Regenwasser gefüllt sind und die Temperaturen bei angenehmen 20 anstatt bei sommerlichen 40 Grad liegen, erinnert uns daran, dass es erst Anfang Frühling ist. Unser Startpunkt liegt bei 370m unter Meeresspiegel (eine lustige Vorstellung). Da es hier schon sehr trocken und heiß ist, packen wir zum Wandern auf jeden Fall genügend Trinkwasser ein und wandern entlang des Wadi Ze'elim. Die anfänglich noch breite Schotterpiste endet an einem sogenannten „Tsefira Pool“ Campingplatz – was aber in Wirklichkeit nur ein Parkplatz ist. Von hier kann man aus mehreren Wanderwege in verschiedenen Schwierigkeitsgraden auswählen. Wir laufen an den vom Regenwasser gefüllten Gumpen vorbei, in denen fröhlich Kinder baden, und folgen der blau-weissen Markierung auf einen Bergrücken, von dem sich eine spektakuläre Sicht hinab zum Wadi Ze'elim bietet. Einige im Fels befestigte Metallstufen erleichtern den Abstieg zum Flussbett … hier endet unsere Wanderung etwas abrupt: das Flussbett ist nach dem Frühlingsregen noch mit Wasser geflutet und versperrt uns den Weg. Bei der Szenerie ist das aber kein Drama - wir wählen einfach einen anderen Weg und genießen die Wüste. Am nächsten Tag zeigt uns Israel, wie vielfältig die Landschaft hier sein kann. Nachdem sich abends unsere müden Knochen durch ein Bad im toten Meer erholt haben, starten wir unsere Wanderung im „En Gedi Nature Reserve“, keine 300m vom Ufer des Meeres entfernt gelegen. Mein Highlight in Jerusalem: Der Tempelberg Aber wie anders präsentiert sich hier die Natur? Ein Bach windet sich hier ganzjährig durch hohe Gesteinsbrocken zum Meer hinab; hohe Bäume spenden Schatten; und Klippschliefer (eine Art überdimensioniertes Meerschweinchen) wuseln zwischen den Steinen und auf Bäumen herum. Gruppen von Jugendlichen mit Selfie-Sticks posieren in Badekleidung vor diversen Wasserfällen. Aber sobald man das Wadi David verlässt und in Richtung der Quelle von En Gedi wandert, wird es wieder ruhig und karg. In der Ferne schillert das Tote Meer azurblau im krassen Kontrast zu den ockerfarbenen Felsen direkt am Wanderweg. Eine Steinbockherde zieht gemütlich mümmelnd an uns vorbei und ignoriert uns dabei geflissentlich. In diesem Moment frage ich mich, was dieses Land jetzt noch als Highlight bieten kann. Die Antwort ist: Jerusalem! Unser ortsansässiger Reiseführer David verkündet, dass wir am nächsten Tag vom „Ölberg herunter nach Jerusalem einziehen“. Ich muss ob dieser Formulierung kichern – offensichtlich hat er sein deutsches Vokabular aus der Bibel. Diese Wegstrecke ist die letzte Etappe des Jerusalem-Trails. Und wenn man sie auch nicht wirklich als Wanderung betrachten kann, ist es trotzdem einer der Highlights unserer Israel-Reise. Zynisch betrachtet handelt es sich bei Jerusalem um einen Haufen Steine, über den sich seit Jahrtausenden die Menschen die Köpfe einschlagen. Doch sobald ich die Stadt durch das Löwentor betrete, fühle ich mich in eine andere Welt versetzt: Enge Gassen führen in einem wilden Wirrwarr bergauf bergab. Kleine Lädchen bieten Gewürze, Tand und (ganz lecker) Granatapfelsaft. Namen aus den Nachrichten, Geschichts- und Religionsunterricht prasseln auf mich ein, und plötzlich bin ich Teil dieser uralten Historie. Auf erstaunlich engem Raum leuchtet die goldene Kuppel des Felsendoms, das Minarett der Al Aqsa Mosche und das graue Dach der Grabeskirche. Orthodoxe Juden mit Kippas und Schläfenlocken beten neben Amerikanern mit Cowboy-Hut an den riesigen Steinen der Klagemauer. Verschleierte Frauen, Pilger, Touristen, Händler … Alle tummeln sich in den engen Gassen. Moscheen, Kirchen, Synagogen, römische Straßen … hier hat jeder seine Spuren hinterlassen. Ein Mann mit einem Kreuz auf der Schulter schlurft an uns vorbei und ich komme vor wie in einer Szene aus Monty Pythons „ Das Leben des Brian“. Als ich am nächsten Tag im Flugzeug meinem ungefähr 25 jährigen, netten Sitznachbarn