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  • Soška Pot - Wanderung entlang der Soča in Slowenien

    Entdecke die atemberaubende Schönheit der Soča in Slowenien auf der Soška Pot - eine unvergessliche Wanderung entlang des türkisblauen Alpenflusses. GPS-Daten zum Download Ich habe die Tour auf Komoot gespeichert. Ihr könnt sie sehen, sobald ihr euch eingelogt habt. Die türkisblaue und glasklare Soča gilt nicht umsonst als eine der schönsten Alpenflüsse. Die Soška Pot Wanderung in Slowenien ist Teil des Alpe Adria Trails und führt von der Quelle über drei Schluchten in das breite Schwemmland bis nach Bovec. Man kann den ganzen Weg in einem langen Tag, oder auch – dank guter Busanbindung – in Etappen laufen. Keyfacts: Soška Pot- Wanderung in Slowenien ♡-Factor: ♡♡♡♡♡♡ Anforderung: Überwiegend leichte Wanderung auf Wanderwegen Gehzeit: 8h Höhenmeter: 300 Hm hoch 780 HM bergab Länge: 27,6 km Anfahrt: Von Trenta Richtung Vršičpass. Dann den Schildern zur Hütte Koča pri izviru Soče folgen. Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Ja, im Soča Tal fahren mehrmals täglich Buse (Fahrplan: https://arriva.si/en/). Einkehr: Auf der Wanderung folgt man dem Soča Tal. In allen Dörfern gibt es Unterkünfte und Campingplätze. Beste Zeit: Mitte März bis Mitte September Ausgangspunkt Von Trenta Richtung Vršičpass. Dann den Schildern zur Hütte Koča pri izviru Soče folgen. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Wegbeschreibung Soška Pot- Wanderung in Slowenien: Die Wanderung beginnt an der Quelle der Soča. Von der Hütte Koča pri izviru Soče steigen wir noch ungefähr 15 Minuten bergauf. Die letzten Meter sind mit einem Drahtseil gesichert. Der Ursprung des Flusses ist eine Siphonquelle: unterirdisch steigt das Wasser in eine kleine Karsthöhle und sammelt sich in einem türkisblauen Becken. Von hier sprudelt die Soča munter den Berg hinab. Der Wanderweg ist sehr gut mit dem Namen Soška Pot ausgezeichnet. Im Tourenverlauf überquert man den Fluss mehrmals auf abenteuerlichen Hängebrücken, die den besten Ausblick auf die sprudelndende Soča, die teilweise sehr engen Schluchten und die umliegenden Berge bieten. Der Fluss zwängt sich an manchen Stellen wie der Mala Korita zwischen bizarren Felsen und malerischen Kolken hindurch. Hier ist der optimale Rastplatz für müde Wanderer. Mutige können von den Felsen springen, wobei die wahre Herausforderung die selbst im Hochsommer eisige Wassertemperatur ist. Im Verlauf wird das Tal breiter. Bei der Mündung der Koritnica in die Soča endet der eigentliche Soška Pot. Von hier sind es noch ungefähr eine Stunde bis zur Bushaltestelle in Bovec. Lies auch meine anderen Abenteuer in Slowenien Info Die Internetseite des slowenischen Tourismusverband gibt einen guten Überblick: https://www.slovenia.info/en Die Seite des Slowenischen Alpenvereins ist zwar ein bisschen unübersichtlich und auch nur auf Englisch verfügbar, aber hier kann man am besten überprüfen, welche Hütten geöffnet sind und ob Wanderwege/Klettersteige gerade gesperrt sind. ANREISE Mit dem PKW am besten über die (mautpflichtige) Tauernautobahn A10. Der Wurzenpass führt direkt ins Soča Tal – hier unbedingt vor Abreise überprüfen, ob der Pass (wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen) für alle Nationalitäten geöffnet ist. BESTE ZEIT Für die Touren in den Bergen Juni-September. LITERATUR Slowenien zwischen Julischen Alpen und Adriaküste, Rother Wanderführer. WETTER Das Wetter im Allgemeinen und in den Bergen im ganz Besonderen kann sich schnell ändern. Vor Allem vor ausgesetzten Bergtouren sollte man sich über die Wetterlage informieren: https://www.alpenverein.de/DAV-Services/Bergwetter/ http://www.meteo.si/met/en/ KARTEN Gute Karten gibt es im Verlag Sidarta für die Julischen und die Steiner Alpen: Im Maßstab 1:50.000 und 1:25.000 Triglav, Bohinj.

  • Das perfekte Wochenende im Burgund

    Freitag: auf nach Dijon! Willkommen im Burgund. Wir starten unser langes Wochenende nicht mit senfsaurer Miene, sondern in der Hauptstadt des Burgunds: Dijon! Die Stadt hat neben dem Startpunkt der „Route de Grands Crus“ auch den Status einer UNESCO Weltkulturerebstätte für französische Esskultur. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Also rein ins Getümmel – kleine Gassen, lauschige und großartige Plätze – alles, was man sich in einer französischen Stadt wünscht. Natürlich neben zahlreichen Cafés und Restaurants. Wie wäre es mit einem romantischen Spaziergang entlang der schönen Fassaden der früheren Hauptstadt der Herzöge von Burgund? Damit dem Besucher keine einzige Sehenswürdigkeit entgeht, bietet sich der Rundgang „Parcours de la Chouette“ an, eine APP, die man sich vorher herunterladen kann. Auf dem Programm stehen 22 Etappen, darunter der Glücksbringer aller Stadtbewohner: die kleine Eule an der Kathedrale Notre-Dame, die dem Rundgang ihren Namen gab. Angeblich gehen Wünsche in Erfüllung, wenn man sie berührt. Liebe geht durch den Magen Egal ob romantisches Abendessen in einem Feinschmeckerrestaurant oder lieber eine kuschlige Weinbar - in Dijon kommen alle Geschmäcker auf ihre Gaumenfreuden. Loiseau des Ducs: Das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant darf beim Rennen um die besten Plätze für Feinschmecker in der Altstadt nicht fehlen, denn die Terrasse liegt genau gegenüber des Palais des Ducs. Hier gibt es regionale Spezialitäten wie luftgetrocknete Schinken aus dem Morvan. Wer nicht ganz so tief in den Geldbeutel greifen und trotzdem regionale Produkte genießen möchte, ist beim jungen Team vom Restaurant La Fine Heure bestens aufgehoben. Schlafen Dijon: Hip: Das Vertigo Hotel in Dijon ist neu renoviert, schick und charmant und liegt im Herzen der Stadt, mit Blick auf den Place Darcy und die Fußgängerzone. Mit Swimming Pool und SPA. DZ ab 130 €, Rotkäppchens Bleibe heisst Hostellerie du Chapeau Rouge: Das »Gasthaus zum Roten Hut« ist eine Institution. Verglaster Wintergarten, farbenfrohe Zimmer von cozy bis gestylt. , DZ ab 144 € Samstag = Markttag Höhepunkt ist der Markt, der samstags von 8-13 Uhr stattfindet. Die Markthalle wurde übrigens von keinem geringeren als Gustave Eiffel erbaut und besticht ebenfalls mit einer eleganten Stahlkonstruktion. Selbst wer vom Frühstück satt geworden ist, wird hier garantiert noch einmal in Versuchung geführt … Dijon von oben den besten Ausblick genießt man vom 46 m hohen Tour Philippe le Bon – dafür muss man 316 Stufen hinaufklettern und wird mit einem traumhaften Ausblick bis hin zum Musée des Beaux-Arts belohnt. Überraschung: der Besuch im 2019 wieder eröffneten Musée Beaux-Arts kostet keinen Eintritt, obwohl die Sanierung zehn Jahre dauerte, 60 Mio. € verbaut wurden und nur die Einweihungsfeier anderthalb Mio. € kostete. Es ist eines der drei wichtigsten Kunstmuseen Frankreichs außerhalb von Paris. Zu sehen sind Kunstwerke aus allen Epochen. Der berühmteste Raum des Museums beherbergt die Grabmäler der Herzöge von Burgund mit ihrer beeindruckenden Abfolge von trauernden Personen, den „Pleurants“. Samstag 17 Uhr Eine Balade gourmande ist so etwas wie ein Stadtführung durch die besten lokalen Produkte. Kosten 12 €, inkl. einiger Kostproben (Gewürzbrot, Senf, Crème de Cassis), im Internet buchen. Samstag Abend: Auf nach Beaune Die Stadt, die als Nabel des Weinhandels gilt, ist nur einen Katzensprung entfernt. Hier ließen es sich schon die Herzöge Burgunds gut gehen und der Ort ist heute der Tourismusmagnet an der Côte d'Or. Im Sommer kreuzen hochpreisige Cabrios übers Kopfsteinpflaster, das jedoch zunehmend für den Verkehr gesperrt wird. Hier brummt es rund ums Jahr, Beaune tut einiges für sein Stadtbild. Hinter den Stadtmauern empfängt eine perfekt sanierte Altstadt. Schlafen Beaune: Le Jardin Secret De Beaune ist tatsächlich so etwas wie ein geheimer Rückzugsort. Die drei Apartments liegen direkt im Stadtzentrum, aber in einem grünen Garten. Ab 80 €. https://lejardinsecretdebeaune.com Sonntag – Früh aufstehen lohnt sich Mittelpunkt der Stadt sind ohne Zweifel die spätmittelalterlichen Hospices de Beaune, auch Hôtel-Dieu genannt - ein ehemaliges Krankenhaus, das im 15. Jahrhundert von Nicolas Rolin, Kanzler des Herzogs von Burgund, und seiner Frau Guigone de Salins gegründet wurde. Schon der Blick in den gepflasterten Innenhof des hochgotischen Kranken- und Armenhospizes raubt einem den Atem. Steinsäulen tragen die Fachwerkgalerie des ersten Stocks und das in buntem Rautenmuster gedeckte Dach. Das Ensemble im burgundisch-flämischen Stil entstand 1443. Innen verblüfft die bis in die 1970er-Jahre als Krankensaal genutzte Salle des Pôvres. www.hospices-de-beaune.com, Mitte März-Mitte Nov. tgl. 9-18.30 Uhr, (letzter Einlass 1 Stunde vor Schließung), 7,50 €. Rauf auf's Rad La Voie des Vignes ist eine 22km lange Traum-Radtour durch die berühmten Weinberge mit klangvollen Namen wie Beaune, Pommard, Volnay, oder Meursault. Die Herzen von Liebhabern der Burgunderweine dürften schon höher schlagen! Bei der Fahrt durch die pittoresken Winzerdörfer bleibt garantiert kein Radler durstig (oder hungrig). Fahrräder für 20 € pro Tag gibt es beispielsweise bei Active Tours zu mieten. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Nachmittags: Zeit für eine Landpartie Knapp 1 Stunde dauert die Autofahrt von Beaune nach Vézeley. Genug Zeit, um die müden Knochen nach der Radtour zu erholen. Auf der Höhe des „Ewigen Hügels“ gelegen ist die Basilika schon von weitem zu sehen. Der malerische Ort gehört zum UNESCO-Welterbe und zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Mein Tip: Am besten Vézeley vor dem Besucheransturm früh morgens oder abends besuchen. Besonders hübsch fand ich den Platz hinter der Basilika, von dem man einen grandiosen Blick über das Umland hat. Vorzugsweise direkt in ein Hotel einchecken und dann entspannt eine Weinprobe in einem der alten, malerischen Weingüter machen. (Bsp: www.lacroixmontjoie.com/, oder www.colline-eternelle.com/) Wer keinen Wein mag, kann auch in der Brasserie de Vézelay hausgebrautes Bier verköstigen. http://brasseriedevezelay.fr/?lang=fr Das Restaurant SY La Terrasse besticht durch seine Lage direkt auf dem Marktplatz am Fuße der Basilika. Schlafen Vézeley: Mein Super-Geheimtip ist das Manoir de Val en Sel. Zu Fuß eine halbe Stunde von Vézelay entfernt, liegt das alte Gutshaus umgeben von weitläufigen Gärten. Die Besitzerin Dominique Armengaud ist begeisterte Gärtnerin und selbst, wenn sie gerade kein Zimmer frei hat, zeigt sie Besuchern gerne ihren Garten. Unbedingt vorher reservieren. http://valensel.vezelay.free.fr/index.php Doppelzimmer mit Frühstück ab 105 €. Das Hotel Hôtel Les Glycines liegt direkt an der (unbefahrenen) Hauptstraße, die zur Basilika führt. Das mit Glyzinien bewachsene alte Herrenhaus bietet stilvolle Zimmer. www.vezelay-glycines.com/de Doppelzimmer ab 85 € plus 15 € für Frühstück pro Person. Montag Geschichte satt! Vézeley war sozusagen der Instagram Hotspot des 12./13. Jahrhunderts. Jeder mit Rang und Namen, wie Richard Löwenherz oder Franz von Assisi, pilgerte auf den heiligen Hügel in dessen Basilika Ste Madeleine (geöffnet täglich von 7-20 Uhr außerhalb der Messzeiten) die Gebeine der gleichnamigen Heiligen aufbewahrt werden. Das Dorf hat eine mehr als tausendjährige Geschichte und besitzt eine ganz besondere Atmosphäre. Prinzen, Könige, Kaiser, Leute aus dem Volk und tausende Pilger sind seit dem 12. Jahrhundert hierhergekommen, um die Reliquien der Heiligen zu verehren, bevor sie sich auf den Jakobsweg oder die Kreuzzüge begaben. 1146 wurde hier noch dazu Geschichte geschrieben: „Gott will es“ rief der heilige Bernhard und löste so den 2. Kreuzzug aus. Das Gebiet Bourgogne-Franche-Comté strotzt nur so vor Geschichte und Tradition – hier gibt es acht UNESCO-Stätten. Nach den Klimazonen das Weinbaugebiets Burgund, der Basilika von Vézeley steht heute die Zisterzienserabtei Fontenay auf dem Programm, welches die am besten erhaltene Zisterzienserabtei Burgunds ist. Sie wurde 1118 vom heiligen Bernhard gegründet. Vielleicht ist ein Grund für seine gute Erhaltung die abgeschiedene Lage – damals wie heute. Seit dem Bau wurde die Kirche und der Kreuzgang kaum verändert. Besonders beeindruckend ist das 56m lange Dormitorium der Mönche. Sozusagen ein riesengroßer Schlafsaal ohne Privatsphäre und Heizung. Dafür mussten die Mönche zum Matinee-Gebet nur ein paar Stufen in das Gotteshaus hinunter stolpern. Der Garten gleicht einem englischen Park mit Wasserläufen, Fischteichen und einem grünen Rasen, an dem kein Greenkeeper der Welt etwas auszusetzen hätte. www.abbayedefontenay.com/en, Öffnungszeiten im Sommer 10-18 Uhr. Allgemeine Info: https://www.burgund-tourismus.com/

