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257 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Finland: Wandern im Hossa Nationalpark

    Wer nicht nur zum Bären anschauen nach Finnland fahren will, kann im nahe gelegenen Hossa Nationalpark Finnischen Wellness Urlaub machen: Stille Seen, rauschende Wasserfälle, endlose Wälder, grüne Teppiche aus Heidelbeeren. Ich mache Paddeltouren und Wanderungen über Hängebrücken und durch steile Schluchten, sehe Fischadler, Seeadler, Biber und noch mehr Rentiere. Selten habe ich mich so der Natur verbunden und so glücklich gefühlt. Klicke auf das erste Foto um die Fotostrecke zu starten: Im 2017 gegründeten Hossa-Nationalpark gibt es etwa 90 km Wanderwege. Auf Komoot habe ich euch drei leichtere Eintages-Touren gespeichert. 1. Rundweg um den Kokalmusken See 15 km https://www.komoot.de/tour/829308049?ref=wtd 2. Julma Ölkky Canyon Rundweg 10 km https://www.komoot.de/tour/810596441?ref=wtd 3. Värikallio Felsmalereien (den größten prähistorischen Malereien Finnlands) Rundweg 8 km https://www.komoot.de/tour/829246187?ref=wtd Steinzeit Graffitis Hossa ist ein altes sámisches Jagdgebiet. Die Felsmalereien an den Värikallio-Felsen sind mindestens 3.500 Jahre alt. Die ältesten im Nationalpark gefundenen Behausungen sind fast 10.000 Jahre alt. Wasserwege ermöglichten es den Menschen, durch das Hossa-Gebiet vom Ladogasee zum Nordpolarmeer und vom Bottnischen Meerbusen zum Weißen Meer zu reisen. Die 1977 entdeckten Felsmalereien befinden sich an so einem Wasserweg, der schon in der Antike genutzt wurde. Sie wurden vom Boot aus oder auf dem Eis des Sees stehend gemalt. Auf der Oberfläche der Felswand befinden sich 61 einzelne Figuren, die Szenen der Jagd und schamanischer Rituale darstellen. Die Malereien dienten wahrscheinlich zur Markierung einer Route oder zur Beschreibung von Ereignissen. In den Hossa-Malereien taucht häufig eine menschliche Figur mit einem Geweih auf dem Kopf oder als Tier verkleidet auf. Diese menschlichen Figuren könnten eine Hexe oder einen Schamanen darstellen, da eine Kopfbedeckung mit Geweih zumindest in späteren Zeiten bei den arktischen Jagdvölkern zur Hexentracht gehörte. Die steinzeitlichen Graffitis hier unterscheiden sich von den anderen prähistorischen Malereien in Finnland. Die kleinen, stabförmigen Elchfiguren sind eigentlich nirgendwo anders bekannt, und die menschliche Figur mit dreieckigem Kopf, Augen und Nase ist einzigartig. Info: Allgemeine Informationen zum angeblich glücklichsten Land der Welt gibt es aufwww.visitfinland.com/de. Auf https://www.nationalparks.fi/hossa findet der Besucher was man über die 41 Nationalparks in Finland wissen muss. Hinkommen: Kuusamo ist der nächste Flughafen. Flüge mit Zwischenstop in Helsinki gibt es bei Finnair (www.finnair.com/de-de). Von dort ist man am flexibelsten mit einem Mietwagen. Zu buchen beispielsweise über das Vergleichsportal www.billiger-mietwagen.de. Schlafen: Der nahegelegene Hossa Nationalpark lädt zum Wandern, Paddeln und Baden ein. Schöne Hütten direkt am See mit Gemeinschaft-Sauna gibt es auf dem Campingplatz Hossan Lumo. Ab 35€ pro Nacht. Tel: +358 500 166 377 www.hossanlumo.fi/de/

  • Finland - Hier tanzt der Bär

    In Finnland gibt es laut dem allwissenden Google 188.000 Seen, 80.000 Elche, bis zu 200.000 Rentiere, 41 Nationalparks (seit 2022), 5,54 Millionen Einwohner und mehr als 1.500 Braunbären, dem finnischen National-Tier! Ich bin in Nordfinnland, nahe der russischen Grenze. Dort, wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen und hoffentlich der Bär tanzt, denn meine Mission ist klar: ich möchte einen Braunbären sehen. Genau genommen haben mich die sozialen Medien – für viele eher Hass-Objekt als Bereicherung – hierher geführt. Auf meiner Suche nach schönen Fotos von Braunbären fand ich immer wieder Posts des finnischen Fotografen Valtteri Mulkahainen. Auf meine Frage, wo er denn die tollen Fotos mache, kam seine Antwort: „In Martinselkonen“. Etwa 2 Autostunden südöstlich von Kuusamo liegt dieses von Wäldern, Sümpfen und Seen geprägte Naturschutzgebiet. Das gleichnamige Martinselkonen Wilds Centre ist ein Eldorado für Bär-Begeisterte und Tier-Fotografen - die Chancen, hier einen Bären relativ nah zu sehen, sind ausgesprochen hoch. Am Nachmittag machen wir uns aufgeregt auf den Weg. Wir laufen ein paar Kilometer in den unberührten Wald. Hier gibt es verschiedene Hides - eine Art Jägersitz - nur sind diese rundum geschützt und haben keine Schießscharten für Gewehre, sondern für Foto-Objektive. Es gibt Hütten im Wald, im Sumpf, auch am See. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten Ich entscheide mich für den Sumpf. Mitte Juni hat die Wollgras-Blüte bereits begonnen und die weißen Puschel glitzern verheißungsvoll in der Sonne. Kurz bevor wir die Hütten erreichen, ist am Horizont schon der erste Braunbär zu sehen. Unser Guide Joonas Jaakkola scheucht mich in meine Beobachtungshütte und gibt letzte Anweisungen: Alleine mit den Bären „Denk daran, ich komme morgen früh um sieben zurück. Bis dahin darfst du nicht aus der Hütte gehen.“ Nun bin ich alleine in einem circa 2 m² großen Holzhaus. Allerdings habe ich überhaupt keine Zeit, mir Gedanken zu machen, denn vor dem Fenster sehe ich Meister Petz gemütlich auf meine Aussichts- Position zutraben. Was sich in den nächsten Stunden abspielt, kann meiner Meinung nach mit jedem BBC Dokumentarfilm mithalten: wo sich sonst Fuchs und Hase gute Nacht sagen, tanzt im wahrsten Sinne des Wortes der Bär. Kurz nachdem der erste Bär erschienen ist, trapsen wie an der Schnur aufgereiht drei gerade mal drei Monate alte Baby-Bären durch die Sumpflandschaft. Sie sind so nah, dass ich auch ohne Fernglas ihr kuscheliges Fell sehen kann. Als sich ein grosser männlicher Bär nähert, klettern die drei kleinen behende einen Baum hoch, während die Mutter darunter Stellung nimmt. Baby-Bären werden im Februar/März geboren, in den ersten Monaten ist für sie bei Gefahr der sicherste Platz auf einem Baum, den die Mutter – notfalls - mit den Zähnen verteidigt. Riina Määttäs, die Besitzerin vom Martinselkonen Wilds Centre, erzählte mir am Morgen, dass die Bärenmütter und ihre Babys das Glück dieser Gegend sind. Denn jede Mutter gibt sozusagen an ihre Kinder weiter, wo ein sicherer Platz ist und wo sie Futter finden können. So kommen jedes Jahr mehr Bären in das Naturschutzgebiet. Inzwischen gibt es hier mehr als 30 Tiere, denen Grenzstreitigkeiten egal sind. Die Bären pendeln unbeeindruckt jeden Tag von Finnland nach Russland, wo sie sich in den tiefen unbewohnten Wäldern verstecken können. Bis zu 70 km am Tag kann ein Braunbär zurücklegen. Im Winter schlafen sie in Höhlen, aber im Sommer ruhen sie tagsüber – gut versteckt - unter Bäumen. Erst am Abend werden sie aktiv, um Futter zu suchen. Im Frühling essen sie alles, was ihnen vor die Nase kommt, auch Vögel und Insekten, um nach der langen Winterruhe wieder an Gewicht zuzulegen. Im Sommer ernähren sie sich hauptsächlich von Beeren, Gräsern, Pilzen und Wurzeln. Bis Mitternacht findet vor meiner Hütte ein ständiges Kommen und Gehen statt. Aber auch nach all den Stunden auf Beobachtungsposition ist es mir keine Sekunde langweilig. Ich kann meine Augen von dem Spektakel nicht abwenden, von dem ich so lange gehofft habe, dass ich es sehen würde. Wer nicht ganz so viel Geduld aufbringen will, kann bei einem Abend-Spaziergang zu einer größeren Beobachtungshütte wandern, in der mehrere Personen Platz haben. Um 23 Uhr geht es dann zurück zum Haus und zu bequemen Betten, denn in den Hides gibt es nur einfache Pritschen und eine Eimer-Toilette. „Bär heißt auf Finnisch Karhu“ erklärt mir Jonas, als er mich am nächsten Morgen abholt. „Früher hat die Menschen hier diesen Namen allerdings nicht benutzt. Ein alter Aberglaube besagte, dass durch das Aussprechen des Namens ein Bär zum Hof gelockt und dort die Tiere umbringen würde. Also nannte man ihn den „König des Waldes“, oder „Honigpfote“.„Der Name Karhu ist also sowas wie der finnische Voldemort.“ denke ich mir belustigt. Allerdings sieht „Honigpfote“ deutlich putziger aus - schon nach der ersten Nacht bin ich hoffnungslos verliebt! Info: Allgemeine Informationen zum angeblich glücklichsten Land der Welt gibt es auf www.visitfinland.com/de. Auf www.nationalparks.fi findet der Besucher was man über die 41 Nationalparks in Finland wissen muss. Hinkommen: Kuusamo ist der nächste Flughafen. Flüge mit Zwischenstop in Helsinki gibt es bei Finnair (www.finnair.com/de-de). Von dort ist man am flexibelsten mit einem Mietwagen. Zu buchen beispielsweise über das Vergleichsportal www.billiger-mietwagen.de. Bären & Schlafen: Bärenbeobachtungen sind von Mitte Mai (für Fotografen früher) bis Mitte August buchbar, danachbeginnt die Jagd-Saison und die Tiere sollen genug Zeit haben sich in den tiefen Wäldern zu verstecken. Neben sechsstündigen Abendsafaris (90€) gibt es auch Übernachtungsangebote: Für Teilnehmer, die Bären vor allem beobachten wollen, stehen geräumige Hütten (150€ pro Person) mit Sitzplätzen, großen Sichtöffnungen, Etagenbetten und Komposttoilette bereit. Für Fotofans gibt es im Wald, im Sumpf und am Seeufer kleine Hütten – sogenannte Hides – mit Koje und Eimertoilette. Die Foto-Packages für ein bis zwei Personen gibt es für mehrere Tage und rangieren preislich zwischen 190 und 720 Euro. Martinselkonen Wilds Centre Tel: +358 (0) 8736 160, www.martinselkonen.fi Der nahegelegene Hossa Nationalpark lädt zum Wandern, Paddeln und Baden ein. Schöne Hütten direkt am See mit Gemeinschaft-Sauna gibt es auf dem Campingplatz Hossan Lumo. Ab 35€ pro Nacht. Tel: +358 500 166 377 www.hossanlumo.fi/de/

