Grasslands-Nationalpark Kanada: Prärie, Bisons und ein unendlicher Himmel
- vor 20 Stunden
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Der Grasslands-Nationalpark in Kanada steht bei den wenigsten ganz oben auf der Bucket-List. Dabei findet man im nach East und Westblock unterteilten Park eine der letzten großen Prärielandschaften Nordamerikas mit Bisons, Präriehunden und einem weiten Himmel, der nachts von unzähligen Sternen erleuchtet wird. Hier meine Tipps, was du im Westblock unbedingt machen solltest.

Im zunehmenden Wind der untergehenden Sonne bewegen sich die zarten Halme wie Wellen im Meer.
Ich stehe auf einem Hügel in einem Meer aus Gras. Bis zum Horizont nichts als weite Prärie. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie es hier vor 150 Jahren ausgesehen haben muss. Die Erde hätte gedonnert von unzähligen Hufen, und das Schnauben aus vielen Nüstern hätte die Luft erfüllt. Über mir hätten am endlosen Himmel Adler gekreist, und in der Ferne hätte ich einzelne Tipis der Ureinwohner gesehen.
Als ich die Augen öffne, bin ich allein.
Nur wenige Besucher verirren sich in den Grasslands-Nationalpark im Süden Saskatchewans. Man braucht etwas Abenteuergeist, um über die scheinbar endlosen Schotterstraßen durch die Prärie zu fahren. Die Belohnung ist eine Landschaft, die sich kaum verändert hat: offene Ebenen, große Himmel und eine Tierwelt, die man nur mit Geduld sieht.
Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten:
Auf der Wanderung erzählen Schilder über die Besonderheiten von Flora, Fauna und Geschichte des Park Der Grassland Nationalpark ist der einzige der der Prärie gewidmet ist Tolle Aussichten hat man auf dem 70 Mile & Eagle Butte Loop Rundwanderung
Wanderung am 70 Mile Butte
Ich stehe auf dem Gipfel des 70 Mile Butte. Meilenweit freie Sicht.
Die North West Mounted Police, die dieses Gebiet zwischen 1874 und 1912 patrouillierte, gab dem Hügel seinen Namen. Er lag 70 Meilen östlich des Wood Mountain Post und 70 Meilen westlich des Eastend Post.
Der Butte war ein markanter Orientierungspunkt in der offenen Prärie. Er zeigte den Mounties nicht nur ihre Position, sondern auch die Nähe zum 70 Mile Crossing, dem heutigen Val Marie, wo der Frenchman River vergleichsweise sicher überquert werden konnte.

Mein Tipp: Der 70 Mile Butte ist ein guter Ort für den Sonnenuntergang.
Key Facts zur Wanderung
♡-Faktor: ♡♡♡♡♡
Länge: 5 km
Dauer: ca. 1:30-2 Stunden
Höhenmeter: 137 hm auf und ab
Schwierigkeit: mittel
Highlight: der Blick vom Hügel auf die umliegende Landschaft. Die vielen Infotafeln, die Flora, Fauna und die Geschichte des Westblocks erzählen.
👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive.
Ausrüstung: festes Schuhwerk, Sonnenschutz, ausreichend Wasser
Sicherheit: Wege können nach Regen rutschig werden, kaum Schatten im Sommer

Eco Tour Scenic Drive im West Block
Der Ecotour Scenic Drive führt als rund 20 Kilometer lange Schotterstraße durch den West Block des Grasslands-Nationalparks. Mehrere Stopps und Aussichtspunkte geben Einblicke in die Tierwelt und die fragile Prärieökologie.
In Kanada und Nordamerika sind große Teile der ursprünglichen Prärie verschwunden oder stark fragmentiert. Im Grasslands-Nationalpark wird versucht, dieses Ökosystem zu bewahren. Mehr als 70 Pflanzenarten prägen hier die Landschaft und bilden die Grundlage für eine erstaunlich vielfältige Tierwelt.
Mit etwas Glück lassen sich entlang des Scenic Drives über 30 gefährdete Arten beobachten. Die Wahrscheinlichkeit ist nie garantiert – vieles bleibt Zufall, und genau das gehört hier dazu.
Präriehunde und Kaninchenkäuze