  • Türkei/Kappadokien 3: Wanderung durch das Ihlara Tal

    Diese 14 km lange Wanderung entlang des Ihlara Tals ist eine der beliebtesten in Kappadokien. Teilweise ähnelt die Szenerie fast einem Vergnügungspark – kleine verzierte Brücken, Bänke, steile Treppen, Rastplätze und Einkehrmöglichkeiten säumen den Weg. Als wir da waren, hat es geschneit und so gibt es auch nicht allzu viele Fotos. Bei schönem Wetter und mit mehr Zeit kannst Du (einige) der 105 in den Stein gehauen in Kirchen und fast 10.0000 Felshöhlen erkunden. Und bestimmt auch wunderbar am Fluss chillen … ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Startpunkt: Von Ihlara Endpunkt: Selime Cathedral Dauer: 3 h Entfernung: 10,6 km Höhenunterschied: 130 m aufwärts und 220 m abwärts Einkehrmöglichkeiten: Auf dem Weg gibt es mehrere kleinere Stände bei denen man frisch gepressten Saft, tee, oder Kaffee trinken kann. In Belisirma lädt ein rustikales Lokal direkt am Wasser zum tradtionellem Essen ein. Schwierigkeitsgrad: rot GPS-Daten auf Komoot - Du musst Dich einloggen, um sie zu sehen: Hinkommen: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es etwas tricky diese Wanderung zu machen. Meine Empfehlung wäre mit einem Mietwagen bis nach Ihlara zu fahren. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten entweder du machst die Wanderung hin und zurück da sie bis auf den Einstieg in das Tal sehr flach ist ist sie nicht wirklich anstrengend oder du nimmst von Selime ein Taxi nach Ihlara zurück. Leider gibt es hier kein Uber. Das Ihlara-Tal an der Grenze zwischen Güzelyurt und Aksaray sowie auch die ganze Landschaft Kappadokiens sind durch die Vulkanausbrüche des Berges Hasan entstanden. Der Melendiz-Fluss hat das Tal geformt: Er fließt durch das 14 km lange und 100-120 Metern tiefe Ihlara-Tal, das in der Stadt Ilisu beginnt und in nordwestlicher Richtung durch die Städte Ihlara, Belisirma, Ziga, Yaprakhisar und Selime fliesst. Es endet in der Kathedrale von Selime. Wegbeschreibung: Nach der Ankunft in dem malerischen und farbenfrohen Dorf Ihlara beginnt die Wanderung, die zu einem kleinen Wasserfall und zu einem Teich führt. Die Dorfbewohner fischen immer noch in diesem Teil des Flusses und hier beginnt die Schlucht sich zu verengen. Weiter geht es entlang des Flusses mit üppigen Bäumen, umgeben von steilen Felswänden auf beiden Seiten. Es gibt mehrere versteckte Höhlenkirchen, die in die Seitenwände gehauen wurden – Hier kannst du einige mit wunderschönen Fresken mit Szenen aus dem Neuen Testament bewundern. Das Dorfes Belisirma aus halber Strecke bietet sich zum Lunch am Fluss an. Die örtlichen Restaurants bieten ein herzhaftes Festmahl mit traditionellen Gerichten aus der Region. Nach dem Mittagessen geht es auf abgelegeneren Wegen weiter, bis du das Dorf Selime erreicht. Dieser Teil der Wanderung sieht ganz anders aus, denn die Schlucht wird breiter und viele Bauern nutzen das Land für den Anbau von Gemüse oder zum Weiden ihrer Kühe, Esel und Schafe. Der Weg endet im Dorf Selime - wenn es die Zeit erlaubt, solltest Du unbedingt das atemberaubende Selime-Kloster auf dem Gipfel des Tals besuchen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten entweder du machst die Wanderung hin und zurück da sie bis auf den Einstieg in das Tal sehr ist sie nicht wirklich anstrengend oder du nimmst von Selime ein Taxi nach Ihlara zurück. Leider gibt es hier kein Uber. INFO: Allgemeine Informationen und einige Fotos und Filme für den ersten Eindruck gibt es auf: https://gocappadociaturkiye.com/de/homepage ANREISE Vom Flughafen in Kayseri (ASR) braucht man mit dem Bus eine Stunde nach Göreme, das ist der beste Ausgangspunkt für alle Abenteuer. Maximale Flexibilität? Dann ist ein Mietwagen eine gute Idee, diese gibt es relativ günstig direkt am Flughafen zu mieten (recherchieren beispielsweise bei billiger-mietwagen.de). Achtung: Viele Hotels sind in kleinen Gassen und haben keinen Parkplatz. Am besten vorher nachfragen. BESTE ZEIT Von April bis Mai und von September bis Oktober ist die beste Zeit für einen Aktivurlaub in Kappadokien. Der Frühling ist schön grün und es gibt viele Blumen, durch die Luftfeuchtigkeit kann es aber diesig sein. Im Herbst ist die Natur zwar ausgedörrt und braun, dafür die Luft aber klar und das Wetter tendenziell stabiler. LITERATUR Die Reiseführer, die ich gefunden habe, sind veraltet. Der aktuellste ist von 2016. Gedruckte Wanderführer gibt es nicht (zumindest konnte ich keinen finden). KARTEN Bis jetzt gibt es keine detaillierte Wanderkarte (zumindest konnte ich keine finden) von Kappadokien. Noch gibt es nicht wirklich gutes Kartenmaterial Ich habe einige Touren mit GPS Daten auf meinem Blog gespeichert www.wibkestravels.net Wem das zu wild ist, kann auch einen Wanderführer buchen. WANDERFÜHRER: Ali ist ein türkisches Original mit Berliner Wurzeln, oder andersrum. Seine Familie stammt aus Kappadokien und er kam vor 30 Jahren zurück. Seither zeigt er mit viel Humor und in perfektem Deutsch Besuchern sein Land. Ali Kaya +90 532 614 4132 (WhatsApp), aliguide@yahoo.com Bilal spricht auch perfekt Deutsch, kann für Wanderungen und Sightseeing gebucht werden. Bilal Coskun +90 533 719 99 42 (WhatsApp), coskunbilal@gmail.com AUSRÜSTUNG Empfehlenswert sind Wanderschuhe mit gutem Profil, Regen- und Sonnenschutz, sowie – für kühlere Tage – warme Kleidung. Göreme liegt auf 1104 m. Wir hatten im März anfangs Minusgrade und Schnee. UNTERKUNFT: Das Henna Hotel ist so Influencer-tauglich, dass wir uns kaum getraut haben, dort zu buchen. Ballone fliegen über eine perfekt ausstaffierte Terrasse mit frischem Obst und silbernen Teekannen, die aussehen wie Aladins Wunderlampe. Ein 400 Jahre alter Teeraum im samtigen Grün und mit bunten Glasfenstern gleicht meiner Vorstellung des Luxus von 1001 Nacht. Die Zimmer sind wunderschön, die Mitarbeiter super hilfsbereit, das Frühstück eine reichhaltige Wucht und obwohl das Hotel immer ausgebucht war, war die Dachterrasse nie überlaufen. Unbezahlbar? Auch das nicht: Doppelzimmer mit Frühstück gibt es in der Nebensaison bereits ab 45€. https://www.hennahotel.com/en Im Hotel Utopia in Ürgüp kann man in original Cave-Rooms schlafen. Diese sehen supertoll aus, sind aber nicht unbedingt etwas, wenn man keine engen Räume mag und nachts mit offenem Fenster schlafen will. Das Hotel hat einen tollen Hammam und leckeres Frühstück gibt es auf der Dachterrasse. Einziger Nachteil: die Ballone kommen hier selten vorbei. https://www.utopiacave.com ESSSEN: Unser absolutes Lieblingsrestaurant mit Mega-Kulisse und Rooftop-Bar ist das Seten in Göreme. Besonders lecker fanden wir die Meze – vor Allem das Muhammara aus Paprika, Tomaten mit Granatapfel und Walnüssen hat es uns angetan. https://www.setenrestaurant.com