  • Ruanda 6 Safari im Akagera Nationalpark

    Wenn ich an Afrika denke, denke ich automatisch an Safaris und tatsächlich hat Ruanda mit dem Akagera Nationalpark ein Gebiet in dem man seit ein paar Jahren wieder die Big Five beobachten kann. Obwohl der Park einer der ältesten Afrikas ist, wurde er durch Überbevölkerung und durch den Genozid stark vernachlässigt. Der Schutz der Wildtiere, das Engagement der Gemeinden und der Tourismus ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft der Menschen in der Umgebung des Akagera-Nationalpark Der Akagera-Nationalpark in Ruanda ist heute, im Vergleich zu vor über 20 Jahren (einer ausgelaugten Landschaft, die von mehr als 30.000 Rindern überrannt wurde), kaum wiederzuerkennen. Die Folgen des Völkermords von 1994 hatten verheerende Auswirkungen auf die ehemals geschützten Flächen, die Flüchtlingen zur Wiederansiedelung gegeben wurden. Im Jahr 2010 übernahm African Parks in Zusammenarbeit mit dem Rwanda Development Board (RDB) die Verwaltung des Akagera-Nationalparks. Das Ziel ist den Park aus der Vergessenheit zu Wohlstand und Hoffnung zu bringen. 2015 wurden Löwen wieder eingeführt, gefolgt von Spitzmaulnashörnern im Jahr 2017 und erneut 2019 aus europäischen Zoos. Die Zahl der Wildtiere ist von weniger als 5.000 im Jahr 2010 auf über 13.000 angestiegen, Tendenz steigend. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Eine Hundestaffel hilft bei der Bekämpfung der Wilderei. Angeblich ist dadurch, seit 2010, keine einzige hochwertige Tierart mehr durch Wilderei verloren gegangen. Wir habe bei einer Demonstration zugesehen und ich wollte auf keinen Fall von den kläffenden Bestien angefallen werden … Noch kann Akagera zwar nicht mit dem Tierreichtum seiner berühmten Nachbarn wie der Serengeti mithalten, aber einen Besuch ist er trotzdem auf jeden Fall wert. Besonders die Bootstour auf dem Ihema See ist ein Highlight: Tausende von Vögeln sitzen auf den schwimmenden Inseln aus Papyrus. Innocence unser Guide ist ein wahrer Vogelexperte, der uns mit seiner ansteckenden Begeisterung jedes noch so kleine Vögelchen benennen kann: Fischadler (ok, nicht ganz so klein), Kingfisher, Schuhschnabel und Rotgesicht-Bartvogel, Reiher und Bienenfresser geben freundlicherweise für uns ein Stelldichein. Zugegebenermaßen bin ich eher ein Fan von grossen Tieren und so freue ich mich über die dicken Flusspferde die im Wasser plantschen. Von der sicheren Warte unseres Bootes aus finde ich ihre Wasserfontänen, die sie aufwirbeln grossartig und auch die Nilkrokodile die ganz unschuldig aussehend am Ufer rumlungern finde ich so sehr spannend. Abends am Lagerfeuer mit Blick über den See fühle ich mich in die Filmkulisse von „Jenseits von Afrika“ versetzt. Mein Wunsch? Ich hoffe, dass Ruanda auch in der Zukunft mit so vielen guten Nachrichten auf sich aufmerksam machen kann! RUMKOMMEN Du kannst mit dem Auto in den Park fahren und es stehen Führer zur Verfügung, falls Du begleitet werden möchtest. MACHEN Seit Januar 2022 kann man den Akagera Nationalpark aus der Vogelperspektive entdecken. "Royal Balloon Rwanda“ bieten Fahrten mit zwei Heißluftballons an., die jeweils Platz für 4 bis 6 Gäste bieten. Der Heißluftballon fliegt in Höhen zwischen 100 Metern und 1 Kilometer über der malerischen Savannenlandschaft. Mit etwas Glück lassen sich von oben so neben Elefanten, Nashörnern, Löwen, Leoparden und Büffeln auch viele weitere Tier- und Vogelarten zu bestaunen, die den Gästen das so charakteristische Afrika-Erlebnis bescheren. Der ungefähr 45 minütige Flug kostet pro Person 450 USD inklusive Snacks, Kaffe, Champagner Taufe und Flugzertifikat. ROYAL BALLOON RWANDA Tel: +250 783 453 068, +90 531 375 57 76 Akagera National Park Rwanda royalballoonrw.com SCHLAFEN Derzeit gibt es 4 Campingplätze. Zwei im Süden des Parks (Muyumbu und Shakani), zwei im Norden des Parks (Mutumba und der neueste Mihindi). Shakani, Mutumba und Mihindi haben Duschen mit fließendem Wasser. Der Park kann nur Zelte in Muyumbu und Shakani zur Verfügung stellen, aber keine Schlafsäcke. Zelte können für 20 $ pro Zelt und Nacht gemietet werden, und in einem Zelt können vier Personen bequem schlafen. Besucher müssen ihr eigenes Essen mitbringen, da es auf den Campingplätzen keine Restaurants gibt (außer in Mihindi, wo es einen Coffee Shop gibt). Die Mantis Akagera Game Lodge ist das grösste Hotel im Park. Von hier hat man eine schöne Sicht über den See. https://www.mantiscollection.com/hotel/akagera-national-park-mantis-eco-lodge/

  • Ruanda 5 Wanderung zum Kratersee des Vulkan Bisoke

    KURZINFO ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡♡ Start & Ende: Parkplatz für die Wanderung zur Grabstätte von Dian Fossey Länge: 6 km Ungefähre Gehzeit: 4h Höhenmeter: 750 hoch und runter Anforderung: Hart Tipp: In der Regenzeit gleicht die Wanderung einer Schlammschlacht. Mein Guide hate Gummistiefel an. Wer Angst vor Ausrutschen und Hinfallen hat, sollte diese Wanderung nicht machen. Beste Wanderzeit: In der Trockenzeit: Dezember-Februar und Juni bis September Karte: Ich habe die Route in Komoot gespeichert. Du kannst sie sehen, sobald Du dich eingeloggt haben. Einkehr: Am Startpunkt der Wanderung gibt es ein kleines Café. Wanderführer: Auf visitrwanda.com gibt es eine Auswahl von Wanderungen. In Nationalparks sind diese nur mit Führer möglich. https://www.visitrwanda.com/wp-content/uploads/2020/08/Rwanda_Hiking_Guide.pdf Diese Wanderung ist innerhalb des Volcanoes National Park und deshalb nur mit Guide möglich. Momentan braucht man einen aktuellen PCR-Test- Die Tour kann man eigentlich über jede Lodge organisieren. Zum Beispiel auch über Red Rocks Jeder der nach Ruanda reist, möchte Gorillas sehen. Leider kein günstiges Vergnügen den ein einstündiger Verwandtschaftsbesuch kostet schlappe 1.500€. Was im Prinzip ok ist da es der Erhaltung und im Fall des Vulkan National Park sogar der Erweiterung zu gute kommt. Allerdings hat nicht jeder so ein prall gefüllten Reisegeldbeutel. Eine Option mit Glücksspiel ist eine Wanderung im Park. Hierfür braucht man zwar ein Permit (und momentan einen aktuellen PCR-Test) was mit 75€ aber erschwinglich ist und in der Trockenzeit kann man, mit etwas Glück, einen kurzen Blick auf die stark bedrohten Primaten erhaschen. Fotos und Verweilen sind dann nicht erlaubt. Im Vulkan National Park – also auf der ruandischen Seite liegen fünf der acht Virunga-Vulkane: Bisoke 3.711, Gahinga 3.474 , Karisimbi 4.507, Muhabura und Sabinyo 3.645.. In coronafreien Zeiten kann man von hier auch die Berge in Uganda und in friedlichen Zeiten die der Demokratischen Republik Kongo besteigen. Das Ziel meiner Wanderung ist der Vulkan Bisoke 3.711m. Die 6 km sind in der Regenzeit im Schlamm, am steilen Berghang ein wahres Abenteuer. Der Profi trägt Gummistiefel … ich sah danach aus wie ein paniertes Schnitzel … Der nette Herr in Uniform Felicien war übrigens mein Führer, der nicht weniger als der "Head-Guide" im Vulkan NP ist. Er stand - per Walkie-Talkie - im ständigen Kontakt mit allen Gruppen, die im Park unterwegs waren - wenigstens einer der weiss wo all die Gorillas gerade sind :;)! Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Der Start meiner Wanderung ist ein Parkplatz, der sich gegenüber von einem kleinen Café auf 2.800 m befindet. Dieser kann nur über eine Holperstrecke mit einem Jeep erreicht werden. Schon bei der Anfahrt sehe ich pittoreske Chrysanthemen-Felder, die weiß vor den Silhouetten der Vulkane blühen. Die Blumen werden später als Insektenspray verarbeitet. Auf dem ersten Kilometer geht es mäßig bergauf Richtung der steiler Vulkanflanke des Bisoke. Der gleiche Weg führt auch zum Karisoke-Forschungszentrum und dem Grab von Dian Fossey. An einer Weggabelung warten sechs bis an die Zähne bewaffnete Soldaten auf uns. „Vor was sollen sie uns beschützen?“ frage ich Felicien etwas erstaunt. Er antwortet mir, wenig überzeugend, dass sie uns vor Wasserbüffel verteidigen sollen. Eher wahrscheinlich scheint mir der Schutz vor Rebellen vom grenznahen Kongo, aber da ich mich nicht unsicher fühle, ist es mir im Prinzip auch egal. Allerdings finde ich es etwas seltsam als einzige Touristin mit so einer grossen Entourage loszuziehen, denn noch ein weiterer Mann, ebenfalls in Armee Uniform, läuft sehr dicht hinter mir. Seine Aufgabe ist es offensichtlich mich bei jedem Schritt zu unterstützen. Schon nach kurzer Zeit muss ich ihn bitten mir ein bisschen mehr Platz zu geben. Denn sobald ich nur ein bisschen ausrutsche, was bei dem schlammigen Boden andauernd passiert, versucht er mich zu stützen. … was mich eher aus dem Tritt bringt als mich als mir hilft. In einem Blog von einem anderen Reisenden lese ich allerdings dass er den Aufstieg ohne diesen Helfer nicht geschafft hätte … Nachdem die Verhältnisse und unser Schutz geklärt sind 😉, halten wir uns rechts und steigen den immer steiler werdenden Vulkan hinauf. Die Ackerfläche weicht einem dichten tiefen Dschungel mit uralten, hohen und farnbewachsenen Bäumen. Leider wird der Weg auch immer schlammiger. Während Felicien locker mit seinen Gummistiefeln durch den Prabbel stapft, kann ich kann meine ehemals weißen Jogging Schuhe unter all den Matsch nicht mehr erkennen. Der Aufstieg zum 3711 m hohen Kraterrand ist - durch die Weg Verhältnisse - nicht unanstrengend. Oft mache ich einen Schritt und rutsche einen halben wieder zurück. Obwohl der Aufstieg nur knapp 3 km lang ist, überwindet er doch 750 Höhenmeter und ist dementsprechend anspruchsvoll. Nach kurzer Zeit hat mein Gesicht die Farbe meines Hemds angenommen: Pink! Den letzten Kilometer ändert sich die Vegetation noch einmal: die hohen Bäume verschwinden dafür strecken sich mannshohe Riesen-Lobelien in den Himmel. Wir haben Glück: obwohl das Wetter eigentlich regnerisch aussieht, reißt der Himmel auf als wir am Vulkankrater ankommen und gibt den Blick auf den tieferliegenden See frei. Der höchste Punkt des Gipfels liegt genau auf der gegenüberliegenden Seite und damit schon im Nachbarland Kongo. Als ich Felicien frage, ob ich rüber laufen kann, sagt er ein eindeutiges „Nein“. Mit einem Blick auf die Soldaten verstehe ich, dass das hier wohl so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz ist. Der Abstieg führt auf dem gleichen Weg zurück und ist nur deutlich anspruchsvoller – ich rutsche mehr auf dem Hosenboden Runterrutsche als dass ich auf meinen Füßen laufe. AUTORENTIP Mach diese Wanderung nur wenn du keine Angst vom hinfallen hast. Selbst in der Trockenzeit können die Wege matschig sein. GORILLAS & WANDER PERMITS Da die meisten Besucher unbedingt Gorillas sehen wollen, empfiehlt es sich das Permit weit im Voraus zu besuchen. Wer keine Pauschal Reise gebucht hat kann das über die Seite IREMBO machen, die ehrlich gesagt, aber etwas unübersichtlich ist. Hier kann mann auch verschiedene Wanderungen zu den Vulkanen, dem Grab von Dian Fossey und ein Besuch bei den Goldmeerkatzen buchen - mit 100$ sozusagen ein Schnäppchen … Auch heute noch gelten strenge Regeln beim Besuch: Jeder Besucher braucht einen aktuellen PCR Test, es gilt ein strikter Mindestabstand von 2 Metern und die Masken dürfen keine Sekunde – auch nicht für das noch so schnelle Selfie – abgesetzt werden. INFO Einen sehr guten Überblick über das Land, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten gibt es (in englischer Sprache) – auf www.visitrwanda.com Ruanda ist eines der sichersten Länder Afrikas. Auch Frauen können hier problemlos alleine reisen. Die Straßen zu den touristischen Zielen sind gut ausgebaut, so dass man das Land auch als Selbstfahrer erkunden kann. Mietwagen gibt es ab ca. 500 Euro die Woche beispielsweise bei www.economycarrentals.com Auch das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut. ANREISE Die beste Verbindung ab Frankfurt bietet momentan Brussels Airlines mit Zwischenstopp in Brüssel. Preise je nach Saison ab 420 Euro. www.brusselsairlines.com EINREISE Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das Visum kann man direkt bei der Einreise am Flughafen von Kigali für 50$ erwerben. Alle geimpften Reisenden, die in Ruanda ankommen, müssen trotzdem ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen, das bei Abflug nicht älter als 72 Stunden ist. Ein zweiter PCR-Test wird bei der Ankunft durchgeführt, die Ergebnisse werden spätestens nach 24 Stunden geliefert. In dieser Zeit müssen die Reisenden im gebuchten Hotel in Selbst-Isolation. Da die meisten Flüge Abends ankommen, sind die Testergebnisse in der Regel bereits am nächsten Morgen verfügbar. PAUSCHAL Colibri Travel bietet eine 11-tägige Pauschalreise. Mehr Infos unter www.colibri-travel.de. Auf der Webseite von Enchanting Travel kann man sich seine Traumreise aus verschiedenen Blöcken zusammenstellen. www.enchantingtravels.com/de. Unterkunft: Direkt in Musanze, dem Ausgangsort für den Gorilla-Besuch gibt es für Abenteurer eine günstige Option: Die Safari Zelte von Red Rocks kosten Pro Person 25€ inklusive Frühstück. Hier kann man auch andere Touren in den nahe gelegenen Vulcanos National Park buchen. www.redrocksrwanda.com

