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  • Kanada Roadtrip: Wanderungen, Nationalparks & Kanu-Abenteuer von Vancouver Island bis Ontario

    Kanada ist mehr als Rocky Mountains und türkisfarbene Seen. In den letzten Jahren war ich mehrere Monate von Vancouver Island in British Columbia, Alberta, Yukon, Manitoba, Saskatchewan bis nach Toronto in Ontario bis hin nach unterwegs – Ein riesiger Roadtrip mit Mehrtageswanderungen, Kanuexpeditionen und Wildnisabenteuern. Inzwischen bin ich die gesamte Strecke von Vancouver Island bis nach Toronto mit dem Auto gefahren. Meine ungefähre Route: Dabei ging es durch die Rocky Mountains, durch den wilden Yukon, über endlose Prärien, zu abgelegenen Nationalparks, historischen Wasserwegen und einigen der wildesten Landschaften Nordamerikas. Ich bin durch die Rockies gewandert, habe an einsamen Flüssen gezeltet, Bären beobachtet, indigene Geschichten gehört, bin mit dem Kajak zwischen Walen gepaddelt und habe Regionen entdeckt, die viele Kanada-Reisende völlig links liegen lassen. Hier findest du meine besten Kanada-Reiseberichte, Wanderungen, Outdoor-Abenteuer, GPS-Daten und Planungstipps für deine eigene Reise durch Kanada. Anmerkung: Dieser Überblick wird in den nächsten Wochen um meine Abenteuer in Manitoba, Saskatchewan & Ontario erweitert. Kanada: Reiseplanung, Roadtrips & allgemeine Tipps Von der ersten Planung bis zum großen Roadtrip – diese Beiträge helfen dir bei der Vorbereitung deiner Kanada-Reise. Kanada im Überblick – Reisetipps für die Westküste Plane dein Kanada-Abenteuer: Reservierung, Camping & Packliste Sicher wandern und zelten im Bärenland Kanada Roadtrip durch den Yukon Highlights des Alaska Highway 48h in Vancouver Lieblingsunterkünfte in Westkanada Wandern in den Rocky Mountains & Nationalparks Türkisfarbene Seen, Gletscher, alpine Bergwelt und spektakuläre Wanderungen: Die Rocky Mountains gehören zu den bekanntesten Outdoor-Regionen Kanadas. Alle Touren sind mit GPS-Daten auf Outdooractive verknüpft. Die 5 schönsten Wanderungen in den Rocky Mountains Iceline Trail im Yoho Nationalpark Sentinel Pass & Lake Louise Skyline Trail in Jasper Sunshine Meadows Rundwanderung The Onion Hike (Banff Region) Wildnis, Kanutouren & große Abenteuer Kanada zeigt seine wahre Stärke dort, wo keine Straßen mehr sind: auf Flüssen, in der Wildnis und auf langen Mehrtageswanderungen. West Coast Trail (Vancouver Island) Grizzly Lake Mehrtageswanderung (Yukon) Slim’s River Mehrtagestour (Kluane Nationalpark) Samuel Glacier Wanderung (BC) Kajakabenteuer mit Bären & Walen (Vancouver Island) 12-tägige Kanuexpedition auf dem Hayes River zur historischen York Factory (Manitoba) Kanu im Algonquin Provincial Park (Ontario) Manitoba: Bären, Bisons & endlose Wasserwege Das Herz Kanadas. Manitoba liegt genau in der Mitte des Landes. Nur wenige Touristen verirren sich hierher – sie wissen gar nicht, was sie verpassen! Churchill – von Luxus bis Basic Was macht man am besten im Riding Mountain National Park, Manitoba? Der schönste Wanderung im Riding Mountain National Park? Auf zum Bald Hill Die angeblich schwierigste Wanderung in Manitoba – Hunt Lake Trail im Whiteshell Provincial Park, Kanada 2 Tage mit dem Kanu durch Manitobas Wildnis – Whiteshell Provincial Park, Kanada Winnipeg in Manitoba: Sehenswürdigkeiten, indigene Geschichte & Tipps für Kanadas unterschätzte Stadt Indigenous Stories & Residential Schools (Portage la Prairie) Hayes River Kanuexpedition zur York Factory Saskatchewan: Prärie, Badlands & stille Weite Unendliche Schotterstraßen, weiter Himmel, unzählige Sterne und der einzige Nationalpark, der der Prärie gewidmet ist. Grasslands-Nationalpark Kanada - West Block: Prärie, Bisons und ein unendlicher Himmel Grasslands-Nationalpark Kanada - East Block: Blutige Geschichte & grüne Hügel: Wanderung auf dem Battle Creek Trail in Saskatchewan, Kanada Pferde & Prärie: Die Historische Reesor Ranch in Saskatchewan, Kanada Wüste in Kanada? Die Great Sand Hills Ontario, Toronto & die Niagara Fälle Große Seen, große Natur, große Stadt – Ontario verbindet Stadt und Wildnis. Zu Besuch bei einem Riesen: Wanderung zum Top of the Giant im Sleeping Giant Provincial Park, Ontario Ist die Wanderung „The Crack“ im Killarney Provincial Park in Ontario den Umweg wert? Unendliche Wildnis am Lake Superior: Wandern im Pukaskwa-Nationalpark in Ontario 7 Dinge, die du an den Niagara Fällen nicht verpassen darfst Toronto & Niagara Falls Kanu im Algonquin Provincial Park (Ontario) Indigene Geschichten & authentische Erlebnisse Indigener Tourismus in Kanada boomt. Immer mehr Reisende möchten nicht nur die großartige Natur erleben, sondern auch einen Einblick in die Welt der First Nations gewinnen und die Geschichten der Menschen hören, die hier lebten, lange bevor die Weißen kamen. Dieses Wissen hat mich stark beeindruckt und die Geschichten haben mich tief berührt. Indigener Tourismus in Kanada Orange Shirt Day & Residential Schools York Factory & Hayes River Expedition GPS-Daten & Outdooractive Viele meiner Wanderungen, Kanutouren und Mehrtagestouren in Kanada sind mit GPS-Tracks auf Outdooractive verknüpft. So kannst du die Touren direkt für deine eigene Reiseplanung nutzen.