  • Klettersteig zur Trolltunga in Norwegen

    Nach meinem Erlebnis am Preikastolen/Norwegn bin ich nicht besonders erpicht darauf, wieder an einer Massenwanderung teilzunehmen und so lese ich begeistert vom neu eröffneten Klettersteig. Am 15. Mai wurde er eingeweiht, nachdem der alte im Frühjahr 2017 durch herabstürzendes Eis und Felsen so beschädigt wurde, dass nicht mehr benutzt werden konnte. Da ich keinerlei Equipment dabei habe, buche ich kurzerhand eine geführte Tour. Richard Mauseth ist der Bergführer, der uns beim „Klettersteig-Triathlon“ begleiten wird. Morgens um 8 Uhr starten wir mit den Mountainbikes am Ringedalen-See. Ein Schotterweg bringt uns weg vom Motorenlärm des geschäftigen Parkplatzes. Hinter dem Staudamm beginnt die einsame norwegische Bergwelt, die ich gesucht habe. Eine einzelne Wolke schwebt noch pittoresk zwischen den senkrechten Steilhängen, die direkt zum Wasser reichen – ausser Richard und den drei lustigen Australiern, die die gleiche Tour gebucht haben, ist sonst keine Menschenseele in Sicht. Je weiter wir fahren, desto ruhiger wird es. Hier hört man nur noch das entfernte Rauschen der Wasserfälle und das Knirschen der Reifen auf dem Schotter. Nach 6 Kilometern führt eine Holzbrücke über einen Bach – hier kommen wir zur zweiten Disziplin: Laufen. Steil bergauf! Am Wegesrand wachsen dicke Steinpilze, giftige Fliegenpilze und leckere Heidelbeeren, da kann man beim Ernten schon ein bisschen die Zeit aus den Augen verlieren. Sobald wir die Baumgrenze hinter uns lassen, sehen wir die eigentliche Herausforderung: Disziplin Nummer 3, Klettern! Ein Teilnehmer der Gruppe schluckt beim Anblick der senkrechten Granitwand, aber Richard, der beim Bau selbst mit Hand angelegt hat, kann ihn beruhigen. „Wir haben in die 250 Meter hohe Wand 900 Metallbügel eingebaut – eigentlich ist es nicht schwieriger als eine Leiter hochzuklettern.“ In der Theorie hat er damit natürlich recht. Die Via Ferrata ist sehr gut abgesichert und technisch nicht sonderlich anspruchsvoll, aber je höher wir klettern, desto mehr Luft haben wir unter den Sohlen … und damit einen senkrechten Blick hinab auf den immer kleiner werdenden See. Wer nicht an Höhenangst leidet, dem eröffnet sich ein spektakuläres Panorama: Mit jeder Sprosse sehen wir mehr vom Folgefonna Gletscher, der die gegenüberliegenden Berge bedeckt, einzelne Wasserfälle rauschen in die Tiefe. Hier gibt es nichts, was die Schönheit dieser Kulisse trübt. Nach 200 Höhenmetern erreichen wir ein breiteres Grasband, auf dem wir ungesichert bis zum nächsten Einstieg laufen können. „Die grösste Herausforderung war, den Berg so zu sichern, dass es möglichst keinen Steinschlag gibt. Dafür haben wir die ganze Wand gesäubert – teilweise von bis zu vier Quadratmeter grossen Felsen.“ Obwohl mir da mein Helm auch nichts mehr bringen würde, ziehe ich ihn für die letzten 50 Meter lieber doch ein bisschen fester. Am Ende des Klettersteigs erreichen wir ein Felsplateau, das bereits zum Hardangervidda-Nationalpark gehört. Auf der anderen Seite der Schlucht sehen wir den „normalen“ Wanderweg, auf dem wir die letzten 2,5km bis zum Objekt unserer Begierde zurücklegen. Nach der Einsamkeit des Klettersteigs hat uns die Welt wieder. ​Klicke auf das erste Foto um die Fotostrecke mit Bildbeschreibung zu starten: Der 2018 neu eröffnete Klettersteig ist noch ein Geheimtipp und damit – momentan noch – die menschenleere Alternative zum Normalweg. Wer ein Rad dabei hat oder sich eines mietet, spart sich, wenn man auch wieder über den Klettersteig absteigt, insgesamt 12km Wanderung. ♡-Factor: ♡♡♡♡♡ Schwierigkeit: Klettersteig, mittel, B-C Gehzeit: 8-10h Höhenmeter: 1000Hm Länge: 22km Wandern (wenn der Rückweg über den Normalweg erfolgt) + 250 Höhenmeter Klettersteig Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln: ja Hütte am Weg: nein Beste Zeit: Mitte Juni bis Mitte September Ausgangspunkt: Wanderparkplatz zur Trolltunga (420 hm): Skjeggedal 20, 5770 Tyssedal. Gebührenpflichtiger Parkplatz. Mit öffentlichem Transport zwischen Odda und Skjeggedal (Startpunkt der Wanderung): Trolltunga Shuttle: (15. Juni – 15. Sept.) Abholservice von den meisten Übernachtungsplätzen in Odda, www.oddataxi.no. Instandhaltungsgebühr: 350NOK zu zahlen am Trolltunga-Active Store am Parkplatz, da diese den Klettersteig privat finanziert haben. ​Info: Der Weg zur Trolltunga wird auf www.visitnorway.de beschrieben Ausrüstung: Wanderschuhe, wind- und wetterfeste Jacke und Hose, Wechselkleidung, Kappe, Schal und Handschuhe, genügend Proviant und Getränke für die gesamte Wanderung, Stirnlampe, Wanderkarte, Kompass, Erste-Hilfe-Ausrüstung, ein aufgeladenes Handy. Für den Klettersteig: Klettersteigset und Helm (kann bei Trolltunga-Active geliehen werden). Bergführer: Trolltunga-Active bietet geführte Wanderungen zur Trolltunga auch mit Übernachtung in der Nähe der Felszunge. Zwei-Tageswanderung incl. Wanderführer, Übernachtung in einer eigens gebauten Plastikkuppel, Abendessen und Frühstück ab 400 Euro. Skjeggedal 20, 5770 Tyssedal, Tel: +47 99 11 2121, trolltunga-active.com Anreise: Mit dem eigenen Fahrzeug mit der Fähre von Hirtshals/Dänemark nach Kristiansand/Norwegen. 2h15 Fahrtzeit, directferries.de. Per Flugzeug mit einem Umstieg entweder nach Stavanger oder Bergen. Von dort weiter mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Mietwagen. Vom 1. Juli bis zum 31.8 gibt es einen Expressbus zwischen den Startpunkten für die Wanderungen zum Preikastolen und zur Trolltunga, gofjords.com. Schlafen: Das Trolltunga Hotel in Odda bietet Übernachtungsmöglichkeiten im 4er Schlafsaal oder im Doppelzimmer. Von hier fährt auch der Shuttle Bus zum Ausgangspunkt der Wanderung. Doppelzimmer mit Frühstück ab 124€. Trolltunga Hotel, Vasstun 1, 5750 Odda, Tel: +47 400 04 486, www.trolltungahotel.no/en Lofthus Camping bietet neben normalen Stellplätzen für Zelte und Camper auch Bungalows für 2-8 Personen. Die Lage direkt über dem Hardanger Fjord ist spektakulär. Zeltplatz ab 15 Euro, 2 Personen Bungalow ab 40 Euro. Lofthus Camping, Hellelandsvegen 120, 5781 Lofthus, Te: +47 53 66 13 64, www.lofthuscamping.com

  • 3-Tages-Tour rund um den Säntis

    Alpstein Entschleunigt Der 27 Kilometer langen Rundwanderweg im Alpstein mit der Besteigung des höchsten Gipfel Säntis 2.502 Hm. führt durch grüne, blumenbedeckte Almen, an samtbraune Schweizer Kühen vorbei, hoch zu schroffen Berggipfeln und blaue Gebirgsseen. Gletscherfelder, Höhenwege und auch eine ausgesetzte (aber gut gesicherte) Gratwanderung bieten Alles was eine Bergtour ausmacht. Bei der gemütlichen 3-Tages-Tour übernachtet man in urigen Berggasthäusern und hat genug Zeit sich alle Highlights am Wegesrand anzuschauen … und trotzdem mit dem Zug an- und abzureisen. ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Ausgangspunkt: Bahnhof Wasserauen 868 Hm Dauer: 12:30 Stunde Strecke: 27 km Höhenunterschied: 1850 Hm. hoch und runter Einkehrmöglichkeit: Diverse Hütten im Alpstein bieten urige Eingehrmöglichkeiten Schwierigkeit: rot TAG FÜR TAG Beschreibung und GPS Daten: Tag 1: Bahnhof Wasserauen 868 Hm. – Berggasthaus Schäfler 1.920 Hm., 6,5 km, 1010 Hm. Hoch, 360 runter Ich habe dir die GPS Daten auf Outdooractive gespeichert Tag 1 Tag 2: Berggasthaus Schäfler – Seealpsee 1.141 Hm - über Öhrligrueb, Säntis 2.502m, Lisengrat, Rotsteinpass 2.119m, Meglisalp 1.520 Hm., 15 km, 800 Hm. hoch 1570 runter TIch habe dir die GPS Daten auf Outdooractive gespeichert Tag 2 Tag 3: Seealpsee – Bahnhof Wasserauen 868 Hm., 5 km, 90 Hm. hoch 370 runter Ich habe dir die GPS Daten auf Outdooractive gespeichert Tag 3 Schweizer Bilderbuchkulisse Die Landschaft des Alpsteins entspricht all dem was ich mit der Schweiz verbinde: Grüne, blumenbedeckte Almen, samtbraune Schweizer Kühe, schroffe Berggipfel und blaue Gebirgsseen. Zu diesen idyllischen Klischee kamen, bei unserer Tour, noch ausgesetzte Gratwanderungen, urigen holzverkleidete Berggasthäuser, perfekten Sonnen Auf und -untergänge, die überwältigende Kulisse des Seealpsee und noch die eine oder andere Überraschung … Zwischendrin kamen wir uns vor, wie in einem Heimat Film in dem ein Highlight das Andere jagt. Manchmal muss gut Ding eben Weile haben. Diese Tour wollten wir schon seit einigen Jahren machen aber irgendwie kam immer was dazwischen – aber dann rief mich meine Freundin an: „Sag mal hast du nächstes Wochenende was vor?“ Und: Oh Wunder! Mein Kalender war leer. Und die Wettervorhersage bombastisch. Der Ausgangspunkt Wasserauen ist perfekt mit dem Zug zu erreichen und so trafen wir uns mittags am Bahnhof. Tag 1: Bahnhof Wasserauen 868 Hm. – Berggasthaus Schäfler 1.920 Hm Da wir finden, dass unser Leben schon so stressig genug ist, war unser Motto für die nächsten drei Tage weniger möglichst schnell viele Kilometer runter zu reißen, sondern eine gemütliche Tour auf der wir genug Zeit hatten uns alle Highlights am Wegesrand in Ruhe anzuschauen. Damals konnten wir ja nicht ahnen, dass es tatsächlich so viele Highlights geben werden würde. Also nicht schnell mit der Seilbahn hoch auf die Ebenalp – schnell zum Säntis hetzten und schnell auf direkten Weg wieder runter, sondern Alles gemächlich zu Fuss. Berg Gasthaus Aescher-Wildkirchli Unser erster geplanter Stopp war das Berg Gasthaus Aescher-Wildkirchli, dass wie ein Vogelnest in eine Höhle spektakulär aussehend an einer steile Wand gebaut wurde. Früher meditierten hier Eremiten und ganz früher – also vor schlappen 92.000 Jahren hausten hier Höhlenbären. Richtig weltbekannt wurden die Höhlen, von denen in und um eine das Gasthaus gebaut ist, durch prähistorische Funde von Höhlenmenschen wie bearbeitete Steine, Werkzeuge und Knochen - Das heisst auch de Neandertaler haben in die Zeit von 50.000 bis 30.000 v. Chr. schon im Alpsteingebirge gelebt. Somit sind wir ja in bester Gesellschaft und machen uns – ganz zivilisiert gestärkt durch Kaffee und Kuchen gestärkt – auf Erkundungstour. Von hier führt der Wanderweg in das Innere des Berges. Fast 150m windet sich der Tunnel durch die drei Höhlenteile, die inzwischen beleuchtet sind. Wie zwei kleine Phoenixe erreichen wir die andere Seite des Berges und die Ebenalb. Dort erheben sich nicht wir, sondern Drachenflieger in die Lüfte und segeln dem Rheintal entgegen. Da wir die bis dahin knapp 800 gewonnen Höhenmeter auf keinen Fall wieder verlieren wollen und noch 300 zum Aufsteigen haben, laufen wir am grasigen Bergkamm entlang zu unserer ersten Übernachtung dem Berggasthaus Schäfler. Wolken türmen sich von Süden auf und brechen wir Brandung and die Wände des Alpsteins. Nur ab und zu reisst es auf und wir erhaschen einen Blick auf den Altenalptürm (2.031 Hm.), Öhrlikopf (2.193 Hm.), Hochnideri (2.246 Hm.) und den Girenspitz (2.448 Hm.). Über allen Gipfeln thront der Säntis (2.502Hm.) gut an seiner hohen Antenne zu erkennen – dem Gipfelziel unsern zweiten Tages. Bei hohen Bergen hilft nur eines – feste Essen und so machen wir es uns erst Mal bei Suppe und Käsespätzeln in der Hütte gemütlich. Aber so ähnlich, wie bei Rauchern und Essen im Restaurant, ist es bei Fotografen und der Sonne: Kaum steht das Essen vor mir auf dem Tisch bricht diese aus den Wolken und ich lasse Alles liegen und stehen um den Anblick nicht zu verpassen. Wer braucht schon warmes Essen, wenn er einen coolen Sonnenuntergang sehen kann? „Anseilstrikli im Restaurant erhältlich“ Die Wolken verziehen sich und hinterlassen nur noch einen weichen Dunstschleier auf der Mitte des Berghangs. Vor uns liegen unten die sanften grünen Hügel des Appenzellerlandes und weiter oben die schroffen Kalkgipfel der Berge. Fast unpassierbar sieht unser geplanter Wanderweg für den nächsten Morgen aus, der sich – gut sichtbar – den Steilhang entlangschlängelt. „Ab hier nur noch für geübte Berggänger“ steht deutlich auf einem roten Schild zu lesen und gleich darunter: „Anseilstrikli im Restaurant erhältlich“. Heike und ich schlucken erst Mal –Anseilstrikli hört sich ja irgendwie süss an, aber wir hoffen doch mal sehr, dass wir keine brauchen werden, als wir uns am nächsten Morgen auf den Weg machen. Tag 2: Berggasthaus Schäfler – Seealpsee Unser Sorgen sind unbegründet. Der Weg ist zwar ausgesetzt aber an schwierigen Stellen versichert. Über uns strahlt ein wolkenloser Himmel und unter uns grüne Wiesen und das tiefe Blau des weit unten liegenden Seealpsee, das Ziel unserer heutigen Wanderung. Aber dazwischen liegen noch ein paar Stunden Wandern und einige Höhenmeter. Wobei … die Wege und Aussichten sind so berauschend, dass „lustwandeln“ das Ganze besser beschreiben würde. Wilde Blumen wachsen am Wegesrand, ab und zu sehen wir in der Ferne Gämsen und hören Murmeltiere pfeifen, die ihre Kumpels vor unserer Anwesenheit warnen. Die Öhrligrueb kommt uns vor wie ein kleiner Mikrokosmos im immer schroffer werdenden Bergall: Hier durch halbhohe Felsen geschützt, ist es deutlich wärmer und grüner. Wobei der Unterschied zwischen der Nord- und Südseite immens ist, wie ich leidvoll merken muss, als mich Heike von einem versteckten Schneefeld plötzlich mit Schneebällen attackiert, während ich gemütlich zwischen blühenden Enzian die Sicht auf den Blau Schnee – dem Gletscherrest unter dem Säntis – geniesse. Schon kurz danach beginnt das einzige steile Stück für diesen Tag: erst schottrig und dann über die Schneefelder des Gletschers. Ein paar Steinböcke lassen bei uns erst gar keine Müdigkeit aufkommen, denn sie wandern auf der anderen Seite des Blau Schnees in die gleiche Richtung … und da müssen wir natürlich dran bleiben. Noch ist uns nicht klar wie wir auf den Gipfel kommen sollen, denn dieser sieht uneinnehmbar aus … bis wir die kleinen Punkte … Menschen … unterhalb der Seilbahn sehen: Die berühmte Himmelsleiter! Eine durch Steighilfen versicherte Passage führt über den letzten Anstieg. Da kurz vorher die der Wanderweg von der Schwägalp auf die gleiche Strecke führt, staut es sich hier schon Mal an sonnigen Wochenenden. 2011 wurde einige kleine Plattformen eingebaut damit die Gipfelstürmer leichter kreuzen können. Wir haben Glück: Unter der Woche ist weniger los. Ein alter Schweizer steht mitten auf der ungesicherten Felsplatte und grinst und freundlich an „Grüezi mitenand! Gleich habt ihr's geschafft!“ sagt's und steigt dabei gämsengleich ab. Der Gipfel an sich ist quasi ein Antiklimax. Nach der Einsamkeit der Wanderung stören uns die Menschenmassen, die mit der Gondel hochkommen und auch die Gebäude bekommen nicht gerade einen Schönheitspreis. Der Lisengrat verbindet den Säntis mit dem Roststeinpass und war lange Zeit eine Referenztour für den Schwierigkeitsgrad T4, doch seit er noch besser präpariert und mit deutlich mehr Drahtseilen ausgestattet wurde, ist er jetzt rot-weiß markiert. Auf halber Strecke treffen wir ein Paar. Die Frau flucht auf spanisch bei einer besonders ausgesetzten Stelle. Heike spricht spanisch und plaudert mir ihr. Die Dame kommt aus Peru „Er ist verrückt mich hierher zu bringen“ sagt sie über ihrem Schweizer Mann „Wenn ich hier lebend runterkomme, lasse mich scheiden!“ Dass sie es nicht ganz ernst meint, sehen wir daran, dass beide lachen. Für uns ist dieser Teilabschnitt so etwas wie ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene: Steil, ausgesetzt, spannend aber durch Drahtseile und Steighilfen niemals so, dass man sich fürchten muss. Ab dem Rosteinpass beginnt der über 1.000 Höhenmeter lange Abstieg über die malerischen Meglisalp zum Seealpsee. Im gleichnamigen Berggasthaus gönnen wir uns erst mal ein Appenzeller Bier. Das Dunkel Lager ziert ein Label, dass gerade unserer Aussicht entspricht: die grandiose Kulisse über den See, über die Berge bis hoch zum Säntis. Da entspannen sich selbst unsere müde Knochen vor Glück. Tag 3: Seealpsee – Bahnhof Wasserauen 868 Hm Natürlich hätten wir am gleichen Tag noch die 1,5 Stunden nach Wasserauen absteigen können … aber was hätten wir dann verpasst? Zum einen unseren letzten Zug … und zum anderen den Zauber den normalerweise vielbesuchten Seealpsee in den frühen Morgenstunden für uns (fast) alleine zu haben. Schon bei Sonnenaufgang hält mich nichts mehr in der Hütte: die Berge glühen, die Stimmung ist magisch, während ich hyperventilierend mit meiner Kamera um den See hopse und mich gar nicht satt sehen kann an all den schönen Motiven, hat Heike schon das Ruderboot unserer Unterkunft klargemacht. Wo normalerweise hippe Influencer für ihr Posts posen, schippern wir gemächlich über den See. „Schau mal das sind aber viele Kühe“ sagt sie in diesem Moment, „Öh … sehr viele, Öh … ich glaube das ist der Almabtrieb“! Tatsächlich trabt eine ganze Horde munterer Kühe begleitet von feschen Burschen in der typischen Appenzeller Pracht aus schwarzen Hosen und roten Westen schön mit blumenverzierten Hut am See entlang. Aber unserem Alpenidyll ist hier noch nicht die Krone aufgesetzt worden: Kaum setzten wir die Füsse wieder an Land hören wir den tiefen Klang eines Alphorns, dessen Ursprung wir nicht lange suchen müssen. Der Bläser steht direkt am Ufer des flaschengrünen in der Sonne glitzernden Sees, der Klang wird von den hohen Bergwänden zurückgeworfen ein paar Enten paddeln im Wasser und die Kühe muhen als Background-Chor. Hört sich unglaublich kitschig an? War es aber nicht, sondern - wie Heike schreibt - das Highlight des Jahres! ANREISE Kein Auto, Keine Staus, Keine Gondel – Die 3-Tages-Rundtour mit der Besteigung des Säntis (2.502) kann man gut mit einer Zuganreise kombinieren, da am ersten und letzten Tag genügend Zeit bleibt. Mach' es wie die Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere, die Du mit etwas Glück bei der traumhaften Wanderung im Alpstein treffen wirst: geh' zu Fuss. Mit dem Zug zum Bahnhof Wasserauen in der Schweiz. Die Fahrpläne in der Schweiz lassen sich unter www.sbb.ch, www.bahn.de, oder unter dem Punkt "Anreise" bei www.myswitzerland.com abfragen, eine entsprechende App der SBB ist ebenfalls erhältlich. BESTE ZEIT Juni bis September AUSGANGSPUNKT Bahnhof Wasserauen 868 Hm LITERATUR Fabian Lippuner,"Appenzellerland - Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen", Bergverlag Rother, 2020. SCHALFEN Das Berggasthaus Schäfler: Bietet Doppelzimmer und 70 Betten im Lager. Vom direkt hinter der Hütte gelegenen Schäfler Gipfel 1.925 Hm hat man eine aussergewöhnliche Rundsicht von Pilatus bis Zugspitze und weit über den Bodensee. Der perfekte Platz für Sonnen Auf- und -untergang. www.schaefler.ch Traumkulisse am Seealpsee bietet das Berggasthaus Seealpsee. Es verfügt über 40 Betten in komfortablen Zimmern mit Dusche. Der Seealpsee ist nicht umsonst beliebt und damit stark besucht. Wer hier übernachtet hat die Kulisse früh morgens ganz für sich alleine und kann das Frühstück auf der Terrasse über dem See genießen. www.seealpsee.ch

