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Was sind die Highlights auf dem Alaska Highway in Kanada?

  • Wibke Helfrich
  • 19. Juni
  • 6 Min. Lesezeit

2.224 Kilometer (fast) Wildnis und mittendrin der legendäre Highway, der durch hohe Berge, dichte Wälder, vorbei an wilden Tieren und riesigen Gletschern durch Kanada bis nach Alaska/USA führt. Der Alaska Highway ist keine Straße, er ist eine Legende. Hier sind meine Highlights.

Alaska Highway Kanada Highlights Karte

Als bekennender Autohasser fahre ich normalerweise nur ungern auf den verstopften Straßen Europas und trotzdem bin ich fast die gesamte Stecke von Dawson Creek in British Columbia, Kanada nach Delta Junction in Alaska gefahren. Warum? In Kanada ist jeder gefahrene Kilometer eine Offenbarung: dichte Nadelwälder säumen die Straße, um plötzlich den Blick auf Berggipfel und azurblaue Seen freizugeben. Ich bin jede Sekunde konzentriert. Nicht nur wegen der gigantischen Aussicht - auch riesige Schlaglöcher tauchen immer wieder wie aus dem Nichts auf - sondern vor allem wegen der Tiere, die sich ab und zu auf und neben der Straße aufhalten. Hier ein Elch, da ein kleines Rentier, dort ein Stachelschwein. Alaska Highway Kanada Highlight

Autofahren in Kanada ist wie eine Tierdokumentation im XXL-Format. Der Monitor ist meine Frontscheibe.

Klicke auf das erste Bild, um die Fotostrecke zu starten:


Meine Highlights auf dem Alaska Highway:

Die Straße wurde während des Zweiten Weltkriegs gebaut, um das amerikanische Festland über Kanada mit Alaska zu verbinden. Der Highway ist größtenteils asphaltiert oder geteert und ganzjährig befahrbar.


Highlight Nummer 1: Meile 0

Dawson Creek ist der Startpunkt (Meile 0) des Alaska Highways Kanada

Dawson Creek ist der Startpunkt (Meile 0) des Alaska Highways und schlägt mit dem Alaska Highway House (www.tourismdawsoncreek.com) daraus Kapital. Das Museum befindet sich in einem alten Gebäude und bietet einen Blick auf den Meilenstein. Natürlich ist es ein Muss, am Meilenstein 0 zu stehen.


Und nun beginnt die große Fahrt: Die ersten knapp 600 Kilometer sind relativ flach. Im Stone Mountain Provincial Park – etwa 140 Kilometer westlich von Fort Nelson – weiß man, warum man hier unterwegs ist: Es gibt Wanderwege mit wilden Zeltplätzen und einen Campingplatz. Ich hatte mir schon viele Wanderungen herausgesucht, aber leider hat es bei meiner Ankunft geschüttet. Deshalb bin ich im strömenden Regen weitergefahren.


Nach weiteren 75 Kilometern beginnt der Muncho Lake Provincial Park.

Er ist bekannt für seine Fichtenwälder, das weite Hügelland und die atemberaubenden Landschaften um den smaragdgrünen See gleichen Namens. Am See gibt es zwei Campingplätze und an der Straße ein paar Lodges. Leider hat es auch hier immer noch geschüttet …


Liard River Hot Springs heisse quellen Kanada Alaska highway

Highlight Nummer 2 sind die Liard River Hot Springs.

Mein absolutes Highlight an diesem Tag waren daher die Liard River Hot Springs im gleichnamigen Provincial Park. Er besteht aus einem feuchtwarmen Ökosystem, in dem 250 Pflanzenarten gedeihen. Nach einem langen Tag im Auto blühte auch ich hier wieder auf: Vom Campingplatz aus kann man zu Fuß zu den heißen Quellen laufen und sich dort von den Qualen der Autofahrt erholen.


Ich würde so gerne Bisons sehen.