  • Mit dem Kanu durch den Algonquin Provincial Park: Drei Tage Wildnis in Ontario

    Drei Tage mit dem Kanu durch den Algonquin Provincial Park: Zwischen Portagen, Lagerfeuern und einsamen Seen erlebe ich Kanadas Wildnis hautnah. Hier findest du meine Tour mit GPS-Daten, praktische Tipps und alles, was du für die Planung einer mehrtägigen Kanutour wissen musst. Nach dem goldenen Spätsommerwetter der letzten Wochen ist es ausgerechnet heute, am Tag, an dem wir unsere Kanutour beginnen, regnerisch und grau. Annie Logan, unsere Führerin, sieht es gelassen. „Die Natur braucht Wasser. Normalerweise ist der Wald jetzt ein einziger Farbrausch, aber dieses Jahr war es so trocken, dass viele Bäume ihre Blätter schon vor der Verfärbung abgeworfen haben.“ Auch im Regen hat der berühmte goldene Oktober Kanadas seinen Charme: Der Ahorn leuchtet intensiv rot und scheint in den sonst farblosen Nebelschwaden zu fluoreszieren. Espen und Birken streuen gelbe Lichtflecken in das Dunkelgrün der Weißkiefern und Hemlocktannen. Filigran funkeln die feinen Nadeln der goldverfärbten Lärchen. Wir greifen zu den Paddeln und stechen mit unseren Kanus in den See. Unsere Mission: Wir wollen einige der über 1.500 Seen des Algonquin Provincial Parks mit dem Boot erkunden. Key Facts zur Kanutour ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Länge: individuelle Mehrtagestour Dauer: 3 Tage Höhenmeter: abhängig von den Portagen Schwierigkeit: Mittel Highlight: Mehrtagestour mit Portagen, Lagerfeuern und Camping mitten in der Wildnis 👉 Die GPS-Daten zur Kanutour findest du auf Outdooractive. Portagen und Lagerfeuer Das magische Wort beim Kanufahren in Kanada ist „Portage“. Auf der Strecke zwischen den verschiedenen Seen müssen Boote und Gepäck über Land getragen werden. Das mag zunächst abschreckend klingen. Als Annie mir das Boot anhebt, damit ich mir das hölzerne Tragejoch auf die Schulter legen kann, bin ich erstaunt: Mit seinen 27 Kilogramm ist es deutlich leichter, als es aussieht. Unsere erste Portage vom Canoe Lake zum Joe Lake ist nur knapp 200 Meter lang. „Das ist nur, damit ihr euch vorstellen könnt, wie schwer das Zeug ist – normalerweise ist das nicht so kurz und einfach“, grinst Annie. Gemächlich paddeln wir vorbei an Granitfelsen und kleinen Inseln weiter zum Tepee Lake. Nadelbäume haben sich mit ihren Wurzeln auf den Felsen festgekrallt. Ihre dunklen Silhouetten zeichnen sich gegen den Nebel ab. Entlang der Seen liegen einfache Campingplätze. Jeder besteht aus einer Feuerstelle und einer Kiste mit Loch, die als Outdoor-Toilette dient. Mehr Luxus gibt es nicht. Mein Tipp: Wir mussten uns um die Planung glücklicherweise nicht kümmern, sondern hatten das Rundum-sorglos-Paket von Algonquin Outfitters gebucht. Das Unternehmen vermietet seit mehr als 60 Jahren Kanus und Ausrüstung im Park und bietet auch geführte Touren an. Vom Zelt bis zur komplett organisierten Mehrtagestour ist alles möglich. Im Store erhielten wir Essen für drei Tage, Schlafsack, Isomatte und Zelt – alles wasserdicht verpackt. Auf dem See entdecken wir einen Loon, den Eistaucher, den Nationalvogel Kanadas. Sein geheimnisvoller Ruf schwebt über das Wasser und erinnert mich eher an einen heulenden Wolf als an einen Vogel. „Der Loon ruft, wenn er einen Weißkopfseeadler sieht“, erklärt Annie. „Die Adler klauen manchmal seine Jungen.“ Und tatsächlich kreist wenig später einer der mächtigen Greifvögel über den Baumwipfeln. Am Campingplatz sammeln wir Feuerholz. Alles ist pitschnass, doch das trockene Reisig der Nadelbäume brennt dank der ätherischen Öle erstaunlich gut. Schon bald knistert ein wärmendes Lagerfeuer, auf dem wir unser Abendessen kochen. Zum Glück hört es gegen Abend auf zu regnen. Zufrieden sitzen wir am Feuer. Nach einem Tag auf dem Wasser schmeckt ohnehin fast alles gut. Eine Nacht voller Elchrufe Mit Blick auf den See fragt Annie, was wir uns von der Tour erhoffen. „Ich möchte einen Elch sehen!“, antworte ich. Nachts weckt mich ein klagender Laut. „Hast du das gehört?“, flüstert Kattrin. Kurz darauf ertönt der Ruf erneut. „Ich glaube, das ist ein Elch.“ Am nächsten Morgen fragen wir Annie, die in einer Hängematte zwischen zwei Bäumen geschlafen hat, ob sie die Geräusche ebenfalls gehört hat. „Ja, klar“, sagt sie. „Aber ich habe vorher noch nie einen Elch rufen gehört. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Elch war oder ob jemand einen Elchruf in der Brunft imitiert hat.“ Auf der Suche nach dem Elch Bei der nächsten Portage kommen uns zwei Kanuten entgegen. „Habt ihr auch die ganze Nacht die Elche rufen gehört?“ fragen sie. Wir freuen uns riesig. Dann waren es also tatsächlich Elche. Das gibt Hoffnung für meine erste Elchsichtung. Weniger erfreulich ist die nächste Portage zum Ink Lake. Knapp drei Kilometer geht es über Stock und Stein sowie Stufen bergauf und bergab. Katrin und ich teilen uns die Arbeit. Ich trage das Kanu auf dem Hinweg, sie auf dem Rückweg. Nicht so Annie. Sie schleppt Boot und Gepäck in einem einzigen Durchgang. Normalerweise ist sie allein mit ihrem Hund auf den Seen unterwegs. Vom Ink Lake zweigt ein schmaler Wasserkanal in ein sumpfiges Gebiet ab. Statt dichter Wälder wachsen hier nur einzelne goldgelbe Lärchen. Der Kanal ist so eng, dass wir mehrfach rangieren müssen, um die Kurven zu bekommen. Eine völlig andere Landschaft – und ein Riesenspaß mit dem Kanu. Drei Tage Wildnis Es ist unsere letzte Nacht im Algonquin Provincial Park. Der Rauch unseres Lagerfeuers steigt in den sternenklaren Himmel. Ich frage Annie, was sie an diesem Ort so liebt. „Ich finde es beeindruckend, dass es ein so alter Park ist, voller Geschichte. Hier sind schon die Voyageure mit ihren Booten unterwegs gewesen. Hier leben Elche, Wölfe, Bären … und wir. Es gibt unendliche Möglichkeiten zu paddeln und zu wandern. Es ist mein Zuhause.“ Auch wenn wir keinen Elch gesehen haben, waren diese drei Tage ein kanadischer Outdoortraum. Regen, mystischer Nebel und Sonnenschein wechselten sich ab. Es gab Lagerfeuer, Sterne, rote Ahornblätter, tiefe Seen, kleine Flüsse und Geschichten am Feuer. Klicke auf das erste Foto um die Bilderstrecke zu starten: Information: Allgemeine Informationen zu Reisezielen in der Provinz, sowie Aktivitäten, Attraktionen und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf der Webseite von Destination Ontario. Wanderrouten, die Buchung von Campingplätzen, Karten und alle Informationen über den Algonquin Provincial Park findet man auf der Seite von Ontario Parks Anreise: Direktflüge von Frankfurt nach Toronto bietet beispielsweise Condor an. Für die Einreise nach Kanada ist ein elektronisches Reisedokument (eTA) erforderlich. Bis nach Huntsville am Rande des Algonquin Provincial Parks gibt es öffentliche Busse. Parkbus bietet Shuttle-Services von Toronto zu mehreren Stops im Park an, darunter auch am Canoe Lake. https://www.parkbus.ca/destinations/algonquin. Unterkunft: Wer eine mehrtägige Kanutour plant, sollte die gewünschten Backcountry-Campingplätze am besten frühzeitig reservieren: https://www.ontarioparks.ca/park/algonquin/camping. Richtig verwöhnen lassen kann man sich im historischen Arowhon Pines Resort, das direkt im Park gelegen ist. Die gemütlichen Holzhütten liegen alle am See. Von hier aus kann man direkt lospaddeln, wandern oder schwimmen. Equipment kann vor Ort ausgeliehen werden. Tour-Anbieter & Equipment: Bei Algonquin Outfitters gibt es alles, was man für ein Kanuabenteuer braucht. Von einzelnen Ausrüstungsgegenständen bis hin zum Rundum-Sorglos-Paket ist alles dabei. Beste Zeit: Kanu fahren beginnt im Algonquin Provincial Park, sobald das Eis geschmolzen ist – normalerweise in der letzten Aprilwoche, manchmal dauert es aber auch bis Mitte Mai. Bis dahin ist das Wasser allerdings noch eiskalt. Im Juni wird es wärmer, aber dann kommen auch Kriebelmücken und Moskitos. Der Juli ist schön warm, für lange Portagen kann das heiße Wetter jedoch anstrengend sein. Der August ist ein optimaler Monat, da die Moskitos inzwischen fast verschwunden sind und die Tage warm sowie die Nächte kühl sind. Ende September und Anfang Oktober findet die berühmte Laubfärbung statt. Nachts kann es schon ziemlich kalt werden. Karten: Es gibt eine offizielle Kanukarte für den Algonquin-Park, die die Kanu-Routen, Zeltplätze, Portagen, Einsetzstellen sowie historisch interessante Sehenswürdigkeiten beinhaltet. Bären: Obwohl es im Algonquin Provincial Park „nur“ Schwarzbären gibt, muss man sich trotzdem bärensicher verhalten. Hier findest Du Tipps zum bärensicheren Zelten in Kanada.