  • Türkei/Kappadokien 1: Lohnt sich eine Ballonfahrt?

    Allahu akbar - as-salatu chairu-mina-naum“ … Gequält öffne ich die Augen, das Zimmer ist noch stockdunkel. Jeden Morgen stehe ich nicht mit den Vögeln, sondern mit dem Muezzin auf, der die Gläubigen mit seinem Ruf - frei übersetzt „Gebet ist besser als Schlaf“ - aus den Federn scheucht. Im Halbschlaf tapse ich auf unsere Hotel-Dachterrasse. Sie ist geschmückt wie in 1001 Nacht: dicke Perserteppiche zieren den Boden; gemütliche, aus bunten Kelims genähte Kissen laden dazu ein, sich an den mit frischem Obst und verzierten Teekannen gedeckten knietiefen Tischen niederzulassen. Über der ohnehin schon perfekten Szenerie schweben, sozusagen als i-Tüpfelchen, hunderte Ballone, die im Rhythmus orange und gelb flackern, sobald sie befeuert werden. Willkommen im Feenland! Wer hier nicht kurz vor Sonnenaufgang freiwillig aus den oft in den weichen Tuffstein gehauenen Hotelzimmern kommt, verpasst ein visuelles Spektakel, das seinesgleichen sucht. Nicht umsonst ist Kappadokien ein Instagram Eldorado. Aufgerüschte Influencer(innen) posieren in glänzenden Kleidern mit meterlanger Schleppe bei morgendlichen minus 6 Grad, wahlweise auf der Dachterrasse, direkt vor oder auch gerne im Ballon. „Wer schön sein will, muss leiden“ denke ich mir und trage Wollpulli und Winterstiefel. Ein Himmel voller Ballone In Kappadokien steigen bei passendem Wetter jeden Morgen nicht ein oder zwei Ballone auf, sondern über einhundert dieser Gefährte. Der Himmel gleicht dann einer Decke mit bunten Polka Dots. Ist das nur touristischer Nepp? Oder ist die Ballonfahrt hier wirklich etwas Besonderes? Am nächsten Morgen um kurz nach 5 Uhr dränge ich mich mit meinen Freundinnen Christiane und Claudia und ungefähr 20 weiteren Touristen in einen Minibus, gemeinsam rumpeln wir über einen schlecht ausgebauten Feldweg durch die Dunkelheit. Da ich kein wirklicher Frühaufsteher bin, zweifle ich in diesen Momenten immer an der Sinnhaftigkeit solcher Aktionen. Doch sobald sich das Auto die steile Straße von Göreme zum Plateau hochgequält hat, sehen wir blinkende Flammen: die ersten Ballone werden angefeuert. Aufgeregt rutschen wir auf unseren Sitzen umher und können es kaum abwarten, endlich aussteigen zu dürfen. Richtig spektakulär wird es, sobald der Ballon abhebt: was sich unter uns ausbreitet, sieht aus wie die Filmkulisse für eine außergalaktische Expedition. Bizarre Felsformationen, soweit das Auge reicht. Spargelstangen, Zipfelmützen und Riesenpilze, der Vorstellungskraft ist hier kein Ende gesetzt. Beim Näherkommen entdecken wir Fenster und Türen, die Zugang zu den Behausungen mitten im Stein geben. Ballonpilot Musti zeigt uns, was er kann: Mal lässt er den Ballon so tief sinken, dass wir in den Tälern unterhalb der Felsformationen ganz knapp über dem Boden schweben, mal steigt er wie ein Falke steil hinauf, und wir haben einen traumhaften Blick über die gesamte Gegend bis hin zum markanten Festungsberg von Ushisar. Claudi und Christiane sind im Selfie-Rausch. Verständlich, denn egal wo man hinschaut: alles ist so Instagram-tauglich, dass es uns fast den Atem raubt. Mit der aufgehenden Sonne ändert sich die Kulisse von Pastellblau zu Zartrosé bis hin zu Goldfarben. Immer wieder muss ich mich zwingen, meine Kamera weg zu legen und den Flug einfach so zu genießen. Er ist ohne Übertreibung der Schönste, den ich je gemacht habe (und es gab schon einige). Nach knapp einer Stunde landet Musti. Und zwar direkt auf einem Trailer! Der Mann ist Profi, keine Frage. Kein Wunder, steigen die Ballone doch an circa 200 Tagen im Jahr in die Luft (immer, wenn das Wetter passt). Wer seinen Aufenthalt in Kappadokien zu knapp plant, verpasst eventuell ein wirkliches Highlight, wenn es an diesen Tagen regnet, schneit, oder die Thermik eben nicht mitspielt. Weitere Blog Posts zum Wandern? Coming soon! INFO: Allgemeine Informationen und einige Fotos und Filme für den ersten Eindruck gibt es auf: https://gocappadociaturkiye.com/de/homepage WANN Von April bis Mai und von September bis Oktober ist die beste Zeit für einen Aktivurlaub mit Wanderungen, Reit-Touren und Heißluftballonfahrt in Kappadokien. Der Frühling ist schön grün und es gibt viele Blumen, durch die Luftfeuchtigkeit kann es aber diesig sein. Im Herbst ist die Natur zwar ausgedörrt und braun, dafür die Luft aber klar und das Wetter tendenziell stabiler. HINKOMMEN: Vom Flughafen in Kayseri (ASR) braucht man mit dem Bus eine Stunde nach Göreme, das ist der beste Ausgangspunkt für alle Abenteuer. Maximale Flexibilität? Dann ist ein Mietwagen eine gute Idee, diese gibt es relativ günstig direkt am Flughafen zu mieten (recherchieren beispielsweise bei billiger-mietwagen.de). Achtung: Viele Hotels sind in kleinen Gassen und haben keinen Parkplatz. Am besten vorher nachfragen. SCHLAFEN: Das Henna Hotel ist so Influencer-tauglich, dass wir uns kaum getraut haben, dort zu buchen. Ballone fliegen über eine perfekt ausstaffierte Terrasse mit frischem Obst und silbernen Teekannen, die aussehen wie Aladins Wunderlampe. Ein 400 Jahre alter Teeraum im samtigen Grün und mit bunten Glasfenstern gleicht meiner Vorstellung des Luxus von 1001 Nacht. Die Zimmer sind wunderschön, die Mitarbeiter super hilfsbereit, das Frühstück eine reichhaltige Wucht und obwohl das Hotel immer ausgebucht war, war die Dachterrasse nie überlaufen. Unbezahlbar? Auch das nicht: Doppelzimmer mit Frühstück gibt es in der Nebensaison bereits ab 45€. https://www.hennahotel.com/en Im Hotel Utopia in Ürgüp kann man in original Cave-Rooms schlafen. Diese sehen supertoll aus, sind aber nicht unbedingt etwas, wenn du keine engen Räume magst und nachts mit offenem Fenster schlafen willst. Das Hotel hat einen tollen Hammam und leckeres Frühstück gibt es auf der Dachterrasse. Einziger Nachteil: die Ballone kommen hier selten vorbei. https://www.utopiacave.com ESSSEN: Unser absolutes Lieblingsrestaurant mit Mega-Kulisse und Rooftop-Bar ist das Seten in Göreme. Besonders lecker fanden wir die Meze – vor Allem das Muhammara aus Paprika, Tomaten mit Granatapfel und Walnüssen hat es uns angetan. https://www.setenrestaurant.com ERLEBEN: Es gibt zahllose Anbieter für Heißluftballon-Fahrten in Kappadokien. Eine gute Adresse sind Voyager Balloons und Butterflyballoons. Wer in der Hauptsaison unterwegs ist, sollte unbedingt vorher buchen. https://www.butterflyballoons.com/en, https://www.butterflyballoons.com/en Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der kappadokischen Pferde. Für Anfänger ist ein zweistündiger Ausritt bestimmt ausreichend. Wer es nicht gewohnt ist, wird nach vier Stunden sicher den Hintern spüren. Wir fanden die Pferde in der Dalton Ranch gesund und munter aussehend. https://cappadociahorseriding.com Fernab der Massen haben wir ganz entspannt die malerischen Täler bei super abwechslungsreichen Wanderungen erkundet. Liebes-, Tauben-, Weißes, Rosen- und Rotes Tal - egal welche Wanderung, wir fanden alle super. Tolle Aussichten, Kletterpassagen, süße Cafés, versteckte Kirchen und ein unschlagbarer Sunset Place – was will man mehr? Noch gibt es nicht wirklich gutes Kartenmaterial Ich habe einige Touren mit GPS Daten gespeichert. Wem das zu wild ist, kann auch einen Führer buchen. Ali ist ein türkisches Original mit Berliner Wurzeln, oder andersrum. Seine Familie stammt aus Kappadokien und er kam vor 30 Jahren zurück. Seither zeigt er mit viel Humor und in perfektem Deutsch Besuchern sein Land. Ali Kaya +90 532 614 4132 (WhatsApp), aliguide@yahoo.com Bilal spricht auch perfekt Deutsch, kann für Wanderungen und Sightseeing gebucht werden. Bilal Coskun +90 533 719 99 42 (WhatsApp), coskunbilal@gmail.com Wer sich einmal als richtiger Influencer(in) fühlen will, ist bei Emre Çakir richtig. Er kennt die besten Spots und macht „like“-verdächtige Fotos! Cappadocia Photographer, Emre Çakir, +90 5531586274, Instagram: emrecakirphotographer