belustigt von dieser Begegnung erzähle, antwortet mir dieser ganz ernst, dass er auch ein Kreuz auf der Via Dolorosa getragen hat, um das Leiden Jesus besser nachvollziehen zu können. Scheinbar wird für jeden die Geschichte dieser Region anders lebendig: für manche durch Kreuze tragen, andere beten und für wieder Andere wird sie erst durch das Wandern im heiligen Land wirklich real … bei so viel Auswahl hilft dann wohl nur Toleranz gegenüber allem Anderen :;)! Allgemeine Auskünfte: https://new.goisrael.com/de offizielle Seite des israelischen Fremdenverkehrsamts. Internationale Vorwahl: +972 Währung: Schekel. EC und Kreditkartenautomaten sind weit verbreitet. Für die Einreise braucht man einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist. Ein Visum ist nicht erforderlich. Sabbat: Bei einer Reise ins jüdische Israel sollte man unbedingt beachten, dass am Sabbat (Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag.) viele Lokale, Geschäfte und Märkte geschlossen sind. Es fahren auch keine öffentlichen Verkehrsmittel: Busse und Züge stellen am Freitag am Nachmittag ihren Betrieb ein und fahren erst wieder am Samstag, wenn es dunkel ist. Wandern: Der Rother Verlag hat 2017 den Wanderführer „Israel. Das Heilige Land – von Galiläa bis Eilat“ mit 41 Touren von leicht bis schwierig herausgegeben. Die Wege sind alle gut beschrieben und auf einer kleinen Karte eingezeichnet. Auf der Webseite www.outdooractive.com kann man sich online verschiedenen Touren mit Wegbeschreibung und Karten aussuchen. In Israel gibt es auch mehrere Weitwanderwege: Der bekannteste und längste, durchgehend markierte Fernwanderweg ist der Israel National Trail, der das gesamte Land von Norden nach Süden durchquert. Auf über 1000 km verläuft der Weg vom Berg Hermon bei Dan im Norden des Landes bis zur Hafenstadt Eilat am Roten Meer im Süden. Auf dem Weg liegen zahlreiche historische und biblische Schauplätze, antike Stätten, pulsierende Städte wie Tel Aviv und Jerusalem, eine grüne, hügelige Landschaft im Norden, eine mediterrane Küstenlandschaft bei Tel Aviv und eine karge, felsige Wüstenregion im Süden. Kein Wunder, dass der Israel National Trail vom Magazin National Geographic zu einem der zehn schönsten Wanderwege weltweit gekürt wurde! Wer den ganzen Weg an einem Stück bewältigen möchte, muss dafür je nach Kondition 30 bis 45 Tage veranschlagen. Der rund 60 km lange Gospel Trail folgt den Spuren Jesu Christis. Von seiner Heimatstadt Nazareth führt die Strecke bis nach Kapernaum am Westufer des Sees Genezareth. Vom Hauptweg zweigen mehrere kürzere Nebenstrecken ab, sodass die Wanderung beliebig variiert werden kann. Wer Aktivurlaub mit Kulturerlebnissen verbinden möchte, ist auf dem Jerusalem Trail genau richtig. Der 42 km lange Wanderweg mit Anfangs- und Endpunkt in Sataf beziehungsweise Sapir führt durch und um Jerusalem herum: Die Altstadt Jerusalems, das Kidron-Tal, der Ölberg, der Garten Gethsemane mit seinen knorrigen Olivenbäumen, die nationale israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, der Skopusberg und die Hebräische Universität sowie das israelische Parlament Knesset sind nur einige der Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Reisezeit: Zum Wandern empfiehlt sich der Frühling zwischen Anfang März und Mai, wenn das sonst trockene Land (zumindest im Norden)mit Wildblüten überzogen ist. Ab Ende September bis Dezember sind die Temperaturen dann wieder so erträglich, dass an Wandern zu denken ist. Anreise: Ryanair fliegt zwei Mal wöchentlich von Karlsruhe nach Tel Aviv. Flug ohne Check in Gepäck ab 200€. Lufthansa fliegt täglich non-Stop ab Frankfurt – Kosten ab 250€. Die israelische Fluggesellschaft El Al scheint die ohnehin schon strengen Sicherheitsvorkehrungen noch einmal penibler auszulegen; 3 Stunden vor Abflug am Flughafen sollte man am Flughafen sein. Die Straßen sind gut ausgezeichnet (in hebräisch, arabisch