  • Ein unvergessliches Erlebnis in Ägypten: Der Nachtzug von Kairo nach Assuan

    Jeder Tag in Ägypten ist ein Abenteuer. Besonders freue ich mich auf den Nachtzug von Kairo nach Assuan. Eine umweltfreundliche Art, die lange Strecke zurückzulegen. Die Waggons sind herrlich altmodisch! Draußen ziehen die Wüste Sahara und der Fluss Nil vorbei. Hier findest du alle Informationen, die du für deine Reise brauchst. Der nostalgische Ramses Bahnhof in Kairo Der Ramses Bahnhof in Kairo sieht nostalgisch aus: mit Türmchen, Bogenfenstern und blauen Mosaikfliesen - eine wilde Mischung aus islamischem und europäischem Baustil. Unser Guide führt uns vom Bahnhofsvorplatz durch die fliegenden Händler, die alles verkaufen, was man auf einer Reise brauchen könnte (und noch viel mehr), in die Bahnhofshalle. Hier hat die moderne Welt Einzug gehalten, es gibt Rolltreppen und digitale Anzeigetafeln, der Himmel ist blau verglast. Doch goldene Säulen, Rosetten und kunstvolle Verzierungen lassen keinen Zweifel daran, dass es sich um ein altes Gebäude handelt: Er wurde 1892 erbaut und ist einer der ältesten und geschichtsträchtigsten Bahnhöfe Ägyptens. Seinen Namen verdankt er Pharao Ramses II., dem Erbauer der berühmten Tempel von Abu Simbel. Bevor wir die Gleise betreten dürfen, müssen wir wie am Flughafen eine Sicherheitskontrolle und eine digitale Fahrkartenkontrolle passieren. Der Kontrolleur ist eine Katze, die es sich auf dem Scanner bequem gemacht hat. Widerwillig räumt sie ihren Posten, damit wir unsere Tickets auflegen können. Ägypten - Mit dem Nachtzug von Kairo nach Assuan. Auf dem Bahnsteig gibt es viel zu entdecken: hier trifft die neue Welt auf die alte. Am Bahnhofskiosk sitzen aufgeregte Touristen und beäugen nervös ihr Gepäck, verschleierte Frauen verabschieden sich von ihren Männern im traditionellen Kaftan. Anzugträger eilen geschäftig mit Aktentaschen und Rollkoffern vorbei, andere tragen im Dschallabija gekleidet (ein bodenlanges Gewand) große Säcke auf dem Kopf. Pünktlich um sieben Uhr fährt unser Zug mit viel Dampf und Getöse ein, unser Abenteuer kann beginnen. Zu zweit teilen wir uns ein Abteil, die Polster sind aus grünem Samt, Wände und Boden mit rotem Teppich ausgelegt. Normalerweise würde ich sagen: cooler Retro-Look, aber das Interieur ist original. Züge in Ägypten - eine lange Geschichte Der ägyptische Nachtzug blickt auf eine lange und faszinierende Geschichte zurück. Die erste Eisenbahn in Ägypten wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und verband Kairo mit Alexandria. Aber erst 1902 wurde der erste Schlafwagen eingeführt, in dem sich die Reisenden während der langen Fahrt bequem ausruhen konnten. Im Laufe der Jahre wurde das Streckennetz des Schlafwagens auf andere beliebte Ziele in Ägypten wie Luxor, Assuan und sogar Port Said ausgeweitet. Während seiner Blütezeit in den 1940er und 1950er Jahren war der Zug für seine luxuriösen Annehmlichkeiten bekannt, darunter ein Speisewagen und ein Barwagen mit Live-Musik. Früher gab es sogar ein Speisewagen und Live-Musik In den 70er Jahren verfiel der Schlafwagenzug jedoch und wurde schließlich eingestellt. Erst in den 80ern beschloss die ägyptische Regierung, den Zug wiederzubeleben, indem sie in neue Waggons und modernen Komfort investierte, ohne den historischen Charme des Zuges zu zerstören. Dem Niltal entlang 12 Stunden und 14 Stationen trennen uns von Assuan, das fast 900 Kilometer weiter südlich liegt. Die Route folgt dem für Ägypten lebenswichtigen Nil. Mit seinen 6650 Kilometern gilt der Nil als der längste Fluss der Welt (obwohl immer wieder diskutiert wird, ob der Amazonas nicht länger ist). Er entspringt in den Bergen von Ruanda und Burundi, durchfließt Tansania, Uganda, den Südsudan und den Sudan, bevor er in Ägypten ins Mittelmeer mündet. Als einziger Fluss der Erde durchquert er einen subtropischen Trockengürtel und die größte Wüste der Erde: die Sahara. Nur durch ihn konnte in Ägypten die erste Hochkultur entstehen - ohne ihn hätte es das Reich der Pharaonen wohl nie gegeben. Gedankenverloren sitze ich in unserem Abteil, während unser Zug durch die Dunkelheit rattert. Durch das Fenster kann ich außer ein paar beleuchteten Häusern nicht viel erkennen. Ich denke über die weite Strecke nach, die der Fluss zurückgelegt hat, und über die verschiedenen Landschaften und Kulturen, die er auf seinem Weg gesehen hat. (Fast) Luxus an Board Ein freundlicher Schaffner, gut gekleidet mit Anzug, Hemd und Krawatte, reißt mich aus meinen Träumen. In Doppelfunktion ist er auch Kellner. Mit geübten Handgriffen öffnet er die Klapptische und serviert uns zwei Tabletts mit gekochtem Gemüse, Reis und Fleisch in Aluschalen. Zum Nachtisch gibt es eine Orange. Kein raffiniertes Festmahl, aber besser als nichts. Nach dem Essen taucht er wieder auf, um unsere Betten zu richten. Dazu wird die untere Sitzbank ausgeklappt und die Holzverkleidung an der Wand zu einem zweiten, weichen Bett umfunktioniert. Beide werden mit frisch bezogenen Kissen und Decken ausgestattet und voilà, fertig ist unser Schlafzimmer. In der Ecke unseres Abteils befindet sich ein kleines Waschbecken, die Toiletten sind auf dem Gang. Am Anfang der Reise sind sie noch sauber... Nachts hält der Zug ein paar Mal an, ab und zu höre ich den lauten Warnton des Makrofons. Aber trotzdem schlafe ich erstaunlich ruhig. Bei Sonnenaufgang stehe ich auf, gehe durch den Zug und schaue aus den Fenstern: Wüste, soweit das Auge reicht. Nur ab und zu zieht ein kleines Dorf mit einer Moschee vorbei. Je heller es wird, desto belebter werden die Ortschaften, auch im Zug kommt Leben auf. Unser Schaffner bringt uns das Frühstück. Eingepackte Croissants mit Frischkäse und Marmelade. Es könnte schlimmer sein. Um 8.30 Uhr erreichen wir unsere Endstation: den Bahnhof von Assuan „Salam aleikum“ - Willkommen in Assuan rufen uns die Straßenhändler zu, die an ihren Ständen Tee, Kaffee und frische Säfte verkaufen. Willkommen in der südlichsten Stadt Ägyptens, willkommen in einer anderen Welt - so kommt es uns zumindest vor. In Assuan ist es deutlich wärmer, und im Vergleich zum hektischen Kairo fühlen wir uns wie auf dem Dorf. Der Nil prägt das Stadtbild, auf ihm schwimmen traditionelle Boote, Feluken mit großen weißen Segeln. Wir wissen gar nicht, was wir zuerst machen sollen - erst den berühmten Staudamm von Assuan besichtigen? Oder auf dem Nubischen Basar einkaufen? Oder sollen wir zuerst den Isis-Tempel auf der Insel Elephantine besichtigen? Auf jeden Fall müssen wir für den nächsten Morgen unseren Transport zum noch weiter südlich gelegenen, berühmten Tempel von Abu Simbel organisieren. Ach ja - und natürlich wollen wir auch noch mit dem Schiff nach Luxor ... Am Ende entscheiden wir uns erst einmal für einen starken Kaffee an der Strandpromenade, die hier Corniche heißt. Denn mit einem klaren Kopf lassen sich wichtige Entscheidungen viel leichter treffen ... Lese auch meine anderen Blog Beiträge zu Ägypten MEINE LIEBLINGSORTE IN ÄGYPTEN Die Pyramiden von Gizeh im Sonnenuntergang der Felsentempel von Abu Simbel an der Grenze zum Sudan die islamische Altstadt und der Khan al-Khalili Basar in Kairo Luxor mit seinen Tempeln, dem Nil und dem Tal der Könige Sehenswert: Der Isis-Tempel auf der Insel Elephantine HINKOMMEN Nonstop-Flüge gibt es von Lufthansa und Egypt Air ab ungefähr 370 €. RUMKOMMEN & BUCHUNG Taxi zu fahren ist mit Uber. Am besten lädst du dir die App runter. Damit ist verfolgbar, wer dich abgeholt hat vor allem, wenn du den an der Hotel Rezeption bestellst. Du kannst den Nachtzug zwischen Kairo und Assuan entweder auf der offiziellen Website von Abela Trains oder unkomplizierter über Trains Egypt buchen. Das Ticket wird dir per E-Mail zugeschickt.. Die Unterbringung im Nachtzug erfolgt in Zweibettkabinen, die komfortabel und klimatisiert sind. Das Bettzeug wird gestellt, und in jedem Waggon gibt es Toiletten im westlichen Stil. Die allgemeine Sauberkeit im Zug entspricht möglicherweise nicht dem Standard, den du gewohnt bist - vor allem gegen Ende der Reise. Ein einfaches Abendessen und Frühstück sind im Preis inbegriffen und werden an Bord serviert. Falls du Sonderwünsche hast, bringst du dir diese besser mit. Wenn du starke Nerven hast kannst du beispielsweise bei www.billiger-mietwagen.de einen Mietwagen buchen ab 140€ pro Woche. Allerdings sei gewarnt: Kairo ist eine eine der verkehrsreichsten Städte Nordafrikas und berüchtigt für seine Verkehrsstaus und die Luftverschmutzung. Nur für Kairo würde ich kein Mietwagen empfehlen. ESSEN & TRINKEN Wer genug von ägyptischem Essen hat, kann in Kairo zu O's Pasta gehen, wo es leckeres italienisches Essen gibt. Am besten vorher reservieren. 159 26th of July Zamalek, Gouvernorat Kairo 11211, Ägypten Essen im King Jamaica Restaurant & Café Das stylische Restaurant LUUMA liegt in Kairo auf der Insel Zamalek direkt am Wasser. Hier gibt es leckere Smoothies, Kaffee und eine gute Auswahl an Essen ... eigentlich alles außer Alkohol. Abou El Feda, Zamalek, Gouvernement Kairo 4271104, Ägypten Das King Jamaica Restaurant & Cafe liegt in Assuan auf der Insel Elephantine direkt auf einem Felsen über dem Nil. Das farbenfrohe, fröhliche Restaurant bietet eine Mischung aus nubischer und jamaikanischer Küche. Elephantine Island, Sheyakhah Oula, Aswan 1, Aswan Governorate 81111, Ägypten PAUSCHALREISE Ich habe bei Intrepid Travel die 15-tägige Pauschalreise „Explore Egypt“ für 1.283 € gebucht: Im Nachhinein würde ich wahrscheinlich eine andere Reise wählen, da mir Hurghada im Januar zu kalt war und ich das Militärmuseum Alamein in der Nähe von Alexandria auch nicht wirklich spannend fand. Vom Reiseverlauf her hört sich „Egypt Experience“ - im Nachhinein - besser an. Ab 1.740 € PACKLISTE Die Wege rund um die Ruinen sind oft steinig. Bequemes Schuhwerk ist daher unerlässlich. Vor allem zwischen Juni und September ist es in Ägypten heiß, aber auch sonst empfehle ich dir immer einen Sonnenhut und Sonnencreme. Vermeide Plastikmüll und bringe deine eigene Wasserflasche mit und fülle sie mit abgekochtem Wasser. Wasserkocher gibt es in fast allen Hotels.

  • Winnipeg in Manitoba: Sehenswürdigkeiten, indigene Geschichte & Tipps für Kanadas unterschätzte Stadt