  • Dänemark: Die 3 außergewöhnlichsten Übernachtungsmöglichkeiten auf Fünen/Fyn

    Was ist Luxus? Braucht man ein Fünf-Sterne-Hotel, um glücklich zu sein? Hat Luxus immer etwas mit Geld zu tun? Ist Luxus nicht vielmehr ein Ort, an dem man sich sofort wohl fühlt? Die Dänen haben dafür ein Wort: Hygge. Ich habe 3 außergewöhnliche Unterkünfte auf der Insel Fünen getestet... und was soll ich sagen... nach ein paar Tagen waren meine Augenringe deutlich weniger tief und ich war so entspannt wie schon lange nicht mehr. Die Unterkünfte gehören zu den schönsten, die ich je besucht habe. Hier sind meine 3 Tipps für die 3 außergewöhnlichsten Übernachtungsmöglichkeiten auf Fyn/Fünen in Dänemark, die nicht übermäßig luxuriös, aber total entspannend mitten in der Natur liegen. 1. Naturkompagniet - Das Leben ist ein Ponyhof Wir kommen zur goldenen Stunde an. Das Bed & Breakfast Naturkompagniet sieht aus wie mein Kindheitstraum kleine, verschachtelte Häuschen in einem riesigen Garten. Überall liebevolle Details wie bunte Kissen und schöne Möbel. Unter einer alten Kastanie hängt eine Schaukel, dahinter grasen Pferde. Hund und Katze spielen um uns herum. Unser Zelt steht auf einem kleinen Hügel. Wir schauen über unsere Terrasse auf den Sonnenuntergang und die grasenden Islandponys. Unser Abendessen essen wir auf der Wiese, ein Pony schaut uns dabei zu. In der Nacht wache ich von grasenden Pferden auf. Ich fühle mich wie in einer Märchenwelt. Das ist wirklich eine sehr außergewöhnliche Übernachtung in Dänemark. Klicke auf das erste Bild um die Fotos sind groß zu sehen Unser kleines Häuschen hat eine supersüße kleine Küche mit Gaskocher, eine Plastikwanne zum Duschen und eine Komposttoilette. Kein Luxus im eigentlichen Sinne, aber für mich der schönste Ort, den ich mir vorstellen kann, um draußen zu sein. Das Frühstück am nächsten Morgen ist das beste, das ich je gegessen habe. Es gibt grünen Spargel, frisch zubereitetes Pesto, selbst gebackene Brötchen und frisch eingekochte Marmelade. Alles aus dem eigenen Garten. Britt ist im positiven Sinne detailverliebt. Alles ist mit Liebe gemacht. Auf dem angerichteten Frühstücksgemüse liegen Kapuzinerkresse und wilder Klee. Jeder Teller wirkt wie ein Kunstwerk. Der Tisch ist mit inseltypischer Keramik gedeckt. Wir sitzen im Grünen beim Frühstück und können unser Glück kaum fassen. Am Abend hatten wir noch in einer Holzfaß gebadet. Hinter uns ist die Sonne untergegangen und hat den Himmel in ein zartes Lila getaucht. Auf dem Holzfass stehen Kerzen und wir trinken Wein. Absoluter Luxus mit wenig Mitteln. Die Website der Naturkompagniet ist leider nur auf Dänisch. Brit und Kristian sprechen aber sehr gut Englisch. Am besten anrufen oder mailen (mail@naturkompagniet.com, +45 29 84 62 65 / +45 29 44 73 87). Es gibt drei Übernachtungsmöglichkeiten: Glampingzelt mit Betten, Stühlen und Tisch. In einer kleinen Holzhütte gibt es eine Küche mit Gaskocher, eine Dusche in einer Plastikwanne und eine Komposttoilette. 600 kr pro Nacht (max 2 Personen) (80€ pro Nacht) Studio über der Scheune (für 2-4 Personen) und kleine Holzhütte beide mit Gemeinschafts-WC und -Dusche. Preis: DKK 250 pro Person (35€) Extras Frühstück: 85 kr (12€) - teilweise biologisch und mit selbstgebackenem Brot Lunchpaket: 50 kr (7€) - wird zum Frühstück serviert Whirlpool: 550 kr (75€) Sauna: 350 kr (45€) Was kannst du hier machen? Neben einfach nur glücklich sein kannst Du hier reiten! 2 Stunden Reiten kosten 70 €, 3 Stunden 90 €. Siehe auch meinen Blog-Eintrag. Dänemark: Die 7 besten Outdoor-Tipps für Fünen/Fyn 2. Villa Skovly - Glamping am Meer Die nächsten drei Tage wohne ich in der Villa Skovly. In einem riesigen Park stehen drei Glampingzelte und es gibt auch eine kleine Holzhütte am Waldrand, in der ich die letzte Nacht schlafe. Durch eine Schneise im Gebüsch kann ich von meinem Tipi Nattergaleskjulet aus das nahe Meer sehen. Der Garten ist wunderschön angelegt mit verschiedenen Sitzgelegenheiten, die alle sehr geschmackvoll aussehen. Es gibt eine Bibliothek mit alten Büchern, einen alten, schön geschnitzten Schreibtisch und ein gemütliches Sofa. Die beiden Gemeinschaftsbäder sind frisch renoviert. Jedes Zelt hat eine eigene Feuerstelle im Freien und auch im Zelt gibt es einen kleinen Bullerofen. Kissen und Felle sorgen für Gemütlichkeit. Das Schönste an der Villa Skovly ist aber die Nähe zum Meer, das nur 100 m entfernt ist. Über einen kleinen Kiesweg und eine Kuhweide gelangt man zum Sandstrand. Von hier aus kann man wandern, Kajak fahren oder einfach nach Lundeborg zum Eis essen laufen. Alle drei Zelte teilen sich zwei Gemeinschaftsbäder. Es gibt eine Außenküche mit Kaffeemaschine und Pizzaofen. In der Nähe der Zelte gibt es eigene Feuerstellen. Frühstück ist inbegriffen. Mountainbikes, Kajaks und SUPs können kostenlos ausgeliehen werden. Mir persönlich hat das Tipi besser gefallen als die Hütte, die mir etwas zu dunkel war. 1750 kr (235€) Glamping-Zelt Es gibt auch zwei günstigere Zimmer im Haus ab 120 €. Die Website der Villa Skovly ist leider nur auf Dänisch. Am besten anrufen oder mailen (villaskovly55@gmail.com, +45 26279927). Was kannst du hier machen? Vor dem Tipi auf der Holzterrasse sitzen und lesen, Wein trinken, die alten Eichen im Park bewundern, wandern, Kajak oder SUP fahren, Rad fahren, die nahegelegenen Schlösser besichtigen oder mit Thomas Kräuter für das Abendessen sammeln. Siehe auch meinen Blog-Eintrag. Dänemark: Die 7 besten Outdoor-Tipps für Fünen/Fyn 3. Rosenhoj BnB - Zu Gast bei Freunden Trine und Patrick Johnson, die Besitzer von Rosenhøj, schreiben auf ihrer Website, dass sie sich um ihre Gäste wie um Freunde kümmern. Und das ist keine Übertreibung. Die Villa liegt versteckt in einem kleinen Garten auf einem Hügel über der Hafenstadt Svendborg. Sobald ich über die Schwelle trete, fühle ich mich wie zu Hause. Patrick bietet mir sofort einen Tee an und ich bin von der Einrichtung der Villa schlichtweg begeistert. Jahrelang haben die beiden Antiquitäten gesammelt und liebevoll in den Zimmern arrangiert. Trine ist Köchin und hat früher in gehobenen Restaurants in London gearbeitet. Heute kocht sie in ihrer eigenen Küche und die Gäste können ihr dabei zusehen. Nur wer in der Villa übernachtet, kann hier auch essen, was sehr zu empfehlen ist. Svendborg ist ein idealer Ausgangspunkt, um die vorgelagerten Inseln wie Ærø oder Langeland zu besuchen. Das Rosenhoj BnB bietet zwei Suiten, eine mit Meerblick und eine mit Blick auf den Garten. Ab 1600 kr (215€). Preis für 2 Personen für die geräumige Suite (für bis zu 4 Personen (Zustellbett für Erwachsene 350 DKK und 250 DKK für Kinder)) inkl. Frühstück. Was kannst du hier machen? Svendborg ist eine hübsche kleine Stadt, die zu einem Besuch einlädt. Hier habe ich am Hafen einen Kajakautomaten gesehen, was ich eine tolle Idee finde. Neben Wandern (der Fernwanderweg Øhavsstien führt am Hafen entlang), Ausflügen zu den vorgelagerten Inseln, Essen, im Garten sitzen, mit Trine und Patrick plaudern, empfehle ich das Freilichttheater BaggårdTeatret. Siehe auch meinen Blog-Eintrag. Dänemark: Die 7 besten Outdoor-Tipps für Fünen/Fyn INFO Allgemeine Informationen zur Destination Fyn sowie zu Unterkünften, Restaurants und Aktivitäten auch in Deutsch und Englisch (Sprachauswahl unten) auf der Website von https://www.visitfyn.de/ In Dänemark bezahlt man mit dänischen Kronen. Ein Euro entspricht etwa 7,50 DKK ANREISE Mit dem Zug (normalerweise) unkompliziert direkt von Hamburg nach Odense. Wer mit dem Flugzeug anreist, sollte bis Kopenhagen fliegen. Von dort weiter mit Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Der wichtigste Verkehrsknotenpunkt auf Fyn ist die Stadt Odense. RUMKOMMEN Mit dem Bus Auf der Website von Fynbus findest du die Fahrpläne aller Buslinien. Mit einer Touristenkarte kannst du während der dänischen Ferien mit den Bussen auf Fünen und Langeland so weit fahren, wie du möchtest.