  • Ruanda 4 - Gorillas im Nebel

    Noch kommen die meisten Touristen , um die berühmten, aber leider stark gefährdeten Berggorillas zu sehen, die nur noch hier, an den steilen Berghängen, die sich über die Landesgrenze zwischen Kongo und Ruanda erstrecken, und im Bwindi-Nationalpark im südwestlichen Uganda leben. Der Verwandtschaftsbesuch ist mit 1.500 Dollar kein günstiges Vergnügen. Auf den zweiten Blick allerdings ist das Geld der Touristen eine extrem gut angelegte, direkte Entwicklungshilfe, denn nicht nur ermöglicht sie dem Besucher ein unvergessliches Erlebnis, sie wird im Vulkan Nationalpark auch zur Erweiterung der geschützten Fläche verwendet. Offensichtlich mit Erfolg, denn während alle anderen Menschenaffenpopulationen rückläufig sind, nimmt die Zahl der Berggorillas langsam wieder zu. In den 1980er Jahren wurden im Virunga-Massiv gerade einmal noch 242 Exemplare gezählt, heute sind es wieder über 1.000. All das muss natürlich finanziert werden und gerade die Gorillas tragen dazu erheblich bei. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Besuchergenehmigungen bei den Tieren – mit 1.500 Dollar pro Person nicht gerade ein günstiges Vergnügen - tragen auch zum Erhalt der drei anderen Nationalparks im Land bei. Darüber hinaus werden 10% der Tourismuseinnahmen mit den um den Park lebenden Gemeinden geteilt, und die Einheimischen werden als Tierärzte, Forscher, Fährtenleser, Träger und Führer beschäftigt, während andere in Safari-Lodges und Camps arbeiten. Auch ich will natürlich die berühmten Primaten sehen. Loyce, eine der 24 Ranger/innen im Vulkan-Nationalpark und unsere Primaten-Expertin für die heutige Expedition gibt uns am frühen Morgen am Besucherzentrum des Nationalparks ein ausführliches Briefing über das Verhalten und die Angewohnheiten unserer haarigen Verwandten. „Wenn ihr ein Geräusch wie Räuspern macht, bedeutet das beispielsweise für die Gorillas das Alles ok ist.“ Mit dieser wichtigen „Vokabel“ im Hinterkopf, machen wir uns auf den Weg. Eine Stunde hat man mit ihnen, sobald die Tier-Tracker sie geortet haben. Maximal acht Touristen gleichzeitig dürfen eine der 12 Familien besuchen, die an Menschen gewöhnt sind. Mit dem Jeep holpern wir über eine ausgewaschene, steinige Straße ein Stück den Berg hinauf. Bei einer Ansammlung von kleinen Hütten heißt es Aussteigen, denn ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Angespannt steigen wir die Flanke des Bisoke Vulkans hoch. Hier auf über 2.000 Metern Höhe ist die Luft kühl. Zwischen den steilen Berghängen wabert der frühmorgendliche Nebel. Sobald wir die Felder verlassen, auf denen Gemüse wie Kartoffeln angebaut werden und den Wald mit alten Bäumen und dichten Bambus betreten, steigt unsere Anspannung: Wir fühlen uns in live in die Filmkulisse von „Gorillas in Nebel“ versetzt. Ehrfürchtig wandern wir durch den dichten Nebelwald, mit jedem Schritt steigt unsere Anspannung: Wie lange müssen wir suchen? Wie werden sie sich verhalten? All die Fragen sind in dem Moment vergessen, als ein stattlicher Silberrücken unseren Weg kreuzt - im sicheren Abstand folgen wir ihm. Unsere Gorilla-Expertin Loyce lächelt: Willkommen bei der Amahoro – Familie. Amahoro heisst übersetzt so viel wie Frieden. Vor uns liegt ein Knäuel aus schwarzhaarigen Leibern, gemütlich aneinander gekuschelt. Familie Frieden ist gerade ganz friedlich beim Mittagsschlaf. Nur die jungen Äffchen – warum sollten sie sich von uns Menschen unterscheiden – treiben Schabernack mit uns. Ein Junges klettert einen Bambus-Ast empor und lässt sich dann langsam wieder auf den Boden rollen. Unter unserem glücklichen Kichern wiederholt es die Übung so lange, bis auch sie sich wieder für ein Nickerchen zusammen rollt. GORILLAS Da die meisten Besucher unbedingt Gorillas sehen wollen, empfiehlt es sich das Permit weit im Voraus zu besuchen. Wer keine Pauschal Reise gebucht hat kann das über die Seite IREMBO machen, die ehrlich gesagt, aber etwas unübersichtlich ist. Hier kann mann auch verschiedene Wanderungen zu den Vulkanen, dem Grab von Dian Fossey und ein Besuch bei den Goldmeerkatzen buchen - mit 100$ sozusagen ein Schnäppchen … Auch heute noch gelten strenge Regeln beim Besuch: Jeder Besucher braucht einen aktuellen PCR Test, es gilt ein strikter Mindestabstand von 2 Metern und die Masken dürfen keine Sekunde – auch nicht für das noch so schnelle Selfie – abgesetzt werden. INFO Einen sehr guten Überblick über das Land, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten gibt es (in englischer Sprache) – auf www.visitrwanda.com Ruanda ist eines der sichersten Länder Afrikas. Auch Frauen können hier problemlos alleine reisen. Die Straßen zu den touristischen Zielen sind gut ausgebaut, so dass man das Land auch als Selbstfahrer erkunden kann. Mietwagen gibt es ab ca. 500 Euro die Woche beispielsweise bei www.economycarrentals.com Auch das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut. ANREISE Die beste Verbindung ab Frankfurt bietet momentan Brussels Airlines mit Zwischenstopp in Brüssel. Preise je nach Saison ab 420 Euro. www.brusselsairlines.com EINREISE Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das Visum kann man direkt bei der Einreise am Flughafen von Kigali für 50$ erwerben. Alle geimpften Reisenden, die in Ruanda ankommen, müssen trotzdem ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen, das bei Abflug nicht älter als 72 Stunden ist. Ein zweiter PCR-Test wird bei der Ankunft durchgeführt, die Ergebnisse werden spätestens nach 24 Stunden geliefert. In dieser Zeit müssen die Reisenden im gebuchten Hotel in Selbst-Isolation. Da die meisten Flüge Abends ankommen, sind die Testergebnisse in der Regel bereits am nächsten Morgen verfügbar. PAUSCHAL Colibri Travel bietet eine 11-tägige Pauschalreise. Mehr Infos unter www.colibri-travel.de. Auf der Webseite von Enchanting Travel kann man sich seine Traumreise aus verschiedenen Blöcken zusammenstellen. www.enchantingtravels.com/de. Unterkunft: Direkt in Musanze, dem Ausgangsort für den Gorilla-Besuch gibt es für Abenteurer eine günstige Option: Die Safari Zelte von Red Rocks kosten Pro Person 25€ inklusive Frühstück. Hier kann man auch andere Touren in den nahe gelegenen Vulcanos National Park buchen. www.redrocksrwanda.com

  • Ruanda 3 - Chill Dich mal! Strand-Feeling am Kivu See

    Für viele Menschen ist ein ein Urlaub erst ein richtiger Urlaub wenn sie im Meer baden können, ich gehöre eigentlich auch dazu. Allerdings ist der Kivu See ein adäquater Ersatz. Denn nur eine Stunde weiter westlich vom Nyungwe National Park eröffnet sich eine ganz neue Welt: Der dichte Regenwald verschwindet und dafür glitzert der Kivu See im Licht der untergehenden Sonne. Von einem der Hügel in der Provinz Karongi betrachtet, sieht der See aus, wie ein Fjord. Hier tummeln sich viele kleine Eilande mit verheißungsvollen Namen wie Affen-, oder auch Feldermausinsel. Abwarten und Kaffee trinken kann man hier reichlich, den dieser wird hier angebaut. Wer mehr über die braune Bohne, die ungeröstet eher beige ist und über die Arbeitsbedingungen erfahren will, kann eine Tour in einer der Kaffe-Plantagen machen. Bei einer Sonnenuntergangs Bootstour tuckern wir gemütlich entlang der grünen Landzungen den hohen Bergen des Nachbarlandes Kongo entgegen. Ein Blick zurück macht deutlich warum Rwanda das Land der 1.000 Hügel heisst: Im pastellfarbenen Licht der blauen Stunde zeichnen sich die unzähligen Silhouetten der Hügel und Berge malerisch vor dem rosafarbenen Himmel ab. Ein Vollmond leuchtet als i-Tüpfelchen der Szenerie. Hier im goldenen Licht der aufgehenden Sonne um die vielen kleinen Inseln zu paddeln ist ein unvergessliches Erlebnis. Am nächsten Morgen wartet Gratien – unser Paddel-Guide - schon vor Sonnenaufgang mit seinen Kayaks am Ufer auf uns. Noch etwas verschlafen paddeln wir über den spiegelglatten See am Ufer entlang. Er zeigt uns einen Falken, der uns von eine Stein aus, interessiert beobachtet. Spätestens als die Sonne über die Bergkuppe steigt und dem See zum strahlen bringt, bin ich hellwach. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Außerdem kann man hier singende Kühe und schwimmende Fischer sehen, oder war es andersrum? Auch die Kuhhirten der „schwimmenden Kühe“ sind schon in ihren aus Holz gezimmerten Kanus. Tatsächlich ist das Land in Ruanda so begrenzt, dass die Kuhhirten ihre Herden von Insel zu Insel mit dem Kanu durch das Wasser treiben damit sie dort grasen können. Von den wunderschönen sportlichen Kühen ist dann nicht viel mehr als ihr staatliches Gehörn zu sehen. Überhaupt wird Sport am See gross geschrieben. Egal ob Wandern auf dem Kongo-Nil-Wanderweg, Mountainbiken, Kayaken, oder Schwimmen hier kann man viel mehr machen, als nur am Strand zu faulenzen … was natürlich auch eine Option ist. Mein Tip: Bleibt hier ein paar Tage in einem der netten Hotels direkt am See Mein Lieblingshotel war das Hotel Cleo direkt am Kivu-See. Doppelzimmer mit reichhaltigem Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf den See ab 150€. https://cleohotel.rw Die Rushel Kivu Lodge kann man nur mit einem 4x4 Auto, oder per Boot erreichen. Dafür hat sie eine wirklich traumhafte Lage direkt am See mit einem schönen Sandstrand, Volleyball Feld und Restaurant mit Seeblick. Es gibt Safari Zelte mit integrierten Bad. Direkt daneben – in 5 Minuten zu Fuss zu erreichen befindet sich Bonzea Coffee. Kinunu, Rutsiro, Rwanda, Tel: +250786479478 https://rushelkivu.wixsite.com/home/accommodation-services Boneza Coffee Hier kann man die Kaffee-Plantage und Fabrik besuchen. http://kinunuwonders.rw/boneza-coffee/ Pfunda Tea Company Und hier das Gleiche in Grün: Nämlich eine Tee-Fabrik. Ruhengeri-Gisenyi Rd, Rubavu, Ruanda, Tel +250 786 098 239 https://www.facebook.com/ptcl1estate/