    Winnipeg liegt mitten in Kanada und wird von vielen Reisenden nur als Zwischenstopp auf dem Weg nach Churchill genutzt. Dabei hat Manitobas Hauptstadt deutlich mehr zu bieten: kreative Viertel, spannende indigene Geschichte, moderne Architektur, hervorragende Museen und eine überraschend coole Food-Szene. Hier findest du meine Tipps für Winnipeg inklusive Sehenswürdigkeiten und dem GPS-Track für die Highlights Rund um das touristische Herz der Stadt "The Forks". Winnipeg – das unterschätzte Herz Kanadas Winnipeg liegt geografisch fast genau zwischen Ost- und Westküste Kanadas. Trotzdem wird die Stadt meistens links liegen gelassen. Dabei wissen Besucher nicht, was sie verpassen, denn Winnipeg ist eine quirlige, aufstrebende und auch ein bisschen schräge Stadt. Hier hat man das Gefühl, dass ständig irgendetwas los ist: kulturelle Veranstaltungen, neue Restaurants, Museen und Ausstellungen. Eine Stadt, die viel zu schade ist, um nur weiterzureisen. Außerdem hat die Stadt sogar eine Verbindung zu Winnie the Pooh: Der Tierarzt Harry Coleburn rettete 1914 ein Schwarzbärenbaby und nannte es „Winnie“ – nach seiner Heimatstadt Winnipeg. Später inspirierte die Bärin im Londoner Zoo die berühmten Geschichten von Pu dem Bären. The Forks – Treffpunkt seit über 6.000 Jahren Das touristische Zentrum der Stadt ist „The Forks“, wo der Red River und der Assiniboine River zusammenfließen. Heute befinden sich hier Restaurants, Bars, kleine Shops und Biergärten. Früher trafen sich an genau diesem Ort bereits indigene Gruppen zum Handel und Austausch. Besonders spannend wird die Geschichte bei einem geführten Rundgang mit Turtle Tours. Unsere Guide Jane Flett McMahon erklärt, warum die Flüsse früher die „Highways“ Kanadas waren und welche Bedeutung dieser Ort für ihre Vorfahren hatte. Sie sagt: „Hier, wo die Flüsse zusammenkommen, waren früher die Ufer mit den Tipis meiner Vorfahren gesäumt“ Entlang des Flusses erzählen Informationstafeln von der Geschichte der Region, vom Leben mit den Bisons und vom Handel der Hudson’s Bay Company. Rund um The Forks befinden sich außerdem Kunstwerke, Parks und ein indigener Festplatz. 👉 Hier findest du den GPS-Track meines Stadtrundgangs durch Winnipeg. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Museum für Menschenrechte Das auffälligste Gebäude in Winnipeg ist das im Jahr 2014 eröffnete Canadian Museum for Human Rights. Die Struktur aus Beton und Glas, die in die Höhle strebt, gehört inzwischen zu den Wahrzeichen der Stadt. Der Besuch führt symbolisch aus der Dunkelheit ins Licht und macht damit deutlich, dass die Menschenrechte ein fortlaufender Prozess sind, der noch nicht abgeschlossen ist. Besonders die Ausstellung zur indigenen Geschichte Kanadas bleibt als dunkle Erinnerung noch lange im Kopf. Winnipeg überrascht mit cooler Food-Szene Egal ob Pub, Restaurant, oder Foodstall, egal ob Karibisch, indigen oder vegan. Die Auswahl und die Qualität des Essens ist beeindruckend: Besonders gefallen haben mir: Nola ist ein hippes Restaurant in Norwood. Hier kann man in cooler Atmosphäre viele kleine Gerichte mit verschiedenen Geschmacksrichtungen kombinieren. Im „The Leaf“ befindet sich die „Gather Craft Kitchen & Bar“. Hier gibt es laut eigener Aussage „moderne Prärieküche“, die von der Natur und den Pflanzen im „The Leaf“ inspiriert wurde. Je nach Saison werden die Speisen aus frischen Produkten zubereitet, die aus den Gärten des Parks stammen, sowie aus Zutaten von lokalen Erzeugern und Bauern aus Manitoba. Vor dem prämierten Clementine bildet sich am Wochenende eine Schlange von Frühstücksbegeisterten. Früh da sein lohnt sich für alle, die nicht warten wollen. Die Tall Grass Prairie Bread Company ist ein wahrer Pionier der kanadischen Bäckerszene. Seit mehr als 30 Jahren mahlt das Unternehmen lokale Bio-Traditionsweizensorten. Ihre Zimtschnecken sind legendär. Es gibt einen Standort in der Markthalle von The Forks. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Lohnt sich Winnipeg? Auf jeden Fall! Winnipeg ist voller Kontraste: Es gibt nachdenkliche Momente, tolle Museen, das älteste Ballett Kanadas, die größte Ausstellung indigener Kunst, den höchsten Indoor-Wasserfall im riesigen Gewächshaus „The Leaf“, eine erstaunlich coole Food-Szene und interessante Architektur. Die Stadt fühlt sich energiegeladen an. An jeder Ecke scheint sich etwas zu entwickeln, zu eröffnen oder zu verbessern. Wer hier nicht aus dem Flieger aussteigt, verpasst etwas: einen Ort, der einem ans Herz wächst – nicht, weil er berühmt und geleckt schön ist, sondern weil er sich lebendig, kreativ und echt anfühlt Informationen & Tipps für Winnipeg Info: Allgemeine Informationen zu Reisezielen, Aktivitäten, Attraktionen und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf der Webseite von Travel Manitoba und auf der Seite der Stadt Winnipeg. Anreise: Flüge mit Zwischenstopp von Frankfurt nach Winnipeg gibt es beispielsweise mit Condor oder Air Canada.. Für die Einreise nach Kanada ist ein elektronisches Reisedokument (eTA) erforderlich. Schlafen: Das „Inn at The Forks“ liegt im Herzen von The Forks. Das Museum für Menschenrechte sowie alle Bars und Geschäfte sind zu Fuß zu erreichen. No 5 East ist ein super süßes kleines Bed & Breakfast direkt am Fluss. Von hier läufst du in einer halben Stunde zu The Forks. Zu den geschmackvoll eingerichteten Zimmern gibt es ein tolles Frühstück. Machen: Eine entspannte Art, einen ersten Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bekommen, ist eine Bootstour mit Winnipeg Waterways, die an der Jetty von The Forks startet. Einfach mal ausspannen: Das Thermea Sea Village ist ein super entspannter Ort. Irgendwie bin ich hier in ein Zeitloch gefallen und erst zwei Stunden später wieder aufgewacht. Überall riecht es fantastisch und es gibt verschiedene Saunen, einen Biergarten, ein Restaurant, Dampfbäder und Hängematten zwischen den Bäumen. Die Winnipeg Art Gallery Qaumajuq - kurz WAG - beherbergt eine beeindruckende Sammlung von über 27.000 Kunstwerken aus verschiedenen Epochen, Kulturen und Medien, darunter die weltweit größte öffentliche Sammlung zeitgenössischer Inuit-Kunst.

  • Der schönste Aussichtspunkt im Riding Mountain National Park? Wanderung auf den Bald Hill

    Der Bald Hill zählt zu den schönsten Aussichtspunkten im Riding Mountain National Park. Hier findest du alle Informationen zur Wanderung inklusive GPS-Daten und Tipps zur Tour. Die Wanderung startet am historische East Gate. Das hölzerne Tor erinnert mit seiner Optik an eine Westernkulisse. Es ist das letzte erhaltene Eingangstor aus den 1930er Jahren. Beim Aufstieg zum „Kahlen Hügel“ wird schnell klar, warum er diesen Namen trägt: Hier wächst kein Baum. Wie ein Glatzkopf erhebt sich die Ansammlung aus Schiefergestein über die sonst dicht bewaldeten Hügel und bietet einen wunderbaren Blick über die Wälder des Parks bis hinaus auf die flache Prärie Manitobas. Key Facts zur Wanderung auf den Bald Hill ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Länge: ca. 15 km Dauer: 4,5- 5 Stunden Schwierigkeit: Mittel Highlight: Panoramablick über den Riding Mountain National Park Mein Tipp: Ende September bis Anfang Oktober kommen, wenn die Herbstfarben leuchten 👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive. Wanderung auf den Bald Hill Die Wanderung zum Bald Hill gehört zu den längeren Touren im Riding Mountain National Park und ist eine gute Wahl für alle, die etwas mehr Strecke zurücklegen möchten. Mein Tipp für fitte Wanderer: Wer noch nicht genug hat, kann die Tour über den Gorge Creek Trail zu einer Rundwanderung erweitern. Dadurch verlängert sich die Strecke auf rund 23 Kilometer und etwa sieben Stunden Gehzeit. Die Route beginnt am Parkplatz beim historischen East Gate. Von dort führt der nur teilweise ausgeschilderte Trail über Holzbrücken, Treppen und Holzstege durch den Wald. Am besten lädst du dir die GPS Daten auf Outdooractive runter. Unterwegs öffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Hügel. Besonders beeindruckend wird die Landschaft im Herbst, wenn sich die Birken und Espen gelb färben und die Wälder in der Sonne leuchten. Der eigentliche Höhepunkt wartet jedoch am Ende: Vom kahlen Gipfel des Bald Hill reicht der Blick über die Wälder des Nationalparks bis weit hinunter in die Prärie. Für mich zählt die Aussicht zu den schönsten im gesamten Park. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Sicherheitshinweise In der Gegend kommt giftiger Efeu (Poison Ivy) vor. Entsprechende Hinweisschilder markieren Bereiche, in denen die Pflanze besonders häufig wächst. Außerdem leben im Riding Mountain National Park Schwarzbären. Bärenspray sollte deshalb zur Standardausrüstung gehören. Ausrüstung Für die Wanderung empfehle ich: Trailrunning-Schuhe oder Wanderstiefel ausreichend Wasser Regenschutz Bärenspray Informationen zum Riding Mountain National Park Allgemeine Informationen gibt es auf der Webseite von Travel Manitoba Riding Mountain Nationalpark: Schon seit mehr als 90 Jahren ist der Älteste Nationalpark in der Provinz ein Eldorado für Naturliebhaber. Aktuelle Informationen zum Zustand der Wanderwege findest du auf der Seite von Parks Canada. Die Nationalparks in Kanada kosten Eintritt. Wenn du länger unterwegs bist oder mehrere Nationalparks besuchen möchtest, lohnt sich der Parks Canada Discovery Pass. Dieser ist ein Jahr lang in allen Einrichtungen von Parks Canada gültig. In Wasagaming gibt es den Riding Mountain National Park Visitor Centre, der ein guter Anlaufpunkt für einen ersten Überblick ist. Die freundlichen Mitarbeiter geben einem super Tipps zu Wanderungen und anderen Aktivitäten, und hier gibt es auch detaillierte Karten. Außerdem kann man in dem kleinen Museum sehen, welche Tiere hier heimisch sind, und erfährt außerdem etwas über die Geschichte der First Nation und deren enge Verbindung zu dem Land. Auf dem Gelände des Wasagaming Campgrounds gibt es das indigen geführte Turtle Village mit Tiny Houses. Die Sanitäranlagen werden vom Campingplatz genutzt. Anreise nach Manitoba Flüge mit Zwischenstopp von Frankfurt nach Winnipeg gibt es beispielsweise mit Condor oder Air Canada. Für die Einreise nach Kanada ist ein elektronisches Reisedokument (eTA) erforderlich: . Am Flughafen in Winnipeg kannst du unkompliziert einen Mietwagen buchen.