  • Entdecke Grenada – Eine Reise auf die Gewürzinsel der Karibik

    Die Karibikinsel Grenada wird auch das Gewürz der Karibik genannt. Neben Schokoladen- und Rumverkostungen kannst Du hier zu Wasserfällen wandern, Tauchen und an Traumstränden baden. Hier meine Reisetips! „Hier gibt es Alles: weiße Strände, üppige Vegetation, tolle Landschaft, und deshalb sind die Einwohner von Grenada die freundlichsten Menschen in der Karibik“. Panoramablick vom Fort Frederick auf die Hauptstadt St. George's Roger ist dabei, seinen Mini-Van einen der steilen Berge in besagter Landschaft hoch zu quälen. Kurz vorher hat er seinen Besuchern eingeschärft, dass sie erst nach rechts schauen dürfen, wenn er es ihnen erlaubt, und das setzt er auch mit strenger Hand um. „Ich sehe euch im Rückspiegel – ihr könnt also nicht schummeln“ warnt er. Erst am Fort Frederick angekommen heisst es „Augen rechts“ und das staunende „Ah und Oh“ der Touristen zaubert auch ihm ein Lächeln auf das Gesicht. Der Ausblick ist das, was man sich von einer karibischen Insel erträumt: der Blick schweift über grüne, steil abfallende Berghänge über die bunten Gebäude der Hauptstadt St George bis hin zum türkisblauen Wasser in der Bucht, in der als i-Tüpfelchen noch ein sehr fotogener Viermaster ankert. Karibische Gewürzinsel - Schokolade & Rum Jetzt kann man natürlich darüber sinnieren, warum die Einwohner Grenadas tatsächlich so gut drauf sind. Liegt es am hier destillierten Rum mit einem Alkoholgehalt von bis zu 75%; oder vielleicht daran, dass in nahezu jedem Garten ein Kakaobaum wächst, aus dem feine Schokolade hergestellt werden kann; oder einfach daran, dass man nicht schlecht drauf sein kann, wenn der erste Anblick nach dem Aufstehen das lauwarme türkis leuchtende Meer ist? Vielleicht ist es auch schlicht der Geruch in der Luft, der nach den Gewürzen duftet, die hier auf den kleinen Feldern angebaut werden? „The spice of the Caribbean“ (Das Gewürz der Karibik) ist einer der Werbeslogans, die die Insel beschreibt. Hier werden Zimt, Gewürznelken, Ingwer und Muskat angebaut. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten Eine Nuss, die keine ist - die Muskatnuss Bis 2004, als der Hurricane Ivan über die Insel fegte und die Muskatnuss-Plantagen schwer beschädigte, stammten 20 % des Weltverbrauchs an Muskatnüssen aus Grenada. Die Muskatnuss bleibt mit anderen Gewürzen immer noch das Hauptexportprodukt der Insel und ist als Symbol der Landwirtschaft Grenadas sogar auf der Nationalflagge dargestellt. Selbst die Straßenlaternen an der Promenade „The Carenage“ in St Georges sind kunstvoll im Stil dieser Frucht (die gar keine Nuss ist) und der Muskatblüte (die auch gar keine Blüte ist) nachmodelliert. „Wir haben hier keine großen Felder und keine Monokulturen. Bei uns ist alles klein, aber fein“. Aaron Sylvester muss es wissen. Er kommt von ganz groß - bis 2016 arbeitete er in England in der Musikindustrie, bis er auf der Insel Land erbte, auf dem uralte Kakaobäume wuchsen. „Die Bäume waren riesig und die Bohnen hingen so hoch, dass wir sie kaum ernten konnten“ erzählt er (natürlich mit einem breiten Grinsen). Zwei Bohnen braucht man für 100g Schokolade, also hängen umgerechnet etwa 25 Tafeln an jedem Baum. In seiner Manufaktur „Tri-Island Chocolate“ stellt er hochwertige Bio-Schokolade her. „Wir sind das kleinste Land der Welt, das vom Baum zur Bohne große Schokolade produziert“, sagt er stolz. Besucher können in einem typisch karibischen gelb/türkisenem Holzgebäude ihre eigene Schokolade herstellen. „Nehmt doch ein bisschen Muskatnuss dazu“ rät er einer Gruppe, die sich eifrig aus verschiedenen Zutaten wie Karamel, Mandeln, Zimt und bunte Zuckerstreuseln ihre Formen füllen. Zur Besuch in der Schokoladenfabrik Grenada-Schokolade ist an Kakao sehr gehaltvoll, enthält mindestens 60% Kakao-Anteil, wenig Rohrzucker und Kakaobutter. Gesund und praktisch, denn so schmilzt sie auch im warmen Klima nicht. „Charlie und die Schokoladenfabrik“ können Touristen im Belmont Estate nachspielen … aber Hightech gibt es hier nicht. In einer alten Scheune erklärt der Guide Maurice, wie die Frucht gedeiht und die Kakaobohnen verarbeitet werden. „Magst Du Schokolade?“ fragt er ein kleines Mädchen. Diese nickt natürlich eifrig – jeder mag Schokolade! „Magst Du Moskitos?“ Natürlich nicht - keiner mag Moskitos. „Aber ohne Moskitos gäbe es keine Schokolade“ erklärt der (natürlich) gut gelaunter Werksführer. „Sie bestäuben die Kakaoblüten. Die Früchte verändern mit dem Reifegrad ihre Farbe. Sind sie anfangs noch grün, wechseln sie zu rot und sind dann schliesslich erntereif, wenn sie gelb sind. Im Inneren befinden sich 25-50 Kakaobohnen, die erst mal glibbrig und weiß sind und süß/säuerlich nach Lychee schmecken. Erst durch das Fermentieren, Trocknen und Rösten entsteht der Geschmack, den man von Schokolade erwartet und der so glücklich macht.“ Aber sind die Einwohner denn wirklich besser gelaunt als Menschen in anderen Ländern? Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten Stadtbummel in St George Beim Bummel entlang „The Carenage“ am Hafen von St George bestätigt sich der Eindruck. Fröhliche Kinder und Jugendliche in Schuluniformen plaudern kichernd auf ihrem Schulheimweg mit den wenigen Besuchern (wenn die Kreuzschiffe nicht gerade anlanden) vor der sehr fotogenen Kulisse aus farbenfrohen Häusern und historischen Gebäuden in georgianischer Architektur. Sandy und Chris, zwei Mädels im blauen Faltenrock mit weißer Bluse und gestreifter Krawatte, haben beim Foto-Shooting mit den Touristen mindestens genauso viel Spass wie die glücklichen Knipser. Shaquille, ein Vorzeige-Feuerwehrmann im gelben Jumpsuit, tauscht seine lässigen Flip-Flops gegen amtliche Sicherheitsschuhe, bevor er sich - natürlich mit einem lässigen Grinsen – vor der Feuerwehr-Flotte ablichten lässt. So viel Berufsethos muss sein. Fischer, Seefahrer und Badenixen, alle nehmen sich Zeit für einen Plausch. Auch politisch betrachtet gibt es durchaus Grund zum Optimismus. Seit Juni 2022 regiert der National Democratic Congress unter dem jungen Premier Dickon Mitchell den Drei-Inseln-Staat (Grenada, Carriacou, Petite Martinique sowie weitere kleine Inseln). In seiner kurzen Amtszeit hat er schon viel verändert – so ist beispielsweise der Schulbesuch jetzt kostenlos, zurückgehaltene Renten wurden ausbezahlt. Roger Augustine glaubt fest daran, dass sich mit dem Präsidenten die Fehler und die Korruption der alten Regierung nicht wiederholen werden. Leider kann mann nicht alles rückgängig machen, was in den letzten Jahren schief gelaufen ist. Grande Anse einer der schönsten Strände der Welt? Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten Beispielsweise darf eigentlich am Vorzeige-Strand Grande Anse, der als einer der schönsten der Welt gilt, nicht höher als die Bäume gebaut werden, die dort wachsen. Ein in der letzten Legislaturperiode genehmigter weißer Riesenklotz verschandelt seitdem die Südseite des drei Kilometer langen weißen Sandstrandes, der flach in das türkisblaue Meer abfällt. Die Vorgängerregierung unter Führung der New National Party (NNP) hatte auch der Hotelgruppe Six Senses die Abholzung des Mangrovenwaldes und Trockenlegung des für Zugvögel bedeutenden Feuchtgebiets in der Sagesse Bay genehmigt, ohne die Bevölkerung über die Vorgänge zu informieren und in Entscheidungen einzubinden. Widerstand formierte sich, die Quittung gab es bei der letzten Wahl. Die Regierung wurde abgewählt und seitdem herrscht wieder Optimismus auf der karibischen Insel. Simon Green von „Hidden Treasures“ kam früher in die Sagesse Bay, um Vögel zu beobachten; heute führt er seine Wandergruppe ein paar Buchten weiter an den einsamen Strand von „Malmount“ den man nur zu Fuss erreichen kann. Nach dem Spaziergang durch üppigen, tropischen Wald an Kakao und Orangenbäumen und Wasserfällen vorbei kommt am Strand richtiges Robinson Crusoe Feeling auf. Das Einzige, was hier an Zivilisation erinnert, sind die eigenen Fussabdrücke. Roger hatte Recht – auf Grenada gibt es keinen Grund, schlecht drauf zu sein. Alle Informationen, die Du für Deine Reise brauchst: Einen guten Überblick über Alles, was man auf Grenada machen kann (samt Unterkünften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten, leider nur auf Englisch) unter: www.puregrenada.com Beste Reisezeit: Das Wetter ist ganzjährig warm und tropisch. Am trockensten sind die Monate von Dezember bis Mai. Hinkommen: Seit Ende November 2022 fliegt Condor wieder jeweils Sonntags von Frankfurt a.M. nach Grenada und Tobago, www.condor.com. Unter www.billiger-mietwagen.de kann man Preise für Mietwagen vergleichen und auch buchen. Schlafen: Die weißen Selbstversorger-Villen des Mount Cinnamon Hotel liegen perfekt – direkt am Hang mit Blick auf den berühmten Strand Grand Anse. Ab 350 € www.mountcinnamongrenadahotel.com Das Tower Estate hat eine gemütliche quietschgrüne Holzhütte mitten im Wald. Zu mieten über Airbnb.de ab 80 € Perfekt für Familien sind die Cottages direkt am Strand von Lance aux Epines. Ab 200 €, nur für mehrere Tage buchbar. Essen: Das BB's CrabbackRestaurant direkt am Hafen von St Georges kocht super leckeres karibisches Essen, Rustikal und lokal ist das Essen an den vielen kleinen Ständen des Grand Anse Craft and Spice Market. Hier kann man auch Souvenirs einkaufen. Machen: In Grenada hat der englische Künstler und Tauchlehrer Jason de Caires Taylorden ersten Unterwasserskulpturenpark der Welt geschaffen. Die Figuren sehen mit ihren von Korallen, Schwämmen und Seeigeln bewachsenen Körpern mystisch aus und sind eine der Attraktionen der Inseln. Diese kann man beim Tauchen oder Schnorcheln bewundern. https://www.aquanautsgrenada.com Im Grand Etang National Park gibt es ausgezeichnete Wanderwege. Wer abseits dieser Pfade zu einsamen Stränden und Wasserfällen laufen möchte, kann Simon Green von „Hidden Treasures“ buchen. Tel: +1 (473) 459 1582 (WhatsApp), hiddentreasures2009@live.com