Diese riesigen, zotteligen Tiere bevölkerten einst die weiten Ebenen Nordamerikas. Vor rund 100 Jahren waren sie fast ausgerottet. Langsam erholen sich die Bestände. Mit etwas Glück, so verriet mir jemand, könnte ich sie in der Nähe von Watson Lake sehen. Als ich am Straßenschild mit der Aufschrift „Welcome to the Yukon“ ein obligatorisches Selfie machte, sagte mir die Dame von der Tankstelle: „Hier ist vorhin eine riesige Herde vorbeigezogen. Folge einfach der Straße, dann siehst du sie.“


Highlight Nummer 3: lebende, einst fast ausgestorbene Bisons!

Aufgeregt springe ich ins Auto und fahre weiter Richtung Nordosten. Von einer Bergkuppe aus habe ich einen weiten Blick bis hinunter zum Hyland River. Endlich entdecke ich sie: bestimmt über 50 Tiere, vom kleinen Kälbchen bis zum stattlichen Bullen. Gemächlich ziehen sie die Straße entlang und rupfen im Vorbeigehen hier und da ein Büschel Gras. Es hat sich bereits ein für Yukon-Verhältnisse großer Stau gebildet. Etwa vier bis fünf Autos parken am Straßenrand oder versuchen, im Schritttempo vorbeizukommen. Vor uns führt eine Brücke über den Fluss. Geistesgegenwärtig fahre ich auf die andere Seite. „Mit meinem dicken Zoomobjektiv kann ich sie auch von dieser Seite gut fotografieren“, freue ich mich. Ich sehe die Bisons nämlich schon langsam von der Straße die Uferböschung hinunterklettern. Doch entgegen meiner Erwartung bleiben sie am Ufer nicht stehen. Die ganze Herde stürzt sich in den reißenden Fluss. Die großen Tiere strampeln gegen die Strömung, während vier kleine Kälber flussabwärts getrieben werden. Was eben noch pure Freude war, verwandelt sich nun in Panik. Ich kann doch nicht zusehen, wie die Kälber ertrinken! Plötzlich bemerke ich, dass einer der Bullen die Brücke überquert hat und nun hinter mir steht. Diese Tiere sind nicht ungefährlich, also springe ich in den Schutz meines Autos. Kurze Zeit später ist der Bulle verschwunden, und direkt vor mir tauchen die klitschnassen, noch etwas betreten dreinblickenden kleinen Bisons aus den Fluten auf. Inzwischen hat es die ganze Herde auf die andere Seite geschafft. Sie schütteln sich in großen Kaskaden das Wasser aus dem dichten Fell.

Völlig verzaubert stehe ich am Ufer und beobachte, wie sich die einst fast ausgestorbenen Tiere ihr Revier langsam zurückerobern.

Was für ein Auftakt für meinen Besuch im Yukon!


Kanada Alaska highway Sign Post Forest Watson lake Schilderwald

Von hier aus sind es noch 220 Kilometer bis nach Watson Lake im Yukon-Territorium.

Die nach dem britischen Trapper Frank Watson benannte Stadt ist die erste Ortschaft am Alaska Highway im Yukon-Territorium. Die Stadt ist berühmt für ihren „Sign Post Forest” (Schilderwald). Der erste Wegweiser mit der Aufschrift „Danville, Illinois” wurde 1942 aufgestellt. Nach und nach kamen immer mehr Schilder dazu, und heute sind es über 77.000 aus aller Welt.


Das Teslin Tlingit Heritage Centre war, als ich dort war, ziemlich verlassen, lohnt sich aber trotzdem für einen kurzen Abstecher. Vor dem Eingang stehen fünf Totempfähle und drinnen ist eine Ausstellung mit moderner und traditioneller Kunst der Tlingit zu sehen. Manchmal finden hier kulturelle Veranstaltungen statt. Am Seeufer liegt auch ein traditionelles Kanu.


50 Kilometer nordwestlich von Teslin und 127 Kilometer südlich von Whitehorse liegt Johnson's Crossing an der Gabelung des Alaska Highways und der Canol Road (Highway 6). Von der Teslin River Bridge hat man einen tollen Blick.