  • Grasslands-Nationalpark Kanada: Prärie, Bisons und ein unendlicher Himmel

    Der Grasslands-Nationalpark in Kanada steht bei den wenigsten ganz oben auf der Bucket-List. Dabei findet man im nach East und Westblock unterteilten Park eine der letzten großen Prärielandschaften Nordamerikas mit Bisons, Präriehunden und einem weiten Himmel, der nachts von unzähligen Sternen erleuchtet wird. Hier meine Tipps, was du im Westblock unbedingt machen solltest. Im zunehmenden Wind der untergehenden Sonne bewegen sich die zarten Halme wie Wellen im Meer. Ich stehe auf einem Hügel in einem Meer aus Gras. Bis zum Horizont nichts als weite Prärie. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie es hier vor 150 Jahren ausgesehen haben muss. Die Erde hätte gedonnert von unzähligen Hufen, und das Schnauben aus vielen Nüstern hätte die Luft erfüllt. Über mir hätten am endlosen Himmel Adler gekreist, und in der Ferne hätte ich einzelne Tipis der Ureinwohner gesehen. Als ich die Augen öffne, bin ich allein. Nur wenige Besucher verirren sich in den Grasslands-Nationalpark im Süden Saskatchewans. Man braucht etwas Abenteuergeist, um über die scheinbar endlosen Schotterstraßen durch die Prärie zu fahren. Die Belohnung ist eine Landschaft, die sich kaum verändert hat: offene Ebenen, große Himmel und eine Tierwelt, die man nur mit Geduld sieht. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Wanderung am 70 Mile Butte Ich stehe auf dem Gipfel des 70 Mile Butte. Meilenweit freie Sicht. Die North West Mounted Police, die dieses Gebiet zwischen 1874 und 1912 patrouillierte, gab dem Hügel seinen Namen. Er lag 70 Meilen östlich des Wood Mountain Post und 70 Meilen westlich des Eastend Post. Der Butte war ein markanter Orientierungspunkt in der offenen Prärie. Er zeigte den Mounties nicht nur ihre Position, sondern auch die Nähe zum 70 Mile Crossing, dem heutigen Val Marie, wo der Frenchman River vergleichsweise sicher überquert werden konnte. Mein Tipp: Der 70 Mile Butte ist ein guter Ort für den Sonnenuntergang. Key Facts zur Wanderung ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Länge: 5 km Dauer: ca. 1:30-2 Stunden Höhenmeter: 137 hm auf und ab Schwierigkeit: mittel Highlight: der Blick vom Hügel auf die umliegende Landschaft. Die vielen Infotafeln, die Flora, Fauna und die Geschichte des Westblocks erzählen. 👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive. Ausrüstung: festes Schuhwerk, Sonnenschutz, ausreichend Wasser Sicherheit: Wege können nach Regen rutschig werden, kaum Schatten im Sommer Eco Tour Scenic Drive im West Block Der Ecotour Scenic Drive führt als rund 20 Kilometer lange Schotterstraße durch den West Block des Grasslands-Nationalparks. Mehrere Stopps und Aussichtspunkte geben Einblicke in die Tierwelt und die fragile Prärieökologie. In Kanada und Nordamerika sind große Teile der ursprünglichen Prärie verschwunden oder stark fragmentiert. Im Grasslands-Nationalpark wird versucht, dieses Ökosystem zu bewahren. Mehr als 70 Pflanzenarten prägen hier die Landschaft und bilden die Grundlage für eine erstaunlich vielfältige Tierwelt. Mit etwas Glück lassen sich entlang des Scenic Drives über 30 gefährdete Arten beobachten. Die Wahrscheinlichkeit ist nie garantiert – vieles bleibt Zufall, und genau das gehört hier dazu. Präriehunde und Kaninchenkäuze Glücklicherweise hatte ich am Abend zuvor die Broschüre des Nationalparks gelesen, sonst hätte ich am zweiten Halt, „Top Dogtown“, wahrscheinlich sehr lange auf meine erste Tiersichtung warten müssen. „Top Dogtown“ ist einer der wenigen Orte in Kanada, an denen man Schwarzschwanz-Präriehunde beobachten kann. Als ich in der Broschüre ein Foto von einem erdmännchenähnlichen Tier sah, musste ich schmunzeln: „So sieht also ein Präriehund aus!“ Ich hatte mir eher etwas wie einen Kojoten oder einen Wildhund vorgestellt. Emsig laufen sie zwischen den Bauten hin und her, begrüßen sich und stehen gesellig zusammen, bevor sie wieder ein bisschen Gras knabbern. Dank der hilfreichen Broschüren weiß ich auch, dass man hier den gefährdeten Kaninchenkauz beobachten kann. Früher waren sie in der Prärie weit verbreitet, doch Giftköder und Insektenschutzmittel haben ihre Anzahl bedrohlich dezimiert. Im Gegenlicht versuche ich, die Eulen zu entdecken. Plötzlich sehe ich etwas kurz aufflattern. Was ich aus der Ferne für Präriehunde gehalten habe, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Käuzchen. Mit meinem Zoom-Objektiv sehe ich es ganz nah: Am auffälligsten sind die intensiv gelben Augen, mit denen es mich aufmerksam mustert, bevor es sich weiter auf die Jagd macht. Die Rückkehr der Bisons Einst waren Bisons die prägenden Tiere der nordamerikanischen Prärie. Im 19. Jahrhundert wurden sie in weiten Teilen der Region ausgerottet. Erst Jahrzehnte später begann ihre Rückkehr. Heute leben wieder mehrere Hundert Präriebisons im West Block des Grasslands-Nationalparks. Sie sind da, aber nicht immer sichtbar. Von einer Aussichtsplattform sehe ich schließlich ein einzelnes Tier in der Ferne. Der Rest bleibt verborgen in der Weite der Landschaft. Ausblick: Ost Block Während der West Block vor allem für seine Tierwelt und die offene Prärie steht, geht es im Ost Block um eine ganz andere Zeit. Dort liegen Spuren einer Welt, die vor rund 66 Millionen Jahren endete. Darüber schreibe ich im nächsten Beitrag. Info Allgemeine Informationen zu Unterkünften und Aktivitäten sind auf der Website von Tourism Saskatchewan zu finden. Der Grasslands-Nationalpark hat zwei Haupteingänge: den leichter zugänglichen West Block und den für Abenteurer über eine Schotterstraße zu erreichenden East Block. Die beiden Blöcke sind nicht mit einer Straße verbunden und bieten jeweils einzigartige Landschaften und Erlebnisse. Das Besucherzentrum im West Block in Val Marie und im East Block im Rock Creek Campground ist zwischen Mai und Oktober von 9 bis 17 Uhr geöffnet. https://parks.canada.ca/pn-np/sk/grasslands Anreise Der Grasslands-Nationalpark liegt etwa 350 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Regina bzw. 650 Kilometer östlich von Calgary. Mit dem Wagen braucht man von Calgary bis in den Westblock rund acht Stunden. WICHTIG! Im Park gibt es keine Tankstellen, Lebensmittelgeschäfte oder Kfz-Werkstätten. Insbesondere vor dem Besuch des East Blocks sollte man daher unbedingt tanken und sich mit ausreichend Lebensmitteln eindecken. Schlafen In Val Marie gibt es am Ortsausgang in einem ehemaligen Kloster ein skurriles, aber sauberes Bed & Breakfast. https://www.convent.ca/ Frenchman Valley im Westblock ist ein Campingplatz mit 20 Stellplätzen und Strom sowie vier fest installierten oTENTik-Zelten. Der Rock Creek Campground im Ostblock hat acht oTENTik-Zelte und 24 Zelt- bzw. Stellplätze mit Strom. Auf beiden Campingplätzen gibt es Trinkwasser, aber keine Duschen. https://parks.canada.ca/pn-np/sk/grasslands/activ/camping Beste Reisezeit Obwohl der Park ganzjährig zugänglich ist, ist die beste Reisezeit zwischen Mai und Oktober, wenn die beiden Campingplätze geöffnet sind. Ausrüstung Reisende sollten ein Fernglas, einen Sonnenhut, wiederbefüllbare Wasserflaschen mit mindestens 3 Litern Fassungsvermögen und eine Stirnlampe mit Rotlicht zum Sternegucken mitbringen.

  • Wie der Riding Mountain National Park in Manitoba seinen Namen bekam

    Der Riding Mountain National Park gehört zu den abwechslungsreichsten Nationalparks Kanadas. Hier kannst du durch Wälder und Grasland reiten, mit dem Fat Bike entlang glasklarer Seen fahren und mit etwas Glück Bisons, Elche oder Schwarzbären entdecken. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf einen Ausritt durch Manitobas Wildnis und zeige dir eine der schönsten Fahrradtouren im Park inklusive GPS-Daten. Zu Pferd durch den Riding Mountain National Park Ein Ausritt wie im Film! Auf der Nine Finger Ranch kann ich meine Westernfilm-Träume ausleben. Mit Jana und Thomas reite ich durch die Hügellandschaft des Riding-Mountain-Nationalparks, vorbei an Seen, an deren Ufern sich die Espen und Birken schon langsam gelb verfärben über Wiesen, auf denen sich neugierige Kühe um uns scharen und uns interessiert begutachten. Die Szenerie erreicht ihren Höhepunkt, als die beiden mit ihren Cowboyhüten in die untergehende Sonne reiten. „Die Gegend hieß ursprünglich Fort-Dauphin-Hill“, erzählt Jana, als wir vom offenen Grasland in dichten Wald gelangen. „Aber die frühen Pelzhändler, Trapper und Siedler merkten schnell, dass sie mit ihren Wagen im zerklüfteten und dicht bewaldeten Hochland nicht weiterkamen. Es war viel leichter, die Pferde abzuspannen und die Gegend auf deren Rücken zu erkunden.“ So bekam die Landschaft ihren Namen – lange bevor sie 1930 zum Nationalpark erklärt wurde: Riding Mountain. Manitobas vielseitigster Nationalpark Mit seinen drei verschiedenen Ökosystemen – Grasland, borealem Hochlandwald und östlichem Laubwald – gehört der Riding Mountain National Park zu den abwechslungsreichsten Landschaften Manitobas. Hier kann man: reiten wandern Mountainbike fahren kajaken schwimmen campen Wildtiere beobachten Im Winter verwandelt sich die Region in ein Paradies für Langläufer und Schneeschuhwanderer. Gerade diese Mischung macht den Park zu einem der beliebtesten Outdoor-Ziele der Provinz. Besonders schön finde ich das historische East Gate. Das hölzerne Tor erinnert mich an die Kulisse aus einem Western. Es ist das letzte der Eingangspforten aus den 30er Jahren, das noch erhalten ist Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Mit dem Fat Bike rund um Clear Lake Eine Dreiviertelstunde entfernt liegt das süße kleine Dörfchen Clear Lake, direkt am gleichnamigen See. Hier gibt es alles, was der Reisende begehrt: einen kleinen Einkaufsladen, ein Eislokal, ein Café, Unterkünfte, Restaurants und einen Campingplatz. Die Stimmung ist entspannt und die Kulisse ist wunderschön. Mit einem Fat Bike mache ich eine Radtour am See entlang. Key Facts zur Mountainbike-Tour am Clear Lake ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Aktivität: Fat Bike Tour Schwierigkeit: leicht bis mittel Länge: 18 Kilometer Highlight: Herbstfarben & Seenlandschaft Besonders schön: die schmalen Trails entlang des Wassers 👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive. Mir quellen vor Freude die Augen und das Herz über. Die Herbstfarben könnten Ende September nicht perfekter sein. Knallgelb heben sich die Birken- und Espenblätter gegen den strahlend blauen Himmel ab. Der Trail ist schmal und teilweise fahre ich auf einer kleinen Sandbank zwischen verschiedenen Seen entlang. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Bären, Elche und Bisons Der Riding Mountain National Park ist nicht nur für seine Landschaft bekannt. Auch die Tierwelt ist beeindruckend, wenn sich die kleinen Stinker nicht gerade verstecken … Hier leben unter anderem Schwarzbären, Elche, Wölfe, Kojoten und Bisons Vor allem die Bisons gehören zu den Highlights eines Besuchs. Wo du die besten Chancen hast, die Tiere zu beobachten, verrate ich dir im nächsten Blogpost. Informationen zum Riding Mountain National Park Allgemeine Informationen gibt es auf der Webseite von Travel Manitoba Riding Mountain Nationalpark: Schon seit mehr als 90 Jahren ist der Älteste Nationalpark in der Provinz ein Eldorado für Naturliebhaber. In Wasagaming gibt es den Riding Mountain National Park Visitor Centre, der ein guter Anlaufpunkt für einen ersten Überblick ist. Die freundlichen Mitarbeiter geben einem super Tipps zu Wanderungen und anderen Aktivitäten, und hier gibt es auch detaillierte Karten. Außerdem kann man in dem kleinen Museum sehen, welche Tiere hier heimisch sind, und erfährt außerdem etwas über die Geschichte der First Nation und deren enge Verbindung zu dem Land. Auf dem Gelände des Wasagaming Campgrounds gibt es das indigen geführte Turtle Village mit Tiny Houses. Die Sanitäranlagen werden vom Campingplatz genutzt. Fat Bikes kann man bei den Friends of Riding Mountain National Park ausleihen. Von der 9 Finger Ranch aus, kann man den Nationalpark zu Pferd erkunden. Anreise nach Manitoba Flüge mit Zwischenstopp von Frankfurt nach Winnipeg gibt es beispielsweise mit Condor oder Air Canada. Für die Einreise nach Kanada ist ein elektronisches Reisedokument (eTA) erforderlich: . Am Flughafen in Winnipeg kannst du unkompliziert einen Mietwagen buchen.