  • Malworkshop an der Küste der Normandie

    Die französische Küste war ein beliebter Ort für die impressionistischen Maler. Auch ich versuche mein Glück als Künstlerin bei einem Malworkshop in der Normandie. Namensgeber für den Impressionismus war das Gemälde „Impression, Soleil Levant“, das Claude Monet am 13. November 1872 um 7.35 Uhr in Le Havre malte. „Wir können Datum und Uhrzeit tatsächlich so genau bestimmen“, sagt Géraldine Lefebvre, Direktorin des Musée d'art moderne in der französischen Küstenstadt. Gemeinsam stehen wir am Ufer unweit des Museums und blicken auf den Überseehafen. „Wir haben einen Astrophysiker beauftragt, herauszufinden, zu welcher Uhrzeit und zu welcher Jahreszeit die Sonne genau über der Schleuse stand. Parallel dazu haben wir die Hafenbücher durchforstet. Auf dem Bild sind zwei Boote zu sehen, und alle Aktivitäten auf dem Wasser sind in den Büchern verzeichnet. Wir sind unabhängig voneinander auf die gleiche Zeit gekommen. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu Le Havre zu starten: Le Havre ist nicht die schönste Stadt der Welt, auch wenn sie zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe zu 80 % zerstört. Der Architekt Auguste Perret plante den Wiederaufbau auf dem Reißbrett mit farbigem Beton. Inzwischen ist die Stadt eine Pilgerstätte für Architekturliebhaber, denn auch der berühmte Architekt Oscar Niemeyer hat hier gebaut. Le Volcan ist das Kulturzentrum, von den Einheimischen scherzhaft Joghurtbecher genannt. "Impression, Soleil Levant" Was war an dem Bild besonders? Das Bild sei die erste Revolution gewesen, sagt sie. Im Gegensatz zu allen vorherigen Bildern hatte es kein wirkliches Sujet - es war kein Stillleben, keine historische Darstellung, sondern einfach ein Sonnenaufgang, der in den Augen der Kritiker „schlampig“ gemalt war. Außerdem hatte das Bild keinen Titel. "Ich sollte einen Titel für den Katalog angeben", soll Monet gesagt haben, "da ich das Bild nicht 'Ansicht von Le Havre' nennen konnte, sagte ich: 'Nennen Sie es Impression.“ Tatsächlich veranlasste das Gemälde und sein Titel zusammen mit anderen Landschaften von Monet, Pissarro und Sisley den Journalisten Louis Leroy dazu, den Begriff "Impressionisten" zu prägen, als er ironisch über diesen neuen Malstil schrieb. Doch abgesehen von diesem Sarkasmus verbreitete sich der Begriff nicht sofort, und das Bild von Monet, das 1874 fast unbemerkt blieb, wurde erst zu Beginn des 20. berühmt. Was war modern am Impressionismus? will ich von Géraldine Lefebvre wissen? "Zum einen, dass ganz gewöhnliche Szenen gemalt wurden: Landschaften, Menschen, die im Café sitzen, Badende. Nach dem deutsch-französischen Krieg und der beginnenden Industrialisierung war es vielleicht diese Leichtigkeit, die die Menschen berührte. Die größte Neuerung war die Art, wie die Bilder gemalt wurden. Nämlich „plein air“, also im Freien und nicht mehr im Atelier. Mit der Staffelei trotzten die Maler Wind und Wetter. Oft musste es schnell gehen. Leichte, schnelle Pinselstriche lösten die fotorealistische Malerei ab. Was anfangs als minderwertige Qualität verpönt war, wurde bald als eindrucksvolle Visualisierung von Licht, Wolken, Wasser und Spiegelungen erkannt. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu Honfleur zu starten: Honfleur ist eine typische französische Küstenstadt, wie man sie sich vorstellt. Es gibt einen schönen Hafen und Kopfsteinpflasterstraßen, die zum Marktplatz rund um die Kirche Sainte Catherine führen. Samstags ist hier Markt und ein Blick auf die Stände macht hungrig. In der Ferme Saint-Siméon, einem Hotel auf einem Hügel mit herrlichem Blick auf die Seinemündung, trafen sich einst die Maler des Impressionismus. Selbstversuch: Malworkshop an der Küste der Normandie Wir treffen uns morgens in „plein air“ in Yport zu einem Malworkshop in der Normandie mit der Künstlerin Sophie Justet. Keiner von uns hat bisher mit Öl auf Leinwand gemalt. Am Strand stellen wir unsere Staffeleien auf, vor uns die weiße Leinwand. Wie fängt man an, wollen wir wissen? Sophie grundiert die Leinwand mit einem warmen Braun, um die Küstenlinie zu schaffen. „Es ist egal, ob ihr später das Meer malen wollt. Es ist immer besser, mit einer Grundierung anzufangen als mit einer weißen Leinwand.“ Dann trägt man langsam erst die warmen Töne auf und arbeitet dann mit den kühleren Farben darüber. Sie erklärt uns, was Primärfarben sind und wie man sie zu Sekundärfarben mischt. Nach allzu viel Theorie ist uns in der steifen normannischen Brise nicht zumute. Ungeduldig warten wir auf ihre Erklärung, bis wir endlich selbst malen dürfen. Schnell sind wir ganz vertieft in die Darstellung von Wolken, Klippen und den verschiedenen Luft- und Meeresschichten, jede mit ihrer eigenen Farbe. „Nimm doch noch ein bisschen Grün für das Meer“, schlägt sie einer Teilnehmerin vor. „Sieh dir mal die Felsen hier an. Vielleicht brauchst du noch ein bisschen Gelb“, rät sie der nächsten. Wir vergessen Zeit und Raum. Beim Malen sind uns Wind und Kälte egal und wir staunen nicht schlecht, als die zwei Stunden schon vorbei sind. Das Eintauchen in den Impressionismus mit dem Pinsel war genauso beeindruckend wie das mit dem Virtual-Reality-Headset in Paris. Fast ein bisschen stolz nehmen wir unsere noch feuchten Ölgemälde als Andenken an unsere Reise durch 150 Jahre Kunstgeschichte mit. Vielleicht hat Géraldine Lefebvre Recht. Als wir sie fragten, warum der Impressionismus heute wahrscheinlich immer noch die populärste Kunstform der Welt ist, antwortete sie: „Es ist ein unpolitischer Kunststil. Es sind schöne Gemälde, die das Licht und die Natur darstellen. Jeder von uns findet sich darin wieder und die meisten Menschen mögen es. Für mich ist der Impressionismus einfach ein Kunststil, der der Seele gut tut“. Weitere Reise Ideen zu Frankreich findest du hier. Info Das 150-jährige Jubiläum wird mit einem eigenen Festival gefeiert. In vielen Städten und Museen finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Alle Infos unter https://voyagesimpressionnistes.com/en/paris-montmartre/impressionism-celebrates-its-150th-anniversary/ Im Musée d’art moderne André Malraux - MuMa wird  wird vom 25.5 - 22.9.24 "Photographier en Normandie (1840-1890) - Un dialogue pionnier entre les arts" zu sehen sein. Eine Ausstellung die die Anfänge der Fotografie mit der des Impressionismus vergleicht. https://www.muma-lehavre.fr/en Machen: Sophie Justet bietet in Fécamp an der Alabasterküste Malkurse an, die auch für Anfänger geeignet sind (auf Französisch). 4 Stunden kosten 55€. Telefon: +33 (0)6 20 59 83 61 https://boutique.fecamptourisme.com/rdvpa/atelier-peinture Anreise Für die Impressionisten war die Eisenbahn ein wichtiges Verkehrsmittel. Die Zugfahrt von Heidelberg nach Le Havre dauert (über Paris) weniger als 7 Stunden. www.bahn.de Essen & Schlafen Die Ferme Saint-Siméon in Honfleur war schon zu Zeiten der Impressionisten ein beliebtes Restaurant und Hotel. Sie bezahlten für Kost und Logis mit Gemälden, die noch heute in den Räumen hängen. Die Küche ist gehoben, der Service erstklassig. Doppelzimmer mit Frühstück ab 340€. www.fermesaintsimeon.fr Das Restaurant „Les enfants Sages“ in Le Havre ist eine echte Rarität: Es liegt in einer ehemaligen Schule mit Garten mitten in der ansonsten nach dem Krieg wieder aufgebauten Stadt. Hier kann man auch Tiny Houses zum Übernachten mieten. https://restaurant-lesenfantssages.com/ Das Art Hotel in Le Havre ist nicht das leiseste, liegt aber praktisch im Stadtzentrum gegenüber dem modernen Theater von Oscar Niemeyer. Doppelzimmer ab 90 €. https://www.art-hotel.fr/

  • Ein Besuch in Monets Garten in Giverny

    Claude Monet gilt als der berühmteste Maler des Impressionismus. In Giverny kannst du seinen farbenfrohes Haus und seinen wundervollen Garten besichtigen. Hier hat er die berühmten Seerosen gemalt. Jetzt im Frühling ist Monets Garten eine unglaubliche Pracht: Tulpen, Iris, Vergissmeinnicht, Flieder, Kaiserkrone und Obstbäume blühen um die Wette. Man muss kein Maler sein, um hier in einen Farbenrausch zu geraten. Früh aufstehen lohnt sich! Wer früh aufsteht, kann das Gelände und das Haus ohne Besuchermassen genießen. Ab 10.00 Uhr heißt es Schlange stehen, wenn Besucher aus aller Welt den Garten bevölkern. Jeder will ein Foto auf der berühmten Brücke über dem Seerosenteich. Der Maler gilt als Galionsfigur des Impressionismus. Das liegt auch daran, dass er lange lebte und viel reiste - im Laufe der Zeit konnte er seinen Stil immer weiter entwickeln und sich damit einen Namen machen. Monets berühmte Seerosenbilder, die er erst gegen Ende seines Lebens in seinem Garten in Giverny malte, gelten als sein Meisterwerk. Klicke auf das erste Bild um die Foto Story zu starten Farbenfrohes Haus, Blütepracht in Monets Garten Sein Urgroßenkel Philippe Piguet erzählt, dass er früher in diesem Teich geangelt hat. Nach Monets Tod lebte seine Großtante Blanche Hoschedé Monet allein in dem großen Haus mit dem noch größeren Garten. Wo früher eine ganze Horde von Gärtnern das Grundstück pflegte, hatte sie nur noch eine Person. Bald war der Garten verwildert. In den folgenden 50 Jahren verfiel der Garten und wurde erst nach der Übernahme durch die Fondation Claude Monet wieder gepflegt. Philippe erzählt, dass er, nachdem das Haus renoviert worden war, seine Mutter fragte, ob es wirklich so bunt gewesen sei, und sie antwortete: „Alle Zimmer waren so farbenfroh“. Mittagessen im Ancien Hôtel Baudy Ganz in der Nähe befindet sich das Restaurant Baudy, das früher auch als Herberge diente. Der Stil der Impressionisten hatte in Frankreich zunächst keinen Erfolg. Die Menschen verstanden die Moderne nicht. Anders die Amerikaner: Sie und Kunsthändler, die mit Baumwolle und Kaffee reich geworden waren, wie Olivier Senn oder Paul Durand-Ruel, machten die Impressionisten berühmt. Giverny ist noch immer das ruhige, ländliche Dorf, in dem sich Claude Monet 1883 niederließ, als ihn die amerikanischen Maler mit Begeisterung entdeckten. Im Frühjahr 1887 wandten sich mehrere Künstler aus Übersee auf der Suche nach einer Unterkunft an das kleine Café/Lebensmittelgeschäft von Madame Baudy. Sie vermietete keine Zimmer, aber es gab auch kein Hotel im Dorf. Kurzerhand entschloss sie sich, ihr Lebensmittelgeschäft in ein Hotel umzuwandeln. Ein Glücksfall auch für heutige Besucher. Im gemütlichen Restaurant drinnen oder im herrlichen Biergarten draußen kann man sich nach Garten- und Museumsbesuch beim Mittagessen erholen. Kunst auch in Rouen Manchmal braucht es den Spiegel von außen, um zu erkennen, welche Werte im Inneren stecken, sagt Florence Calamé-Levert, Kuratorin im Musée des Beaux-Arts in Rouen, wo auch viele impressionistische Gemälde hängen. Erst nachdem die Künstler im Ausland so viel Aufmerksamkeit erregt hatten, wurden sie ab den 1880er Jahren auch in Frankreich anerkannt. In meinem nächsten Blog Post mache einen Malkurs an der Küste der Normandie. Weitere Reise Ideen zu Frankreich findest du hier. Info Das 150-jährige Jubiläum wird mit einem eigenen Festival gefeiert. In vielen Städten und Museen finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Alle Infos unter https://voyagesimpressionnistes.com/en/paris-montmartre/impressionism-celebrates-its-150th-anniversary/ Das Haus und die Gärten von Claude Monet - Giverny sind vom 29. März 2024 bis zum 1. November 2024 jeden Tag von 9.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Letzter Einlass um 17.30 Uhr. Mein Tipp: sei entweder direkt um 9:30 Uhr dort oder komme erst so um fünf. Angeblich ist am Wochenende ab 4:00 Uhr am Nachmittag eine gute Zeit. https://fondation-monet.com/en/ Im Museum of Impressionism in Giverny findet bis zum 30. Juni die Ausstellung "Impressionism and the sea" statt. https://www.mdig.fr/en/ Anreise Für die Impressionisten war die Eisenbahn ein wichtiges Verkehrsmittel. Die Zugfahrt von Heidelberg nach Paris dauert weniger als 4 Stunden. www.bahn.de Von Paris nach Vernon/Giverny braucht der Zug eine Stunde. Bis zu Monets Garten fährt man entweder weiter mit dem Bus oder man leiht sich ein Fahrrad und fährt die 6 km auf einem Fahrradweg an der Seine entlang. Zum Beispiel bei: https://location-velo-vernon.fr/ Unterkunft Auf den Anhöhen von Giverny, am Rande von Wäldern und Obstgärten, liegt das alte Herrenhaus La Réserve mit fünf herrlich, nostalgischen Zimmer, alle mit Blick auf den Garten und einem Cottage. Doppelzimmer mit Frühstück ab 240 €. https://www.giverny-lareserve.com/ Das Hôtel Littéraire Gustave Flaubert liegt in einem ruhigen Innenhof in der Altstadt von Rouen. Alle Zimmer sind individuell mit Zitaten des hier geborenen Gustave Flaubert dekoriert. Doppelzimmer ab 130 €. www.hotelgustaveflaubert.com Essen L'ancien Hôtel Baudy in Giverny entstand aus einem Gemüseladen, als die ersten Amerikaner ins Dorf kamen, um auf den Spuren von Claude Monet zu wandeln. Das Restaurant mit Biergarten ist ein Kunstwerk für sich. Unbedingt reservieren. https://www.restaurantbaudy.com/