  • Ruanda 2: Affen im Urwald im Nyungwe National Park

    Mein absoluter Lieblingsort war der dichte Dschungel des Nyungwe National Parks, einer der ältesten Regenwälder Afrikas. Hier gibt es auch eine grosse Auswahl an Wandertouren mit verschiedenen Schwierigkeiten und … Ich hätte tagelang durch die uralten Bäume, dichten Farne und an Wasserfällen vorbei streifen können. Man braucht noch nicht mal besonders viel Glück um dabei Affen zu sehen … vor Allem die Colobos Affen habe sich überhaupt nicht an den Mindestabstand gehalten und sind wir erst über die Füsse galoppiert um sich dann neben mich zu setzten - ein ziemlich cooles Erlebnis. In den Alpen sind ja inzwischen Besucherplattformen - nicht ohne Grund - umstritten. In Ruanda gibt es den einzigsten "Canopy-Walk" in Ostafrika und es ist schon ein Traum mal den Kopf über die Baumwipfel zu heben und die majestätischen Bäume in ihrer vollen Pracht zu sehen. Meine Empfehlung - Verbringt hier ein paar Tage: Wandert zu Wasserfällen Macht einen, oder sogar zwei Tracks mit Affen. Die Begegnungen mit Schimpansen und Colobos-Affen ist ein einmaliges Erlebnis Schaut vom Canopy-Walk über die Baumwipfel des grössten Waldes Ruandas Nyungwe Höhepunkte: Ein Viertel aller Primaten Afrikas, 13 Arten, sind hier zu finden, darunter der Schimpanse Ein Paradies für Vogelbeobachter mit rund 300 registrierten Arten, von denen fast 30 in der Albertine-Rift-Region endemisch sind Hier gibt es ganz viele Pflanzen, Vögel und Säugetiere, die es auf der ganzen Welt nur hier gibt. "Indiana Jones"-Feeling inklusive: Wandermöglichkeiten auf 15 verschiedenen Pfaden durch den Park (siehe unten) Nyungwe ist das größte verbleibende Waldgebiet in Ruanda Klicke hier für Fotos vom Canopy Walk: Weitere Superlative: Es gibt 75 bekannte Säugetiere in Nyungwe, wie die Halskatze, der Mungo, der krallenlose Fischotter und der Leopard, um nur einige zu nennen. Botaniker werden 1.068 Pflanzenarten und 140 Orchideen bestaunen. Die Vogelbeobachtung gehört mit 322 Vogelarten zu den besten in Afrika und Schmetterlinge sind mit mindestens 120 Arten ebenfalls ein alltäglicher Anblick. Ich sehe Grün! Um mich herum gibt es nur dichtes Dickicht und eine Vielzahl von Bäumen, Sträuchern, Farnen und Blumen – Alles in das mystische Grau des Nebels gepackt. Hunderte verschiedene Pflanzen und mehr als 100 Orchideen-Gattungen gedeihen in den Wäldern. Der Baumbestand zählt zu den ältesten noch bestehenden und größten Bergurwäldern auf dem Kontinent. Christophe unser Guide gibt uns, vor der zweistündigen Wanderung zum Aussichtspunkt einen Wanderstock: „Die Weg hier sind rutschig, da kann ein bisschen Hilfe nicht schaden“. Fast ehrfürchtig wandern wir durch den dichten Nebelwald. Jedes Wort wirkt hier fehl am Platz. Wir lauschen den Geräuschen der Natur. Flüsternd erklärt uns Christoph, dass die Vögel hier am Abend anders rufen, als am Morgen. Kurz vor uns huscht eine Affe über den Weg – so schnell, dass ich ihn nur als Schatten wahrgenommen habe. Nach einer Stunde Abstieg haben wir den Canopy Walk erreicht: Nur ein schmaler Metallsteg führt 70 Meter über dem Boden auf die andere Seite der Schlucht. Er bietet eine einmalige Gelegenheit auch die andere Seite des dichten Nebelwaldes zu sehen – den Kopf über die Wipfel der uralten Baumriesen zu heben um zu sehen wie der dichte Nebel aus den Dschungel durch dichtes Grün aufsteigt. Am nächsten Morgen stehen Affen auf dem Programm. Nicht die berühmten Gorillas, sondern ihr lustigen Kollegen die Colobus-, oder auch schwarz-weiße Stummelaffen. Sobald wir in den Dschungel wandern, sehen wir in der Ferne die Tiere geschickt von Baum zu Baum springen. Klicke auf das Foto um die Fotostrecke zu sehen: Ihre langen weissen Deckhaare schwingen wir ein Kometenschweif hinter ihnen her. Wir sind ganz aufgeregt. „Denkt daran, dass ihr einen 5 Meter Sicherheitsabstand einhalten müsst“ schärft uns Deborah, unsere Führerin für den heutigen Tag, noch einmal ein bevor wir uns in das Dickicht wagen. Bei unserer momentanen Entfernung von den Tieren können wir von dieser Distanz nur träumen. Mit Macheten bewaffnet räumen uns Deborah und die Tierspäher kleinere tote Äste aus dem Weg so dass wir durch das Unterholz den Affen folgen könne. Ein richtiges Abenteuer! Mehr als einmal rutsche ich auf meinem Hinter einen kleinen Abhang hinunter zu sehr auf die schwarz weisen Primaten fokussiert um auf meine Füsse zu achten. Nach einiger Zeit haben diese sich an uns gewöhnt. Sie sitzen über uns in den Bäumen und mümmeln Blätter und Blumen, bis sie wieder behände auf den nächsten Ast springen. Während ich mich kurz auf einem Baumstumpf ausruhe, setzt sich ein haariger Kumpel neben mich. Er hat wohl noch nie etwas von Sicherheitsabstand gehört. Überglücklich strahle ich ihn an, aber er steckt sich ungerührt ein weiteres Blatt in seinen Mund und springt dann geschickt von dannen. Nach einer Zeit die mir wie Minuten vorkommt, bläst Deborah zumm Rückzug. Am Auto angekommen, merken wir das wir vier Stunden unterwegs waren – wie doch die Zeit verfliegt wenn man Spass hat … INFO: Allgemeine informationen gibt es auf: https://www.visitrwanda.com Hier auch der offizielle Link zu möglichen Wanderungen auf Ruanda Der Nyungwe National Park ist Teil der Afrikan Parks. ANREISE Die beste Verbindung ab Frankfurt bietet momentan Brussels Airlines mit Zwischenstopp in Brüssel. Preise je nach Saison ab 420 Euro. www.brusselsairlines.com Ruanda ist ein sicheres Reiseland und die meisten grösseren Strassen sind in einem guten Zustand. Wer ein bisschen abenteuerlustig ist, dem würde ich empfehlen das Land mit einem Mietwagen zu erkunen. Diese gibt es zum beispiel bei Europcar. EINREISE Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das Visum kann man direkt bei der Einreise am Flughafen von Kigali für 50$ erwerben. Alle geimpften Reisenden, die in Ruanda ankommen, müssen trotzdem ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen, das bei Abflug nicht älter als 72 Stunden ist. Ein zweiter PCR-Test wird bei der Ankunft durchgeführt, die Ergebnisse werden spätestens nach 24 Stunden geliefert. In dieser Zeit müssen die Reisenden im gebuchten Hotel in Selbst-Isolation. Da die meisten Flüge Abends ankommen, sind die Testergebnisse in der Regel bereits am nächsten Morgen verfügbar. BESTE REISEZEIT Aufgrund des stabilen Wetters sind die Monate Juni bis September und die kürzere Trockenzeit von Dezember bis Februar die beste Zeit für einen Besuch in Ruanda. In diesen Monaten gibt es weniger Regenschauer und die Bedingungen sind perfekt, um die Gorillas zu sehen. Am meisten regnet es zwischen März bis Mai, was den Besuch einiger Gebiete zu einer Herausforderung machen kann. AKTIVITÄTEN Um Aktivitäten, wie Schimpansen-Trekking, in Nyungwe zu buchen, kannst Du eine Buchungsanfrage direkt an nyungwe@africanparks.org senden. PAUSCHAL Colibri Travel bietet eine 11-tägige Pauschalreise. Mehr Infos unter www.colibri-travel.de. Auf der Webseite von Enchanting Travel kann man sich seine Traumreise aus verschiedenen Blöcken zusammenstellen. www.enchantingtravels.com/de. SCHLAFEN Im Park gibt es einen überdachten Campingplatz. Schlafsack, Isoliermatratze, Zelte und Lebensmittel musst Du allerdings selbst mitbringen, da die Kantine derzeit saniert wird. Im Nyungwe Nationalpark gibt es das in einer Teeplantage gelegene One&Only Nyungwe House. Eine Nacht kostet hier 1700€ - All inclusive. Wenn ich nochmal vor Ort wäre, würde ich auf jeden Fall in der Nähe, oder im Park schlafen. Leider habe ich keine Unterkunft vor Ort angeschaut, aber ich finde beispielsweise das Nena House sieht ganz nett aus.

  • Wilkommen in Ruanda: 1. Kigali

    Jeder, der von den Reiseabsichten nach Ruanda hört, sagt zuerst „Was willst du denn in Ruanda?!“ und dann wahlweise „Toll! Gehst Du Gorillas anschauen?“ oder „Da würde ich nicht hingehen, da gab es doch diesen grausamen Genozid.“ Ist es nicht ziemlich fies, das kleine, ostafrikanische Land auf diese zwei Sachen zu reduzieren? Sicher, 1994 gab es den furchtbaren Genozid, der bis heute nicht vergessen ist. Und natürlich gibt es die zauberhaften Gorillas, die wahrscheinlich für die meisten Touristen der Höhepunkt der Reise sind. Das Land der 1.000 Hügel, wie Ruanda auch genannt wird, hat noch viel mehr zu bieten als nur Gorillas. Doch was ist das touristische Angebot in dem kleinen Land, das nicht viel grösser ist als Mecklenburg-Vorpommern? – und vor Allem auch: Ist das Land sicher?“ Die Antwort nach meinem Trip in das ostafrikanische Land ist ein eindeutiges Ja! Ruanda gilt inzwischen als eines der Vorzeige-Länder des Kontinents in Bezug auf Wirtschaftswachstum, Umweltschutz und die für afrikanische Verhältnisse ungewöhnlich hohe Teilhabe von Frauen an der wirtschaftlichen und politischen Macht. Vor allem aber in Bezug auf Sicherheit: Ich fühlte mich jederzeit und überall sicher, auch wenn ich alleine unterwegs war. In 5 verschiedenen Blog-Beiträgen werde ich Euch verraten was man in Ruanda Alles erleben kann. Beginnen wir mit der Hauptstadt Kigali - hier landen die internationalen Flüge und somit ist es auch für die meisten Reisenden der Startpunkt für den Besuch (Ein Tag ist hierfür wahrscheinlich ausreichend). Hier meine 5 Top Sights: 1. Genozid Memorial Ein Besuch im Genozid Memorial in der Hauptstadt Kigali ist ein wichtiger Schritt im Versuch, die Geschichte des Landes zu verstehen. Mit Tränen in den Augen wandere ich durch die Räume, geschockt über die Grausamkeit, die den Menschen angetan wurde. Die meisten Familien wurden zerstört. Über 500.000 Ruandern, die eigentlich bis zur deutschen Kolonialherrschaft friedlich miteinander gelebt hatten, verloren dabei ihr Leben. Das Durchschnittsalter im Land liegt heute bei unglaublichen 20 Jahren! Täglich 8 -17 Uhr -letzter Einlass 16 Uhr Die Gedenkstätte für den Völkermord befindet sich in Gisozi, zehn Autominuten vom Stadtzentrum entfernt 2. Kimironko Market Traditioneller Markt, auf dem es neben Obst und Gemüse eine breite Auswahl an Stoffen gibt. Diese kann man/frau sich auch bei einer der anwesenden Näherinnen zu einem Kleidungsstück verarbeiten lassen. Die Wartezeit kann man sich durch einen Bummel durch das reichhaltige und abwechslungsreiche Sortiment an allem, was das Herz begehrt, vertreiben. Wahrscheinlich das optische Highlight der Stadt KG 194 St, Kigali, Ruanda Geöffnet:8-20 Uhr 3. Nyamirambo Frauen Iniatitive Das Nyamirambo Women's Center (NWC), eine ruandische NRO, wurde Ende 2007 von 18 ruandischen Frauen in Nyamirambo, Kigali, gegründet. Gemeinsam riefen sie ein Projekt ins Leben, mit dem sie gegen geschlechtsspezifische Gewalt, Ungleichheit und Diskriminierung vorgehen wollten. Heute hat es sich NWC zur Aufgabe gemacht, Frauen, die nicht die Mittel haben, eine solche Ausbildung selbst zu bezahlen, eine Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen, damit sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Ende 2013 führte NWC die Produktlinie "Umutima" ein, was in Kinyarwanda "Herz" bedeutet. Im Rahmen dieses Projekts bildet NWC Frauen aus der Gemeinde aus und beschäftigt sie, um eine große Auswahl an Damenaccessoires, Kinderkleidung und Heimdekorationsprodukten herzustellen. Gegenwärtig sind über 50 Frauen bei Umutima als Näherinnen beschäftigt. Umutima und NWC haben sich zu einem einzigartigen, sich selbst tragenden Modell entwickelt, bei dem die von Umutima erwirtschafteten Gewinne zur Finanzierung von NWC-Initiativen verwendet werden und den Näherinnen darüber hinaus Sozialleistungen und einen fairen Lohn bieten. Im Laden kann man verschiedenen selbstgemachte Andenken kaufen. Die Iniatitive bietet verschiedenen Touren an – unter anderem einen Kochkurs. Die Location hierfür war basic, aber sauber und das Essen super lecker. Geöffnet 8-17Uhr , www.nwc-umutima.org KN 7 Ave, Tel: +250 782 111 860 4. Inema Arts Center Das 2012 eröffnete, privat geführte Inema Arts Center ist ein Kollektiv aus 10 ansässigen Künstlern. Es hat sich schnell als die wichtigste Galerie für moderne Kunst in Kigali etabliert. Neben Gemälden, Skulpturen und zeitgenössischen Bearbeitungen von traditionellem Kunsthandwerk gibt es an mehreren Tagen in der Woche Tanz- und Musikaufführungen sowie Kurse. Vor Ort gibt es ein kleines Café. Täglich 8:30-18:30 KG 563 St, Kacyiru Kigali, Rwanda Tel: +250 783 187 646 und +250 788 653 683 www.inemaartcenter.com 5. Question Coffee Wirklich ziemlich arg leckeren Kaffee gibt es bei Question Coffee. Angeblich auch für ein guten Zweck. Hier kann man auch verschiedene Workshops buchen und einen Besuch auf einer Kaffee-Plantage. Mo-Fr: 7-18 Uhr, am Wochenende 8-17 Uh. Gishushu - KG8 #8, Kigali, Rwanda, Tel +250 781 968 027 https://www.questioncoffee.com/ INFO: ANREISE Die beste Verbindung ab Frankfurt bietet momentan Brussels Airlines mit Zwischenstopp in Brüssel. Preise je nach Saison ab 420 Euro. www.brusselsairlines.com EINREISE Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das Visum kann man direkt bei der Einreise am Flughafen von Kigali für 50$ erwerben. Alle geimpften Reisenden, die in Ruanda ankommen, müssen trotzdem ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen, das bei Abflug nicht älter als 72 Stunden ist. Ein zweiter PCR-Test wird bei der Ankunft durchgeführt, die Ergebnisse werden spätestens nach 24 Stunden geliefert. In dieser Zeit müssen die Reisenden im gebuchten Hotel in Selbst-Isolation. Da die meisten Flüge Abends ankommen, sind die Testergebnisse in der Regel bereits am nächsten Morgen verfügbar. BESTE REISEZEIT Aufgrund des stabilen Wetters sind die Monate Juni bis September und die kürzere Trockenzeit von Dezember bis Februar die beste Zeit für einen Besuch in Ruanda. In diesen Monaten gibt es weniger Regenschauer und die Bedingungen sind perfekt, um die Gorillas zu sehen. Am meisten regnet es zwischen März bis Mai, was den Besuch einiger Gebiete zu einer Herausforderung machen kann. PAUSCHAL Colibri Travel bietet eine 11-tägige Pauschalreise. Mehr Infos unter www.colibri-travel.de. Auf der Webseite von Enchanting Travel kann man sich seine Traumreise aus verschiedenen Blöcken zusammenstellen. www.enchantingtravels.com/de. SCHLAFEN In Ruanda gibt es viele Hotels der Luxus-Klasse, wie beispielsweise das in einer Teeplantage gelegene One&Only Nyungwe House. Eine Nacht kostet hier 1700€ - All inclusive. Aber keine Sorge, es gibt auch Unterkünfte für Normalverdiener. Mein Lieblingshotel war das Hotel Cleo direkt am Kivu-See. Doppelzimmer mit reichhaltigem Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf den See ab 150€. https://cleohotel.rw Für Abenteurer sind die Safari Zelte von Red Rocks eine günstige Option. Pro Person 25€ inklusive Frühstück. Hier kann man auch Touren in den nahe gelegenen Vulcanos National Park buchen. www.redrocksrwanda.com Bei booking.com gibt es an allen Orten eine grosse Auswahl. ESSEN: Den besten Fisch in Kigali gibt es im Green Corner. KN 20 Ave, Kigali, Tel: +250788752721. Den besten Kaffee - ohne Frage - im Question Coffee., https://www.questioncoffee.com/