  • Ist die Wanderung „The Crack“ im Killarney Provincial Park in Ontario den Umweg wert?

    The Crack zählt zu den bekanntesten Wanderungen in Ontario. Doch lohnt sich der Umweg in den Killarney Provincial Park wirklich? Hier findest du meine Erfahrungen, praktische Tipps und die GPS-Daten zur Tour. Leider bleibt mir nicht mehr viel Zeit. In wenigen Tagen muss ich pünktlich im Algonquin Provincial Park sein, wo meine Kanutour startet. Der Killarney Provincial Park bedeutet für mich einen Umweg von mehr als 100 Kilometern. Ich bin mir nicht sicher, ob sich das lohnt. Kattrin, selbst Outdoor-Enthusiastin und beruflich absolute Ontario-Kennerin, schreibt mir nur eine kurze WhatsApp: „Do it – you will love it.“ Ich glaube ihr. Und verlasse den Trans-Canada Highway Richtung Georgian Bay. Key Facts zur Wanderung auf The Crack ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Länge: 18 km Dauer: ca. 6 Stunden Höhenmeter: 164 hm auf und ab Schwierigkeit: Anspruchsvoll Highlight: Aussicht vom Crack über die Seenlandschaft des Killarney Provincial Parks Mein Tipp: Die längere Variante direkt vom George Lake Campground laufen 👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive. Warum die längere Variante die schönere ist Die meisten Wanderer starten direkt an der Straße und wählen die deutlich kürzere Variante. Viel schöner ist jedoch die Route vom George Lake Campground über einen Abschnitt des berühmten La-Cloche-Silhouette-Trails. Hier begegnen mir nur wenige andere Menschen. Stattdessen genieße ich die Wälder, die Felsen und die vielen Seen des Parks fast für mich allein. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Was ist eigentlich The Crack? Die Wanderung führt durch dichte Wälder und hinauf in die weißen Quarzitberge der La Cloche Mountains. Je höher ich komme, desto felsiger wird das Gelände. Scharfe Felsen, freiliegende Wurzeln, Geröllfelder und kleinere Kletterpassagen sorgen dafür, dass die Wanderung trotz der überschaubaren Höhenmeter durchaus anspruchsvoll ist. Kurz vor dem Ziel wird der Weg noch einmal deutlich steiler. Hier kommen häufig auch die Hände zum Einsatz. Dann öffnet sich plötzlich die berühmte Felsspalte: The Crack. Der Aussichtspunkt zählt zu den schönsten in Ontario. Vor mir breitet sich eine Landschaft aus unzähligen Seen, Wäldern und Felsen aus. Was wie ein natürliches Amphitheater wirkt, ist die große Bühne der Natur. Von hier oben reicht der Blick weit über die Seen des Killarney Provincial Parks. Spätestens jetzt weiß ich: Ja. Der Umweg hat sich gelohnt. Mein Tipp Wenn du genügend Zeit hast, solltest du dem Killarney Provincial Park mehr als nur einen Tag widmen. Neben The Crack gibt es zahlreiche weitere Wanderungen sowie fantastische Möglichkeiten zum Kanu- und Kajakfahren. Ich habe noch den Chikanishing Trail gemachte auch absolut lohnenswert ist Die vielen Seen machen den Park zu einem Paradies für Outdoor-Fans. Sicherheitshinweise Der letzte Anstieg zum Aussichtspunkt erfordert etwas Klettern über große Felsblöcke. Bei Regen können die Steine sehr rutschig werden. Festes Schuhwerk ist deshalb Pflicht. Alternative: Die kürzere Variante Wenn du weniger Zeit hast, kannst du die Wanderung auch direkt von der Straße aus starten. Dadurch verkürzt sich die Strecke auf etwa acht Kilometer. Für diese Variante benötigst du allerdings ebenfalls ein Permit. Allgemeine Informationen Allgemeine Informationen zu Unterkünften und Aktivitäten sind auf der Website von Destination Ontario zu finden. Aktuelle Informationen & Reservierungen Aktuelle Informationen zum Zustand der Wanderwege sowie Campingplatz-Reservierungen findest du auf der Seite von Ontario Parks. Übernachten: George Lake Campground Der George Lake Campground ist ein großer und gut ausgestatteter Campingplatz direkt am See. Hier gibt es sogar Waschmaschinen – nach mehreren Wochen unterwegs ein echter Luxus. Besonders empfehlen kann ich die Stellplätze 87 bis 89 im Blue Heron Circle. Sie liegen direkt am Wasser und der Wanderweg startet praktisch vor der Haustür. Einziger Nachteil: Die Waschräume sind etwas weiter entfernt. Dafür gibt es in der Nähe ein sauberes Plumpsklo. Campingplatzplan Permit Für die Wanderung benötigst du ein Permit. Wenn du auf dem George Lake Campground übernachtest, ist dieses bereits in deiner Buchung enthalten.

  • Unendliche Wildnis am Lake Superior: Wandern im Pukaskwa-Nationalpark in Ontario

    Der Pukaskwa-Nationalpark ist Ontarios größter Nationalpark und eines der wildesten Naturgebiete am Lake Superior. Auf dieser Wanderung kombiniere ich mehrere Trails zu einer abwechslungsreichen Tagestour entlang der Küste. Hier findest du alle Informationen inklusive GPS-Daten. Der größte Nationalpark Ontarios liegt direkt am Lake Superior, dem größten Süßwassersee der Welt. Ich kann mich nicht entscheiden, welchen Trail ich wandern möchte. Also mache ich einfach alle. Zumindest fast. Meine Route kombiniert Abschnitte des Bimose Kinoomagewnan Trail, Beach Trail, Manito Mikana Trail und Southern Headland Trail zu einer abwechslungsreichen Wanderung durch einige der schönsten Landschaften des Parks. Key Facts zur Wanderung im Pukaskwa-Nationalpark ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Schwierigkeit: leicht bis mittel Highlight: Küstenlandschaft am Lake Superior Besonders schön: die Aussicht vom Southern Headland Trail und die Strände am Beach Trail Mein Tipp: Genügend Zeit für Fotostopps und den Sonnenuntergang einplanen 👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive. Küste, Wellen und endlose Wildnis Hier prallen gewaltige Wellen auf schroffe Felsküsten. Endlose Sonnenuntergänge leuchten über Treibholzstränden. Dahinter erstreckt sich borealer Wald bis zum Horizont. Die abwechslungsreiche Küstenlandschaft, das raue Klima und die abgelegene Lage machen den Pukaskwa-Nationalpark absolut besuchenswerten Nationalpark in Kanadas. Wer Natur liebt, kann hier tagelang wandern, paddeln oder einfach nur am Wasser sitzen und den Wellen zuhören. Kultur der Anishinaabe Mein Tipp: Nimm dir auf dem Bimose Kinoomagewnan Trail Zeit für die Informationstafeln. Sie geben spannende Einblicke in die Kultur und Geschichte der Anishinaabe First Nations, deren Heimat diese Region seit Jahrhunderten ist. Gerade diese Verbindung aus Natur und Kultur macht den Trail besonders interessant. Die schönsten Aussichtspunkte Besonders gut gefällt mir der Aussichtspunkt mit den roten Parks-Canada-Stühlen auf dem Southern Headland Trail. Von hier blickt man über die Wälder und die Küste des Lake Superior. Ein perfekter Ort für eine Pause. Mein Tipp: Komm zum Sonnenuntergang an die Strände entlang des Beach Trail. Egal ob zum Fotografieren, für ein Picknick oder zum Sundowner Wein am Lagerfeuer Abends bin ich am Strand am fotografieren, als mich eine Frau fragt, ob ich eine andere Frau mit Hund gesehen habe. Habe ich nicht. Wenige Minuten später kommt eine zweite Frau mit Hund vorbei und stellt sich als Alana vor. Ich erzähle ihr, dass ihre Freundin sie sucht. Kurz darauf taucht auch Jacqueline (die erste Frau) wieder auf – mit einer Flasche Wein und zwei Gläsern. Spontan laden mich die beiden erst auf ein Glas Wein und später zum Abendessen vor ihrem luxuriösen Camper ein. Wir sitzen am Lagerfeuer und erzählen Geschichten. Wie freundlich und offen die Menschen in Kanada sind, begeistert mich immer wieder. Eigentlich würde ich gerne bleiben Am nächsten Morgen wache ich auf. Am liebsten würde ich sofort wieder loswandern. Oder ein Kajak mieten. Oder einfach noch einen Tag am Lake Superior verbringen. Leider muss ich weiter. Mein Tipp: Plane für den Pukaskwa-Nationalpark mindestens zwei oder drei Tage ein. Der Park ist ein Paradies für Wanderer und Kajakfahrer. Vor Ort können auch Boote gemietet werden. Allgemeine Informationen Allgemeine Informationen zu Unterkünften und Aktivitäten sind auf der Website von Destination Ontario zu finden. Informationen zum Pukaskwa-Nationalpark Aktuelle Informationen zum Zustand der Wanderwege sowie Campingplatz-Reservierungen findest du hier: Parks Canada Sicherheitshinweise Die Felsen entlang der Küste bei Nässe extrem rutschig sein. Im Pukaskwa-Nationalpark leben Schwarzbären. Wie du dich bei einer Begegnung mit Bären verhältst, erfährst du hier: Sicher wandern und zelten im Bärenland Kanada Eintritt Nationalpark Die Nationalparks in Kanada kosten Eintritt. Wenn du mehrere Nationalparks besuchen möchtest, lohnt sich der Parks Canada Discovery Pass. Er ist ein Jahr lang in allen Einrichtungen von Parks Canada gültig.

