• Wibke

Kayaken an der Westlüste von Mallorca

Wusstest Du, dass es in Mallorca Drachen gibt? Sehr, sehr grosse und sehr, sehr kleine?

Der grosse Drache heisst „Sa Dragonera“ und liegt vor dem südlichsten Zipfel der Westküste der balearischen Insel. Staunend standen wir am Tag davor auf unserer Wanderung von Sant Elm nach Sa Trappa auf der Klippe und haben das Monster betrachtet. „Wo ist wohl der Kopf?“ haben wir uns gefragt und wo der Schwanz? Um unserer Fantasie und hoffentlich dem Drachen Flügel zu verleihen mieten wir uns am nächsten Tag ein Kayak und wollen von St Elm hinüber paddeln. Aber Fehlanzeige. Kerstin von Kayak-Verleih Keida ruft uns eine Stunde vor unserer gebuchten Startzeit an: „Der Wind nimmt ständig zu und inzwischen hat es im Kanal fast 3m hohe Wellen, da dürfen wir Euch nicht rauslassen“. Wir sind zwar enttäuscht, aber gegen die Natur hilft kein argumentieren – schliesslich wollen wir ja auch nicht in der Gegenwart von einem Riesendrachen kentern und so versuchen wir am nächsten Tag einen zweiten Versuch.


Der Wettergott ist uns hold. Zwar weht noch ein Wind, aber Kerstin gibt grünes Licht. Unser stabiles Kanu sieht seetüchtig aus und so paddeln wir fröhlich los. Sobald wir den Schutz des Hafens verlassen, spüren wir deutlich den Seegang. Das zweite Boot verschwindet in jedem Wellental um dann gleich wieder aufzutauchen. Bevor wir uns darüber all zu grosse Gedanken machen können, ruft meine Freundin „Ein Delfin!“ und tatsächlich nur wenige Meter von uns entfernt taucht die Heckflosse auf und lockt uns auf das Meer.

„Ein Delfin!“

Von unten sieht „Sa Dragonera“ noch beeindruckender aus: 353 Meter ragt der höchste Punkt der Insel aus dem Wasser, denn glücklicherweise paddeln wir nicht gerade auf ein feuerspeiendes Ungetüm zu, sondern auf eine gefährlich aussehende Insel. Sa Dragonera ist ein unbewohntes Naturschutzreservat und darf nur zwischen 10-17 Uhr betreten werden. Der Ranger Oscar wartet mit Informationen am Steg. Als wir ihm von unserer Delfinsichtung erzählen ist er begeistert „Da habt ihr Glück gehabt – ich habe dieses Jahr noch keinen gesehen!“. Das uns das Glück gerade hold ist beschliessen wir dem Drachen auf den Rücken zu steigen. Es gibt vier Wandertouren auf der Insel: Zu dem Leuchttürmen an Kopf und Schwanz und eine zum Gipfel. An Steinmauern entlang entfernt sich der Pfad vom Meer. Möwen kreisen über uns einsamen Wandern, fast so als wären sie es nicht gewohnt ihr Revier zu teilen … Die Südküste fällt xxm steil ins Meer hinab, der Wanderweg auf der anderen Seite steigt eher gemächlich an. Und dann sehen wir einen Drachen! Ok, er ist sehr klein und sieht einer Echse zum verwechseln ähnlich, aber es handelt sich um die berühmte „Drachen-Echse“ endemisch auf dieser Insel. Sie sind einfach überall, huschen über den Weg, sonnen sich auf den Steinen, sonderlich scheu sind sie nicht - man muss eher aufpassen, dass man nicht aus Versehen auf eine drauf tritt.


Auf dem Gipfel steht ein verlassener Leuchtturm. Gelbe und grüne Flechten geben dem Gebäude ein verwittertes Aussehen, fast sieht es aus, als wäre es aus dem Stein gewachsen. Hier oben an der Steilküste machen wir eine kurze Orangenpause – sehr zur Freude der Minidrachen, die um uns rum flitzen und auch vor der Brottüte keinen Halt machen. Und so machen wir vor dem Abstieg einen eingehenden Taschencheck, denn wer will schon einen Drachen mit nach Hause nehmen?


Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu Sa Dragonera zu starten:

Von unserm ersten Kayak Abenteuer sind wir so begeistert, dass wir am nächsten Tag gleich wieder aufs Wasser wollen.

Dieses mal ist der Startpunkt der Strand von Puerto Soller. Wie auch schon in Sant Elm müssen wir wieder zum Ausgangspunkt zurück. Schade, denn sonst könnten wir in den Norden bis zu Cala Tuent paddeln. Wir haben das Boot für 4 Stunden und paddeln munter Richtung Norden. Der freundlich Herr von der Vermietung meinte das der Rückweg auf Grund der Strömung leichter sei.


Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu Sa Dragonera zu starten:

Sobald man den Hafen von Puerto Soller verlassen erhebt sich die Steilküste mächtig und imposant über einem. Unten am Meer gibt es keine Anlegestelle- nur glatten Fels. Eine Ausnahme ist die Bucht Cala Ses Cambres: das Wasser ist türkisblau und glasklar, deshalb sehen wir auch die Quallen und beschliessen diese Bademöglichkeit auszulassen … Wir paddeln lieber weiter. Auf der kleinen vorgelagerten Insel Sa Ileta sitzen Komorane und Möwen und schauen uns interessiert hinterher, als wir an ihnen vorbei durch die Steine navigieren. Indiana Jones Feeling kommt im Torrent de na Móra auf. Der anfängliche Mini-Fjord wird mit jeden gepaddelten Meter schmaler und schmaler – Am Ende können wir das Boot mit den Händen rechts und links weiterschieben bis es nicht mehr weitergeht. Wieder auf den freien Meer kayaken wir noch ein Stückchen weiter in den Norden – wir wollen die Höhle finden von der uns der Vermieter erzählt hat. Selbst ein Motorboot könnte hier reinfahren. Von der Höhlendecke hängen mächtige Stalaktiten und Fledermäuse fliegen aufgeregt über unseren Köpfen hin und her.

Was das Paddeln an der Westküste Mallorcas so traumhaft macht, ist das sie fast nicht verbaut ist. Es gibt einzelne Ortschaften – und selbst diese sind hübsch – und sonst nur blaues Meer und wilde Steilküste. Hört sich nach einem Paddeltraum an? Ist es auch!

Kayak Mieten:

Sant Elm für Ausflüge nach Sa Dragonera

Keida, Plaça de na Caragola 3, Sant Elm Telefon: +34 971239124, email: booking@keida.es

45€ für 4h, 55€ pro Tag

Bieten auch geführte Touren an

http://www.keida.es/index.htm

Puerto Soller

Nàutic Sóller, Carrer de la Marina, Port de Sóller, Tel: +34 609 35 41 32, info@nauticsoller.com

30€ für 4h, 50€ pro Tag

Bieten auch geführte Touren an

https://www.nauticsoller.com/de/seekajak_vermietung


Cala Tuent

Direkt in der Bucht. +34672091779 und +34655065456

15€ die Stunde