  • Auf der Suche nach der „Verlorenen Stadt“ in Kolumbien

    Wir befinden uns im Jahr 1972 nach Christus. Die ganze Welt ist entdeckt. Die ganze Welt? Nein! Eine kleine, verlorene Stadt sträubt sich im tiefen, kolumbianischen Dschungel ihrer Erschließung und wartet darauf, aus ihrem 350-jährigen Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Allerdings ist es leider kein Prinz (oder sympathische gallische Krieger), sondern Grabräuber, die die Ciudad Perdida wieder auf die Weltkarte bringen. Nun müssen die Ruinen noch einmal fast 40 Jahre Bandenkriege und Drogenanbau über sich ergehen lassen, bevor sie von einer neuen Spezies heimgesucht werden: Wanderer! Denn die größte wiederentdeckte präkolumbische Stadt Südamerikas (neben dem Machu Picchu in Peru) ist nur über eine mehrtägige Tour per pedes zu erreichen. Wer sich hierher auf den Weg macht, der meint es ernst. Im tiefen Dschungel oberhalb der karibischen Nordküste Kolumbiens lautet das oberste Gebot: Schwitzen! Bei durchschnittlich 75% Luftfeuchtigkeit und über 30 Grad muss man sich gar nicht sonderlich anstrengen, um das Wasser aus allen Poren fließen zu lassen. Zwar ist die Wanderung zur Dschungelstadt – auf 44km und 2140 Höhenmetern auf 4 Tage verteilt - nicht besonders hart und weit, aber die Temperaturen, die sich anfühlen wie ein Besuch im Dampfbad, machen sie zu einer Herausforderung. Sabine (Wanderin um die 50, nicht besonders outdoor-affin) ächzt gleich beim ersten Anstieg „Ich fühl' mich wie ein lebender Wasserfilter.“ Frühmorgens am ersten Tag … werden die Trekking-Willigen in Santa Marta an der Küste abgeholt und nach El Mamey gefahren. Das kleine Dorf ist die Verladestation für Maultiere, denn von hier führt nach ein paar Kilometern nur noch ein schmaler Pfad weiter in die Berge der Sierra Nevada de Santa Marta. Denise ist 29 Jahre alt und eine der nur sechs Frauen, die auf dem Trek als Wanderführerinnen arbeiten. Ihre Aufgabe ist es, die zehn Mitglieder der Gruppe wohlbehalten zur Ciudad Perdida und wieder zurück zu lotsen. Sie macht das mit großem Enthusiasmus und nennt das wild zusammengewürfelte internationale Team zwischen 20 und 60 Jahren „Águilas“ – auf deutsch „Adler“. Noch ahnt niemand, dass ihr Kampfruf „Vamos Águilas!“ (Los geht’s Adler!), die Gruppe ab jetzt jeden Morgen aus dem Tiefschlaf reißen wird! Der zweite Guide Gustavo - eigentlich ein venezolanischer Journalist, der aufgrund der Versorgungskrise in seinem Land in Kolumbien arbeitet - spricht perfekt Englisch und dient als Übersetzer, da Denise wie die meisten anderen Wanderführer momentan nur Spanisch spricht. Erst der Friedensvertrag von 2016 brachte das südamerikanische Land nach 52 Jahren Bürgerkrieg wieder zurück auf die Reiseliste, und während Besucher am Machu Picchu bei Sonnenaufgang Schlange stehen, müssen sich die „Águilas“ im Juni mit nur einer weiteren Gruppe die Camps teilen. „Trotzdem würde ich euch nicht empfehlen, in den Weihnachtsferien oder im Juli/August zu kommen, da sind die Camps überfüllt“ rät Denise ihrer Gruppe, als sie ihre erste Unterkunft „Casa Adán“ erreichen. Klicke auf das Bild um die Fotostrecke zu starten: Die sogenannten Camps sind eigentlich nur Wellblechüberdachungen, unter denen Stockbetten, Bänke und Tische stehen. Außerdem gibt es einfache Duschen und Toiletten. Wer überfüllte Schlafsäle in den Bergen mit dem dazugehörigen Fußgeruch kennt, wird sich freuen - da es keine Wände gibt, kann die Luft ungestört zirkulieren und ermöglicht damit Sabine eine angenehm kühle Nacht, obwohl es tagsüber unerträglich heiß war. Ohrenstopfen sind dabei hilfreich … was bei den nächtlichen Dschungelgeräuschen zwar schade, bei den schnarchenden Mitwanderern aber nötig ist. Tag 2 - Wandern im Tropenhaus … Am nächsten Morgen fragt Denise ihre Gruppe, ob sie nachts die Frösche quaken gehört haben. Clement, ein lustiger Franzose, lacht „Ah ich habe gedacht, das sei Sabine, die sich in den Schlaf schluchzt.“ Am Tag davor war er nicht ganz so amüsiert. Es ging darum, die lehmigen Pfade, die sich im nachmittäglichen Dauerregen in eine schlammige Rutschpartie verwandelt hatten, unbeschadet herunterzukommen. Nach mehreren Pirouetten war er – sehr zum Vergnügen aller Anderen – im Matsch gelandet. Aber da hier im Dschungel sowieso nichts trocken wird, was einmal nass ist, war er mit allen Klamotten einfach in den natürlichen Pool gesprungen! Reinwaschung und Gruppenunterhaltung in einem. Spätestens ab Camp 1 wissen die Adler, warum sie die Wanderung machen. Der schmale Pfad schlängelt sich durch dichten Urwald an Pflanzen vorbei, die sie sonst nur aus dem Tropenhaus kennen. Bunte Blumen wachsen auf Bäumen und am Wegesrand, handgroße Schmetterlinge schwirren durch die Luft, Wasserfälle rauschen in die Tiefe und laut schimpfende Vögel steigen aus den Wipfeln auf. Immer wieder müssen Wasserläufe gequert werden. Mal geht das, indem die Wanderer von Stein zu Stein springen, aber meistens heißt es Schuhe aus und durch. Während Sabine das Wasser momentan maximal bis knapp über das Knie geht, kann es bei starkem Regen schnell bis zur Hüfte und höher ansteigen. „Manchmal müssen wir dann die Touristen anseilen, um sie sicher auf die andere Seite zu bekommen“ erzählt Denise. Für die Águilas ist der Fluss ein Segen: In der Mittagspause planschen sie am Rio Toño Arzario und legen sich zum Ausruhen auf die großen Felsen mitten in das Wasser. Ein Mädchen mit einem Schwein an der Leine und mit Taschen beladen watet gemächlich an ihnen vorbei. Sie gehört zum Stamm der Kogi, deren Vorfahren ursprünglich die Verlorene Stadt gebaut hatten. Präkolumbische Hauptstadt der Tayrona In präkolumbischer Zeit waren in der Sierra Nevada de Santa Marta verschiedene indigene Gemeinschaften beheimatet, von denen der Stamm der Tayrona der dominierende und am weitesten entwickelte war. Vom 9. Jahrhundert an zogen sich diese aus unbekannten Gründen immer mehr in die unzugänglichen Bereiche der Berge zurück und bauten, beginnend ab etwa 1000 n. Chr., rund 200 Terrassenstädte in Höhenlagen von 900 bis 1200 Metern. Dadurch entstand ein Netzwerk von verstreuten Städten, die durch gepflasterte Wege, Brücken, Stege und Treppenanlagen erschlossen und miteinander verbunden waren. Für die Anlage der Siedlungen wurde das steile Terrain nivelliert und man errichtete kunstvoll aus Steinen gesetzte Terrassen. Auf diesen erhöhten Plattformen wurden die palmblattgedeckte Rundhäuser erbaut. Auf dem Weg zum Camp 2 können Sabine und Clement einige dieser Hütten bestaunen, die die Nachfahren heute noch - genauso wie damals – bauen und erhalten. „Inzwischen mussten die Einwohner einen Zaun um die Dörfer spannen“ erzählt Gustavo „Touristen sind einfach in die Hütten gelaufen und haben ohne zu fragen alles fotografiert“. Im Weitergehen erklärt er Sabine, warum die Kogis immer weiße Kleidung tragen. „Weiß ist das Symbol für Reinheit. Sie sehen die Erde als Lebewesen und glauben, dass „die große Mutter“ alles bestimmt. Ihrer Ansicht nach haben moderne Menschen das Gleichgewicht der Natur gestört, deshalb wird im September jeden Jahres die Ciudad Perdida für ein paar Wochen gesperrt, damit sie sich von den negativen Schwingungen der Touristen erholen kann.“ Der indigene Name für die Verlorene Stadt heißt Teyuna - Mit einer Fläche von ca. 2 km² und 2000 bis 4000 Einwohnern war sie zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert vermutlich das politische und wirtschaftliche Zentrum. Heute ist sieder Höhepunkt der viertägigen Wanderung. Tag 3: Auf zu Ciudad Perdida! Am Morgen des dritten Tages scheucht Denise ihre Adler mit dem inzwischen gefürchteten „Vamos Águilas!“ noch vor Sonnenaufgang aus den Federn. Um zu den Ruinen zu gelangen müssen 1100 Stufen bezwungen werden, was nur in den kühlen Morgenstunden eine erträgliche Aufgabe ist. „Ihr müsst hier sehr vorsichtig sein, denn auf den nassen unebenen Stufen passieren die meisten Unfälle“ warnt Denise vor dem Aufstieg. Wie ein grüner Tunnel führen die Treppen steil den Berg hinauf. Sabine setzt vorsichtig einen Fuß schräg über den anderen, da die moosigen Treppen eindeutig für viel kleinere Füße gebaut wurden. Oben angekommen lichtet sich der dichte Wald, und im Schein der frühen Morgensonne spazieren die Wanderer an den erstaunlich gut erhaltenen Mauern durch die ehemalige Stadt. Denise hat ihren Adlern zur Belohnung für den steilen Anstieg Lutscher mitgebracht, und während ihre Gruppe gemütlich auf einer Mauer sitzend lutscht, erzählt sie: „Die Tayrona-Zivilisation war die erste hochentwickelte indigene Kultur, der die Spanier 1499 auf dem amerikanischen Kontinent begegneten. Hier in der Sierra Nevada hörten die Eroberer zum ersten Mal von angeblichen Gold- und Edelsteinschätzen. Der Mythos von El Dorado war geboren und die Gier war entfacht. Zwar verteidigte sich der Stamm heftig, aber im Verlauf von 75 Jahren ununterbrochenen Krieges wurde er fast vollständig ausgelöscht.“ Gustavo zeigt auf die Terrassen. „Der Sage nach pflanzten die überlebenden Bewohner vor Verlassen ihrer Häuser an jeder Hütte einen Baum und flohen dann tiefer in die Berge. Danach wurde die Stadt bald vom Dschungel verschlungen und die Erinnerung an sie ging verloren.“ Gedankenverloren wandern Sabine, Clement und der Rest der Gruppe durch die Stadt, die 350 Jahre lang niemand betreten hatte. Am Aussichtspunkt über der Tempelanlage erinnern zwei schwer bewaffnete Soldaten an die Zeit, die der Wiederentdeckung folgte: der Auseinandersetzung zwischen Grabräubern, Drogenbanden und der Armee. Und obwohl diese hier einen dauerhaften Stützpunkt hat, ist die Lage inzwischen entspannt. Die Soldaten posieren freundlich für Fotos und sehen nicht nach erhöhter Alarmbereitschaft aus. Sabine sitzt überglücklich auf einer Mauer in der Sonne, betrachtet die Ruinen inmitten der dschungelbewachsenen Berge und grinst Clement breit an „Wir haben es geschafft! Schlamm, Schweiss, Regen und Sonne – hier zu sitzen und über die verlorene Stadt zu schauen – das war die Suche nach der Ciudad Perdida auf jeden Fall wert“. Ein lautes „Vamos Águilas“ erinnert die beiden daran, dass sie noch einen langen Heimweg haben … Info: Was könnte spannender sein als eine alte, lang vergessene Stadt? Die Ciudad Perdida (wörtlich "verlorene Stadt") versank in der Zeit der spanischen Eroberung im Dschungel und wurde erst in den 1970er Jahren wieder "entdeckt". Tief in den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta ist sie nur zu Fuß erreichbar - eine der aufregendsten und schweisstreibendsten Wanderungen Kolumbiens. http://laciudadperdida.com Für Touristen lässt sich die Ciudad Perdida ausschließlich auf einer über Agenturen mit lizenzierten Führern gebuchten vier- bis sechstägigen Trekking-Tour erreichen. Momentan gibt es sechs lizensierte Anbieter, die Touren zur Ciudad Perdida durchführen. Anreise: Flug nach Bogota und von dort weiter per Inlandsflug, oder Bus (19h) nach Santa Marta. Alle Touren starten von hier. Unterkünfte: Auf dem Weg gibt es mehre einfache Camps, die vom Tour-Veranstalter vorab gebucht werden. Geschlafen wird in Stockbetten mit Moskitonetz. Das Essen und Wasser (zum Nachfüllen) ist inklusive. In manchen Camps gibt es kleine Kiosks, an denen Bier oder Softdrinks gekauft werden können. Bergführer: Wir haben die Tour über Expotour gebucht. https://expotur-eco.com,info@expotur-eco.com, (+57) 5 430 7161, Carrera 3ra. # 17 – 27, Edificio Rex Santa Marta TOURENBESCHREIBUNG Ciudad Perdida Die Ciudad Perdida wurde zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert vom Stamm der Tayrona erbaut und ist neben Machu Picchu in Peru eine der größten wiederentdeckten präkolumbischen Städte Südamerikas. Ein schweisstreibender Viertages-Treck führt durch dichten Dschungel zu dieser auf 1100 Höhenmeter gelegenen „Verlorenen Stadt“. Komoot: https://www.komoot.de/invite-tour/72438572?code=m4udj7-AZlYHOb0g5ssj5KcOJKmK6ufOpl4uWryMECzJ7AiSrY Wanderung, mittel Gehzeit 4 Tage, 44km Höhenmeter 2140 Höhenmeter (Auf- und Abstieg) BESTE ZEIT Die trockenste Zeit ist zwischen Dezember und März. Während allen anderen Monaten muss man mit starken Regenfällen rechnen, was vor allem die Flussüberquerungen schwieriger gestaltet. In der Hochsaison von Ende Dezember bis Mitte Januar und im Juli/August können die Camps überlaufen sein. Ausgangspunkt: El Mamey 150m ROUTE Tag 1: Santa Marta – El Mamey – Camp1 (Casa Adam), 6,8km ca. 4h, Tag 2: Camp1 – Camp3 (Paraíso Teyuna) 14,7km ca 7h, Tag 3: Camp 3 – Ciudad Perdida – Camp 2 (Casa Mumake) 6km, 7h, Tag 4 Camp 2 – El Mamey – Santa Maria 16,5 km, 7-8h. Packliste: · Kleiner oder mittlerer Rucksack mit Regenschutz. · Trekking Schuhe und Sandalen oder Flip-Flops für das Camp. · Hüttenschlafsack. · Wechsel-T-Shirt für jeden Tag (bei der Luftfeuchtigkeit ist es fast unmöglich, Kleider zu trocknen), Shorts zum Laufen. · langärmeliges T-Shirt und lange Hose für den Abend. · Wasserdichte Verpackung für die Wechselkleider. · Badebekleidung. · Handtuch. · Socken. · Insektenschutz. · Sonnenschutz. · Wasserflasche. · Persönliche Medikamente. · Kamera. · Taschenlampe