  • Zu Besuch bei einem Riesen: Wanderung zum Top of the Giant im Sleeping Giant Provincial Park, Ontario

    Der Sleeping Giant zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Ontarios. Die anspruchsvolle Wanderung zum „Top of the Giant“ führt durch Wälder und entlang des Lake Superior zu einem der spektakulärsten Aussichtspunkte Kanadas. Hier findest du die Tour inklusive GPS-Daten und praktischen Tipps. Der schlafende Riese – schon der Name des Provincial Parks klingt verheißungsvoll. Abends stehe ich am Ufer von Thunder Bay und blicke über das Wasser. Von hier ist die Silhouette des schlafenden Riesen – oder besser gesagt meiner Meinung nach eindeutig einer Riesin – gut zu erkennen. Morgen möchte ich über den Kabeyun- und den Talus Lake Trail auf den zum Top of the Giant steigen. Nachts schlafe ich seit Wochen mal wieder in einem Hotel. Die Ventilationsgeräusche, die sich selbst mit ausgeschalteter Klimaanlage nicht abstellen lassen, stören mich. Inzwischen bin ich es gewohnt, in der Wildnis zu campen und nur Vogelgezwitscher, Wasserrauschen und das Rascheln der Blättter in den Bäume zu hören. Schon vor Sonnenaufgang bin ich so genervt, dass ich aufstehe und zum Startpunkt der Wanderung fahre. Sobald ich die Sonne über der Straße aufgehen sehe, ist mein Ärger verflogen. Am See koche ich mir Porridge und Kaffee, um mich für die lange Tour zu stärken. 22 Kilometer und sieben Stunden sollen heute vor mir liegen. Key Facts zur Wanderung auf den Sleeping Giant ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Länge: 22,2 km Dauer: ca. 7 Stunden Höhenmeter: 540 hm auf und ab Schwierigkeit: Anspruchsvoll Highlight: Aussicht vom Top of the Giant auf die höchsten Klippen und den größten senkrechten Abgrund Ontarios Mein Tipp: Mit dem Fahrrad die ersten Kilometer auf dem Kabeyun Trail abkürzen 👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive. Tierische Begegnung; Mein erster Bär beim Wandern Für mich gibt es kaum etwas Cooleres, als frischen Bärenspuren hinterherzulaufen. Kaum habe ich den Parkplatz verlassen, sitzt im Gebüsch eine Art Fasan. Ich versuche ihn zu fotografieren, doch statt wegzulaufen kommt er immer näher und versteckt sich mehr oder weniger hinter meinen Beinen. Ich bin noch etwas verdutzt über seine fehlende Scheu, als ich aus dem Augenwinkel etwas Schwarzes auf dem Weg entdecke. Ein kleiner Bär. Er schaut mich an und läuft gemütlich weiter auf mich zu. Als er noch ungefähr zwanzig Meter entfernt ist, sage ich: „Hey Bär, du siehst mich aber schon, oder?“ Er schaut auf und läuft noch ein Stück weiter. „Hey Bär!“ Diesmal versteht er den Hinweis und verschwindet gemütlich im Gebüsch. Ich bin völlig aus dem Häuschen. Mein erster Bär beim Wandern. Wie süß er war. Diese hellbraune Schnauze. Die goldenen Augen. Am liebsten hätte ich ihn geknuddelt. Natürlich ist das eine ausgesprochen schlechte Idee. Kurz darauf Überholen mich zwei Radfahrer und erklären mir, dass es sich um einen jungen Schwarzbären gehandelt hat. Wanderung zum Top of the Giant Die beliebte, aber anspruchsvolle Wanderung zum „Top of the Giant“ kombiniert den Kabeyun Trail, den Talus Lake Trail und den Top of the Giant Trail. Bereits nach knapp einem Kilometer erwartet einen das erste Wanderhighlight. Über einen kleinen Abstecher kann man die Felsformation „Sea Lion” bewundern. Zurück auf dem Kabeyun Trail führen die ersten Kilometer auf einem breiten Pfad am Seeufer entlang. Erst nachdem man auf den Talus Lake Trail abbiegt, wird der Weg steiler und schwieriger. Der höchste Punkt des Trails ist der 290 Meter über dem Oberen See gelegene Aussichtspunkt „Top of the Giant”. Zwar ist dies nicht der höchste Punkt des Riesen, aber von hier hat man eine spektakuläre Aussicht auf die höchsten Klippen und den größten senkrechten Abgrund Ontarios sowie auf den Lake Superior und die Halbinsel Silver Islet. Die Aussicht gehört zu den spektakulärsten in Ontario. Allein für diesen Ausblick lohnt sich die lange Wanderung. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Mein Tipp für fitte Wanderer Wer genügend Zeit und Kondition mitbringt, kann die Tour zu einer knapp 25 Kilometer langen Rundwanderung erweitern. Dafür folgt man nach dem Aussichtspunkt erst dem Talus Lake Trail nach Norden und danach dem Sawyer Bay Trail zurück zum Parkplatz. Außerdem lässt sich die Strecke deutlich verkürzen, wenn man die ersten sechs Kilometer des Kabeyun Trails mit dem Fahrrad zurücklegt. Pause am Tee Harbour Auf dem Rückweg lege ich am Tee Harbour eine Pause ein. Die kleine Bucht direkt am See ist der perfekte Ort dafür. Während die Wellen sanft ans Ufer schlagen, genieße ich die letzten Sonnenstrahlen und und halte meine Wanderfüße in das kühle Wasser des Lake Superior. Allgemeine Informationen Allgemeine Informationen zu Unterkünften und Aktivitäten findest du auf der Website von Destination Ontario. ´ Aktuelle Informationen & Camping Aktuelle Informationen zum Zustand der Wanderwege sowie Campingplatz-Reservierungen findest du auf der Seite von Ontario Parks. Eintritt & Reservierung Für den Besuch des Sleeping Giant Provincial Parks benötigst du eine Fahrzeuggenehmigung. Diese kann bis zu fünf Tage im Voraus online reserviert werden. Du bekommst sie aber auch am Campingplatz. Anreise und Parken: Direktflüge von Frankfurt nach Toronto gibt es beispielsweise von Condor. Für die Einreise nach Kanada ist ein elektronisches Reisedokument (eTA) erforderlich.

  • Blutige Geschichte & grüne Hügel: Wanderung auf dem Battle Creek Trail in Saskatchewan, Kanada

