Im Land der Dinosaurier: Badlands & Valley of 1000 Devils im Grasslands-Nationalpark

Im Ostblock des Grasslands-Nationalparks in Saskatchewan komme ich längst ausgestorbenen Dinosauriern ganz nahe, wandere durch das Valley of 1000 Devils und fahre im Sonnenuntergang durch die berüchtigten Badlands. Nachts geht die Reise weiter – mit einem Blick in die klarste Milchstraße, die sich über den Himmel spannt.
Hier findest du meine Tipps und die GPS-Daten zu einer der bekanntesten Wanderungen in diesem kanadischen Nationalpark.
Der Albtraum der Dinosaurier
Bei der geführten Tour „70 Millionen Jahre in 60 Minuten“ begebe ich mich mit Parks-Canada-Rangerin Jeneva Allingham auf eine Zeitreise.
„Stell dir vor“, sagt sie, „hier war damals ein dampfender, sumpfiger Wald.
Herden pflanzenfressender Dinosaurier stapften durch das Land, verfolgt von Raubtieren wie dem Tyrannosaurus mit seinem massiven Schädel voller gezackter Zähne.“

Über 150 Millionen Jahre lang dominierten diese Tiere die Erde, bevor vor etwa 66 Millionen Jahren ihr Ende kam. Ein Bolide – ein Asteroid, Komet oder anderer Himmelskörper – traf die Erde und löste ein Massenaussterben aus. Etwa zwei Drittel aller Pflanzen und Tiere verschwanden, darunter auch die Dinosaurier. Nach der Kollision regnete es Material, das durch den Einschlag aufgewirbelt worden war. Zurück blieb eine dünne weiße Lehmschicht, die sogenannte K-Pg-Grenze (Kreidezeit–Paläogen). Sie enthält Iridium aus dem All – ein Hinweis darauf, dass die Katastrophe außerirdischen Ursprungs war.
Im Grasslands-Nationalpark liegt diese Schicht teilweise direkt an der Oberfläche. Deshalb gehört die Region zu den wenigen Orten der Welt, an denen Fossilien und Erdgeschichte so unmittelbar sichtbar werden.
In diesem Blog Post erfährst du was du im West Block des Grassland Nationalparks machen kannst.
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Millionen von Jahren hatte der Lehm, der wie Popcorn aussieht, die Dinosaurierskelette verdeckt. Bei einer geführten Tour von Parks Canada machen die Besucher eine große Zeitreise. Vor 66 Millionen Jahren lebten hier Dinosaurier.
Valley of 1000 Devils
Die Wanderung „Valley of 1000 Devils“ wirkt wie eine Filmkulisse aus „Jurassic Park“. Spitze, teilweise rot gefärbte Lehmhügel ziehen sich durch die Landschaft. Hier wurden 1874 die ersten Dinosaurierfossilien Kanadas entdeckt.
Zwischen den Hügeln staut sich die Hitze. Kein Lüftchen bewegt sich, während ich durch den „Hellfire Creek“ gehe. Einschüchternde Namen für eine Landschaft, die genau das auch ist.
Key Facts zur Wanderung
♡-Faktor: ♡♡♡♡♡
Länge: 12 km
Dauer: 4 Stunden
Höhenmeter: 122 hm auf und ab
Schwierigkeit: mittel
Highlight: die cool geformten farbigen Hügel und die Einsamkeit.
👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive.
Ausrüstung: festes Schuhwerk, Sonnenschutz, ausreichend Wasser
Sicherheit: Zwischen den Hügeln geht kein Lüftchen und es kann sehr heiß sein. In der Gegend gibt es Klapperschlangen – Knöchel hohe Schuhe anziehen.
Die Region zählt zu den sogenannten Badlands – schlechtes Land zum Durchreisen und zum Leben. Extreme Temperaturschwankungen und Erosion haben diese zerfurchte Landschaft geformt. Gleichzeitig zeigen tausende Steinringe, Feuerstellen und Keramikreste, dass indigene Gemeinschaften hier bereits vor rund 3.000 Jahren lebten und mit diesen Bedingungen umgehen konnten.
Badland Parkway im Abendlicht
Während der Fahrt entlang der rund elf Kilometer langen Panoramastraße „Badland Parkway“ wird die Landschaft weich.
Das Licht der untergehenden Sonne taucht die Felsen und Täler in warmes Orange. Darüber spannt sich ein Himmel, der sich scheinbar endlos ausdehnt. Eine Kulisse, die still macht.
Ich bin froh, hier kein Getreide anbauen zu müssen, sondern einfach nur zu schauen.
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Einatmen – ausatmen … … die Aussichten über die Hügel der Badland im Ostblock sind einfach atemberaubend. Besonders lohnt sich der Besuch bei Sonnenuntergang.
Sternennacht im Dark Sky Preserve
Als ich im Dunkeln zu meinem oTentik-Zelt zurückkomme, steht es unter der Milchstraße.

Ein silbriger Streifen zieht sich über den Himmel.
Kaum irgendwo in Kanada gibt es weniger Lichtverschmutzung als hier. Der Ostblock des Grasslands-Nationalparks ist als Dark-Sky-Preserve geschützt.
Die Sterne stehen dicht gedrängt am Himmel, ohne Störung, ohne Streulicht. In der Ferne höre ich einen Kojoten.
Dann eine Sternschnuppe. Kein zerstörerischer Bolide wie vor 66 Millionen Jahren, sondern ein kurzer Lichtstreif, der verschwindet, bevor man ihn richtig greifen kann.
Ich sitze vor dem Zelt und schaue nach oben. Und denke daran, wie nah hier alles beieinanderliegt: Erdgeschichte, Zeit, Stille.
Info
Allgemeine Informationen zu Unterkünften und Aktivitäten sind auf der Website von Tourism Saskatchewan zu finden.
Der Grasslands-Nationalpark hat zwei Haupteingänge: den leichter zugänglichen West Block und den für Abenteurer über eine Schotterstraße zu erreichenden East Block. Die beiden Blöcke sind nicht mit einer Straße verbunden und bieten jeweils einzigartige Landschaften und Erlebnisse.
Das Besucherzentrum im West Block in Val Marie und im East Block im Rock Creek Campground ist zwischen Mai und Oktober von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
Anreise
Der Grasslands-Nationalpark liegt etwa 350 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Regina bzw. 650 Kilometer östlich von Calgary. Mit dem Wagen braucht man von Calgary bis in den Westblock rund acht Stunden.

WICHTIG!
Im Park gibt es keine Tankstellen, Lebensmittelgeschäfte oder Kfz-Werkstätten. Insbesondere vor dem Besuch des East Blocks sollte man daher unbedingt tanken und sich mit ausreichend Lebensmitteln eindecken.
Schlafen
Der Rock Creek Campground im Ostblock hat acht oTENTik-Zelte und 24 Zelt- bzw. Stellplätze mit Strom.
Auf beiden Campingplätzen gibt es Trinkwasser, aber keine Duschen.
Beste Reisezeit
Obwohl der Park ganzjährig zugänglich ist, ist die beste Reisezeit zwischen Mai und Oktober, wenn die beiden Campingplätze geöffnet sind.
Ausrüstung
Reisende sollten ein Fernglas, einen Sonnenhut, wiederbefüllbare Wasserflaschen mit mindestens 3 Litern Fassungsvermögen und eine Stirnlampe mit Rotlicht zum Sternegucken mitbringen.






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