  • Zwei Vegetarier auf der Fleischbank

    Petra hatte die Idee, in den Wilden Kaiser zu gehen. „Wir könnten die Fleischbank oder auch das Totenkirchel besteigen.“ Kathrin und ich sind anfangs wenig begeistert „Da hoffen wir doch mal, dass der Name nicht Programm ist …“. „Ach kommt, wir nehmen uns einen Bergführer, dann kann uns nichts passieren“ überredet uns Petra und hat kurzerhand einen Ortskundigen arrangiert, der das Abenteuer für uns etwas weniger aufregend gestalten soll. Mathias will mit uns auf die Fleischbank. „Wir klettern über den relativ leichten Nordgrat und können dabei in die Ostwand schauen, in der schon mehrmals Klettergeschichte geschrieben wurde.“ Kathrin und ich – beide Vegetarier – lachen. „Na dann steht das Motto ja schon fest: Zwei Vegetarier auf der Fleischbank“. „Wie kommt der Berg eigentlich zu so einem gruseligen Namen?“ wollen wir wissen. „Ihr werdet morgen bei der Besteigung sehen, dass es am Nordgrat relativ viele, grasige Querbänder gibt. Der Sage nach haben früher hier die Bauern glitschige Baumrinden ausgelegt, damit unvorsichtige Gämsen den Berg hinab stürzen. Eines Tages graste hier allerdings auch einmal eine Schafherde und stürzte ab. Seit diesem unfreiwilligen Massenmord hat der Berg den gruseligen Namen weg.“ Mathias lacht, als er unsere entsetzten Gesichter sieht. „Macht Euch keine Sorgen, uns passiert das nicht. Morgen kommt noch Reini, ein zweiter Bergführer, wir gehen dann mit Euch am kurzen Seil und damit seid ihr gut gesichert. Aber jetzt üben wir erst Mal klettern und sichern“. Vom Parkplatz der Griesneralm dauert der Anstieg bis zum Stripsenjochhaus anderthalb Stunden. Da wir keine ambitionierten Leistungssportler sind, machen wir es uns erst einmal auf der Aussichtsterrasse bei Kaffee und Kuchen gemütlich. Glücklicherweise hat unser Bergführer Zimmer gebucht, da es durch die Abstandsregeln in der Hütte momentan nur begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Mein Zimmer ist ein Traum: Das Bett ist in typisch rot-weiss karierter Bettwäsche bezogen, die Wände holzvertäfelt und aus dem Fenster schaue ich auf Berg und Tal. Aber mir bleibt keine Zeit, den Blick zu geniessen: Der Berg ruft! 1. Tag: Klettern und Abseilen üben Nur 10 Minuten entfernt liegt der Stripsenkopf, ein kleiner Klettergarten und das Ziel für unseren ersten Tag. Kathrin und Petra haben noch keine Klettererfahrung und so zeigt uns Mathias, wie man sich an- und abseilt und was man dabei beachten muss. Erst mal in der Theorie und dann auch in der Praxis. Unsere erste Route heisst „Idefix“. Wir alle drei haben schon mehrere Bergtouren gemacht und stufen uns eigentlich als schwindelfrei ein, aber es ist dann doch noch etwas anderes, nur mit einem dünnen Seil gesichert den Fels hochzuklettern – da hat man doch schon gewaltig Luft unter den Sohlen. „Morgen gibt es eigentlich nur eine 3+ Kletterstelle, der Rest ist steileres Gehgelände“ beruhigt uns Mathias, „Aber es ist schon wichtig, dass ihr euch mit der Höhe vertraut macht, denn morgen steigen wir 1300 Höhenmeter hoch.“ Nach drei Touren fühlen wir uns sicherer und sind trotzdem nervös, was der nächste Tag wohl so an Herausforderungen bringen mag. Als Abschluss steht das Abseilen vom Gipfel des Stripsenkopf auf dem Programm, was an sich schon spannend genug wäre. Um das Ganze mit noch etwas mehr Adrenalin anzureichern, zieht ein Gewitter über den Bergen auf – glücklicherweise ist der Schutz des Stripsenjochhauses nur 10 Minuten entfernt … allerdings rennen wir die letzten fünf Minuten: Sicher ist sicher! Die Belohnung für diesen kleinen Sprint ist ein grandioser Sonnenuntergang. Die Wolken reissen auf, die Sonne beleuchtet von unten die Wolken in einem tiefen Orange und badet damit Berge und Täler in einem goldenen Licht. Ein gutes Omen für den nächsten Tag! Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: 2. Tag: Der Berg ruft! Auf zur Fleischbank Das Schlimmste – für mich – ist beim Bergsteigen das frühe Aufstehen. Allerdings war das Gewitter abends ein schlagkräftiger Beweis, dass es sich empfiehlt, früh am Berg zu sein. Sobald ich zum Frühstücken auf die Terrasse komme, ist meine Müdigkeit wie weggeblasen: Aus dem Tal steigt der Nebel auf, die Sonne blitzt hinter dem Gipfel hervor und beleuchtet alles wie in einer Zauberwelt! Während wir drei aufgeregt an unserem Frühstück knabbern, ist unser zweiter Bergführer Reini bereits aus dem Tal aufgestiegen. Von der Terrasse zeigen uns die beiden den Routen-Verlauf. Jetzt ist es an der Zeit, sich die Fleischbank aus der Nähe zu betrachten. Unser Abenteuer kann beginnen! Im Schatten der hohen Felswand machen wir uns auf dem Weg zum Einstieg. Petra, Kathrin und mir ist ein bisschen mulmig zumute, denn wir wissen ja nicht ganz genau wie das Abenteuer aussieht, dass uns erwartet. Am Wandfuß ziehen wir unsere Helme und Klettergurte an, und Reini nimmt Kathrin und Petra an das Seil, während Mathias und ich die andere Seilschaft bilden. Der Anfang der Tour verläuft über eine schottrige Platte. Danach kommt eigentlich die einzige anspruchsvolle Kletterstelle, an der man circa fünf Meter einen relativ platten Fels hoch steigt. „Das ist maximal eine 3+“ beruhigt uns Mathias. Wir machen alle große Augen, schlucken einmal und dann überwinden wir uns und klettern los. Kathrin ist die erste, die die Schlüsselstelle überwinden muss. Mit viel Luft unter dem Hintern fühlt sich das gleich viel schwieriger an. Aber Reini zieht von oben kräftig und so meisten wir eine nach der anderen die schwerste Stelle. Zum Jubeln ist es aber zu früh. Noch liegen einige Höhenmeter zwischen uns und dem Gipfel. Auf dem Weg gibt es immer mal wieder kleine Kletterpassagen, aber meistens wird der Hang auf Bändern nach rechts und links gequert. Glücklicherweise hat keiner Baumrinde ausgelegt und so fühlen wir uns einigermaßen sicher. Die Aussicht ins Tal und auf die naheliegenden Wände wird je Höhenmeter immer spektakulärer. Wind und Wasser haben wunderschöne Formen in den Kalkstein geschliffen. Immer wieder sichern Reini und Matthias kürzere Passagen ab, damit sie uns von oben sichern können, aber die meiste Zeit können wir am kurzen Seil gehen. Was ich eigentlich mit das Gruseligste finde: Wenn ich stolpere, habe ich das Gefühl ich reisse den armen Bergführer mit in den Tod. Wenn er stolpert, wird es wohl genauso aussehen, deshalb setze ich meine Füße sehr viel bedächtiger als sonst … sicher ist sicher. Matthias lacht über meine Bedenken und versichert mir, dass er mich halten kann. Dennoch will ich es nicht auf einen Test ankommen lassen. Der Gipfel ist nur Halbzeit Nach vier Stunden erreichen wir den Gipfel: der Blick ist wundervoll. Das Stripsenjochhaus, in dem wir übernachtet haben, ist nur noch als winziger Fleck zu erkennen und um uns herum ragen hohe, majestätische Berge in den Himmel. Wir haben es geschafft! Aber unsere beiden Bergführer sehen das ein bisschen anders. „Das hier ist nur Halbzeit“ dämpft Reini unsere Freude, „Wir müssen ja auch wieder runter.“ Dafür haben wir ja gestern Abseilen geübt. Während wir den Gipfel von Norden her über den Grat bestiegen haben, seilen wir uns jetzt südwestlich über den Heroldweg in die Steinerne Rinne ab. Immer wieder müssen Reini und Mathias das Seil abziehen und in einen neuen Umlenker einhängen, während wir die Aussicht genießen können. Nachdem wir endlich wieder festen Boden unter unseren Füßen haben, müssen wir noch den langen Abstieg durch die Schotterrinne hinab ins Tal bewältigen. Der Blick ist gigantisch. Vor dieser Kulisse sehen wir aus wie kleine Hobbits, die aus Mordor wieder in die Zivilisation hinunterwandern. Die letzten Meter gehen über den Egger-Klettersteig, der schon für sich alleine eine wunderschöne Tour wäre. Mathias schlendert glücklich vor uns her: „Ich habe diese Kulisse während der Wochen, in denen wir nicht rausdurften, so vermisst - manchmal frage ich mich, ob die Berge uns wohl auch vermisst haben …“ Information: ❤️-Factor:❤️❤️❤️❤️❤️ Fleischbank Nord Grad (2187 m) Kletter Schwierigkeit: 3+ Zeit: 7,5h Auf: 1300 m, Ab: 1400 Höhenmeter Anforderung: Ausdauer, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Ausgangs- und Endpunkt: Kaiserbachtal Parkplatz Griesner Alm (1024 m). Bergführer: Unter dem Titel Kaiser hoch sechs bieten die Kitzbüheler Bergführer seit Sommer 2019 in Zusammenarbeit mit der Region Sankt Johann in Tirol sechs Touren an, die die legendären Klettergipfel im Wilden Kaiser auch für bergerfahrene Kletterneulinge möglich machen. Tel: +43 664 3710740, www.kitzbuehelerbergfuehrer.at Anfahrt: Mit der Bahn nach Kitzbühl, weiter mit dem 4000 Bus nach Griesenau und von dort zu Fuss oder per Ruftaxi weiter zur Griesner Alm – dem Startpunkt der Tour. Mit dem Auto sind es aus Heidelberg kommend ca 5 Stunden bis zur Griesner Alm. Einkehr/Übernachtung: Stripsenjochhaus Urige Berghütte mit toller Panoramaterasse. 1,5h Aufstieg. Betten zwischen 23€ im Lager und 30€ im Zimmer. Für Alpenvereinsmitglieder günstiger. Kaiserbachtal 1a, 6382 Kirchdorf, Tel. +43 664 3559094, https://www.stripsenjoch.at Griesner Alm Hütte am Ende der Mautstrasse. Doppelzimmer mit Frühstück 41€, mit Halbpension 58€. Kaiserbachtal 6, A- 6382 Kirchdorf in Tirol, Tel. +43 - 5352 / 64 4 43, www.griesneralm.at Kaiser Hoch 6 Auf den Spuren der Pionieren Unter dem Titel Kaiser hoch sechs bieten die Kitzbüheler Bergführer seit Sommer 2019 in Zusammenarbeit mit der Region Sankt Johann in Tirol sechs Touren an, die legendären Kletter-Gipfel im Wilden Kaiser auch für bergerfahrene Kletterneulinge möglich zu machen. Die Touren zur Fleischbank Goinger Halt, Totenkirchel, Kopftörlgrat, Predigtstuhl und Lärcheck werden in Begleitung von Bergführer und bei maximal zwei Teilnehmern pro Bergführer absolviert. Infos: info@kitzbuehelerbergfuehrer.at, Tel: 0043 664 3710740 https://www.kitzbueheler-alpen.com/de/st-johann/sommer/wandern/kaiser-hoch-6-wilder-kaiser-gipfel-tour.html