  • 150 Jahre Impressionismus - Ausstellungen in Paris

    Vor genau 150 Jahren wurde in Paris eine neue Kunstrichtung geboren: der Impressionismus. Das Musée d'Orsay in Paris widmet diesem Thema zwei ganz unterschiedliche Ausstellungen: 1. In „Paris 1874 Inventing impressionism" können Besucher bis zum 14. Juli 2024 einen Teil der Originalwerke sehen, die 1874 zum ersten Mal ausgestellt wurden. 2. "Tonight with the Impressionists Paris 1874" ist eine immersive Virtual-Reality-Ausstellung, die bis zum 11. August zu sehen ist. Ich habe beide Ausstellungen besucht: Paris, der 15. April - auf dem Boulevard des Capucines im Studio Zadar findet um 20 Uhr eine Impressionismus Ausstellung statt. Nicht irgendeine Impressionismus Ausstellung, sondern die erste, und die, die die Impressionisten und deren innovativen Malstil weltweit berühmt machen sollten. Fast wie Real: Die immersive Ausstellung "Tonight with the Impressionists Paris 1874" „Kommen Sie mit zu einem Abend mit den Impressionisten“, sagt Alizé Lecuivre Creativer Kopf by Gedeon Experience führt uns aber nicht in die Boulevard des Capucines, sondern in das Musée d'Orsay. Zu sehen bekommen wir auch erst mal keine Bilder. Die Wände sind mit schwarz, weissen und grauen Icons und Flächen bedruckt. Eine Dame passt unser Virtual-Reality-Headset an. Eine immersive Ausstellungen: Immersive von Eintauchen – die Besucher sollen in den Impressionismus eintauchen. In diesem Fall tauchen wir in den berühmten Abend am 15. April vor 150 Jahren ein. „Leider gibt es keine Aufzeichnungen wie die Ausstellung damals aussah. Um die Räume möglichst detailgetreu nachzustellen, haben wir, wie Detektive, Landvermessungen, Luftaufnahmen des Viertels, den Ausstellungskatalog und Briefe der Künstler studiert“ erzählt Alizé. Zeitreise in das Paris 1874 - Galerie Zadar Sobald die Brillen eingestellt sind, geht die Zeitreiseise los: Wir treffen auf der Straße Rose, die uns mit auf die Ausstellung nimmt. Rose ist natürlich keine lebendige Figur, sondern in 3-D modelliert. Wir können um sie herum und sogar durch sie durchlaufen. Gemeinsam schlendern wir durch die Ausstellung und besuchen die Orte , die die Anfänge der Bewegung markierten, wie das Atelier des Malers Frédéric Bazille, wo die Idee für die Ausstellung entstand, die Insel Grenouillère, wo Monet und Renoir gemeinsam malten, und schließlich Le Havre, wo Monet sein berühmtes Gemälde Impression, Soleil Levant schuf . Langweilig? Genau das Gegenteil! Wer jetzt denkt, dass wird eine tröge Angelegenheit, der sei beruhigt, oder auch gewarnt. Mit der Brille auf dem Kopf läuft man über wackelige Holzstege, über Brücken und durch niedrige Balken – hier bückt sich jeder Besucher unwillkürlich und wir trauen uns kaum die Treppen herunter zu steigen, weil wir fast nicht mehr zwischen Realität und Scheinwelt unterscheiden können. Wir können kaum zwischen der virtuellen Welt und der Realität unterscheiden. Die 20 Millionen teure „immersive Erfahrung“ ist extrem aufwändig gemacht. Das 3-D Gefühl ist perfekt und wem schnell schwindlig wird, der wird bei dem virtuellen Galerie-Besuch vielleicht sogar an seine Grenzen kommen. Die 45 Minuten Schnelldurchlauf durch den Abend sind ein kurzweiliger Einstieg in die reale Ausstellung. Man sollte sich auf jeden Fall ein paar Minuten Ruhe gönnen, bevor man die „echten“ Gemälde der Ausstellung „Paris 1874 Inventing impressionism“ anschaut, die noch bis zum 14. Juli in der französischen Hauptstadt zu sehen ist. Originale Werke bestaunen in der Ausstellung „Paris 1874 Inventing impressionism" Hier können Besucher 130 Werke der Impressionistenausstellung von 1874 mit Gemälden und Skulpturen vergleichen, die im selben Jahr auf dem offiziellen Salon gezeigt wurden. Zum ersten Mal stellten 31 Künstler, darunter Monet, Renoir, Degas, Morisot, Pissarro, Cézanne und Sisley ausserhalb des offiziellen Salon ihre Werke aus: lichtdurchflutete, farbenfrohe Gemälde, die flüchtige Eindrücke mit lebhaftem Strich vermitteln. Vor 150 Jahren war Paris von zwei Konflikten geprägt: dem deutsch-französischen Krieg von 1870 und einem gewalttätigen Bürgerkrieg. In diesem krisenhaften Umfeld begannen die Künstler, ihre Kunst zu überdenken und neue Wege zu beschreiten. Ein kleiner "Clan von Rebellen" malte Szenen des modernen Lebens und Landschaften, die unter freiem Himmel skizziert wurden, in blassen Farbtönen und mit leichter Hand. Ihre Art zu malen, "was sie sehen, [...] wie sie es sehen" markiert den Grundstein für eine ästhetische Revolution: Der Impressionismus ist geboren. Was war so modern am Impressionismus? „Zum einen, dass ganz gewöhnliche Szenen gemalt wurden: Landschaften, Menschen, die im Café sitzen, Badende." sagt Géraldine Lefebvre, Direktorin des Musée d'art moderne in der französischen Küstenstadt Le Havre. Nach dem deutsch-französischen Krieg und der beginnenden Industrialisierung war es vielleicht diese Leichtigkeit, die die Menschen berührte. Die größte Neuerung war die Art, wie die Bilder gemalt wurden. Nämlich „plein air“, also im Freien und nicht mehr im Atelier. Mit der Staffelei trotzten die Maler Wind und Wetter. Oft musste es schnell gehen. Leichte, schnelle Pinselstriche lösten die fotorealistische Malerei ab. Was anfangs als minderwertige Qualität verpönt war, wurde bald als eindrucksvolle Visualisierung von Licht, Wolken, Wasser und Spiegelungen erkannt. In meinem nächsten Blog Posts besuche ich Monets Garten und mache einen Malkurs an der Küste der Normandie. Weitere Reise Ideen zu Frankreich findest du hier. Info Das 150-jährige Jubiläum wird mit einem eigenen Festival gefeiert. In vielen Städten und Museen finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Alle Infos unter https://voyagesimpressionnistes.com/en/paris-montmartre/impressionism-celebrates-its-150th-anniversary/ Anreise Für die Impressionisten war der Zug ein wichtiges Transportmittel. Mit der Bahn dauert die Fahrt von Heidelberg nach Paris weniger als 4 Stunden. www.bahn.de Unterkunft Das superschöne „Hotel des Grandes Ecoles“ in Paris liegt in einem Garten im Quartier Latin. Alle Zimmer haben Blümchentapeten und Frühstück. Notre-Dame und das Musée d'Orsay sind zu Fuß erreichbar. Doppelzimmer ab 160 €. https://en.hoteldesgrandesecoles.com/

  • Kappadokien/Türkei 2: Lohnt es sich zum Wandern?

    Noch kommen die meisten Touristen nur für einen Tagestrip von der türkischen Küste nach Kappadokien, um eine Ballonfahrt zu machen (siehe meinen ersten Blog zu Kappadokien). Lohnt es sich nur zum Wandern in diesen Landstrich in der Türkei zu reisen? Die Natur hat in Kappadokien Felsformationen geschaffen, die aussehen, wie eine Filmkulisse für eine außergalaktische Expedition: Hellgraue Zipfelmützen, Hüte aus Basalt, Kamine, in denen der Legende nach Feen hausten. Wahlweise und je nach Sonnenstand leuchten diese aus Tuff entstandenen und bizarren Gesteinsformationen in Weiß, rosa- oder ockerfarben. Ihre Form geht auf Vulkanausbrüche vor 20 Millionen Jahren zurück. Die beiden nahegelegenen Vulkane Hasan Dağı 3268 m im Osten und Erciyes 3916 m im Westen haben vor Urzeiten riesige Mengen an sogenannter Tuffasche auf das Gebiet in ihrer Mitte geschleudert. Im Laufe der Erdgeschichte hat sich die Asche zu Tuffstein verfestigt. Wind und Wetter haben in Jahrtausenden aus diesem weichen Gestein eine Landschaft geformt, die einer alten Legende zufolge als Spielplatz der Götter diente. Heute wird Kappadokien unsere Spielwiese - wir gehen wandern. Liebes-, Tauben-, Weißes, Rosen- oder Rotes Tal. Bei der verheißungsvollen Namensauswahl wissen wir gar nicht, wie wir uns entscheiden sollen. Letztendlich ist unsere Wahl: alle. Aber vielleicht nicht alle an einem Tag. Da präzises Kartenmaterial in Kappadokien Mangelware ist, zeichne ich die Touren mit GPS-Daten auf, so dass sich zukünftig keiner verlaufen muss. Beim Wandern in Kappadokien geht es weniger um Höchstleistung, oder maximale Höhenmeter, sondern um das Entdecken einer anderen Welt. Die Pfade schlängeln sich, wie in einem Labyrinth durch enge Klüfte, über Stahlleitern und bizarre Felsformationen. 1000 Mal habe ich mir gesagt, dass ich keine Fotos mehr mache, aber sobald wir um die nächste Ecke biegen, eröffnet sich wieder so ein unglaublicher Ausblick, dass ich gar nicht anders kann, als meine Kamera zu zücken. In den nächsten Tagen machen wir jeden Tag eine Wanderung und trotzdem haben wir am Ende unserer Reise nicht das Gefühl, uns sattgesehen zu haben. Jeder Tag ist anders: Taubenhäuser, verborgene Kirchen, kleine Cafés mit himmlisch erfrischendem Orangen- und Granatapfelsaft (nach dem wir inzwischen süchtig sind), Kletterpassagen mit Stahlketten, in den Fels gehauene Stufen, unterirdische Häuser, Gesteinsformationen, die aussehen wie luftige Baisers und Sonnenuntergangs-Aussichtspunkte, die einem das Gefühl geben, man wäre auf einem anderen Stern gelandet. Ich werde euch in den nächsten Blogs 4 Wanderungen mit GPS-Daten verraten: Wanderung durch das Ihlara-Tal Wanderung von Çat nach Gülşehir GPS-Daten auf Outdooractive - Wanderung durch das Tauben- & Liebestal - GPS-Daten auf Outdooractive - Wanderung durch das Rosen- und Rote Tal - GPS Data Outdooractive INFO: Allgemeine Informationen und einige Fotos und Filme für den ersten Eindruck gibt es auf: https://gocappadociaturkiye.com/de/homepage ANREISE Vom Flughafen in Kayseri (ASR) braucht man mit dem Bus eine Stunde nach Göreme, das ist der beste Ausgangspunkt für alle Abenteuer. Maximale Flexibilität? Dann ist ein Mietwagen eine gute Idee, diese gibt es relativ günstig direkt am Flughafen zu mieten (recherchieren beispielsweise bei billiger-mietwagen.de). Achtung: Viele Hotels sind in kleinen Gassen und haben keinen Parkplatz. Am besten vorher nachfragen. BESTE ZEIT Von April bis Mai und von September bis Oktober ist die beste Zeit für einen Aktivurlaub in Kappadokien. Der Frühling ist schön grün und es gibt viele Blumen, durch die Luftfeuchtigkeit kann es aber diesig sein. Im Herbst ist die Natur zwar ausgedörrt und braun, dafür die Luft aber klar und das Wetter tendenziell stabiler. LITERATUR Die Reiseführer, die ich gefunden habe, sind veraltet. Der aktuellste ist von 2016. Gedruckte Wanderführer gibt es nicht (zumindest konnte ich keinen finden). KARTEN Bis jetzt gibt es keine detaillierte Wanderkarte (zumindest konnte ich keine finden) von Kappadokien. Noch gibt es nicht wirklich gutes Kartenmaterial Ich habe einige Touren mit GPS Daten auf meinem Blog gespeichert www.wibkestravels.net Wem das zu wild ist, kann auch einen Wanderführer buchen. WANDERFÜHRER: Ali ist ein türkisches Original mit Berliner Wurzeln, oder andersrum. Seine Familie stammt aus Kappadokien und er kam vor 30 Jahren zurück. Seither zeigt er mit viel Humor und in perfektem Deutsch Besuchern sein Land. Ali Kaya +90 532 614 4132 (WhatsApp), aliguide@yahoo.com Bilal spricht auch perfekt Deutsch, kann für Wanderungen und Sightseeing gebucht werden. Bilal Coskun +90 533 719 99 42 (WhatsApp), coskunbilal@gmail.com AUSRÜSTUNG Empfehlenswert sind Wanderschuhe mit gutem Profil, Regen- und Sonnenschutz, sowie – für kühlere Tage – warme Kleidung. Göreme liegt auf 1104 m. Wir hatten im März anfangs Minusgrade und Schnee. UNTERKUNFT: Das Henna Hotel ist so Influencer-tauglich, dass wir uns kaum getraut haben, dort zu buchen. Ballone fliegen über eine perfekt ausstaffierte Terrasse mit frischem Obst und silbernen Teekannen, die aussehen wie Aladins Wunderlampe. Ein 400 Jahre alter Teeraum im samtigen Grün und mit bunten Glasfenstern gleicht meiner Vorstellung des Luxus von 1001 Nacht. Die Zimmer sind wunderschön, die Mitarbeiter super hilfsbereit, das Frühstück eine reichhaltige Wucht und obwohl das Hotel immer ausgebucht war, war die Dachterrasse nie überlaufen. Unbezahlbar? Auch das nicht: Doppelzimmer mit Frühstück gibt es in der Nebensaison bereits ab 45€. https://www.hennahotel.com/en Im Hotel Utopia in Ürgüp kann man in original Cave-Rooms schlafen. Diese sehen supertoll aus, sind aber nicht unbedingt etwas, wenn man keine engen Räume mag und nachts mit offenem Fenster schlafen will. Das Hotel hat einen tollen Hammam und leckeres Frühstück gibt es auf der Dachterrasse. Einziger Nachteil: die Ballone kommen hier selten vorbei. https://www.utopiacave.com ESSSEN: Unser absolutes Lieblingsrestaurant mit Mega-Kulisse und Rooftop-Bar ist das Seten in Göreme. Besonders lecker fanden wir die Meze – vor Allem das Muhammara aus Paprika, Tomaten mit Granatapfel und Walnüssen hat es uns angetan. https://www.setenrestaurant.com

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