Glücklicherweise hatte ich am Abend zuvor die Broschüre des Nationalparks gelesen, sonst hätte ich am zweiten Halt, „Top Dogtown“, wahrscheinlich sehr lange auf meine erste Tiersichtung warten müssen. „Top Dogtown“ ist einer der wenigen Orte in Kanada, an denen man Schwarzschwanz-Präriehunde beobachten kann. Als ich in der Broschüre ein Foto von einem erdmännchenähnlichen Tier sah, musste ich schmunzeln: „So sieht also ein Präriehund aus!“ Ich hatte mir eher etwas wie einen Kojoten oder einen Wildhund vorgestellt.
Emsig laufen sie zwischen den Bauten hin und her, begrüßen sich und stehen gesellig zusammen, bevor sie wieder ein bisschen Gras knabbern.
Dank der hilfreichen Broschüren weiß ich auch, dass man hier den gefährdeten Kaninchenkauz beobachten kann. Früher waren sie in der Prärie weit verbreitet, doch Giftköder und Insektenschutzmittel haben ihre Anzahl bedrohlich dezimiert. Im Gegenlicht versuche ich, die Eulen zu entdecken. Plötzlich sehe ich etwas kurz aufflattern. Was ich aus der Ferne für Präriehunde gehalten habe, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Käuzchen. Mit meinem Zoom-Objektiv sehe ich es ganz nah: Am auffälligsten sind die intensiv gelben Augen, mit denen es mich aufmerksam mustert, bevor es sich weiter auf die Jagd macht.

Die Rückkehr der Bisons
Einst waren Bisons die prägenden Tiere der nordamerikanischen Prärie. Im 19. Jahrhundert wurden sie in weiten Teilen der Region ausgerottet. Erst Jahrzehnte später begann ihre Rückkehr.
Heute leben wieder mehrere Hundert Präriebisons im West Block des Grasslands-Nationalparks. Sie sind da, aber nicht immer sichtbar. Von einer Aussichtsplattform sehe ich schließlich ein einzelnes Tier in der Ferne. Der Rest bleibt verborgen in der Weite der Landschaft.
Ausblick: Ost Block
Während der West Block vor allem für seine Tierwelt und die offene Prärie steht, geht es im Ost Block um eine ganz andere Zeit. Dort liegen Spuren einer Welt, die vor rund 66 Millionen Jahren endete.
Info
Allgemeine Informationen zu Unterkünften und Aktivitäten sind auf der Website von Tourism Saskatchewan zu finden.
Der Grasslands-Nationalpark hat zwei Haupteingänge: den leichter zugänglichen West Block und den für Abenteurer über eine Schotterstraße zu erreichenden East Block. Die beiden Blöcke sind nicht mit einer Straße verbunden und bieten jeweils einzigartige Landschaften und Erlebnisse.
Das Besucherzentrum im West Block in Val Marie und im East Block im Rock Creek Campground ist zwischen Mai und Oktober von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Anreise
Der Grasslands-Nationalpark liegt etwa 350 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Regina bzw. 650 Kilometer östlich von Calgary. Mit dem Wagen braucht man von Calgary bis in den Westblock rund acht Stunden.
WICHTIG!
Im Park gibt es keine Tankstellen, Lebensmittelgeschäfte oder Kfz-Werkstätten. Insbesondere vor dem Besuch des East Blocks sollte man daher unbedingt tanken und sich mit ausreichend Lebensmitteln eindecken.
Schlafen
In Val Marie gibt es am Ortsausgang in einem ehemaligen Kloster ein skurriles, aber sauberes Bed & Breakfast.
Frenchman Valley im Westblock ist ein Campingplatz mit 20 Stellplätzen und Strom sowie vier fest installierten oTENTik-Zelten.
Der Rock Creek Campground im Ostblock hat acht oTENTik-Zelte und 24 Zelt- bzw. Stellplätze mit Strom.
Auf beiden Campingplätzen gibt es Trinkwasser, aber keine Duschen.
Beste Reisezeit
Obwohl der Park ganzjährig zugänglich ist, ist die beste Reisezeit zwischen Mai und Oktober, wenn die beiden Campingplätze geöffnet sind.
Ausrüstung
Reisende sollten ein Fernglas, einen Sonnenhut, wiederbefüllbare Wasserflaschen mit mindestens 3 Litern Fassungsvermögen und eine Stirnlampe mit Rotlicht zum Sternegucken mitbringen.





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