  • Ran an den Spargel – ein Selbstversuch

    Der Wecker klingelt um 07:00, verwirrt schrecke ich aus dem Tiefschlaf. Seitdem das Corona-Virus mich aus dem Büro ins Home-Office verbannt hat, bin ich Frühaufstehen nicht mehr wirklich gewöhnt. Aber heute steht etwas ganz besonderes auf dem Programm: Spargelstechen! Peter Hauk, Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat höchstpersönlich einen Hilfeaufruf auf Facebook gepostet: „Erntehelfer gesucht!“ schrieb er und weiter „der Einsatz von Erntehelfern ist dringend notwendig, um die Versorgung der Menschen mit heimischen Lebensmitteln sicherzustellen. Bitte helfen sie mit, dass die Arbeit auf den Feldern gelingen kann.“ Wenn ich so nett gebeten werde, kann ich natürlich nicht Nein sagen, ziehe nach einer Woche zuhause das erste Mal wieder eine Jeans anstelle der Jogginghose an (sehr gut, sie passt noch) und fahre zum Arbeitsantritt auf den Hegehof. Zugegeben, ich bin in einer Doppelmission unterwegs: als Geheimwaffe habe ich noch meine Kamera und mein Notizbuch für diesen Artikel dabei. Dieter Hege erwartet mich bereits am Hof. Skeptisch bewertet er den Stadtmenschen auf Landwirtschaftstauglichkeit. Schon mein Vater hatte mich gewarnt: „Spargelstechen kannst du nicht – das ist richtig harte Arbeit“. Herr Hege scheint ungefähr das gleiche Vertrauen in meine Fähigkeiten zu haben. „Zum Spargelstechen nehmen wir eigentlich nicht so gerne Deutsche, denen ist die Arbeit meist zu schwer.“ Das sollte er mal die AfD wissen lassen, die sich doch gerne beschweren, dass Ausländer den Deutschen Arbeitsplätze wegnehmen. „Das Problem ist, dass wir nur den Mindestlohn von zur Zeit € 9,35 zahlen können, da Nahrungsmittel in Deutschland einfach zu billig sind.“ Dafür machen sich die meisten Deutschen nicht die Finger schmutzig, für Osteuropäer hingegen ist das noch gutes Geld. Das war natürlich vor der Corona-Krise, als die Wirtschaft florierte und es lukrative Jobs an jeder Ecke gab. Jetzt sind alle Läden, Kneipen, Restaurants, Unis und Kultureinrichtungen geschlossen, plötzlich stehen viele Leute ohne Verdienst und Beschäftigung da. Da momentan die Landesgrenzen dicht sind, sollte das ja eine klassische Win-Win Situation sein: osteuropäische Erntehelfer fallen aus, lokale Menschen springen in die Bresche. Tatsächlich hat der Hegehof in der letzten Woche 350 Erntehelfer-Bewerbungen erhalten. „Eigentlich eine tolle Sache …“ freut sich Dieter Hege „…nur im Moment kämpfen wir als Familienbetrieb mit dem erhöhten Verwaltungsaufwand. Manche können nur an ein paar Tagen, andere dürfen nur ein paar Stunden arbeiten, da sie sonst eventuell ihren Kurzarbeiter-Status gefährden. Als kleiner Betrieb bedeutet die Koordinierungsarbeit und die Arbeitsplanung unter solchen Bedingungen einen enormen Zusatzaufwand!“ Auch Magdalena Kücherer vom Gemüsebau Kücherer in Handschuhsheim, kennt dieses Problem. Eigentlich sucht ihr Betrieb noch Saisonkräfte für die Salat-, Gurken- und Tomatenernte, aber „für uns macht es eigentlich nur Sinn, wenn die Leute 5 Tage die Woche für täglich 8 Stunden kommen und auch ein paar Wochen durchhalten, sonst rentiert sich die Einarbeitungszeit gar nicht.“ Gerade am Anfang unterlaufen ungelernten Helfern noch viele Fehler, durch die Pflanzen beschädigt werden. Sie führt mich in ein Tomatengewächshaus, in dem 40.000 Tomatenpflanzen jeden Tag gehegt und gepflegt werden müssen, lange bevor die Ernte anfängt. Bekümmert zeigt sie mir mehrere Pflanzen, bei denen beim Hochbinden der Haupttrieb abgebrochen wurde – damit ist die Pflanze wertlos. Tomaten, Salat und Gurken müssen jedes Jahr neu gepflanzt werden, damit gehen die Landwirte schon im Februar in eine enorme finanzielle Vorleistung, wenn die Pflanzen gekauft werden. „Die Arbeit an sich kann jeder lernen, der willig ist. Sie ist anstrengend, aber machbar. Aber die Erntehelfer müssen verstehen, dass ihre Arbeit wichtig ist. Die meisten Leute denken – ach, auf dem Bauernhof, das kann jeder. Aber wenn man nicht sorgfältig arbeitet, entsteht für uns deutlich mehr Schaden als Nutzen“. Zurück auf dem Spargelhof: noch lasse ich mich nicht entmutigen, so schwierig kann das ja eigentlich nicht sein, oder? Normalerweise würde ich mit dem Mannschaftsbus auf das Feld fahren, aber in Zeiten von Corona kann so kein Mindestabstand garantiert werden – also fahre ich mit meinem eigenen Auto nach Hüttenfeld. Es ist noch früh im Jahr und die Spargelsaison beginnt gerade erst. Die Böden hier sind sandig und speichern die Wärme tagsüber viel besser, dadurch ist der Spargel auch schon weiter als der rund um den Hof in Ladenburg mit seinen lös- und lehmhaltigen Böden. Für den Geschmack sei das super, da die Mineralien auch in das Gemüse gehen, aber eben nicht für die Reife. Aber auch hier im Sand sind die Spargeldämme im Frühjahr mit zwei Folien abgedeckt. Lucian, mein rumänischer Vorarbeiter, spricht nur bruchstückhaft deutsch, aber ich verstehe ihn trotzdem ganz gut. Direkt auf den Sand kommt eine schwarze Folie, die erwärmt die Spargel durch die Sonneneinstrahlung. Etwa 50 cm darüber ist eine weiße Folie mit Drahtbögen fixiert, die wie ein Mini-Gewächshaus funktioniert. Besonders hübsch sehen die Plastikplanen in der Natur nicht aus. Warum findet man diese Folien zur Ernteverfrühung hier in der Rheinebene immer häufiger, frage ich Herrn Hege? „Was ist denn die Alternative? Erdbeeren oder anderes Obst und Gemüse aus Spanien oder Marokko? Da kommt dann noch der lange Transportweg hinzu. Außerdem wächst unter der Folie kein Unkraut. So müssen wir keine oder viel weniger Herbizide anwenden und wenn es dann wärmer wird, schützen sie vor der Wasserverdampfung und deshalb muss nicht beregnet werden“. Aus dieser Perspektive habe ich die hässlichen Dinger vorher noch gar nicht betrachtet. So verbringen wir erst einmal Zeit damit, das 2 ha große Feld von der weißen Folie zu befreien. Zu sechst laufen wir an den Dämmen entlang und schlagen die Plastikdecke zur Seite. Ich bin ganz froh, dass ich meine Joggingschuhe anhabe – nur um alle Hügel freizulegen müssen wir vier Mal das Feld auf und ab laufen. Lucian grinst mich an: „Wir laufen am Tag schon so zwischen 15-20km.“ Aha … das Königsgemüse will also hart erlaufen werden … Soll mir recht sein, laufen kann ich! Der zweite Schritt ist ein bisschen wie Ostereiersuchen und Dinner in the Dark. Lucian nimmt zwei Alukörbe, die auf die zu stechende Spargellänge angepasst sind, sowie zwei Stecheisen. Gemeinsam laufen wir nun die schwarze Folie ab. Wir sind auf der Suche nach kleinen Erhebungen, die dadurch entstehen, dass die Spargel ihr Köpfchen aus dem Sand stecken und gegen die Folie stoßen. Wir brauchen nicht weit zu laufen. Mit einem kräftigen Schwung deckt der Rumäne den Damm auf und tatsächlich sieht man die ersten 1-2 cm eines Spargels. Lucian legt den Spargelkopf vorsichtig mit den Händen frei und schiebt dann routiniert das Stecheisen in die Erde. Voilà, ein perfekter weisser Spargel tritt ans Tageslicht! Kurz danach zaubert er ein weiteres Exemplar aus dem Sand, das ich vorher noch nicht einmal gesehen hatte. Er hatte den Kopf ertastet. Mein erster Versuch produziert feinsten Bruchspargel – zu fest gezogen, zu falsch gestochen. Die Stängel sind aber auch empfindlich! Lucian zeigt es mir noch einmal in Zeitlupe. Es ist gar nicht so einfach zu erkennen, wo der Spargel unter der Erde wächst – eigentlich gerade runter, oder? Während ich meinen zweiten Spargel aus der Erde zaubere (vielleicht ein bisschen kurz, aber immerhin am Stück) und ihn stolz meinem strengen Lehrer zeigen will, ist der schon in weiter Entfernung. Denn beim Spargel ist es zumindest jetzt im kalten Frühling nicht so, dass man es sich an einer Stelle gemütlich macht und einen Stängel nach dem anderen aus dem Boden zieht. Nur alle paar Meter zeigt sich ein Köpfchen. „Kein Wunder, dass das Zeug so teuer ist“ denke ich etwas miesepetrig. Schnell sein Kistchen vollkriegen ist hier wohl nicht angesagt. Ein Profi sticht am Tag 120-160 kg Spargel. Nach einer Stunde habe ich gerade mal 5 Kilo geerntet und mein Rücken beschwert sich über die gebückte Haltung. Nach zwei Stunden kommt Herr Hege vorbei um zu schauen, wie es mir geht. Wahrscheinlich haben sie im Betrieb Wetten laufen, wann ich aufgebe. „Tja …“ seufzt er „sehen Sie, wir müssen auch langsamen Arbeitern wie Ihnen unter normalen Umständen den Mindestlohn zahlen, auch wenn sich das in diesem Tempo gar nicht rentiert.“ Ein ungeübter Erntehelfer schafft am Anfang nur 5 kg die Stunde. Da müsste man für eine Kostendeckung das Kilo für € 25 verkaufen – aber wer soll und will das bezahlen?“ Manfred Kücherer vom Gemüsebau Kücherer geht zur Motivation seiner Mitarbeiter mit gutem Beispiel voran, auch er schneidet in gebückter Haltung Kopfsalat. Bei der Gemüseernte geht es um das Timing - zu lange gewartet und der Salat wird welk. Wenn es jetzt wärmer wird, muss alles schnell gehen; dafür brauchen die ganzen Landwirte Erntehelfer, sonst bleibt das Gemüse auf dem Feld und die Auslagen in den Supermärkten leer. Auch auf dem Hegehof werden vor Allem ab Mitte/Ende April noch Leute gesucht. Dann ist die Spargelernte in vollem Gang und auch die Erdbeeren müssen mehrmals täglich geerntet werden. Ein paar Tage nach meinem Besuch kontaktiert mich Dieter Hege mit einer weiteren Entwicklung. Er sieht in der momentanen Situation den Einsatz von Erntehelfern aus vielen verschiedenen Haushalten äußerst kritisch. „Die Gefahr ist dann natürlich viel grösser, dass der Corona-Virus auf unserem Betrieb eingeschleppt wird. Unsere rumänischen Mitarbeiter sind bereits durch eine 14tägige Quarantäne gegangen und leben hier rund um die Uhr in ihren Arbeitsgruppen ziemlich isoliert, da ist die Ansteckungsgefahr natürlich geringer. Wir wissen noch nicht, wie wir verfahren werden. Aber die Situation ist weitaus komplizierter als dass wir einfach einheimische Erntehelfer einsetzen können. Noch ist nicht entschieden, wie wir hier vorgehen.“ Zu Zeiten der Corona-Krise gibt es also nur eine Konstante: Nichts ist am nächsten Tag so, wie es gestern noch geplant war … ob sich Peter Hauk, Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, bei seinem Hilfeaufruf all dieser Herausforderungen für die Betriebe, aber auch die Erntehelfer in spe bewusst war? INFO: Und hier mein persönlicher Tipp: Wenn Sie sich als Erntehelfer bewerben wollen, dann rechnen sie mit Muskelkater! Wer es nicht gewohnt ist, wird in den ersten Tagen die ungewohnte gebückte Haltung heftigst spüren. Bewerben Sie sich nur, wenn Sie fünf Tage die Woche und täglich acht Stunden Zeit haben. Außerdem sollten Sie mindestens für einen Monat verfügbar sein, sonst rentiert sich der Einarbeitungsaufwand für die Betriebe nicht. Bei Interesse kann man sich auf www.daslandhilft.de, oder www.hegehof.de bewerben. Die Familie Kücherer hat es lieber, wenn man sich persönlich auf ihrem Hof in Handschuhsheim vorstellt, denn so Magdalena Kücherer „dann weiss ich, dass es ein Bewerber ernst meint“. Gewann Wiesenäcker 44 in Handschuhsheim.