Highlight Nummer 4: Whitehorse

Was du in Whitehorse unternehmen kannst, erfährst du hier.


Von Whitehorse nach Alaska

Westlich von Whitehorse ist der Alaska Highway bis nach Haines Junction relativ eben. Die Straße verläuft parallel zum legendären Kluane-Nationalpark und den St.-Elias-Mountains.


Highlight Nr. 5: Das Da Kų Cultural Centre in Haines Junction

Haines Junction ist das Tor zum Kluane-Nationalpark. Hoch über der Stadt türmt sich ein Bergpanorama mit imposanten Gipfeln auf. Hier liegt das Tor zum Kluane-Nationalpark, dieser ist zweifellos die Hauptattraktion, aber das große, eindrucksvolle Da Kų Cultural Centre zeigt Ausstellungen zur Kultur und Geschichte der Champagne-Aishihik-Stämme und zum Nationalpark. Wir haben an einem regnerischen Tag einige Stunden dort verbracht, weil wir es so spannend fanden.



Highlight Nummer 6: Kluane-Nationalpark

Das Thechài Dhât Visitor Centre mit Blick auf den Sheep Mountain bietet jede Menge Informationen. Du solltest es vor jeder Wanderung besuchen, um dich über die aktuellen Bedingungen zu informieren.


Wir sind den Alaska Highway durch Destruction Bay, Burwash Landing und Beaver Creek weiter bis nach Tok gefahren, da wir den Yukon erkunden wollten. Hast du dort alles machen kannst, kannst du hier lesen.

Beste Zeit:

Die beste Zeit ist während der Sommermonate zwischen Juni und August. Zu dieser Zeit sind die Tage am längsten, das Wetter mild und die Straßenverhältnisse gut. Außerdem ist die Tierbeobachtung besonders gut, da viele Tiere aus ihrem Winterschlaf erwachen und die Natur in voller Blüte steht.


Was du vor einer Reise auf dem Alaska Highway machen solltest:

1. Be offline

Du hast an den wenigsten Stellen Empfang. Du kannst dich also nicht auf eine Online-Version von Google Maps oder Ähnlichem verlassen. Alle Daten, die du brauchst, musst du herunterladen. Das gilt auch für Wanderungen.


2. Auto-Check-up

alaska_highway panne Reifenwechsel  yukon
Chris übt mit mir vor meiner Reise in den Yukon ein Reifenwechsel

Der Alaska Highway ist geprägt von langen, einsamen Streckenabschnitten. Das macht zwar einen großen Teil des Reizes aus, bedeutet aber auch, dass eine Panne besonders ärgerlich ist, da du höchstwahrscheinlich keinen Handyempfang hast. Du musst also warten, bis das nächste Auto kommt, was eine ganze Weile dauern kann. Verhindere Pannen, bevor sie entstehen, indem du dein Auto vor der Fahrt zu einem Mechaniker bringst.


3. Be Prepared

Vergewissere dich auch, dass du eine Notfallausrüstung für dich und dein Auto dabei hast: einen guten Satz Starthilfekabel, einen Ersatzreifen (plus Wagenheber und Schraubenschlüssel). Natürlich solltest du auch wissen, wie man einen Reifen wechselt. Dafür kannst du dir notfalls ein YouTube-Video ansehen und am besten in sicherer Umgebung schon einmal ausprobieren. Mit einem Satz einfacher Werkzeuge kannst du vielleicht eine schnelle Reparatur durchführen und dein Fahrzeug in die nächste bewohnte Gegend bringen.

Wenn du festsitzt und warten musst, ist es sinnvoll, genügend Essensvorräte und etwas zum Warmhalten dabeizuhaben – im schlimmsten Fall auch für die Nacht. Ein Schlafsack kann lebensrettend sein.


4. USA-Visum

Nicht vergessen: Für die Einreise nach Amerika brauchst du ein ESTA-Visum. Wir haben unseres online bestellt und hatten es 24 Stunden später. Allerdings würde ich, wenn ich es dringend bräuchte, besser ein bisschen Sicherheitspuffer lassen.

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