• Wibke

Klettern im Winter: Teneriffa

Aktualisiert: März 12


Ok … ich sage es gleich am Anfang: Mein Lieblingsgebiet wird Teneriffa - zumindest die Südseite eher nicht. Warum?

Der Süden ist touristisch ziemlich verbaut, karg und landschaftlich jetzt nicht super reizvoll. Wahrscheinlich hat es auch nicht gerade zum Kletterglück beigetragen, dass wir eine Wohnung an einer grossen Strasse in der Haupteinflugsschneise vom Flughafen gebucht hatten … aber das sind ja mal nur die Randbedingungen. Die meisten Klettergebiete waren in relativ engen Schluchten mit eher wenig Aussicht. Wenn es schon richtig warm ist, ist diese Lage bestimmt super - ich fand es im Februar oft noch ein bisschen frisch im Schatten.

​​Am ersten Tag waren wir in El Rio. Das Klettergebiet über einer Staumauer (wobei hier inzwischen kein Wasser mehr hinkommt, da weiter oben gestaut wird) hat etwas von Industrieromatik. Allerdings finde ich es eigentlich eines der besseren: Die Touren sind schön lang (25-30 Meter), das Tal ist so breit, dass die Sonne reinkommt und es gibt eine breite Auswahl in den Schwierigkeitsgraden. Die Absicherung war glaube ich ok … Ich hatte einen kaputten Daumen und bin wenig vorgestiegen … von daher ist das jetzt nicht ganz subjektiv …

​​​​Am zweiten Tag waren wir in Arico - dem ​​Hauptgebiet im Süden. Man parkt an einer Brücke von der man schon von oben "Franks Gymnasium" sehen kann - der Sektor für die starken Jungens und Mädels. Sieht toll und hoch aus, aber obwohl meine Schwester sehr stark ist, wollte sie doch lieber erst mal oben in "Rico Ariba" klettern. Das Tal ist ziemlich pittoresk mit grossen Felsbroken an denen man auch bouldern kann. Rechts und links stehen so 15-20 Meter hohe Wände mit Touren meistens von 6a-6c. Die Kletterei fand ich hier super und auch ok abgesichert – ja, ich bin hier auch ein paar vorgestiegen. Wenn die Touren hier ein bisschen höher wären, wäre es top!

Ein paar Kilometer weiter im Osten wurde das Klettergebiet "Barranco de Tamadaya" speziel für Anfänger entwickelt. Die schwerste Tour ist eine 6b+. Nicht alle Touren sind allerdings gebohrt, so dass man auch Selbstsicherung legen lernen kann - das brauche ich, als ausgesprochener Sportkletterer, ja gar nicht. Wir fanden die Touren teilweise etwas brüchig. Das Tal ist sehr eng und dadurch, wenn es kalt ist, ziemlich schattig.

Highlight sind natürlich die Cañadas. Hier auf 2200 Meter Höhe klettert man mit Blick auf den Teide. Das ist wirklich spektakulär: Lavafelder, rote Felsen, azurblauer Himmel und die Schneemütze des 3718 Berges leuchten hier um die Wette. ​

​Man startet vom Parkplatz des Parador und erreicht das erste Klettergebiet auch schon nach ca 10 Minuten. Die Wände sehen verheissungsvoll aus - beim Vorstieg​​ habe ich dann bei Hakenabständen von knapp 10m dann schnell mein Mütchen gekühlt gehabt. Man hätte bestimmt was legen können, aber ich hatte natürlich wieder nichts dabei … Wieder in Deutschland habe ich erfahren, dass die anderen Klettergebiete besser abgesichert sind. Aber mit Fraukes (das ist meine Schwester) Heldenmut und ein paar Umhängeaktionen hatten wir auch so einen Tag Spass. Allerdings war es im Februar deutlich frisch - ich bin selten in langen Unterhosen geklettert, aber hier war es nötig.

Im Norden gibt es auch Klettergebiete, aber irgendwie war es im Februar dafür wohl zu kalt, oder zu regnerisch … angeblich ist es dort auch weniger touristisch und dafür grüner.

Hinkommen:

Ryanair fliegt von Karlsruhe und Frankfurt mehrmals wöchentlich zum Flughafen Teneriffa Süd. Mietwagen bekommt man günstig über www.billiger-mietwagen.de

Schlafen:

Das Climbing House in Arico liegt in den Bergen ganz in der Nähe von einigen Klettergebieten. Hier kann man Zelten, oder auch Zimmer buchen. Es werden auch Kurse angeboten.

Wir haben in El Medano geschlafen. Die Stadt am Meer bietet theoretisch Alles was man braucht: Lebensmittelläden, Bars, coole Surfer, einen Aussichtsberg und Meer - leider liegt sie recht nahe am Flughafen und ist damit ein bisschen lauter - aber man gewöhnt sich daran …

Wenn ich nochmal kommen würde, würde ich eine Unterkunft in Tajao suchen, da es ruhiger und näher an den Klettergebieten liegt - Strand gibt es trotzdem vor der Haustür. Unterkünfte, wie diese, könnt ihr beispielsweise bei Airbnb buchen.

Essen:

Ziemlich lecker fanden wir das Essen im "Agua y Sal" - in dem verschlafenen Dorf Tajao. Hier kann man von 12-22:30 Uhr Tapas und vor Allem Fisch und Meeresfrüchte essen.

Calle Callao Hondo, 22, 38588 San Miguel de Tajao, +34 922 17 11 76

#Teneriffa #Klettern #Kanaren #spanien