  • Inselhüpfen auf den Seychellen

    So, ihr dürft euch jetzt küssen!“ Anis, der Betreiber von Crystalkayaks-Tours, grinst verschmitzt, während sich die Paare in den für solche Aktionen nicht unbedingt ausgelegten, durchsichtigen Booten wackelig zueinander beugen. Anis hat den Zeitpunkt perfekt hinausgezögert, denn viele Besucher buchen seine Tour auf La Digue nur, um ein Selfie vor den berühmten Felsen der noch berühmteren Anse Source d'Argent zu machen. Aber er will den Touristen mehr mitgeben als nur einen Post auf Instagram. Deshalb hat er die Bootsinsassen in den 2er Booten geschickt erst einmal vom Strand weggelockt. Mit den durchsichtigen Kajaks kann man auch alles sehen, was sich gerade unter dem Boot befindet, quasi ein privates und selbstgesteuertes Glasbodenboot. „Schaut mal dort, die orangenen Korallen! Und wenn ihr etwas weiter paddelt - hier im Sand verstecken sich immer Stachelrochen!“. Tatsächlich können die Teilnehmer die Umrisse der Tiere im Sand ausmachen. Aber dann endlich kommt der Moment, auf den die meisten sehsüchtig gewartet haben: die Kajaks gleiten an der Küste entlang um einen der riesigen Granitfelsen und es eröffnet sich der Blick auf die malerische Bucht, die wohl aus jedem Reiseprospekt bekannt ist. Voll cool: Das perfekte Selfie im Glasboden-Kayak Das ist übrigens nicht Olga - sondern ich :;) Olga, eine russische Besucherin. bringt sich verzückt in ihrem Kajak vor den Felsen in Position. Seitdem sie einen Post einer Influencerin bei Instagram gesehen hat, wollte sie unbedingt genau das gleiche Foto haben. In viele der Felsformationen kann man Bilder hinein interpretieren. So beispielsweise bei den zwei Steinen, die sich weit über der Bucht zueinander lehnen und sich nur an einer Stelle zart berühren. Genau das hat wohl zu der Legende geführt, dass sich Paare hier küssen sollen, damit ihre Liebe genauso ewig hält, wie die der beiden Felsen. „Und an was erinnert euch dieser Fels etwas weiter rechts?“ möchte Anis von seiner Paddel-Gruppe wissen. Einstimmig ertönt im Chor: „An die Coco de Mer“. Voll schwer: Eine ausgereifte Coco de Mer kann bis zu 45 kg wiegen Coco de Mer (deutsch: Seychellennuss) sind die größten Samen der Welt, die nur auf den Seychellen vorkommen. Als die Inseln noch unbewohnt waren, wurden die Nüsse über das Meer nach Osten gespült. Dort wurden sie an den Stränden gefunden und hatten damit ihren Namen weg: Kokosnuss des Meeres. Auf der Nachbarinsel Praslin hat die UNESCO bereits 1983 zum Schutz dieser Pflanze das Vallée de Maiin die Liste des Weltnaturerbesaufgenommen. Hier können Besucher bei geführten Touren durch den Bilderbuchdschungel wandern und die hohen Fächerpalmen bestaunen. Etwas weniger bekannt - und damit auch weniger besucht - ist das 2012 eröffnete Naturreservat Fond Ferdinand an der Baie St Anne einige Kilometer weiter südlich. Auch hier kann man mit einem Ranger auf einer dreistündigen Tour durch den Palmenwald streifen. Nadine ist eine der Führerinnen, die den Besuchern etwas von der Nuss erzählen: „Eine voll ausgereifte Coco de Mer kann bis zu 45 kg wiegen. Also passt auf, dass euch keine auf dem Kopf fällt!“ Gemächlich steigt die Gruppe weiter den Berg hinauf - bei den tropischen Temperaturen auch in diesem Tempo eine schweißtreibende Angelegenheit, die aber am Aussichtspunkt mit einer sagenhaften Aussicht über Praslin und den weiteren Inseln der Inneren Seychellen belohnt wird. Nadine nutzt die Verschnaufpause, um den Besuchern mehr über die stark gefährdete Pflanze zu erzählen. Eine Seychellenpalme trägt nur eine Nuss pro Jahr, die bis zu sieben Jahre zu Reifung braucht. Kein Wunder also, dass diese Früchte inzwischen streng geschützt werden. „Wer eine unlizenzierte Seychellennuss versucht außer Landes zu bringen, muss mit einer Haftstrafe von bis zu sieben Jahren rechnen. Wenn ihr also länger auf den Seychellen bleiben wollt, wäre das eure Gelegenheit.“ grinst Nadine verschmitzt. Voll gross: Riesenschildkröten auf Curieuse Wie man eine 45kg schwere Nuss dezent außer Landes schmuggeln soll, erscheint rätselhaft, aber scheinbar gibt es auf den Seychellen genug Besucher mit kriminellem Poteztial, für die Größe kein Hindernis darstellt. Auf der nur einen Kilometer von Praslin entfernten Insel Curieuse leben die berühmten Aldabra-Riesenschildkröten. Obwohl diese durch den Nationalpark geschützt sein sollten, wurden 2016 25 Jungtiere gestohlen und dann angeblich von einer deutschen Adresse aus online vertrieben. Seitdem sind die süßen Kleinen in einem abgetrennten Gehege untergebracht, vor dem ein Schild die Besucher warnt, dass bei Abreise die Taschen untersucht werden können. Direkt beim Bootsanleger lümmeln die erwachsenen Tiere im Schatten. Bei der Größe eines Zwergponys sollten diese vor einem Kidnapping-Versuch sicher sein! Nicht sicher sind diese gemächlichen Riesen allerdings vor Touristen, die deren stoische Gelassenheit scheinbar mit fehlenden Empfindungen verwechseln - und so klopfen manche auf den Panzer, wedeln mit Blättern den Schildkröten vor der Nase, oder hängen sich halb über die armen Viecher, um für das perfekte Foto zu posieren. Nicht voll: Anse Badmier Simone, eine mit einem Seychellois verheiratete Schweizerin, die Touren anbietet, gibt einen guten Rat: „Wer nicht gleichzeitig mit einer Masse von anderen Touristen ankommen will, dem würde ich ein Wassertaxi empfehlen, das erst gegen 11 Uhr losfährt.“ Normalerweise setzen die Ausflugsboote nach der 10-minütigen Überfahrt die Besucher morgens an der Turtle Bay ab und holen sie drei bis vier Stunden später an der Anse St Jose wieder. Diese Zeit sollte man sich auch unbedingt nehmen, denn einer der schönsten und wildesten Strände liegt auf der anderen Seite der Insel, den man durch eine halbstündige Wanderung erreicht. Am Anse Badmier liegen riesige, rote Granitblöcke im tosenden Meer. Ein palmengesäumter, schneeweißer Strand macht die Szenerie perfekt. Die Strömung und damit auch die Wellen sind beim Baden mit Vorsicht zu genießen, aber für eine kurzes Untertauchen zur Abkühlung reicht es. Auf der Wanderung lassen sich große, rote Krabben und winzige Einsiedlerkrebse beobachten. Über die dichten Mangroven führt ein Holzsteg und wer Glück hat, sieht auch hier Riesenschildkröten. „Richtig schwimmen gehen sie nicht, aber wenn es ihnen zu heiß wird, kommen sie schon mal zur Abkühlung an den Strand“ weiß Simone, als sie das Wassertaxi zum nächsten Ziel steuert. Auf dem Programm steht die Mini-Insel St Piere, die eigentlich – gefühlt - nur aus einer Palme und vielen Felsen besteht. Ein perfektes Schnorchel-Revier. Kaum hat man den Kopf unter Wasser gesteckt, befindet man sich in einer anderen Welt. Bunte Fische umschwärmen neugierig die Besucher und begleiten sie auf der Erkundungstour. Filigrane Feuerfische schweben vorbei, während Papageienfische völlig ungerührt weiter an den ausgeblichenen Korallen knabbern. Voll in Gefahr: Die Erderwärmung ist hier deutlich zu spüren „2016 hat der El Niño 95% unserer Korallen zerstört“ erzählt auf La Digue Anis seiner Gruppe, die inzwischen aus den Booten ausgestiegen ist und am Strand von Aux Cedres entlangwandert. „Schaut mal, hier werden die ganzen toten Korallen angespült, die in dem wärmeren, sauerstoffarmen Wasser nicht überleben können“. Das Paradies ist durchaus in Gefahr. Eine Abbruchkante am Ufer zeigt deutlich, wie weit der Meeresspiegel inzwischen gestiegen ist „Bei Flut kommt das Meer immer weiter hoch. Damit verlieren die Bäume den Halt und fallen um.“ Dem studierten Ozeanographen ist es wichtig, seinen Besuchern auch den Umweltaspekt näher zu bringen: „Ich hatte schon Touristen, die hier das erste Mal verstanden haben, was die Erderwärmung eigentlich bedeutet.“ Zu Fuß geht die nachdenkliche Gruppe zur Anse Pierrot, hier wurde 1988 Robinson Crusoe gefilmt. Passend zum Thema wartet die nächste Aufgabe: eine Kokosnuss ohne Hilfsmittel knacken. Alex, ein kräftiger Rugby Spieler aus Kanada, schlägt die Nuss mit voller Wucht aber mäßigem Erfolg gegen einen Stein. „Der Trick ist, dass ihr die Spitze treffen müsst. Danach lassen sich die aufgesprungenen Kokosfasern abschälen, oder ihr findet einen spitzen Stock und haut sie darauf.“ Anis zeigt Alex, nachdem er die deutlich kleinere braune Nuss erfolgreich freigelegt hat, wie man sie nur ganz leicht auf den Stein klopft, bis die ersten Risse entstehen. Durch diese kann man sich das leckere Kokoswasser in den Mund laufen lassen. Fraglich bleibt, ob Alex beim Nüsse knacken mehr Kalorien verbraucht, als er durch Kokoswasser und Fruchtfleisch wieder aufnimmt … Glücklicherweise gibt es auf La Digue genügend kleine und günstige Take - Aways, auf denen man sich stärken kann, bevor man mit dem Fahrrad weiter das Paradies erkundet. Und nach all den Abenteuern hat man sich ein bisschen Erholung ja auch redlich verdient. Das Schöne ist: Auf den Seychellen ist ein Traumstand nie weit entfernt! Allgemeine Info: www.seychelles.travel/de/ist die offizielle Website der Seychellen. Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise kein Visum, nur einen gültigen Reisepass. Hinkommen: Condor fliegt vier Mal wöchentlich nonstop von Frankfurt nach Mahé, der Hauptinsel der Seychellen. Ab 450€ www.condor.com Rumkommen: Zwischen den Hauptinseln bieten zwei Anbieter mehrmals täglich Fähr-Verbindungen an. Von Mahé nach Praslin (ca. 50€) dauert die Überfahrt eine Stunde und von Praslin nach La Digue (ca. 15€) 15 Minuten. http://www.catcocos.com und www.iif-catrose.com (nur La Digue – Praslin). Auf Mahé und Praslin gibt es ein gut ausgebautes Busnetzwerk. Jede Fahrt kostet umgerechnet 50 Cent. Die Busfahrpläne kann man sich hier herunterladen: http://www.sptc.sc/schedule/ Auf La Digue sind – bis auf wenige Ausnahmen – nur Fahrräder erlaubt, diese gibt es für ca. 8€ pro Tag bei jeder Unterkunft oder auch auf der Straße rund um den Bootsanleger zu mieten. Um die Insel Curieuse zu besuchen, bucht man – um den Massen zu entkommen – am besten ein Wassertaxi. Beispielsweise unter www.bellavitacharter.eu, oder direkt per Whatsapp +248 2883463. Die Schweizerin Simone Lesperance spricht deutsch. Transfer nach Curieuse und Schnorcheln bei St Pierre incl. Equipment für zwei Personen 50€ + Nationalpark-Gebühren. Am Strand von Côte d'Or findet man weitere Anbieter. Die dreistündige Crystalkayaks-Tour im transparenten Kayak auf La Digue kann man entweder online für 40€ auf https://tourbookers.com buchen oder direkt (etwas günstiger) bei Anis Jakob per Whatsapp +2482747457. Zzgl. Eintritt von umgerechnet 8€ für den L'Union Estate Park, in dem sich der Traumstrand Anse Source d'Argent befindet. Schlafen: Praslin: Die direkt am Strand gelegenen Selbstversorger Apartments bieten den besten Platz für romantische Sonnenuntergänge. In der Nähe gibt es eine Bushaltestelle, Geschäfte und auch ein Restaurant. Islander Apartments, Anse Kerlan. Apartment für 2 Personen ab 88€ pro Nacht www.seyvillas.com/115/appartement-islander La Digue: Die Bungalows von Chez Michelin liegen in einem tropischen Garten nur durch eine kaum befahrene Straße vom Meer getrennt. Wahlweise mit Küche oder nur als Zimmer buchbar - ab 80€. Der sehr schöne Strand Anse Severe und der Bootsanleger sind jeweils in ca. 10 Minuten zu Fuß zu erreichen. https://www.pensionresidence.com Essen: Essengehen ist nicht günstig auf den Seychellen. Wer auf das Budget achten muss, versorgt sich am besten selber oder mit einem der zahlreichen Take-Away Möglichkeiten. Angeboten wird alles von Pizza bis hin zum kreolischen Meeresfrüchte-Curry. La Digue: Das Rey & Josh Café Takeaway befindet sich auf dem Weg zur Grand Anse. Hier kann man auf Bierbänken das köstliche kreolische Essen auch gleich verspeisen. Pro Gericht ca. 5€ Praslin: Das Capricorn Restaurant gehört zum Islanders Guesthouse. Hier kann man authentische, landestypische Küche zu günstigen Preisen genießen. Anse Kerlan, +2484233224 #Seychelles #Africa #Kayak #Wandern #CocodeMer

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