und englisch) und so ist es am unkompliziertesten, sich einen Mietwagen zu buchen. Eine Woche kostet beispielsweise bei www.billiger-mietwagen.de für die kleinste Klasse 100€. Pauschal: Verschiedene Reiseanbieter haben sich inzwischen auch auf das Wandern im Heiligen Land spezialisiert. Hauser Expeditionen bietet beispielsweise mehrere Pakete mit verschiedenen Schwerpunkten an - www.hauser-exkursionen.de. Übernachten: Leider sind Unterkünfte in Israel nicht besonders günstig … ich habe mich bemüht, auch günstige Optionen zu finden: Das Österreichische Hospiz ist mein Geheimtip mitten im Herzen der Altstadt von Jerusalem. Kein Schild lässt vermuten, dass sich hier hinter einem grossen Tor auf der Via Dolorosa eine Oase versteckt. Eine unscheinbare Klingel ist das Mittel zum Einlass. Über breite, prachtvolle Treppen erreicht man den Garten und das Haupthaus. Von hier und von der Dachterrasse hat man einen umwerfenden Blick auf das Treiben in der Stadt. Das Doppelzimmer mit Frühstück kostet 74€. Es gibt auch Betten im Schlafsaal für 34€. Unbedingt weit im Voraus reservieren. Via Dolorosa 37, 91194 Jerusalem, Tel: +972 -2 -626 58 00, www.austrianhospice.com Das schicke Boutique-Hotel Villa Brown liegt nur wenige Minuten von der Altstadt entfernt. Das Frühstück, das man in dem kleinen Garten serviert bekommt, ist einfach gigantisch: Hummus, Salat, Oliven, Fladenbrot - und das sind nur die Vorspeisen vor dem Wunsch-Frühstück! Doppelzimmer mit Frühstück ab 190€. Ha-Nevi'im St 54, Jerusalem, Tel: +972 2-501-1555, http://brownhotels.com/villa Das Ein Gedi Hotel liegt spektakulär in einem botanischen Garten zwischen der Wüste und auch nur ein paar Minuten vom Toten Meer entfernt. Von hier kann man tagsüber tolle Wanderungen machen und sich abends im hoteleigenen Spa erholen. Doppelzimmer mit Frühstück ab 200€. Ein Gedi, 86980, Tel: +972-8-6594221-3, www.de.ein-gedi.co.il Wer auf Luxus und ein eigenes Zimmer verzichten kann, der schläft in der 300 Meter entfernten Ein Gedi Camp Lodge im 5er-Schlafsaal mit Gemeinschaftsbädern für 28€ pro Person günstiger … die Sicht auf Berge und Meer ist dieselbe. Kibbuz Ein Gedi 1, south district, Ein Gedi, 86980, Tel: +972 52-370-9830 Essen: Die arabisch/israelische Küche ist unglaublich frisch und lecker. Zu jeder Mahlzeit werden eine Unmenge an Vorspeisen wie Hummus (Kirchererbsenmus mit Sesam), verschiedene Salate, Cremes und frisches Brot gereicht. Fleischspieße, Fisch oder gegrilltes Gemüse – hier kommt jeder auf seine Kosten. Das Decks Restaurant in Tiberias liegt direkt auf einem hölzernen Deck mit Blick auf den See Genezareth. In dem koscheren Restaurant werden Fleischgerichte direkt vom Grill serviert. Eine Spezialität ist das saftig-würzige, direkt auf Holzkohle gegarte Steak mit besonders rauchigem Aroma. Bei zu kalten Temperaturen und im Winter ist das Restaurant geschlossen, besser vorher anrufen. Gdud Barak Street, Tiberias, Tel: +972 4-671-0800 Im Anna Restaurant bekommt man nicht nur in außergewöhnlicher Atmosphäre tolles italienisches Essen – man isst hier auch noch für einen guten Zweck. Hier arbeiten Jugendliche, die vorher in schwierigen Umständen waren und bekommen so eine neue Chance. Je nach Wetter kann man in den geschmackvollen luftigen Zimmern, im Garten oder auf der Terrasse speisen. Ticho House Museum. Harav Hagan st. 10, Jerusalem, Tel +972-2-543-4144, www.annarest.co.il Im ÖsterreichischenHospiz (siehe Beschreibung Übernachten) kann man nicht nur schlafen, sondern sich auch bei einer Stadttour im eigenen Wiener Kaffeehaus eine Pause gönnen. Von den zwei Aussichtstürmchen kann man in aller Ruhe den Trubel auf der Via Dolorosa unten betrachten und dabei Wiener Melange, Sachertorte, oder auch ein Wiener Schnitzel genießen. Geöffnet 10-22 Uhr. Via Dolorosa 37, Jerusalem, Tel: +972 -2 -626 58 00, www.austrianhospice.com #Israel #Wandern #Jerusalem


