    Glorreicher Spätsommer. Der Himmel ist blau, die Blätter färben sich gelb, einige knallrot. Die Prärie wechselt zwischen gelb und grün. Ein Farbenspiel, das mir den Atem raubt – dazwischen Nadelbäume und noch ein paar letzte bunte Blumen. An den Büschen hängen Hagebutten und vereinzelt gibt es noch Beeren. Ich wandere durch die Hügel der Cypress Hills, die friedlich in der Abendsonne leuchten. Schwer vorzustellen, dass hier früher die einzige Farbe rot war. Das Rot des Blutvergießens. Wandern durch die Geschichte des Wilden Westens Das Cypress Hills Massacre war ein Angriff amerikanischer Pelzhändler auf ein Lager der Nakoda (auch Nakota genannt), bei dem im Jahr 1873 mindestens 26 Menschen starben. Auslöser war angeblich der Diebstahl von Pferden, die jedoch selbstständig weggelaufen waren. Der Vorfall führte später zur Gründung der North-West Mounted Police (NWMP) und markierte einen Wendepunkt in der kanadischen Geschichte. Zum ersten Mal wurde deutlich, dass der Westen des Landes ohne funktionierende Rechtsdurchsetzung im Chaos versinken würde. Das Bild der Royal Canadian Mounted Police auf ihren schwarzen Pferden entstand genau hier in Fort Walsh, ihrem ehemaligen Hauptquartier in den Cypress Hills. Fort Walsh spielte später außerdem eine wichtige Rolle bei der Überwachung von Sitting Bull und den Lakota, die nach der Schlacht am Little Bighorn nach Kanada geflohen waren. Key Facts zum Battle Creek Trail ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Länge: ca. 9 km Schwierigkeit: leicht bis mittel Highlight: Fort Walsh & die Geschichte des Wilden Westens 👉 Die GPS-Daten zur Wanderung findest du auf Outdooractive. Mein Tipp: Unbedingt den kleinen Abstecher hinauf zu den roten Parks-Canada-Stühlen machen. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick über Fort Walsh und die umliegenden Hügel. Gerade am späten Nachmittag ist das Licht dort oben unglaublich schön. Rundwanderung auf dem Battle Creek Trail Die knapp neun Kilometer lange Rundwanderung auf dem Battle Creek Trail verbindet Geschichte und Natur auf ziemlich beeindruckende Weise. Der Weg führt: durch die hügelige Landschaft der Cypress Hills vorbei an verlassenen Forts bis zur Stelle des Cypress Hills Massacre Dabei geht es ständig leicht auf und ab. Die Busfahrerin hatte definitiv unrecht: Saskatchewan ist hier ganz sicher nicht flach - Beim Wandern komme ich ganz schön ins Schwitzen. Auf den Hügeln grasen Pferde und Rinder. Die goldenen Farben des Spätsommers machen die Landschaft fast unwirklich schön. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten Süße Stadt: Maple Creek Maple Creek ist eine süße Stadt in der Nähe des Cypress Hills. Hier findest du nicht nur Tankstellen, an denen du jederzeit tanken kannst, und große Geschäfte, in denen du deine Vorräte vor der Fahrt zum Grasland-Nationalpark auffüllen kannst, sondern auch hübsche kleine Läden, in denen du Süßigkeiten, Antiquitäten, Spiele oder handgemachte Produkte kaufen kannst. Es gibt auch goldige Cafés und schöne Restaurants. Ein toller Ort für einen Zwischenstopp, um alle Reserven wieder aufzufüllen. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten Informationen zum Battle Creek Trail & Fort Walsh Allgemeine Informationen zu Saskatchewan findest du auf der Seite von Tourism Saskatchewan Anreise Am leichtesten ist Saskatchewan über Calgary zu erreichen. Flüge mit Zwischenstopp von Frankfurt nach Calgary gibt es beispielsweise mit Condor oder Air Canada. Für die Einreise nach Kanada ist ein elektronisches Reisedokument (eTA) erforderlich. Von Calgary aus geht es mit einem Mietwagen weiter. Es ist auch möglich, das Auto an einem anderen Flughafen abzugeben. Ich bin beispielsweise bis nach Toronto gefahren. Dann ist die Leihgebühr zwar teurer, dafür muss man aber nicht zurückfahren. Die Straßen in Saskatchewan sind ein kleines Abenteuer. Viele sind nur Schotterpisten. Aktuelle Informationen & Öffnungszeiten Aktuelle Informationen zum Zustand der Wanderwege und zu den Öffnungszeiten der Fort Walsh National Historic Site findest du hier: Parks Canada – Fort Walsh Die Nationalparks in Kanada kosten Eintritt. Wenn du länger unterwegs bist oder mehrere Nationalparks besuchen möchtest, lohnt sich der Parks Canada Discovery Pass. Dieser ist ein Jahr lang in allen Einrichtungen von Parks Canada gültig.

  • Pferde & Prärie: Die Historische Reesor Ranch in Saskatchewan, Kanada

    Ausritte, Wanderungen und Sterne gucken im Dark Sky Reserve der Cypress Hills. Die historische Reesor Ranch gehört zu den schönsten Unterkünften in Saskatchewan. „Saskatchewan? Oh mein Gott! Dort ist es so flach, da siehst du einen Hund noch drei Tage später weglaufen.“ Die Busfahrerin verzieht das Gesicht, als ich erzähle, dass ich nach Saskatchewan fahre. Ihre Sitznachbarin sieht das völlig anders: „Berge machen mich klaustrophobisch. Da sieht man gar nicht den Himmel?“ Tatsächlich ist mein erstes Ziel in Saskatchewan alles andere als flach. Die Cypress Hills liegen direkt an der Grenze zu Alberta und Montana und sind der höchste Punkt zwischen Labrador und den Rocky Mountains. Der Hund, der vor drei Tagen weggelaufen ist? Der liegt hier übrigens begraben. Roadtrip durch die endlose Weite Saskatchewans Wer durch Saskatchewan fährt, sollte Tankstopps besser nicht zu optimistisch planen. Trotz guter Routenplanung, wie ich dachte, ist mir genau das passiert: Ich rolle mit wohl geplanter Reserve an eine Tankstelle, die ich bei Google Maps mir vorher ausgesucht habe, beziehungsweise die die einzige auf dem Weg war. Die Tankstelle entpuppt sich als ein einzelner riesiger Benzintank, mitten im Nirgendwo. Zahlen kann man dort allerdings nur mit Mitgliedskarte. Weder Kreditkarte noch Bargeld funktionieren. Wie aus dem Nichts hält plötzlich ein Mann neben mir an. Er füllt Benzin in mein Auto und macht am Ende sogar den Tank komplett voll. Als ich ihm das Geld per PayPal schicken will, winkt er nur ab. „Hilf einfach irgendwann jemand anderem, wenn er Hilfe braucht.“ Es wird nicht mein einziges Erlebnis dieser Art sein. Die Menschen Saskatchewans sind unfassbar freundlich und hilfsbereit. Key Facts zur Reesor Ranch in Saskatchewan ♡-Faktor: ♡♡♡♡♡ Highlight: historische Ranch, Ausritte, Wanderungen, Sonnenuntergänge & Sterne Lage: Cypress Hills, Saskatchewan Perfekt für: Reiter, Roadtrips & Ruhe in der Natur Mein Tipp: Nachts unbedingt aufstehen und die Milchstraße anschauen/fotografieren Besonders schön: im romantischen Zimmer von Alice zu schlafen 👉 Die GPS-Daten für den 3,5 Km Kinnikinick Cliff Trail findest du auf Outdooractive. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Die historische Reesor Ranch in den Cypress Hills Mein Ziel ist die historische Reesor Ranch. Jason führt die Farm inzwischen in fünfter Generation gemeinsam mit seiner Mutter. Die Ranch wurde bereits 1906 gegründet und fühlt sich an wie ein kleines Filmset aus dem Wilden Westen. Ich schlafe im ehemaligen Zimmer von Alice. Das historische Zimmer ist komplett mit Originalmöbeln eingerichtet — inklusive Bett und Schreibtisch. Dazu gibt es ein rosafarbenes Badezimmer mit einer Badewanne auf Löwenfüßen von 1906. Mein Zimmer ist so kitschig-süß, dass ich am liebsten für immer dort bleiben würde Zum Abendessen gibt es Salat aus dem eigenen Garten, morgens selbstgemachtes Blaubeerkompott. Spezialität der Ranch sind eigentlich Steaks — die lasse ich, als Vegetarierin, allerdings aus. 20 neue beste Freunde auf vier Hufen Die Pferde auf der Ranch sind unglaublich zutraulich. Eigentlich will ich bei Sonnenuntergang nur schnell ein paar Fotos mit dem Teleobjektiv machen. Stattdessen habe ich plötzlich ungefähr zwanzig Pferde um mich herum stehen. Die Pferde knabbern an meinem Rucksack, stupsen meine Kamera an und stehen irgendwann so nah vor mir, dass ich sie selbst mit dem Weitwinkel kaum noch fotografieren kann. Irgendwann gebe ich auf. Vergiss das Foto, denke ich mir. Und genieße einfach den Moment. Ausritt durch die Prärie Saskatchewans Am nächsten Morgen geht es auf einen Ausritt durch die Cypress Hills. Was ich sofort sympathisch finde: Die Gäste satteln und putzen ihre Pferde selbst. Allerdings merke ich dabei ziemlich schnell, dass ein Westernsattel eine ganz andere Liga ist als das, was ich aus Deutschland kenne. Der Sattel wiegt gefühlt 25 Kilo und wird mit einer Art Krawattenknoten befestigt. Ohne Hilfe von Karis wäre ich wahrscheinlich schon beim Satteln gescheitert. Mein Pferd Decker ist extrem verschmust, bewegt sich allerdings bevorzugt in zwei Geschwindigkeiten: stehen relativ flott laufen Dazwischen gibt es wenig. Der Ausritt selbst führt durch Wälder, über schmale Trails und hinauf auf die Hügel der Cypress Hills. Oben angekommen reicht der Blick weit über goldene Wälder und die offene Prärie. Die Landschaft ist wunderschön. Nur ein kleines Problem gibt es: Galoppieren oder traben ist praktisch tabu. Viele Ranches in Kanada haben Angst vor Klagen und lassen Gäste deshalb fast nur im Schritt reiten. Schade eigentlich. Denn landschaftlich wäre das hier ein absoluter Reitertraum. Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zu starten: Milchstraße statt Menschen Rund um die Ranch gibt es mehrere kleine Wanderwege. Ich mache den Kinnikinick Cliff Trail. Und auch nachts kann man hier noch außerirdisch schöne Sachen machen: Die Gegend gehört zu einem Dark Sky Reserve. Trotz der beleuchteten Ranchgebäude ist die Milchstraße problemlos sichtbar. Die Weite hier ist schwer zu begreifen. Vielleicht funktionieren deshalb Drohnenfotos in Kanada so gut. Erst wenn irgendwo ein winziger Mensch in der Landschaft steht, versteht man überhaupt, wie riesig diese Natur wirklich ist. In den nächsten Wochen kannst du mich auf meinem Roadtrip einmal quer durch Kanada begleiten. Alleine unterwegs zu sein klingt oft romantisch. In Wahrheit bedeutet es aber auch: Auto fahren recherchieren Fotos machen filmen GPS aufzeichnen Drohne fliegen schreiben posten Vielleicht brauche ich tatsächlich einen kleinen KI-Instaboyfriend. Nicht wegen der Romantik. Eher als Assistent. die Wüste. Informationen Allgemeine Informationen zu Saskatchewan findest du auf der Seite von Tourism Saskatchewan Anreise Am leichtesten ist Saskatchewan über Calgary zu erreichen. Flüge mit Zwischenstopp von Frankfurt nach Calgary gibt es beispielsweise mit Condor oder Air Canada. Für die Einreise nach Kanada ist ein elektronisches Reisedokument (eTA) erforderlich. Von Calgary aus geht es mit einem Mietwagen weiter. Es ist auch möglich, das Auto an einem anderen Flughafen abzugeben. Ich bin beispielsweise bis nach Toronto gefahren. Dann ist die Leihgebühr zwar teurer, dafür muss man aber nicht zurückfahren. Die Straßen in Saskatchewan sind ein kleines Abenteuer. Viele sind nur Schotterpisten. Übernachten auf der Reesor Ranch Auf der Historic Reesor Ranch kannst du: in historischen Zimmern schlafen Cabins mieten eigene Pferde mitbringen Ausritte buchen Wandern selber kochen oder im Restaurant essen

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